Ukraine-News im Ticker: Es gibt neue Details zum Ziel der Oreschnik-Rakete, die Russland im Ukraine-Krieg einsetzte. Die Eskalation verfolgt wohl einen Zweck.
Dieser Ticker ist beendet. Neue Informationen zum Ukraine-Krieg finden Sie im neuen News-Ticker.
Update, 5:50 Uhr : Im Ringen um einen Waffenstillstand in der Ukraine fordert Grünen-Bundeschefin Franziska Brantner mehr Einsatz von Bundeskanzler Friedrich Merz. Der russische Präsident wolle keinen Waffenstillstand, und der nötige Druck auf ihn werde nicht von US-Präsident Donald Trump kommen, sagte Brantner der „Süddeutschen Zeitung“. Das müssten Merz und die EU jetzt endlich tun. Sie nannte unter anderem die Festsetzung von Russlands Schattenflotte und die Nutzung von russischem Vermögen. Deutschland müsse außerdem bereit sein, einen Waffenstillstand militärisch abzusichern.
Update, 12. Januar, 4:55 Uhr: Russland hat laut ukrainischen Militärangaben Kiew aus der Luft angegriffen. In einem der Stadtteile sei ein Feuer ausgebrochen. Die ukrainische Luftabwehr versuche, den Angriff abzuwehren, teilt der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Timur Tkatschenko, auf Telegram mit.
Transparenzhinweis
Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Update, 20.40 Uhr: Schweden hat angesichts der Bedrohung durch Russland weitere Investitionen in seine Luftabwehrsysteme angekündigt. Geplant seien Ausgaben in Höhe von 15 Milliarden Kronen (1,4 Milliarden Euro), teilte die Regierung am Sonntag mit. Dadurch solle insbesondere der Schutz ziviler Einrichtungen verbessert werden. „Die Erfahrungen aus der Ukraine zeigen, wie wichtig eine robuste Luftabwehr ist“, erklärte die schwedische Regierung.
Bereits im November hatte Schweden angekündigt, für rund 317 Millionen Euro Luftverteidigungssysteme vom Typ Iris-T zu kaufen. Schweden hatte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine seine traditionelle Neutralität aufgegeben und war 2024 der Nato beigetreten. Seitdem hat das Land seine Militärausgaben vervielfacht.
Update, 18.45 Uhr: Die Stromversorgung in der südostukrainischen Region Saporischschja ist nach einem vollständigen Ausfall durch russische Drohnenangriffe wiederhergestellt. Um 07.00 Uhr (06.00 Uhr MEZ) sei die Versorgung von 382.500 Familien und Firmen vollständig wiederaufgenommen worden, teilte Andrij Stasewskyj, Direktor des örtlichen Energieversorgers Saporischschjaoblenergo, über Telegram mit.
Der Stromausfall war um 02:11 Uhr eingetreten. „In dieser Nacht um 02:11 Uhr kam es in der Region Saporischschja zu einem Stromausfall; die Region war komplett ohne Strom“, hieß es. Stasewskyj lobte seine Mitarbeiter für die schnellen Reparaturarbeiten, die die Wiederaufnahme des Betriebs ermöglicht hätten.
Russische Ölbohrplattformen im Kaspischen Meer attackiert Update, 15.39 Uhr: Die Ukraine hat eigenen Angaben zufolge drei russische Ölbohrplattformen im Kaspischen Meer attackiert. Betroffen sind die Lukoil-Anlagen W. Filanowski, Juri Kortschagin und Waleri Graifer, wie das ukrainische Militär mitteilte.
Nach Militärangaben wurden direkte Treffer erzielt. „Diese Anlagen dienen der Unterstützung der russischen Besatzungsarmee. Es wurden direkte Treffer registriert. Das Ausmaß der Schäden wird derzeit ermittelt.“
Ukraine setzt russischen Flugabwehrturm in Brand Update, 14 Uhr: Ukrainische Partisanen in Russland melden einen erfolgreichen Schlag gegen das Putin-Regime: Die Untergrundbewegung Atesh erklärte laut Kiew Post , sie habe einen Kommunikationsturm der russischen Flugabwehr in Brand gesetzt und zerstört. „Unsere Agenten haben in der Region Moskau eine erfolgreiche Sabotageaktion durchgeführt“, zitiert das ukrainische Blatt aus einem Telegram-Beitrag der Partisanen. Der Turm habe als Kommunikations- und Kommandozentrale der Luftabwehr gedient. Mit dem Turm sei auch Ausrüstung des russischen Militärs zur Aufklärung und Signalabwehr zerstört worden.
Update, 12:42 Uhr: Der ukrainische Militärgeheimdienst meldet via Telegram den ersten Einsatz einer neuen russischen Kampfdrohne in der Ukraine: Die Geran-5-Drohne ähnele der iranischen Karrar-Drohne, sei sechs Meter lang und habe eine Spannweite von 5,5 Metern. Sie fliege fast 1000 Kilometer weit und könne einen Sprengkopf von bis zu 90 Kilo tragen.
Ein ukrainischer Soldat steht in eisiger Kälte vor einem von Russland zerstörten Wohnhaus in der Ukraine.
© IMAGO/Diego Herrera Carcedo
Der Kreml erwäge, russische Su-25-Kampfjets mit den Geran-5-Drohnen aufzurüsten, um deren Reichweite zu erhöhen, heißt es vonseiten des Geheimdiensts. Auch zur Abwehr ukrainischer Kampfflugzeuge könnten sie dienen. Russland nutzt Drohnen massiv für Angriffe auf die ukrainische Energie- und Stromversorgung.
Ukraine-News: Selenskyj klagt „russischen Terror an“ – Putin habe Eiseskälte abgewartet Update, 11:35 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland vor, bewusst die aktuelle eisige Kälte in der Ukraine für verstärkte Angriffe zu nutzen. „Dies ist vorsätzlicher, zynischer russischer Terror, der sich gezielt gegen Zivilisten richtet“, schreibt Selenskyj heute auf X.
Putins Armee habe diese Woche fast 1100 Kampfdrohnen, 890 Fliegerbomben und über 50 Raketen verschiedener Art eingesetzt – darunter die Mittelstreckenrakete Oreschnik. „Sie griffen Ziele an, die keinerlei militärischen Zwecken dienen – Energieinfrastruktur, Wohngebäude“, so Selenskyj.
