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Hamas-Verbündeter skeptisch

Reaktionen auf Gaza-Plan: Hamas prüft Ultimatum – Trump setzt Frist

Wie geht es in Gaza weiter? Sollte die Hamas dem Plan von Trump nicht zustimmen, droht eine massive Militäroperation mit US-Rückendeckung.

Update, 1. Oktober, 5:10 Uhr: Aus Kreisen der Hamas heißt es, sie habe Trumps Plan für Gaza erhalten. Demnach wollen die Islamisten den Plan „sorgfältig prüfen“, ehe sie eine offizielle Antwort geben. Wie die Terrororganisation reagieren wird, blieb jedoch zunächst offen. Die BBC zitierte einen ranghohen Hamas-Vertreter, der sagte, wahrscheinlich werde Trumps Friedensplan abgelehnt, da dieser „den Interessen Israels diene“ und „die Interessen des palästinensischen Volkes ignoriere“. Die Hamas sei wahrscheinlich nicht bereit, ihre Waffen abzugeben. Dies ist aber eine zentrale Bedingung von Trumps Plan. Ein weiterer wesentlicher Knackpunkt dürfte für die Hamas sein, dass von ihr verlangt wird, alle Geiseln auf einmal freizulassen – und damit ihre einzige Verhandlungsmasse aufzugeben. In anderen Medienberichten heißt es allerdings, die Hamas tendiere dazu, den Plan zu akzeptieren. 

Update, 15:36 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat der radikalislamischen Hamas eine Frist von „drei oder vier Tagen“ gesetzt, um dem Friedensplan für den Gazastreifen zuzustimmen. „Wir warten nur noch auf die Hamas“, sagte Trump in Washington. Sollten die Islamisten den Plan ablehnen, erwarte sie „ein sehr trauriges Ende“, betonte der Präsident.

Benjamin Netanjahu und Donald Trump auf einer gemeinsamen Konferenz in Washington, D.C.

Die politische und militärische Spitze der Hamas prüft derzeit nach Angaben aus Palästinenserkreisen Trumps 20-Punkte-Plan für ein Ende des Gaza-Kriegss. Er sieht eine vollständige Entmachtung und Entwaffnung der Hamas im Gazastreifen vor sowie eine Freilassung der verbliebenen israelischen Geiseln. Im Gegenzug soll die israelische Armee schrittweise aus dem Küstenstreifen abziehen.

China und Russland verkünden Unterstützung für Trumps Gaza-Plan

Update, 12:47 Uhr: Nach China hat auch Russland Unterstützung für den Gaza-Friedensplan von US-Präsident Donald Trump verkündet. „Russland unterstützt und begrüßt stets alle Bemühungen von Präsident Trump, die darauf abzielen, diese anhaltende Tragödie zu beenden“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow gegenüber Reportern laut The Guardian. „Selbstverständlich wollen wir, dass dieser Plan umgesetzt wird und dazu beiträgt, dass die Ereignisse im Nahen Osten zu einem friedlichen Ende kommen“, fügte Peskow hinzu.

Update, 12:20 Uhr: Neben der Hamas und dem Islamischen Dschihad kommen aus dem Gazastreifen auch weitere Reaktionen. Abu Ali Hassan, ein hochrangiges Mitglied der sogenannten „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ (PFLP), sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Sand: „Trumps Plan ist ein Rezept für die Bewältigung und Verlängerung des Krieges, nicht für sein Ende.“ Die PFLP kooperiert mit der Hamas, ist aber nicht ein Teil davon. Hassan fügte hinzu, dass es „ein verzweifelter Versuch“ sei, „Gaza von der palästinensischen Territorialeinheit zu trennen“.

Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern 

Vor 60. Gründungstag von Israel
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen entschied 1947 über die Teilung Palästinas in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen. Im Teilungsplan wurde auch festgelegt, dass die Briten ihr Mandat für Palästina bis August 1948 niederlegen. Großbritannien hatte nach dem Ersten Weltkrieg das Gebiet besetzt und war 1922 offiziell mit dem Mandat über Palästina beauftragt worden. Am 14. Mai 1948 wurde auf Grundlage des UN-Beschlusses der jüdische Staat gegründet. © dpa
Proklamation des Staates Israel
Nach der Unterzeichnung der Proklamationsurkunde am 14. Mai 1948 im Stadtmuseum von Tel Aviv hält eine nicht identifizierte Person das Schriftstück mit den Unterschriften in die Höhe. Links ist David Ben Gurion zu sehen, der erste Ministerpräsident Israels. © dpa
Israelischer Unabhängigkeitskrieg
Ein historisches Datum für den Staat Israel. Doch die arabischen Staaten Libanon, Syrien, Jordanien, Ägypten und Irak erkannten die Gründung nicht an und überschritten nur einen Tag später mit ihren Armeen die Grenzen. So begann der Palästina-Krieg, der im Januar 1949 mit dem Sieg Israels endete. Das Foto zeigt israelische Mitglieder der paramilitärischen Organisation Haganah im August 1948.  © AFP
Operation Yoav
Die israelische Armee konnte während des Krieges 40 Prozent des Gebiets erobern, das eigentlich laut dem ursprünglichen UN-Plan zur Teilung für die arabische Bevölkerung vorgesehen war. So wurde auch der westliche Teil von Jerusalem von Israel besetzt.  © Imago
Waffenstillstand Israel Palästina 1949
Die Vereinten Nationen vermittelten zwischen Israel und Ägypten, und so kam es zwischen den beiden Ländern am 24. Februar 1949 zu einem Waffenstillstandsvertrag. Andere arabische Kriegsgegner folgten mit Waffenstillständen bis Juli 1949. Laut Schätzungen starben bei dem Krieg, den die arabischen Länder gestartet hatten, mehr als 6000 Israelis und 6000 Araber.  © ACME Newspictures/afp
Arafat. Geschichte des Krieges in Israel
Jassir Arafat gründete 1959 die Fatah, eine Partei in den palästinensischen Autonomiegebieten. Laut ihrer Verfassung war ihr Ziel, auch mit terroristischen Mitteln die Israelis aus Palästina zu vertreiben und Jerusalem als Hauptstadt zu installieren. Ebenfalls als Ziel rief die Fatah die „Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus“ aus.  © PPO/afp
Arafat
1993 erkannte die Fatah mit ihrem Vorsitzenden Jassir Arafat das Existenzrecht Israels im Osloer-Friedensprozess an, und wollte den Terror als Waffe nicht mehr nutzen. Allerdings gab es immer wieder Bombenattentate in Israel. 2011 suchte Arafat den Schulterschluss mit der Hamas. Gemeinsam planten sie, eine Übergangsregierung zu bilden, was bis heute nicht umgesetzt wurde. Innerhalb der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ist die Fatah die stärkste Fraktion. © Aleksander Nordahl/Imago
1974 Arafat vor UN
Im Oktober 1974 erkannte die Vollversammlung der Vereinten Nationen die PLO als Befreiungsbewegung an. Daraufhin wurde Arafat als Vertreter eingeladen. Am 13. November 1974 eröffnete Arafat die Debatte in der Vollversammlung. Er beendete die Rede mit dem Satz: „Ich bin mit einem Olivenzweig in der einen und dem Gewehr des Revolutionärs in der anderen Hand hierhergekommen. Lasst nicht zu, dass der grüne Zweig aus meiner Hand fällt!“ © dpa
Kampfflugzeug im Sechs-Tage Krieg
