News-Ticker
Ukraine lässt russisches Öldepot brennen – Merz-Minister feilscht in USA um Friedensdeal
News im Ukraine-Krieg: Russland erleidet einen Schlag auf die Wirtschaft. Die Verluste steigen. Die Verhandlungen laufen weiter. Der Ticker.
Update, 8:05 Uhr: Nach einem nächtlichen ukrainischen Drohnenangriff auf Russland ist offenbar eine Frau ums Leben gekommen. „Zu unserem großen Bedauern ist in der Nacht eine junge Frau auf der Intensivstation gestorben, die Verletzungen durch auf ein Wohnhaus gefallene Drohnentrümmer erlitten hat“, teilte Alexander Gussew, Gouverneur der wetsrussischen Region Woronesch, auf Telegram mit. Eine weitere Frau liege im Krankenhaus, zwei Verletzte seien nach ambulanter Behandlung entlassen worden. Gussew bezeichnete die ukrainische Attacke als einen „der schwersten Drohnenangriffe“ auf die Stadt seit Beginn des Ukraine-Kriegs.
Update, 6:36 Uhr: Bundesaußenminister Johann Wadephul trifft am morgigen Montag den US-Außenminister Marco Rubio in Washington. Er will sich dort weiter für ein Ende des Ukraine-Kriegs einsetzen und mit dem Trump-Minister darüber beraten. Auch die transatlantische Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Rahmen der NATO soll Thema sein.
Ukraine-News: Feuer an russischem Öldepot nach Drohnenangriff der Ukraine
Update, 6:20 Uhr: Die Ukraine bestätigte jetzt einen neuen Schlag gegen Russlands Wirtschaft: Ukrainische Drohnen trafen ein Öldepot in der russischen Region Wolgograd in der Nacht auf Samstag. Das Ziel lag etwa 350 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Der Generalstab der ukrainischen Armee erklärte auf Facebook, der Angriff solle Putins Offensivkapazitäten schwächen. Das Öldepot versorge russische Besatzer in der Ukraine mit Treibstoff. Russische Behörden meldeten den Drohnenangriff bereits am Vortag. Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne verursachten einen Brand im Öldepot.
Ukraine-News: UN-Sicherheitsrat befasst sich mit Russland-Großangriff im Ukraine-Krieg
Update, 21:53 Uhr: Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha hat auf X bekannt gegeben, dass der UN-Sicherheitsrat am Montag in einer Dringlichkeitssitzung den jüngsten massiven Angriff Russlands auf die Ukraine thematisieren wird. „Auf der Sitzung werden die eklatanten Verstöße Russlands gegen die Charta der Vereinten Nationen behandelt. Wir fordern die Mitglieder des Sicherheitsrats nachdrücklich auf, Einigkeit zu zeigen, indem sie ein Ende der Aggression, den Schutz der Zivilbevölkerung und die unerschütterliche Unterstützung der Souveränität der Ukraine fordern.“ Die russischen Angriffe gefährden die Friedensbemühungen der USA und Europas im Ukraine-Konflikt.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 20:18 Uhr: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) befindet sich in Gesprächen mit Russland und der Ukraine, um eine begrenzte Feuerpause am Kernkraftwerk Saporischschja zu ermöglichen. Diese Pause soll Reparaturen an einer beschädigten Stromleitung erlauben. Laut Rafael Grossi, dem Generaldirektor der IAEA, sei die letzte 330-Kilovolt-Notfallleitung bei Gefechten am 2. Januar beschädigt worden.
Das Kernkraftwerk, das sich im Süden der Ukraine befindet und von russischen Truppen kontrolliert wird, werde momentan ausschließlich über die 750-Kilovolt-Hauptleitung mit Strom versorgt. Grossi erklärte, dass eine Kampfpause in einem Umkreis von etwa zehn Kilometern um das Werk erforderlich sei, damit ukrainische Techniker die beschädigte Leitung instand setzen könnten. In den vergangenen Monaten hatte die IAEA bereits dreimal erfolgreich solche Feuerpausen ausgehandelt.