Vergangene Nacht fiel der Strom in der Region Saporischschja und Teilen der Region Dnipropetrowsk zeitweise komplett aus. Laut Kyiv Independent verursachten russische Angriffe und starke Schneefälle den Ausfall. Rettungskräfte stellten die Stromversorgung am Morgen wieder her. In der Ukraine herrschen aktuell Temperaturen von bis zu -15 Grad.
Schatten aus Stahl an der Front: Panzer gestern, heute und morgen Der helle Wahnsinn – hier die Mündung eines russischen T-80: Innerhalb des Geschützrohres eines Panzers wird ein Geschoss durch den hohen Druck der sich ausbreitenden Gase nach dem Entzünden von Schießpulver massiv beschleunigt. Innerhalb des Rohres wirken Kräfte bis zu einem Meganewton (Mn). Ein Meganewton entspricht etwas mehr als 100 Tonnen. Die Kraft, mit der das Geschoss eines Panzers beschleunigt wird, übersteigt also deutlich sein eigenes Gewicht von etwas mehr als 60 Tonnen, wie beim Abrams M1 oder Leopard 2. Die Kraft der Explosion entspricht eher dem Gewicht eines ausgewachsenen „leichten“ Blauwals. © IMAGO/Evgeny Biyatov Der Leopard 2A8 – die aktuelle Version beim Roll-Out auf der Panzer-Teststrecke des Rüstungskonzerns KNDS im November 2025. Insgesamt 123 Stück des jüngsten Modells des Bundeswehr-Kampfpanzers bekommt die Panzertruppe; damit wächst sie bis auf 430 Einheiten. Die Waffe bedeutet einen kompletten Neubau, der 2027 in die Truppe integriert worden sein soll. Erstmals in der Geschichte der deutschen Panzerwaffe werde in diesem Fahrzeug serienmäßig ein abstandsaktives Schutzsystem eingebaut, so die Bundeswehr: das Trophy-System des israelischen Herstellers Rafael. Als erstes wird die Panzerbrigade 45 in Litauen mit den neuen Fahrzeugen ausgerüstet. „Das verschafft den Kräften der NATO ein Plus an Kampfkraft“, schreibt die Bundeswehr. © picture alliance/Sven Hoppe Der Leopard A1 – Deutschlands rüstiger Rentner: Im Jahr 2025 wird der Leopard-Kampfpanzer 60 Jahre alt. Er ist „das erste, später auch international erfolgreiche Großwaffenprogramm des deutschen Heeres, das im Inland entwickelt und produziert wurde“, schreibt Buchautor Thomas Haslinger. Der Kampfpanzer wurde am 09. September 1965 an die Bundeswehr ausgeliefert und machte auch international Karriere. Das Foto zeigt eingemottete A1 der belgischen Armee, die im Zuge des Ukraine-Krieges wieder flottgemacht und an die Ukraine geliefert wurden. Laut dem Rüstungsbauer KNDS sei der Leopard 1 in einer Gesamtstückzahl von mehr als 4.700 Exemplaren gefertigt worden „und ist in neun Ländern auf fünf Kontinenten auch heute noch in der Nutzung“, wie das Unternehmen 2025 auf seiner Website schreibt. © IMAGO/Monasse Thierry/ANDBZ/ABACA Der Leopard 1A5 – der erste in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte Kampfpanzer; hier zu sehen während eines Gefechtstrainings im Ukraine-Krieg. „Durch kontinuierliche Kampfwertsteigerungen befindet sich das System immer noch auf einem modernen Stand der Technik“, schreibt die Rüstungsschmiede KNDS über das mittlerweile 60 Jahre alte Leopard-Modell. Von 1964 an wurden 4.700 Exemplare gebaut. Mit der Ukraine haben beziehungsweise hatten mehr als ein Dutzend Staaten die Waffe in ihren Panzertruppen. In der Bundeswehr ist die Waffe vor etwas mehr als 20 Jahren ausgemustert worden. Im Ukraine-Krieg steht der Panzer erstmals in Gefechten. © IMAGO/Smoliyenko Dmytro/Ukrinform/ABACA Eine grafische Aufbereitung der Panzerstärken von NATO-Ländern und denen der Russischen Föderation. Der Unterschied – die NATO hatte zu Beginn des Ukraine-Krieges im Jahr 2022 einen zahlenmäßig deutlichen Vorteil gegenüber der Russischen Föderation. Der ist nicht nur dadurch gewachsen, weil Russland im Ukraine-Krieg seine Panzer-Armada nahezu aufgerieben, sondern weil einige Länder der westlichen Verteidigungsallianz ihre Landstreitkräfte inzwischen deutlich vergrößert haben; beispielsweise Polen durch Zukauf von südkoreanischen Black Panther-Kampfpanzern. Vor allem die Türkei und Griechenland bilden das Rückgrat der westlichen Panzerflotten; zumindest zahlenmäßig. An modernen Kampfpanzern liegen sie gleichauf mit den westeuropäischen Zentralmächten wie Frankreich oder Deutschland. Wobei gerade Deutschland im Kalten Krieg beinahe das Zehnfache an schweren Panzerfahrzeugen hat aufbieten können. Die künftig entscheidende Frage wird sein, wie sich Russland im Panzerbau vom Ukraine-Krieg wird erholen können. © Julia Han Janicki/AFP Ein US-Kampfpanzer M1 Abrams fährt während eines Trainingstages bei der Übung Africa Lion 2012 einen Feldweg hinunter. (Archivbild) Der Abrams-M1A1-Kampfanzer – das Arbeitspferd der US-Armee: Ein König im Irak, in der Ukraine ein Bettelmann: Die größte Schwachstelle der fast 70 Tonnen schweren rollenden Festung sind die Filter in den Ansaugöffnungen. Sie verhindern, dass Dreck und Ablagerungen den empfindlichen, aber leistungsstarken Motor des M-1 verschmutzen und zerstören und erfordern regelmäßige Pflege. Wenn die vierköpfige Besatzung eines Abrams versäumt, die Filter ihres Panzers etwa alle zwölf Stunden zu reinigen, kann dies den Motor stark beschädigen. Dann bleibt keine andere Wahl, als den Motor und das Getriebe auszubauen und wegzuschicken für eine langwierige Überholung. © StockTrek Images/Imago/Archivbild Ein Mann lässt sich mit gesenktem Daumen vor einem auf einem Tieflader stehenden Wrack eines US-amerikanischen Abrams-Panzer fotografieren. Der M1A1-Kampfpanzer – russische Zivilisten posieren schadenfroh vor einem Abrams-Wrack, während einer Ausstellung von Kriegsbeute in Moskau im Juni 2024. Mitte 2025 gelten in den Medien 26 oder 27 der von den USA eingangs des Krieges gelieferten 31 Exemplare des M1A1 Abrams als unbrauchbar – entweder teilweise oder vollständig. Im Stern sinnierte Autor Gernot Kramper über das letztendlich erschreckende Verblassen westlicher Technik, wie gerade der des M1A1 Abrams: „An und für sich ist der Verlust nicht verwunderlich, aber der ruhmlose Untergang des gewaltigen Militärgeräts schockiert dann doch.