Vom 5. Juni bis 10. Juni 1967 fand der Sechstagekrieg zwischen Israel auf der einen und Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen Seite statt. Auslöser war die ägyptische Blockade der Seestraße von Tiran für die Israelis, die so abgeschnitten waren. Außerdem hatte der ägyptische Präsident den Abzug der Blauhelme erzwungen, die die nördliche Grenze Israels sicherten. Als Drohung schickte Ägypten dann 1000 Panzer und 100.000 Soldaten an die Grenzen zu Israel. Als Reaktion auf die Bedrohung flogen die Israelis einen Präventiv-Schlag. Auf dem Foto sieht man ein ägyptisches Kampfflugzeug. Während des Krieges konnte Israel die Kontrolle über den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem erlangen. Weil Israel seine Angreifer besiegen konnte, machte der Staat am 19. Juni 1967, neun Tage nach seinem Sieg, Ägypten und Syrien ein Friedensangebot. Darin enthalten die Aufforderung, Israel als Staat anzuerkennen. © AP/dpa
Arabisch-israelischer Krieg
Am 6. Oktober 1973, dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, startete eine arabische Militärkoalition unter Führung Ägyptens und Syriens einen Überraschungsangriff, gleichzeitig auf die Sinai-Halbinsel und die Golanhöhen. Nach anfänglichem Erfolg der arabischen Kriegsparteien gelang es Israel, sich zu behaupten. Erst mit dem Friedensvertrag sechs Jahre später am 26. März 1979, normalisierten sich die Beziehungen zwischen Ägypten und Israel. Ägypten war der erste arabische Staat, der das Existenzrecht Israels anerkannte. © afp
Friedensvertrag zwischen Israel und Ägypten, Jimmy Carter schüttelt dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat die Hand.
Das Friedensabkommen vom 26. März. 1979 war ein wichtiger Meilenstein. US-Präsident Jimmy Carter gratulierte damals dem ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat und dem israelischen Premierminister Menachem Begin vor dem Weißen Haus. Nach den Camp-David-Verhandlungen unterzeichneten sie den Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern dort. © Consolidated News Pictures/afp
Beschuss im Libanonkrieg
1982 begann mit dem Libanonkrieg der erste große israelisch-arabische Konflikt, der von Israel gestartet wurde. Die Kriegsparteien waren die israelische Armee und verbündete Milizen auf der einen, die PLO und Syrien auf der anderen Seite. Israel besetzte im Rahmen des Krieges zwischen 1982 und 1985 den Süden Libanons. Später richtete Israel daraufhin dort eine „Sicherheitszone“ ein, die aber Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon auf nordisraelische Städte nicht verhindern konnte. Am 25. Mai 2000 zog die israelische Armee aus dem Südlibanon ab.  © Dominique Faget/afp
Soldaten und Kinder bei der Intifada 1987
Am 8. Dezember 1987 brach im Westjordanland und im Gazastreifen ein gewaltsamer Aufstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung aus. Diesen Aufstand nennt man Intifada. Auf dem Foto ist zu sehen, wie israelische Soldaten Kinder anweisen, das Gebiet zu verlassen, als Hunderte von Demonstranten Steine und Flaschen schleudern.  © Esaias Baitel/afp
Hamas-Kundgebung im Gaza-Streifen
Die PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation), die ihre Zentrale in Tunis hatte, wollte einen eigenen palästinensischen Staat ausrufen, hatte aber keine Kontrolle über die entsprechenden Gebiete. Im Zuge dessen kam es zu einem Gewaltausbruch, der erst 1991 abnahm. 1993 wurde schließlich mit dem Osloer Abkommen die erste Intifada beendet. © Ali Ali/dpa
Der PLO-Führer Yasser Arafat und der israelischen Premierminister Yitzahk Rabin schütteln sich 1993 die Hände.
Nach Jahrzehnten von Gewalt und Konflikten unterschrieben am 13. September 1993 Israels Außenminister Shimon Peres und Mahmoud Abbas, Verhandlungsführer der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), unter Aufsicht der russischen und amerikanischen Außenminister die „Osloer Verträge“. Das Foto des Händedrucks zwischen Palästinenservertreter Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsident Yitzhak Rabin und US-Präsident Bill Clinton wurde weltberühmt. © J. David Ake/afp
Yasir Arafat, Shimon Peres und Yitzhak Rabin erhalten den Friedensnobelpreis
Nach der Unterzeichnung der Osloer Verträge bekamen Jassir Arafat, Schimon Peres und Yitzhak Rabin den Friedensnobelpreis für 1994. Hier die Preisträger zusammen mit ihrer Medaille und ihrem Diplom im Osloer Rathaus. Die Friedensverträge wurden damals als wichtiger Startpunkt für Frieden in der Region gesehen. © Aleksander Nordahl/Imago
