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Trump und Epstein
Trumps Anhängerschaft zerbricht wegen Epstein-Affäre
Die Epstein-Affäre entwickelt sich für Donald Trump zum Problem. Viele Fragen sind offen. Die Kritik am Präsidenten wächst – auch aus den eigenen Reihen.
Washington, D.C. – Die USA kennen nach wie vor nur ein Thema: Jeffrey Epstein. Hauptdarsteller ist aber nicht der verstorbene Sexualstraftäter, sondern Donald Trump. Fragen gibt es genug: Wie eng waren die Verbindungen des US-Präsidenten zu Epstein wirklich? Warum will Trump die Ermittlungsakten nicht öffnen? Welche Folgen wird die Aussage von Epsteins ehemalige Komplizin Ghislaine Maxwell haben?
Alle Fragen sind derzeit noch unbeantwortet. Eins ist aber jetzt schon klar: Die Epstein-Affäre macht Donald Trump schwer zu schaffen. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass auch enge Gefolgsleute die Rolle des Präsidenten zunehmend kritisch sehen. So haben sich in den vergangenen Tagen unter anderem die folgenden Verbündeten gegen Trump gewandt:
Marjorie Taylor Greene
Laura Loomer
Megyn Kelly
Alex Jones
Joe Rogan
Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht
Epstein-Affäre lässt MAGA-Verbündete an Trump zweifeln
Zuerst hat die rechte Influencerin Laura Loomer den Präsidenten unverblümt aufgefordert, Justizministerin Pam Bondi zu feuern. Der Grund: Sie habe „die Basis belogen“. Noch vor wenigen Wochen hatte Bondi von einer Liste prominenter „Kunden“ Epsteins gesprochen. Später hat das Justizministerium die Existenz einer solchen Liste dementiert. Der Verschwörungsanhänger Alex Jones reagierte spöttisch: Demnächst werde das Ministerium wohl noch behaupten, eigentlich habe auch Jeffrey Epstein nie existiert.
Ist die Epstein-Affäre eine große Verschwörung? Für Podcaster Joe Rogan ist die Sache klar: Das sei wohl eine jener wenigen echten Verschwörungen, die es tatsächlich gebe. Deshalb werde sich der Epstein-Skandal auch nicht einfach in Nichts auflösen, sondern auch in Zukunft immer wieder zum Thema werden. Das sei so ähnlich wie beim Kennedy-Mord. Rogan sparte auch nicht mit Kritik an Trump: „Es gibt eine klare Grenze.“ Und die sei im Epstein-Fall erreicht. Denn nach Trumps Wahlsieg habe man gedacht, alles würde geklärt, der Sumpf würde trockengelegt. Und nun sei alles plötzlich anders.
Verbündete üben wegen Epstein-Affäre viel Kritik an Trump
Überraschend scharf hat sich die rechtsextreme Abgeordnete Marjorie Taylor Greene geäußert, die als eine der lautstärksten und prominentesten Stimmen der MAGA-Bewegung im US-Kongress sitzt. Trump könne seinen Fans im Fall Epstein nicht nur ein paar Brocken hinwerfen. Irgendwann wende sich die Basis ab und dann gebe es kein Zurück mehr: „Wenn es keine Gerechtigkeit und keine Rechenschaftspflicht gibt, werden die Leute es satt haben.“
Auch Megyn Kelly, die von 2004 bis 2017 für den Sender Fox News tätig war, übte scharfe Kritik an der Trump-Regierung. In einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan sprach sie von einem„selbstverschuldeten“ Skandal. Trump sei sehr verärgert, dass die Epstein-Affäre noch immer die Schlagzeilen bestimme. Aber darüber brauche er sich nicht zu wundern: „Es wird nicht verschwinden, weil er es so gehandhabt hat.“
Bringt Maxwell-Aussage neues Licht in Epstein-Affäre? Trumps Verbündete zweifeln
Kelly bezweifelte auch, dass die neuen Befragungen von Epsteins früheren Komplizin sinnvoll seien. Was könne Maxwell denn schon Neues sagen? Und vor allem: Wie glaubhaft seien ihre Aussagen überhaupt? Für sie sei es wahrscheinlich sinnvoller, nicht bei der Wahrheit zu bleiben. „Können wir dieser Frau wirklich irgendetwas glauben.“ Die Leute seien einfach nur schockiert darüber.
Maxwell, die langjährige Vertraute des US-Multimillionärs Epstein, wurde im Jahr 2022 zu 20 Jahren Haft verurteilt. Sie hatte laut Urteil eine zentrale Rolle beim Aufbau eines Rings zum sexuellen Missbrauch von Mädchen gespielt. Seither sitzt sie im Gefängnis. Noch immer hat Trump nicht ausgeschlossen, Maxwell zu begnadigen. Er sei als Präsident dazu befugt, bislang habe ihn aber niemand deswegen angesprochen, sagte er.
Zur Person: Ghislaine Maxwell
Maxwell ist die Tochter des legendären britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) und war Anfang der 1990er Jahre nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer der zahlreichen Promi-Partys und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. Am 29. Dezember 2021 wurde Maxwell wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt.
Höchst brisant: Wird Trump Epstein-Komplizin Maxwell begnadigen?
Wegen dieser vagen Aussagen wird in den USA darüber spekuliert, ob Trump tatsächlich eine Begnadigung Maxwells in Betracht ziehen könnte. Politisch wäre ein solcher Schritt allerdings höchst brisant – auch mit Blick auf sein eigenes Lager. Trump betonte, dass er sich lieber anderen Themen widmen wolle. Epstein bezeichnete er nach dem Zoll-Deal mit der EU als „sehr umstrittenen Typen“. Er sei aber „nicht mehr da“.
Ein US-Präsident darf die Strafen von nach Bundesrecht verurteilten Personen verkürzen oder sie ganz begnadigen. Trump hat von dieser Befugnis in seiner zweiten Amtszeit bereits umfangreich Gebrauch gemacht – besonders zugunsten seiner Fans, die wegen der Attacke auf das Kapitol am 6. Januar 2021 verurteilt worden waren.
Warum will Trump die Epstein-Akten nicht öffnen?
Trump wird seit Wochen sogar aus den eigenen Reihen der Republikaner dazu aufgefordert, alle Epstein-Akten öffnen zu lassen. Das war eines seiner Versprechen vor der US-Wahl 2024 gewesen. Viele fragen sich, warum der US-Präsident die Veröffentlichung nicht veranlasst.
Zugleich berichten Medien über Verbindungen von Trump zu Epstein. Das Wall Street Journal (WSJ) hatte zuletzt über ein Glückwunschschreiben an Epstein zu dessen 50. Geburtstag aus dem Jahr 2003 berichtet, das den Namen Trumps tragen soll. Der Präsident bestreitet, Urheber zu sein. Bekannt ist, dass Trump viel Zeit mit Epstein verbrachte, wie auch mehrere Party-Videos belegen. (cs)