“ © Olga Maltseva / AFP Ein Abrams M1A1-Kampfpanzer der australischen Armee für die Ukraine wird in der Dunkelheit per Kran auf ein Schiff verladen. Der Abrams M1A1-Kampfpanzer der australischen Armee, der an die Ukraine ausgeliefert wurde, wird auf ein Schiff verfrachtet. Für den Transport von US-amerikanischen Militärgütern war während des Ukraine-Krieges vor allem Bremerhaven die logistische Drehscheibe Europas: Dort landen Militärfrachter an, löschen das schwere Gerät und transportieren das vorrangig per Bahn die fast 2.000 Kilometer in die Ukraine. Die NATO wird Bremerhaven zum Logistik-Hub ausbauen. Die Bundesregierung investiert in den kommenden Jahren bis 2031 mehr als 1,3 Milliarden Euro in den militärischen Ausbau der Hafen-Infrastruktur. Ohne Bremerhaven ist die logistische Verbindung zwischen den europäischen und dem US-amerikanischen NATO-Partner kaum denkbar. © dpa/ENCESupplied By Department Of Defence/AAP Ein Merkava-Panzer durchpflügt den Sand Der Merkava – Israel war nach dem Sechstagekrieg 1967 gezwungen, seine Abhängigkeit von französischer oder britischer Rüstungskooperation aufzugeben; und beispielsweise einen eigenen Panzer zu entwickeln – sogar unabhängig von Embargos, wie Ralf Raths vom Deutschen Panzermuseum erläutert; also aus eigener Industrie und eigenen Rohstoffen. Anders als andere Panzer ist er um die Besatzung herum gebaut worden, erklärt Raths; um diese bestmöglich zu schützen; beispielsweise mit der Platzierung des Motors am Bug statt am Heck. Außerdem befindet sich in der Panzerung statt Luft häufig Diesel – bei Auftreffen eines Geschosses würde sich durch die Entzündung mit dem Treibstoff die kinetische Energie des Geschosses teilweise entladen. © dpa/dpaweb | epa Jim Hollander Der T-90 Proryv (Durchbruch) pflügt durch ein Übungsgelände. Der T-90 Proryv (Durchbruch) pflügt durch ein Übungsgelände. Der neben dem T-14 Armata als am weitesten entwickelte, aber um ein Vielfaches günstigere T-90 in seinen verschiedenen Versionen gilt als die Zukunft der russischen Panzerwaffe. Technisch sei der T-90 eine Kombination des Fahrgestells eines T-72 mit den Systemen des Turms des T-80. Ralf Raths als Direktor des Deutschen Panzermuseums in Munster betont die Verwandtschaft aller T-Modelle, die in Antrieb, Panzerung und Feuerkraft kontinuierlich weiter entwickelt worden seien, aber bis zum T-14-Armata keine revolutionäre neue Technik geboten hätten. Der T-90 ist evolutionär, anders als dessen Nachfolger T-14 Armata, der aufgrund seiner kompromisslosen Konzentration auf Technik und Sensorik eher als revolutionär zu bezeichnen ist. © IMAGO/Stanislav Krasilnikov Drei russische T-14 Armata-Kampfpanzer rollen an einem Gardesoldaten vorbei über den Roten Platz anlässlich einer Militärparade. Der T-14 Armata – Russlands Paradepferd. „Spätestens seit der ersten öffentlichen Vorstellung im Mai 2015 gilt der T-14 als ein Maßstab für die Bewertung von Schutz und Feuerkraft aktueller Kampf-, Schützen und Unterstützungspanzer sowie von Panzerabwehrwaffen“, schreibt das Magazin Europäische Sicherheit und Technik. Der neue Kampfpanzer soll voll digitalisiert sein, unbemannt im Turm und um die Besatzung herum gekapselt. 2019 war die Produktion gestartet worden. Laut dem Magazin Stern sollten bis 2020 mindestens 2.000 dieser Modelle gebaut worden sein, inzwischen wird bezweifelt, dass mehr als 50 Stück im Dienst stehen. Gerüchten zufolge existiert auch eine gänzlich unbemannte Version dieses Panzers. © IMAGO/Valery Sharifulin Im staatlichen russische Panzerwerk Uralwagonsawod rollt ein T-90-Kampfpanzer vom Band. Der T-90 Proryv (Durchbruch) – Russlands Hoffnung. Der neben dem T-14 Armata als am weitesten entwickelte, aber um ein Vielfaches günstigere T-90 in seinen verschiedenen Versionen gilt als die Zukunft der russischen Panzerwaffe. Allerdings scheint Russland auch diesbezüglich das Gesicht wahren zu müssen – Michael Gjerstad urteilt in seiner Studie von Mitte 2024: „Russische T-90M-Produktion: weniger als es zunächst den Anschein macht.