Bill Clinton, König Hussein und Rabin bei der Friedenssitzung
1994 folgten Friedensverhandlungen zwischen Jordanien und Israel 1994 im Weißen Haus. Auf dem Foto ist zu sehen, wie der jordanische König Hussein und der israelische Premierminister Yitzahk Rabin bei der Friedenssitzung sich die Hände schütteln. © Imago/ ZUMA Press
Sarg von Yitzhak Rabin, Geschichte des Kriegs in Israel
Mit der Hoffnung auf Frieden in der Region wurde der Hass von israelischen Extremisten größer. Diese wollten Abkommen mit den arabischen Staaten und der PLO nicht akzeptieren. So wurde Yitzhak Rabin zur Zielscheibe und wurde 1995 im Anschluss an eine große Friedenskundgebung in Tel Aviv von einem rechtsextremen Juden ermordet. Das Foto zeigt den Sarg des Premierministers in Jerusalem bei seiner Beerdigung.  © Jim Hollander/dpa
Junge schießt mit Katapult bei der zweiten Intifada, Geschichte des Krieges in Israel
Obwohl es in den 1990er Jahren mit den Osloer Verträgen große Hoffnung auf Frieden gab, hatte sich die Situation nach der Ermordung von Yitzhak Rabin massiv aufgeheizt. 2000 kam es zur zweiten Intifada, dem gewaltvollen Aufstand der Palästinenser mit Straßenschlachten. Die zweite Intifada dauerte bis 2005. © Imago/UPI Photo
Israelische Soldaten 2006, Geschichte des Krieges in Israel
2006 kam es wieder zwischen Israel und dem Libanon zum Krieg. Die Auseinandersetzung wird auch 33-Tage-Krieg oder zweiter Libanon-Krieg genannt, weil sie nach gut einem Monat am 14. August 2006 mit einem Waffenstillstand endete. Das Foto zeigt einen israelischen Soldaten im Libanon-Krieg im Jahr 2006. Eine israelische Artillerieeinheit hatte soeben an der libanesisch-israelischen Grenze in den Libanon gefeuert. Fast 10.000 israelische Soldaten kämpften in der Nähe von etwa einem Dutzend Dörfern im Südlibanon gegen Hisbollah-Kämpfer.  © Menahem Kahana/afp
Israelisches Militär feuert auf Ziele im Libanon
Auslöser des Libanon-Kriegs waren anhaltende Konflikte zwischen der Terrororganisation Hisbollah und der israelischen Armee. Um die Angriffe zu stoppen, bombardierte die israelische Luftwaffe die Miliz aus der Luft und verhängte eine Seeblockade. Die Hisbollah antwortete mit Raketenbeschuss auf den Norden Israels. Später schickte Israel auch Bodentruppen in den Süden von Libanon.  © Atef Safadi/dpa
Angriff im Süden von Beirut
Die libanesische Regierung verurteilte die Angriffe der Hisbollah und forderte internationale Friedenstruppen, um den Konflikt zu beenden. Am 14. August 2006 stimmten schließlich nach einer UN-Resolution die Konfliktparteien einem Waffenstillstand zu. Sowohl die Hisbollah als auch Israel sahen sich als Sieger.  © Wael Hamzeh/dpa
Krieg in Israel
2014 startete die israelische Armee (IDF) mit der Operation Protective Edge am 8. Juli eine Militäroperation, weil die Hamas aus dem Gazastreifen immer wieder Israel beschoss. Ab dem 26. Juli 2014 folgte eine unbefristete Waffenruhe, die kanpp neun jahre währte.  © Abir Sultan/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Am 7. Oktober 2023 startete die Hamas einen Überraschungsangriff auf Israel mit Raketenbeschuss und Bodeninfiltrationen aus dem Gazastreifen, was zu schweren Verlusten und der Entführung zahlreicher Geiseln führte. Hier ist eine Gesamtansicht der zerstörten Polizeistation in Sderot nach den Angriffen der Hamas-Terroristen zu sehen.  © Ilia Yefimovich/dpa
Jahrestag der Angriffe auf Israel am 7. Oktober
Bei dem Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppierungen auf Israel wurden rund 1200 Menschen getötet und mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Seitdem wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen Zehntausende Menschen getötet, darunter auch viele Frauen und Minderjährige. © Ilia Yefimovich/dpa