Ukraine-News: Russland mit Bombenangriff auf ukrainische Stadt Slowjansk
Update, 18:55 Uhr: Bei einem Angriff mit Bomben auf die ostukrainische Stadt Slowjansk wurden nach Angaben der Behörden sieben Zivilisten verletzt. Das russische Militär habe eine schwere gelenkte Fliegerbombe des Typs Fab-250 auf die Stadt abgeworfen, berichtete die Staatsanwaltschaft der Region Donezk. Der Ballungsraum Slowjansk–Kramatorsk ist die letzte von ukrainischen Kräften kontrollierte Bastion im Gebiet Donezk. Russland erhebt Anspruch auf diese Region.
In der Region Charkiw, die nördlich davon liegt, meldeten die Behörden einen Raketeneinschlag in der gleichnamigen Hauptstadt. Bürgermeister Ihor Terechow informierte auf Telegram, dass sowohl ein Infrastrukturgebäude als auch ein Mehrfamilienhaus getroffen worden seien. Das genaue Ausmaß der Schäden ist zunächst unklar.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland




Update, 17:45 Uhr: Während des Weltwirtschaftsforums in Davos, das vom 19. bis 23. Januar stattfindet, könnten der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump ein Abkommen über „Wohlstand“ und den Wiederaufbau der Ukraine beschließen. Laut Informationen des britischen Telegraphs soll der mögliche Deal etwa 800 Milliarden US-Dollar umfassen, die der Ukraine nach dem Krieg beim Wiederaufbau helfen sollen.
Ursprünglich hatte Selenskyj gehofft, bereits in der kommenden Woche das Weiße Haus besuchen zu können, um die Gespräche über den Wirtschaftsplan und das Abkommen über die Sicherheitsgarantien nach dem Krieg abzuschließen. Die europäischen Verbündeten der Ukraine aus der „Koalition der Willigen“ rieten ihm jedoch von einer Reise nach Washington ab. Stattdessen schlugen sie ein Treffen mit Trump beim Weltwirtschaftsforum vor.
Ukraine-News: Russland mit „nuklearer Säbelrasselei“ im Ukraine-Krieg
Update, 16:29 Uhr: Russland wollte mit dem Raketenangriff auf die Oblast Lwiw am Freitag westliche Regierungen einschüchtern. Dies berichten die Analysten des amerikanischen „Institute for the Study of War“ (ISW). Der Einsatz der Oreshnik-Rakete sollte Moskaus militärische Fähigkeiten zur Schau stellen und als direkte Bedrohung für die sogenannte Koalition der Willigen fungieren.
Der Angriff war Teil einer umfassenderen „nuklearen Säbelrasselei“ im Ukraine-Konflikt, um westliche Staaten von der Stationierung ihrer Truppen abzuhalten. Bei einem Treffen in Paris am Dienstag hatte die Koalition erwogen, nach einem Waffenstillstand eigene Soldaten als Sicherheitsgarantien zu entsenden. Der Kreml bezeichnete dies als „inakzeptabel“.
Update, 15:11 Uhr: Großbritannien hat 200 Millionen Pfund (230 Millionen Euro) für die Ausrüstung einer multinationalen Friedenstruppe in der Ukraine bereitgestellt. Verteidigungsminister John Healey kündigte bei seinem Kiew-Besuch an, dass britische Streitkräfte die internationale Truppe anführen sollen. Das Geld fließt in die Modernisierung von Fahrzeugen, Kommunikationssystemen und Drohnenabwehr für britische Soldaten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte nach dem Pariser Gipfel, die Partner seien bereit, bereits einen Tag nach einem Waffenstillstand im Ukraine-Krieg eine Friedenstruppe zu entsenden. Russland lehnt ausländische Truppen in der Ukraine jedoch kategorisch ab.