“ Der Analytiker des Thinktank International Institute for Strategic Studies (IISS) rechnet Mitte 2025 vor, dass seit der Invasion mindestens 13 Chargen T-90M ausgeliefert worden seien. Gjerstad vermutet aufgrund von Zahlen des russischen Militärs und von Analysten, dass jede Charge zwischen elf und 15 Panzern umfasst haben sollte. © IMAGO/Ramil Sitdikov Ein anonymer ukrainischer Fahrer eines T-72-Panzers im Ukraine-Krieg schaut frontal in die Kamera. Die Festung und die tödliche Falle gleichermaßen – ein anonymer ukrainischer Fahrer eines T-72-Panzers im Ukraine-Krieg. Allein Russland hat im Ukraine-Krieg geschätzte dreieinhalb Tausend Kampfpanzer beziehungsweise gepanzerte Fahrzeuge verloren – eventuell haben die Besatzungen ganz oder teilweise rechtzeitig ausbooten können. Allerdings greift der Tod in verschiedenen Formen nach den Soldaten: durch entzündete Betriebsstoffe, durchgeschlagene Geschosse, Splitter im Innenraum oder durch den Druck explodierender Sprengstoffe oder deren Rauchgase. Panzer besitzen Fluchtluken, aber möglicherweise werden die fliehenden Panzersoldaten nach dem gelungenen Absitzen auch Opfer gegnerischen Infanterie-Feuers. Die russische Panzerdoktrin ermöglicht ihren Soldaten aufgrund der Masse der eingesetzten Panzer, aus einem aus dem Gefecht genommenen Fahrzeug einfach auf ein nächstes aufzusitzen. © IMAGO/Jose Colon Ukrainische Soldaten versuchen im Bezirk Donetsk einen erbeuteten russischen T-72 wieder in Gang zu setzen. Der T-72 – „der alte Panzer, der Russland im Ukraine-Krieg rettete“, schreibt der National Interest. 20.000 Stück sollen seit 1972 hergestellt worden sein, rund 10.000 soll Russland vor dem Ukraine-Krieg auf Lager gehabt haben. Der alte Standard-Panzer der Sowjetunion kämpft auf beiden Seiten der ehemaligen Brudervölker; weil ihn auch die Ukraine im Bestand hatte. Kurioserweise hat auch die NATO die Ukraine mit der Waffe versorgt: Polen, die Tschechische Republik und Slowenien waren noch im Besitz des Kampffahrzeugs, das im Rahmen eines Ringtauschs an die Front marschiert war. Polen beispielsweise hatte T-72 abgegeben und dafür britische Panzer erhalten. Das Foto zeigt ukrainische Soldaten der 72. Brigade, die im Bezirk Donetsk einen erbeuteten russischen T-72 wieder in Gang zu setzen versucht. © IMAGO/Diego Herrera Carcedo T-72 Panzer mit einem über dem Turm gebauten Käfig, aus dem Drahtseile hervorstechen wie die Stacheln eines Igels gegen Drohnen. Der T-72 – als monströse Mutation: Diese „Igel“ „verfügen über die üblichen reaktiven Panzerungsblöcke auf ihren Stahl- und Verbundwerkstoffwannen sowie, wie es scheint, über Drohnenabwehrkäfige. Aus diesen Käfigen ragen Tausende von Drahtstreben hervor, die – zumindest theoretisch – Drohnen aus der Ego-Perspektive zur Detonation bringen sollen, bevor diese die Panzerwannen treffen“, so David Axe im Forbes-Magazin. Beide Kontrahenten im Ukraine-Krieg haben ihre Panzerwaffe schützen müssen gegen die immer effektiveren Drohnenangriffe in den „Todeszonen“, also in den Frontabschnitten, die kein Panzer ohne Angriff passieren kann. In der Ukraine entwickelt sich der endgültig gegen Drohnen resistente Panzer aus einer Do-It-Yourself-Lösung bis zur nächsten weiter. © IMAGO/Dmitry Yagodkin Ein russischer T-80-Panzer wühlt sich in Schräglage durch matschigen Untergrund, ein Soldat geht um das Fahrzeug herum. Der T-80 – Putins größter Fehlgriff im Ukraine-Krieg? Der weltweit erste in Serie gefertigte Panzer mit Gasturbinenantrieb und letzte von der Sowjetunion gebaute Kampffahrzeug ist in der Ukraine enorm gerupft worden: Bis Dezember 2024 wurde bestätigt, dass mindestens 1.035 von ihnen zerstört, beschädigt, aufgegeben oder erbeutet wurden. Die Zahl der insgesamt eingesetzten Modelle ist fraglich. Laut Army Technology verfüge Russland über 1.400 T-80-Modelle verschiedener Konfigurationen im aktiven Dienst, weitere rund 3.100 befänden sich auf Halde. Die Waffe gilt weniger als revolutionär denn evolutionär, zwischenzeitlich ist wegen ihres immensen Spritverbrauch auch über den Sinn der Gasturbine gegrübelt worden. © Kirill Kudryavtsev/AFP Russische T-54 und T-55 Kampfpanzer in einem Armee-Schrottplatz in Kunduz/Afghanistan. Der T-54/55 – Putins letzte Patrone: „Als dieses Fahrzeug im Westen bekannt wurde, waren auf einen Schlag alle westlichen Kampfpanzer der Zeit obsolet – der T-55 setzte einen völlig neuen Maßstab“, erklärte Franz Brödl vom österreichischen Heeresgeschichtlichen Museum in einem Youtube-Video. Überdies war er aufgrund seiner Bauweise sehr gut geeignet, punktuell nachgerüstet zu werden – Mitte der 1970er Jahre wurde eine moderne elektronische Feuerleitanlage entwickelt; mit neuen Zielgeräten, Feuerleitrechnern, Laserentfernungsmesser und einem Lasersensor. Rund 97.000 Exemplare dieses Typs wurden in den verschiedenen Sowjetstaaten in verschiedenen Ausführungen gebaut. Mit dem Zerfall der Sowjetunion war seine Götterdämmerung gekommen, von 1991 an wurden die meisten T-55 verschrottet. © imago/TerryxMoore/StocktrekxImages Nordkoreas Diktator Kim Jong-un am Steuer eines Panzers während einer Fahrt durch das Gelände Der Ch‘ŏnma-ho – die Demonstration der Stärke: Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichte im März 2025 das Foto von Staatschef Kim Jong-un am Steuer des bis dahin stärksten nordkoreanischen Kampfpanzers Ch‘ŏnma-ho. Der wird jetzt abgelöst durch die Weiterentwicklung Tianma. „Optisch sieht er aus, als hätten man die Wanne des T-14 mit jener des chinesischen VT-4 gekreuzt und den Turm wie jenen des M1 Abrams aussehen lassen“, schrieb über das Modell der österreichische Standard. Die Waffe basiert auf dem russischen T-62 und würde über die Jahre mit russischen sowie chinesischen Bauteilen modernisiert. Er ist konzipiert als Durchbruchspanzer über die Grenze zu Südkorea. © STR / KCNA VIA KNS / AFP Ein Pokpung-ho-Panzer der nordkoreanischen Armee fährt über eine Kante. Der Bug des Panzers ragt steil in den Himmel. Der Pokpung-ho – das Rückgrat von Kims Flotte: „Wie sich der Pokpung Ho in einem Konflikt auf der koreanischen Halbinsel schlagen würde, lässt sich