Trumps Gaza-Plan: China reagiert positiv auf Vorschlag aus dem Weißen Haus

Update, 11:10 Uhr: China hat sich positiv über den US-Friedensplan zur Beendigung des Gaza-Krieges geäußert. Peking unterstütze alle Bemühungen, um die Spannungen zwischen Israel und Palästina zu lindern, sagte Außenamtssprecher Guo Jiakun in Peking. Die Volksrepublik rufe alle betroffenen Seiten auf, sofort eine umfassende Feuerpause zu erreichen und alle festgehaltenen Menschen freizulassen. China setze sich für das Prinzip ein, dass die Palästinenser Palästina regieren müssten und dafür, dass die Zweistaatenlösung umgesetzt werde, sagte er. 

Update, 30. September, 10:45 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den Friedensplan von US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen als Chance für ein Ende der Gewalt begrüßt. Dieser Plan sei „die beste Chance auf ein Ende des Krieges“, sagte Merz nach Angaben seines Sprechers bei einem Treffen mit Angehörigen der deutschen Geiseln der Hamas im Bundeskanzleramt.

Dass Israel den Plan unterstütze, sei ein „bedeutender Fortschritt“, sagte Merz demnach. Nun müsse die Hamas zustimmen und den Weg zum Frieden freimachen. Der Bundeskanzler dankte US-Präsident Trump „für seinen beharrlichen Einsatz“, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius weiter mitteilte. Er habe auch das Engagement der arabischen Staaten der Region und anderer muslimischer Länder gewürdigt und ihnen für ihr „Einwirken“ auf die Hamas gedankt.

Reaktionen auf Trumps Gaza-Plan: Hamas zeigt sich zurückhaltend

Erstmeldung: Washington, D.C. – Der Plan von US-Präsident Donald Trump für ein Ende des Krieges im Gazastreifen steht. Trump hat die Hauptlinien des Plans auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu im Weißen Haus am Montag (29. September) vorgestellt. Kurze Zeit später veröffentlichte das Weiße Haus den Plan in voller Länge. Ein Knackpunkt bleibt: Noch hat die Hamas nicht ihre Zustimmung erklärt.

Hochrangige Hamas-Funktionäre haben im Zuge der Debatte über Trumps Plan immer wieder unterstrichen: Von den „nationalen Prinzipien“ des palästinensischen Volkes werde man nicht abweichen. Man werde aber alle Vorschläge für ein Ende des Krieges untersuchen. Dies sagte etwa der Hamas-Funktionär Hussam Badran ein Tag vor dem Treffen von Trump und Netanjahu im Weißen Haus.

Als der israelische Premier schließlich bei Trump eintraf und ein Deal zum Ende des Krieges zum Greifen nahe schien, meldete sich diesmal der Hamas-Funktionär Taher al-Nunu zu Wort. Er sagte, dass der amerikanische Plan noch nicht bei der Hamas angekommen sei. Auch beschwerte er sich, dass man nicht Teil der aktuellen Verhandlungen gewesen sei. Dabei hatte die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, kurz vor der Ankunft von Netanjahu eingeräumt, man habe auch direkte Kontakte zur Hamas.

Reaktionen auf Trumps Gaza-Plan: USA und Israel nahmen „dramatische Änderungen“ vor

Hintergrund der Beschwerden der Hamas könnte Folgendes sein: Am Sonntag hatten sich der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner mit Netanjahu getroffen, um die letzten Hürden und Differenzen im Rahmen des Plans zu beseitigen. Israelischen Quellen zufolge war das Treffen umfassend. Sechs Stunden habe man sich ausgetauscht und „dramatische Veränderungen“ vorgenommen, um es „realistischer“ zu machen, dass Israel den Deal annehmen würde, hieß es von informierten Quellen gegenüber dem Sender Keshet 12.

Dass diese Änderungen nicht im Sinne der Hamas sind, brachte der Hamas-Funktionär Mahmud Mardavi kurz nach der Veröffentlichung des Plans zum Ausdruck. Vor der Ankündigung des Plans sei die Hamas nicht informiert worden, hieß es von ihm. Auch sagte er: „Die Bedingungen des Plans entsprechen viel mehr der israelischen Vision.“ Die Versprechen von Trump im Rahmen des Deals hätten „keine Garantie“ und seien nur „vage“.