Ukraine-News: Angriff trifft Belgorod schwer - Hunderttausende Menschen ohne Strom
Update, 13:25 Uhr: 600.000 Menschen in der russischen Oblast Belgorod sind nach einem ukrainischen Drohnenangriff ohne Strom. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow bezeichnete die Lage als „äußerst schwierig“, teilte aber mit, dass an der Wiederherstellung gearbeitet werde. Reuters-Aufnahmen aus der Stadt Belgorod dokumentierten den Stromausfall: Die Straßenbeleuchtung war ausgefallen, Bewohner orientierten sich mit Taschenlampen und Autoscheinwerfern. Umgekehrt hatte in der Nacht die russische Armee auch vielerorts die ukrainischen Versorgungseinrichtungen angegriffen.
Update, 12:20 Uhr: Ein russischer Nachtangriff auf Dnipro hat die Lage an der Ukraine-Front erneut verschärft und über 50.000 Einwohner ohne Stromversorgung gelassen. Nach Angaben von Bürgermeister Borys Filatow wurden bei der Attacke in Russlands Angriffskrieg neun Wohnblocks getroffen und fast 400 Fenster zerstört. Der Beschuss in der Nacht vom 9. auf den 10. Januar beschädigte auch zahlreiche Garagen und Fahrzeuge in der ostukrainischen Großstadt. Die Behörden koordinieren derzeit die Reparaturarbeiten zur Wiederherstellung der Elektrizität, berichtet die Ukrainska Prawda. In der Nacht werden eisige Frosttemperaturen im zweistelligen Minusgradbereich in dem Kriegsland erwartet. Auch in Kiew fehlt aktuell in vielen Haushalten die Stromversorgung.
Traurige News im Ukraine-Krieg: Putin lässt Raketenhagel auf Ukraine fallen
Update, 11:08 Uhr: Traurige Bilanz im Ukraine-Krieg: Russland hat seinen Angriffsfeldzug gegen die Ukraine fortgesetzt und nachts mit einer Iskander-Rakete und 121 Drohnen angegriffen. Die ukrainische Luftabwehr schoss 94 Drohnen ab. 15 Standorte wurden von einem ballistischen Geschoss getroffen, 27 weitere von Drohnen. Laut Ukrainska Pravda hielten die Angriffe bis zu den Morgenstunden an. Am Vortag hatte Russland seine Oreschnik-Rakete eingesetzt. Die Ukraine antwortete mit Vergeltungsschlägen gegen die russische Wirtschaft. Auch aus dem Gebiet um Dnipropetrovsk wurden Gefechte gemeldet.
Ukraine-News: Offensiven halten an – Putin-Armee feuert Kiew in den Blackout
Erstmeldung: Kiew – Russland und die Ukraine überziehen sich in ihrem Krieg weiterhin mit heftigen Offensiven: Bei frostigen Temperaturen von bis zu 17 Grad unter Null kämpfen die Einwohner Kiews aktuell ums Überleben. Nach dem jüngsten Luftangriff von Russland sind 6000 Wohnblocks ohne Heizung, etwa die Hälfte aller Wohnhäuser der Dreimillionenstadt. Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von den „schlimmsten Schäden an der Infrastruktur in den fast vier Jahren Krieg“ und riet den Bürgern, „die Stadt vorübergehend zu verlassen, wenn sich anderswo ein warmer Platz und Strom finden lassen“.
Präsident Wolodymyr Selenskyj macht eine gezielte russische Strategie dafür verantwortlich: „Die Russen nutzen das Wetter – die Kältewelle – und versuchen, so viele unserer Energieanlagen wie möglich zu treffen.“ Während die ukrainische Bevölkerung in der Kälte ausharrt, schlägt Kiew mit eigenen Mitteln zurück – in der Nacht zu Samstag griffen ukrainische Drohnen ein Öldepot im russischen Gebiet Wolgograd an und setzten es in Brand.