nur spekulieren“, schreibt das Military Watch Magazin. Die neueren Modelle schießen mit eine 105 Millimeter Glattrohrkanone, frühere Versionen haben wohl eine 115 Millimeter Kanone getragen. Neben dem Ch‘ŏnma-ho-Panzer ist der Pokpung-ho das am weitesten entwickelte Modell der auf mehr als 3.000 Fahrzeuge geschätzten nordkoreanischen Panzerwaffe; die besteht hauptsächlich aus russischen T-54, T-55 und T-62-Modellen. Er soll gut klettern können und halb so leicht sein wie beispielsweise ein M1 Abrams. Dagegen wird vermutet, dass Panzerschutz und Sensorik des 1992 entwickelten Panzers veraltet seien. © STR/KCNA VIA KNS/AFP Kim Jung-un inspiziert einen Panzer. Der Ch‘ŏnma-2/Tianma 2 beziehungsweise M-2020 – Pjöngjangs Fehdehandschuh: Die Feuerleitanlage des neuen nordkoreanischen Panzer soll verbessert worden sein sowie der Komfort der Besatzung. Experten rätseln, inwieweit der nordkoreanische Zukunftspanzer – hier auf dem Fließband bei einer Inspektion durch Diktator Kim Jong-Un. Experten rätseln, inwieweit die Waffe neu konstruiert worden ist oder die Modernisierung des Ch‘ŏnma-ho. Der neue Panzer hat eine Laufrolle zusätzlich zu den bisher von nordkoreanischen Panzern verwendeten sechs beziehungsweise fünf der alten Sowjetpanzer. Insofern könnte das Fahrwerk neu sein, die Wanne dementsprechend länger und der Panzer am Bug eventuell stärker gepanzert. „Sofern die erkennbaren Komponenten des neuen Kampfpanzers funktionieren und ein zeitgemäßes Leistungsniveau aufweisen, müsste der neue M-2020 als eine absolut anerkennenswerte Leistung der nordkoreanischen Panzerindustrie beurteilt werden“, schreibt das Magazin Europäische Sicherheit und Technik. © STR/KCNA VIA KNS/AFP Parade in Polen: Hunderte Zivilisten jubeln vorbeifahrenden Black Panther-Panzern zu. Der K2 Black Panther – Polen-Panzer aus Südkorea: Der Black Panther sei entwickelt worden „für den harten Kampf in der bergigen entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea, wo die eingeschränkte Manövrierfähigkeit die Angriffsfläche für Flankenangriffe verringert“, schreibt Roblin in Breaking Defense. Der K2 bietet wohl bereits in der Grundausstattung Innovationen, die Leopard bis zum Modell 2A8 erst nachrüsten müsste – etwa eine aktiv wirkende Panzerung gegen angreifende Raketen. Mit einem Gewicht von nur 55 Tonnen folgt der K2 dazu eher der russischen Bauweise und sei damit wesentlich leichter als westliche Modelle. 180 K2 Black Panther hat Polen bestellt und darüber hinaus einen Rahmenvertrag für bis zu 1.000 Panzer abgeschlossen; davon sollen 820 Stück eine in Polen gefertigte modifizierte Version unter der Typenbezeichnung K2PL (PL für Polen) darstellen. © Wojtek Radwanski/AFP Ein serbischer M-84AS-Kampfpanzer fährt nach einer Brückenüberquerung auf Ponton ein Flussufer empor. Der M-84 – Herausforderer für Abrams und Leopard: Das Modell entspringt dem Wunsch der jugoslawischen Volksarmee aus den 1970er Jahren auf Basis des sowjetischen T-72A mit individuellen Modifikationen zur Steigerung der Kampfkraft. Serbien als eine der damaligen Teilrepubliken hat die Flotte geerbt und baut sie sukzessive auf – zur Verwunderung der Nachbarn, wie die Deutsche Welle 2024 geschrieben hat: Mit rund 250 Panzern verfüge Belgrad über mehr als alle anderen ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken zusammen. Seit 2025 soll die jüngste Version M-84 AS3 den West-Panzern Paroli bieten können, wie Army Recognition berichtet: Der Panzer ist „eine umfassende Modernisierung, die die aus dem Kalten Krieg geerbte Plattform umwandelt in ein digital eingebundenes und auf dem Gefechtsfeld belastbares Kampffahrzeug – das Foto zeigt einen serbischen M-84AS. © IMAGO/WireStock Ein serbischer M-84S1-Panzer steht in einer Ausstellung. Der M-84AS1/S2/S3 – Serbiens rundum modernisierte M-84-Panzerflotte aus dem Erbe Jugoslawiens umfasst etwas mehr als 200 Exemplare, die auf dem russischen T-72-Panzer basieren (hier der S1). Charakteristisch ist die fernsteuerbare Waffenstation am Heck des Turms. Die Version S3 wurde 2025 vorgestellt und soll Lehren aus dem Ukraine-Krieg eingearbeitet haben: Diese betreffen vor allem den Schutz der Besatzung gegen gegen kinetische Energie durch Granaten und Do-it-yourself-Sprengsätze (Improvised Explosive Devices, „IED“). Außerdem soll die Munition samt Ladeautomatik aus dem Innenraum an das Heck des Turmes gewandert sein, um die Besatzung besser zu schützen. Der Panzer in seiner S3-Version gilt inzwischen auch als digital vernetzbar. Inzwischen hat Serbien mit dem aktuell vorgestellten Modell M-84AC3 offenbar israelische reaktive Panzerung verbaut und die an den S-Modellen konstruierten Schutzgitter durch festere Panzerung ersetzt. © Srđan Popović – veröffentlicht unter Creative-Commons-Lizenz Ein rot lackierter Typ 99-Panzer rast während des russischen Panzerbiathlons über ein Hindernis. Der Typ 99 (ZTZ-99) Version A – Chinas Speerspitze: 1989 hatte die Entwicklung begonnen, 1999 wurde er der Öffentlichkeit während einer Militärparade vorgestellt; offenbar in einer verschwindend kleinen Zahl; die Serienproduktion begann später. Chinas Hauptkampfpanzer ist ein Amalgam aus russischem und westlichem Design: Die Wanne ist dem russischen T-72 entlehnt und leicht verlängert. Der Turm erinnert an den ältere Leopard 2-Versionen. Der Typ 88 soll ebenbürtig sein mit dem russischen T-14-Armata sowie dem US-amerikanischen M1 Abrams. 