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Affäre um Epstein
Maxwell gibt Epstein-Geheimnisse preis - Trump beharrt auf „Schwindel“
Ghislaine Maxwell offenbart Erkenntnisse zu etwa 100 Personen. Bringt dies neue Entwicklungen in der Epstein-Affäre? Und welche Rolle spielt Donald Trump?
Washington, DC – Donald Trump steht in den USA schwer unter Druck. Hintergrund ist die Affäre um Jeffrey Epstein. Dem Investmentbanker wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht und Prominenten zugeführt zu haben. Der Milliardär wurde 2019 erhängt in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden. Zuletzt veröffentlichten US-Medien Dokumente und Fotos, die auf ein enges Verhältnis zwischen Epstein und Trump schließen lassen.
Eine persönliche Verwicklung in den Fall Epstein streitet der US-Präsident weiter vehement ab. Stattdessen beharrt er darauf, dass alles ein von den Demokraten inszenierter Schwindel sei. Am Freitag dementierte er auch mehrere Medienberichte, wonach ihn das Justizministerium bereits im Mai informiert habe, dass sein Name in Epstein-Akten auftauche. „Ich habe mit dem Mann nichts zu tun“, betonte Trump mit Blick auf Epstein.
Donald Trumps Skandale, Fehltritte und Eklats in der Übersicht
Epstein-Komplizin Maxwell gibt Details zu 100 Personen preis
Inzwischen ist aber auch eine andere Person ins Rampenlicht gerückt: Ghislaine Maxwell. Epsteins ehemalige Komplizin ist zuletzt zweimal vom stellvertretenden US-Justizminister Todd Blanche befragt worden. Maxwell war Ende 2021 als Mitglied eines Sexhandelsrings um Epstein verurteilt worden und verbüßt derzeit in Florida eine 20-jährige Haftstrafe.
Maxwells Anwalt David Markus sagte, dass sie am zweiten Tag der Befragung in einem Gerichtsgebäude in Tallahassee in Florida zu „allem“ befragt worden sei, „was man sich nur vorstellen kann“. Maxwell habe „jede einzelne Frage beantwortet“, sagte Markus, ohne auf die Inhalte einzugehen. Allerdings habe sie Angaben zu „100 verschiedenen Personen“ gemacht, die in Verbindung mit Epstein stehen sollen.
Zu Epsteins prominentesten Bekannten gehörten Bill Gates, Bill Clinton und Donald Trump. Epstein flog mit seinem Jet umher, nach Florida in seine Villa in Palm Beach und auf seine private Karibikinsel Little St. James. Seine Boeing 727 bekam den Spitznamen „Lolita Express“.
Trumps früherer Anwalt verhört persönlich die Epstein-Vertraute Maxwell
In den USA mehrt sich allerdings die Kritik an den Verhören – und vor allem daran, wer sie geführt hat. Immerhin war Blanche früher Trumps persönlicher Anwalt. Darüber hinaus trat er laut CNN im Jahr 2024 mit Maxwells Anwalt Markus zusammen in einem Podcast auf und hat ihn dort als „Freund“ bezeichnet. Chuck Schumer brachte es auf den Punkt: „Der Interessenkonflikt ist eklatant“, schrieb der Senator auf X. „Es stinkt nach großer Korruption.“
Maxwells Anwalt hat bisher jedenfalls nichts getan, um diesen Eindruck zu zerstreuen. So bezeichnete er Trump laut ABC News als den „ultimativen Dealmaker“ und lobte sogleich via X das „Engagement“ der Trump-Regierung, die Wahrheit aufdecken zu wollen. Maxwell sei dafür sehr dankbar.
Zur Person: Ghislaine Maxwell
Maxwell ist die Tochter des legendären britischen Verlegers Robert Maxwell (1923 bis 1991) und war Anfang der 1990er Jahre nach New York gekommen. Dort traf sie Epstein auf einer der zahlreichen Promi-Partys und war zeitweise mit ihm liiert. Epsteins Umfeld beschrieb ihre Rolle in seinem Leben als eine Mischung aus Angestellter und bester Freundin. Am 29. Dezember 2021 wurde Maxwell wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen schuldig gesprochen und am 28. Juni 2022 zu 20 Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von 750.000 US-Dollar verurteilt.
Deal in der Epstein-Affäre: Wird Trump am Ende Maxwell begnadigen?
Könnte dies am Ende auf eine Begnadigung hinauslaufen? Möglich scheint es. „Der Präsident hat heute Morgen gesagt, dass er die Macht dazu hat“, sagte Markus. „Wir hoffen, dass er diese Macht auf richtige und gerechte Weise ausübt.“ Bisher seien Maxwell indes noch keine „Angebote“ hinsichtlich einer Strafmilderung unterbreitet worden. Für den 11. August ist Maxwell zur Aussage vor dem US-Kongress geladen worden. Noch ist offen, ob sie dort aussagen wird. „Wir müssen noch entscheiden, ob sie antworten wird oder nicht“, so Markus.
Trump selbst sagte zur Frage eines Journalisten, ob er Maxwell begnadigen oder ihre Strafe mildern wolle, dies stehe zwar in seiner Macht, er habe darüber aber noch nicht nachgedacht. Dafür beschuldigte er erneut die Demokraten. Die Presse solle lieber die Rolle des früheren Präsidenten Bill Clinton und seines Finanzministers Larry Summers untersuchen, sagte Trump. (cs/AFP)