Allerdings ist die Attacke gegen Russlands Wirtschaft nur ein Nadelstich gegen die massive russische Offensive im andauernden Konflikt. Nach Angaben des Gouverneurs von Wolgograd, Andrey Bocharov, fielen Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne auf das Gelände der Ölanlage im Bezirk Oktyabrsky und entzündeten das Feuer.
Die russische Luftabwehr reagierte auf den Angriff, während Rettungsdienste, Feuerwehr und städtische Behörden zum Brandort entsandt wurden, um das Feuer einzudämmen. Vorsorglich wurde in einer nahegelegenen Schule ein temporäres Evakuierungszentrum eingerichtet, falls Anwohner in Sicherheit gebracht werden müssten. Nach vorläufigen Informationen des Kyiv Independent gab es keine Opfer.
Das Gebiet Wolgograd liegt etwa 354 Kilometer von der ukrainischen Ostgrenze mit Russland entfernt und ungefähr 500 Kilometer vom ukrainisch kontrollierten Gebiet nahe Kramatorsk in der Oblast Donezk. Der Angriff reiht sich in eine Serie ukrainischer Tiefenschläge gegen militärische und industrielle Einrichtungen von Putins Wirtschaft in Russland ein, die primär mit selbst entwickelten Drohnen durchgeführt werden.
Selenskyj sieht bei Russlands Angriffskrieg eine gezielte Taktik
Selenskyj beschuldigte Russland, mit schweren Luftangriffen mitten im Winter die großen Städte unbewohnbar machen zu wollen. „Die Haupttaktik Russlands besteht darin, zu versuchen, Städte vollständig auszuschalten“, erklärte der Präsident in seiner Videobotschaft laut der Nachrichtenagentur dpa. Zuletzt sei die Hauptstadt beschossen worden, davor Dnipro, Saporischschja und Krywyj Rih, wiederum davor Odessa.
Bei dem jüngsten russischen Luftangriff auf die Ukraine hatte die russische Armee nach eigenen Angaben auch die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Deren Sprengköpfe trafen ein Infrastrukturobjekt im westukrainischen Gebiet Lwiw, mutmaßlich einen großen Gasspeicher. Es war nach 2024 der zweite Einsatz der nuklear bestückbaren Waffe, die mit ihrer Reichweite auch Westeuropa erreichen kann.
Oreschnik-Angriff im Ukraine-Krieg: UN will sich mit Russland-Angriff befassen
Selenskyj interpretierte den Raketenangriff als Drohgebärde gegen ganz Europa. Der Einschlag der Rakete kurz vor der Außengrenze von EU und NATO sei „eine gleich große Herausforderung für Warschau, Bukarest, Budapest und viele andere Hauptstädte“. Kein Land sei durch sein Verhältnis zu Russland geschützt. Nötig sei eine gemeinsame europäische Verteidigung, sagte er.
Die Bundesregierung verurteilte den Einsatz dieser Waffe als Eskalation. Es sei „eine Drohgebärde, die aber nicht verfange“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer in Berlin. Die baltische Republik Lettland kündigte an, als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine eine außerordentliche Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu beantragen.
Für seinen anhaltenden Angriffskrieg in der Ukraine zahlt Russland weiterhin einen hohen Blutzoll. So hat die Armee von Präsident Wladimir Putin am Vortag 880 Soldaten verloren. Diese aktuellen Verluste im Konflikt teilte der ukrainische Generalstab der Ukrainska Pravda mit. Demnach gingen zusätzlich vier Panzer und 84 Fahrzeuge sowie Treibstofftanker verloren. Die Gesamtverluste Russlands seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 belaufen sich demnach auf etwa 1.217.810 Soldaten. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. (jek)
Rubriklistenbild: © IMAGO/Nikolai Trishin