1.400 Exemplare dieses Entwicklungstyps werden China zugeschrieben. Hier ist er zu sehen als „Wettkämpfer“ während des jährlich ausgetragenen mechanisierten Militärsportwettbewerbs „Panzerbiathlon“ – dabei fahren die teilnehmenden Panzerbesatzungen drei Runden von bis zu zehn Kilometern, während derer sie mit verschiedenen Waffen verschieden große Ziele bekämpfen müssen. © IMAGO/Alexey Maishev Der chinesische Typ 96-Kampfpanzer durchfährt mit hoher Geschwindigkeit eine Pfütze, deren Schlamm hochspritzt. Der Typ 96 – Chinas gepanzerter Papiertiger: Zwischen 2.000 und 3.000 Panzer dieses auch als ZTZ96 bezeichneten Typs hat Chinas Volksbefreiungsarmee in ihren Reihen. Das 1997 in Dienst gestellte Modell gilt als Chinas erster moderner Panzer in einer Modellgeschichte, die deutlich beeinflusst ist vom russischen Panzerdesign und bereits darauf angelegt war, die russischen und US-amerikanischen Pendants zu übertrumpfen. 1997 ist die Waffe in die Truppe integriert und immer wieder überarbeitet worden. In Motorleistung sowie Panzerung konnte. Laut dem Defense Mirror gelte der Typ 96 chinesischen Experten als die ideale Lösung von Kosten und Effektivität. © IMAGO/Sergei Bobylev Ein Al-Zarrar-Kampfpanzer der pakistanischen Armee rollt auf einer Straße während einer Parade zum Nationalfeiertag. Der Al-Zarrar – Pakistans-Patchwork-Panzer: Rund 500 Exemplare hat Pakistan in seiner Truppe. Die Geschichte der Waffe führt ein halbes Jahrhundert zurück. Das Fahrzeug setzt die Basis des chinesischen Typ 59-Panzers fort in einer technisch modernisierten Version; dennoch steckt in ihm die DNA des russischen T-54-Panzers, auf dem der Typ 59 aufgebaut hatte. Obwohl der Aufbau bereits in den 1990er Jahren begonnen hatte, wurde die Waffe erst 2004 in die Armee integriert und sollte die Zeit bis zu einem echten modernen Panzer überbrücken. Die Notwendigkeit, einen alten Panzer über die Jahrzehnte fortzuschleppen, hatte sich aus dem geringen Verteidigungsbudget aufgedrängt. Ergänzt beziehungsweise ersetzt wurde er vom Nachfolger Al-Khalid. © Aamir Qureshi/AFP Mehrere Al-Khalid-Panzer nebeneinander während einer Parade während des Nationalfeiertags. Der Al-Khalid – Pakistans coole Kiste: Etwas mehr als 300 Panzer dieses Typs soll die pakistanische Armee in ihren Diensten haben – möglicherweise sogar 500 bis 600. Die Waffe ist stark beeinflusst von chinesischem Panzerdesign – er soll eine Kopie sein des chinesischen Type 90-II-Kampfpanzers; aufgrund des Fokus‘ auf Wüstentauglichkeit sei aber statt eines vermeintlich problembehafteten chinesischen Motors ein flüssigkeitsgekühlter Diesel ukrainischer Herkunft verbaut worden. Wie Army Recognition schreibt, sei der Panzer mit einer Infrarot reflektierenden Schicht überzogen, um seine thermische Signatur zu verschleiern. Außerdem seit Wert gelegt worden auf Filteranlagen gegen den Wüstensand und eine Hochleistungs-Kühlung des Innenraums, um die drei Besatzungsmitglieder vor der sengenden Hitze ihrer Gefechts-Umgebung zu schützen. © Aamir Qureshi/AFP Ein Altay-Kampfpanzer auf dem Testgelände mit einer zur Kamera geschwenkten Kanone. Der Altay – der „goldene Berg“ der Türkei rollt heran: 96 Stück dieses Kampfpanzers will der NATO-Partner pro Jahr auf die Ketten stellen; die Produktion des türkischen Eigenbaus soll jetzt anlaufen, Planungen laufen bereits seit 2007. Defense Express berichtet von anfänglich 250 Stück, mit der die Türkei ihre veralteten Leopard-1- und M60-Panzer schrittweise ersetzen und bis in die 2030er Jahre hinein kriegstüchtig sein will. Im Endeffekt sollen 1.000 Panzer unter dem türkischen Halbmond rasseln. Die als T3 eingeführte, jüngst Variante, soll mit einem unbemannten Turm und einem automatischen Ladesystem ausgestattet ins Gefecht ziehen. Laut Army Recognition kann der Altay mit seiner 120-Millimeter-Glattrohr Kanone und den Kaliber 55-Granaten „bewegliche Ziele mit einer sehr hohen Trefferwahrscheinlichkeit im ersten Schuss bekämpfen“. © BMC Challenger 3-Panzer in der Werkshalle von von Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL). Der Challenger 3 – ein neuer Turm und eine neue Kanone, hier als Prototyp in der Werkshalle von von Rheinmetall BAE Systems Land (RBSL), einem deutsch-britischen Joint Venture. Die 120-mm- Glattrohrkanone L55A1 von Rheinmetall ersetzt die gezogene Kanone L30A1 vom gleichen Kaliber. Damit soll der Schuss eine höhere Mündungsgeschwindigkeit erlangen. Je nach Munitionstyp soll das Geschoss dem eine größere Reichweite erlangen; auf jeden Fall wird eine Granate den Lauf schneller verlassen und dadurch eine bessere Durchschlagskraft erzielen. Die Challenger 3 seine keine Neukonstruktionen, sondern substanzielle Modernisierungen der Basis des Challenger 2. 