Die Hamas, so Mardavi, werde kein Vorschlag akzeptieren, der nicht das Recht auf Selbstbestimmung beinhalte sowie die Palästinenser vor „Massakern“ schütze. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass man sich mit dem US-Plan befassen und sich mit anderen Palästinenser-Gruppen austauschen werde. Ähnliche Informationen kamen aus israelischen Medien. So hieß es dort, Katar und Ägypten hätten den Plan an die Hamas liefern lassen. Nun will die Hamas laut Quellen in Gaza den Friedensvorschlag von Trump „aufrichtig“, offenbar mit gutem Willen, studieren.

Reaktionen auf Trumps Gaza-Plan: Hamas übt Kritik – arabische und muslimische Länder unterstützen

Trotz Kritik äußert sich die Hamas also auch gemäßigt und verschließt dem US-Vorschlag nicht sofort die Tür, ohne sich damit befasst zu haben. Anders sieht es beim sogenannten „Islamischen Dschihad“ (PIJ) aus: Der Vorstoß sei ein „amerikanisch-israelisches“ Abkommen, das uneingeschränkt die Position Israels widerspiegele. „Damit versucht Israel, über die USA das durchzusetzen, was es mit Krieg nicht erreichen konnte“, sagte der PIJ-Anführer Sijad al-Nachala in einer Stellungnahme. Der Plan sei „ein Rezept für die Fortsetzung der Aggression gegen das palästinensische Volk“, hieß es weiter.

Auf der Pressekonferenz mit Netanjahu nahm Trump keine Fragen entgegen und sagte, man warte noch auf das Einverständnis mehrerer Länder. Das ließ jedenfalls nicht lange auf sich warten. Mehrere arabische Staaten unterstützen den Plan von Trump zur Beilegung des Gaza-Kriegs. Die Außenminister von Katar, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten begrüßten den Vorschlag, der ein Ende der Kämpfe, die Freilassung der in den Gazastreifen verschleppten Geiseln und den Wiederaufbau des abgeriegelten Küstenstreifens vorsieht.

„Die Minister betonen ihre Bereitschaft, positiv und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten und den Konfliktparteien zusammenzuarbeiten, um das Abkommen zum Abschluss zu bringen, seine Implementierung sicherzustellen und den Menschen in der Region Frieden, Sicherheit und Stabilität zu bringen“, hieß es in der gemeinsamen Stellungnahme, die auch von der Türkei, Pakistan und Indonesien mitgetragen wurde.

Reaktionen auf Trumps Gaza-Plan: Autonomiebehörde will Reformen angehen

Ähnlich positiv äußerte sich auch die Palästinensische Autonomiebehörde. Sie erklärte, sie begrüße die „aufrichtigen und entschlossenen Bemühungen“ von Trump „zur Beendigung des Krieges in Gaza“. Aus der Stellungnahme, die die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa zitierte, lässt sich deutlich herauslesen, dass die Autonomiebehörde seit langem geforderte Reformen angehen will.

Trump und Netanjahu stellten dies als Bedingung für die spätere Kontrolle der Autonomiebehörde über Gaza auf. Dabei gab es zwei Schwerpunkte. Netanjahu sagte, im Westjordanland dürfe man palästinensischen Kindern nicht mehr den „Hass“ auf Israel und Juden lehren. Gleichzeitig dürfe man Angriffe auf israelische Sicherheitskräfte nicht belohnen. Die Autonomiebehörde will diesen Forderungen offenbar nachkommen. In ihrer Erklärung versprach sie eine Anpassung des Lehrstoffs an UNESCO-Richtlinien binnen zwei Jahren und ein Ende der Zahlungen an Familien von „Gefangenen und Märtyrern“.

Nun liegt alles tatsächlich in den Händen der Hamas. Wenn sie den US-Plan akzeptiert, wird sich die israelische Armee stufenweise zurückziehen und in Gaza werden – wenn alles glattläuft – die Waffen schweigen. Weigert sie sich allerdings, könnte Trumps Ultimatum greifen: die volle Rückendeckung der USA für Militäroperationen Israels im Gazastreifen. (Quellen: Al Jazeera, Keshet 12, Telegram, eigene Recherche) (bb)

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