2027 soll die Waffe in die Truppe eingeführt werden, 2030 stehen dann voraussichtlich alle geplanten 148 Challenger 3 im Dienst. © dpa/PA/Peter Byrne Ein Challenger 2-Kampfpanzer, der sich auf einem Übungsgelände einnebelt. Der Challenger 2 – die Insel-Lösung: Laut Angaben der britischen Sun begrüßten die ukrainischen Panzerfahrer den Challenger als „den weltbesten Panzer“, als einen 64 Tonnen schweren „Scharfschützen“, der mit Leichtigkeit russische Ziele in einer Entfernung von bis zu 4,5 Kilometern Entfernung ausschalten könnte. Auf dem Festlang in der Ukraine hat er aber kläglich versagt: „Seit seinem ersten Kampfeinsatz in Bosnien in den 1990er-Jahren wurde der Challenger 2 im britischen Dienst immer mit zusätzlicher Panzerung an den Seiten des Rumpfes und der unteren Frontplatte eingesetzt“, hat David Axe für Forbes geschrieben. Die Ukraine hat diese Zusatzpanzerungssätze nie erhalten, wahrscheinlich weil das zusätzliche Gewicht von drei Tonnen die ukrainischen Challenger 2 auf weichem Boden noch anfälliger machen würde – einer ist tatsächlich vor Reportern im Dreck eingesunken. © IMAGO/Peter Jordan Zwei rumänische Soldaten säubern das Heck eines Leclerc-Panzers mit Hochdruckreinigern. Der Leclerc – auf dem Weg zur Militärparade in Bukarest; zwei rumänische Soldaten machen ihn mit Hochdruckreinigern sauber. Seit 2022 unterstützt Frankreich mit 13 seiner Kampfpanzer der Serie 2 die Mission „Aigle“ (Adler) als NATO-Vorwärtsverteidigung in einer gemischten Einheit in Rumänien. Der Leclerc gilt mit seiner 120-Millimeter-Kanone und seinen kompakten Abmessungen als leichter Panzer. Frankreich als ehemalige Kolonialmacht legt in seinen Rüstungsgütern Wert auf „Interventionsfähigkeit“, also geringe Abmessungen für das schnelle Verlegen beispielsweise für Einsätze in Nordafrika. © Daniel Mihailescu/AFP Ein Leclerc XLR-Panzer im Gelände vor bewölktem Himmel. Der Leclerc XLR – Fitness-Kur für die Zukunft. Mit der vierten Generation des nach dem im Zweiten Weltkrieg verdienten Generals Philippe Leclerc de Hauteclocque macht Frankreich die Hälfte seiner Hauptkampfpanzer zukunftstauglich – diejenigen, die noch im aktiven Dienst stehen. Rund 200 ältere Modelle will Frankreich bis weit über 2025 hinaus modernisieren; die Upgrades liegen hauptsächlich in der Elektronik – verbesserte Sicht, mit anderen Gefechtsfahrzeugen vernetzte Kommunikation sowie ein leistungsfähigerer Hauptrechner. Rüstungsbauer Nexter attestiert dem Fahrzeug „unübertroffene Beobachtungs- und Targeting-Fähigkeiten“. © Adrien Daste/Nexter Ralf Raths, der Direktor des Deutschen Panzermuseums in Munster, vor seinen Exponaten. Ralf Raths – der Mann mit dem stählernen Blick: Der 1977 in Goslar geborene Historiker ist seit 2013 Direktor des Deutschen Panzermuseums im niedersächsischen Munster. Studiert hat er
Geschichte und Politik an der Leibniz Universität Hannover. Raths‘ Leistung als Direktor eines Museums ist, dass er einerseits die Exponate erläutert und in den zeithistorischen Kontext setzt und sein Museum dafür offensiv nach draußen trägt: Raths nutzt konsequent das Medium YouTube, um angesichts der politischen Entwicklungen in unterschiedlichen geschichtlichen wie politischen Dimensionen die Rolle des Panzers verständlich einzuordnen – beispielsweise die Bedeutung der unterschiedlichen russischen T-Modelle im Ukraine-Krieg; oder die Bewertung der Darstellung eines deutschen „Tiger“-Panzers im gleichnamigen aktuellen Amazon-Film. Oder aber die Erläuterung eines gewöhnlich verdrängten Themas in einer mehrteiligen Reihe: Auf welche Arten Soldaten in ihrem Panzer zu Tode kommen können. © IMAGO/Funke Foto Services/Reto Klar Das Schaufenster der Panzergeschichte – das Deutsche Panzermuseum im niedersächsischen Munster Das Schaufenster der Panzergeschichte – das Deutsche Panzermuseum im niedersächsischen Munster (DPM). „Organisierte Gewalt ist eines der wichtigsten Themen der Geschichte; maschinisierte Gewalt ein zentrales Thema des 20. und 21. Jahrhunderts“, schreibt die Museumsleitung über die Identität der Sammlung von Fahrzeugen und Waffen, die mit diesem thematischen Schwerpunkt in Deutschland konkurrenzlos ist. „Diese Sammlung ist eine der besten weltweit“, urteilt Museumsdirektor Ralf Raths. Die Ausstellung des Deutschen Panzermuseum Munster umfasst mehr als 150 Großobjekte und erstreckt sich über fünf Hallen auf mehr als 10.000 Quadratmeter. Die Zeit, aus der die einzelnen Großexponate stammen, beginnt 1900 und erstreckt sich bis zu Modellen der Zukunft. © Bastian Schimpf/Deutsches Panzer Museum. Ein Tiger-Panzer rollt an einem diesigen Tag an einer Ruine vorbei. Die Besatzung schaut aus den Luken. Der Tiger – ein Mythos: „Er ist so omnipräsent, dass seine markante Silhouette auch 80 Jahre nach seinem letzten Einsatz von Laien erkannt wird, auch wenn sie seinen Namen überhaupt nicht kennen“, schreibt Ralf Raths. Laut dem Direktor des Deutschen Panzermuseums ins Munster stehe der Film „Der Tiger“ stehe in einer langen Tradition von Kriegsfilmen: „Denn das Leben und Leiden der Menschen, die im engen Bauch einer Gewaltmaschine zusammengepfercht sind, fasziniert durch seine Widersprüchlichkeit: Einerseits steuern diese Menschen eine machtvolle Kriegsmaschine, die scheinbar unaufhaltsam Tod und Vernichtung bringt – andererseits sind sie tatsächlich aber hochgradig verwundbar und müssen jederzeit damit rechnen, zu verbrennen, zu ersticken, verstümmelt oder zerfetzt zu werden.“ Die deutsch-tschechische Amazon-Produktion ist vom 02. Januar 2026 an weltweit bei Prime Video verfügbar. © Amazon MGM Studios & Prime Video Ein von innen rot-orange beleuchtetes Wrack eines Panzerkampfwagen V Panther Das Ende, mit Schrecken: Ein Sd.Kfz. 171 (Sonderkraftfahrzeug) – Panzerkampfwagen V Panther, Ausführung A. Das Fahrzeug ist ein Fundstück aus Tscherkassy, etwa 150 Kilometer südöstlich von Kiew, Ukraine. In der Entwicklung des Modells zählten vor allem Feuerkraft, dann die Mobilität und als Letztes die Panzerung. „Das macht den Panther zum Ahnherrn des Leopard 1“, sagt Ralf Raths, Direktor des Deutschen Panzermuseums in Munster. Das Wrack steht im Technik-Museum im baden-württembergischenSinsheim und soll nahezu im Fundzustand belassen worden sein. Wahrscheinlich ist das Fahrzeug von der eigenen Besatzung gesprengt worden, so dass keine menschlichen Überreste in den Wrackteilen zurückgeblieben waren. © Technikmuseum Sinsheim Der AbramsX vor schwarzem Hintergrund als Computersimulation. Der AbramsX – die Zukunft? Er werden in der Lage sein, Drohnen zu starten und dabei gut gegen feindliche Kamikazedrohnen geschützt zu bleiben, formuliert The National Interest. General Dynamics Land Systems stellte damit 2022, im ersten Jahr des Ukraine-Krieges, eine neue Dimension der US-Landstreitkräfte vor. Sie soll deutlicher abgespeckter auftreten als ihre Vorgänger und damit die gleiche Reichweite und Kampfkraft bieten bei gleichermaßen sparsamerem Ressourcenverbrauch. Er wird als Speerspitze zukünftiger Landkriege und als Antwort auf Russlands T-14 Armata-Panzer gehandelt. Die auf drei reduzierten Crew-Mitglieder werden künftig vorn in der Wanne sitzen – und zwar nebeneinander. Der Turm bleibt menschenleer, geladen wird durch einen Automaten. © General Dynamics Neuer Super-Panzer von Nexter: der Enhanced Main Battle Tank (EMBT). Das neue Main Ground Combat System – als Quantensprung in der Offensive und der Defensive gedacht. Deutschland und Frankreich wollen ihn gemeinsam bauen als Amalgam aus dem deutschen Leopard 2 und dem französischen Leclerc. Mobilität soll eines der Charakteristika des MGCS werden – geplant sind 50 Tonnen Gewicht als Maximum – damit wäre er ungefähr gleich gewichtig wie der russische T-14 Armata. Der MGCS soll von einem Hybridsystem mit 1.325 kW/1.800 PS angetrieben werden und mit rund 36 PS pro Tonne die Konkurrenz um zehn PS pro Tonne übertrumpfen. Die um den Ladeschützen minimierte zweiköpfige Besatzung arbeitet darin zum besseren Schutz in einer gekapselten Kammer im Rumpf. © Screenshot@NexterKNDS Ukraine-News: Neue Details zu Russlands Oreschnik-Angriff im Ukraine-Krieg Erstmeldung: Moskau/Lwiw – Mit dem Einsatz seiner grausamen Wunderwaffe „Oreschnik“ gegen die Ukraine sorgte Russlands Machthaber Wladimir Putin für Entsetzen im Westen. Nicht nur, dass Putin zu dieser Form der Eskalation inmitten der Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs griff. Er attackierte die Ukraine mit der berüchtigten Mittelstreckenrakete außerdem tief im Westen des Landes – also nahe an NATO -Gebiet. Jetzt wurden neue Details bekannt.
Russland feuerte die Rakete in der Nacht zum Freitag (9. Januar) auf „strategische Ziele“ im Westen der Ukraine, hieß es aus dem Kreml. In den vergangenen Tagen wurde spekuliert, welche Art von Infrastruktur Putin konkret anvisierte. Das US-amerikanische „Institute for the Study of War“ (ISW) analysierte jetzt geolokalisiertes Videomaterial und kommt zum Schluss, dass die russische Armee wohl ein ukrainisches Rüstungsunternehmen getroffen hat: Russland habe das staatliche Flugzeugreparaturwerk im Südwesten der Stadt gezielt ins Visier genommen.
Ukraine-News: Neue Details zum Ziel der Oreschnik-Rakete im Ukraine-Krieg Die Nachrichtenagentur Reuters hatte zuvor berichtet, dass die Orschnik-Rakete ein Staatsunternehmen der Ukraine getroffen habe, das jedoch nicht näher benannt wurde. Auf Telegram-Kanälen wurde zuvor spekuliert, Putins Armee habe eine unterirdische Gasanlage in der Gegend von Lwiwi getroffen. Beweise dafür fehlten jedoch und ukrainische Beamte wiesen dies zurück.
Die US-Analysten des Instituts schreiben, dass Putins Offizielle den Oreschnik-Angriff derzeit gezielt nutzen: Sie wollten westliche Staaten offenbar davon abhalten, Truppen in die Ukraine zu entsenden. Der Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, drohte am Samstag (10. Januar) auf seinem englischsprachigen X-Account, Russland könne Oreschnik-Raketen gegen europäische oder NATO-Truppen einsetzen, die im Rahmen von Sicherheitsgarantien in die Ukraine entsandt würden.
Nicht ganz so konkret, aber ähnlich äußerte sich laut ISW Leonid Sluzki, Chef des Internationalen Ausschusses im russischen Parlament: Bei „offensichtlich überschrittenen roter Linien“ seien russische Vergeltungsmaßnahmen „unvermeidlich“.
Ukraine-News: Experten sehen Einsatz von Oreschnik als Signal an Westen Das ISW war schon davor zum Schluss gekommen, der Einsatz der Oreschnik-Rakete solle Europa und die USA davon abhalten, im Rahmen von Sicherheitsgarantien Truppen in der Ukraine zu installieren. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Keir Starmer hatten dies vor wenigen Tagen in einer gemeinsamen Erklärung zugesichert – Russland reagierte darauf mit Warnungen vor einem Dritten Weltkrieg. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz sprach von der Stationierung deutscher Soldaten in zur Ukraine benachbartem NATO-Gebiet.
Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine hat aktuelle Verluste Russlands im Ukraine-Krieg gemeldet. Demnach hat die Armee von Wladimir Putin im Verlauf der vergangenen 24 Stunden 1130 Soldaten verloren, außerdem 11 Panzer und 44 Artilleriesysteme. Seit Beginn der Kämpfe am 24. Februar 2022 steigt die Zahl damit auf etwa 1.218.940 getötete und verwundete Soldaten. (Quellen: Agenturen, Institute for the Study of War) (red)