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US-Präsident geht leer aus

Trump geht bei Friedensnobelpreis leer aus: Kritik aus dem Weißen Haus – „Politik über Frieden“

Das Nobelkomitee in Oslo hat entscheiden: Der Friedensnobelpreis 2025 geht an María Corina Machado. Donald Trump muss sich dagegen weiter gedulden.

Update, 17:35 Uhr: Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado widmete die Ehrung „dem leidenden Volk Venezuelas“ und US-Präsident Donald Trump. Auf X erklärte Machado: „Diese Anerkennung des Kampfes aller Venezolaner ist ein Ansporn, unsere Aufgabe zu Ende zu bringen: die Freiheit zu erringen.“

Donald Trump lobte die Friedensnobelpreisträgerin Maria Corina Machado einst als „Freiheitskämpferin“.

Venezuela befinde sich „kurz vor dem Sieg“ und setze „mehr denn je auf Präsident Trump, die Menschen der Vereinigten Staaten und Lateinamerikas sowie die demokratischen Nationen der Welt“ als entscheidende Unterstützer. Weiterhin betonte die Venezolanerin: „Ich widme diesen Preis dem leidenden Volk Venezuelas und Präsident Trump für seine entschlossene Unterstützung unserer Angelegenheit.“

Weißes Haus kritisiert Vergabe des Friedensnobelpreises – „vor Jahren gestorben“

Update, 16:55 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich bislang nicht zu der Vergabe des Friedensnobelpreises geäußert. Dafür melden sich Beamte aus dem Weißen Haus zu Wort. Nach dem Kommunikationsdirektor Steven Cheung hat auch Trumps Sondergesandter für Sondermissionen der Vereinigten Staaten, Richard Grenell, auf X gegen den Nobelpreis ausgeteilt. „Der Friedensnobelpreis ist vor Jahren gestorben“, so Grenell auf der Online-Plattform.

Update, 15:35 Uhr: Das Weiße Haus hat scharfe Kritik am Nobelpreiskomitee geübt, nachdem der Friedensnobelpreis an die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado verliehen wurde. Kommunikationsdirektor Steven Cheung erklärte, das Komitee stelle „Politik über Frieden“ und die Auszeichnung stehe eigentlich Donald Trump zu. „Präsident Trump wird weiterhin Friedensabkommen schließen, Kriege beenden und Leben retten“, schrieb Cheung in einem Beitrag auf X. Der 79-jährige US-Präsident behauptet, seit Januar acht Kriege beendet zu haben – eine Darstellung, die Beobachter als stark übertrieben einordnen.

Machado erhält Friedensnobelpreis 2025 – auch Trump nannte sie „Freiheitskämpferin“:

Update, 14:44 Uhr: Der Friedensnobelpreis im Jahr 2025 geht an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado. US-Präsident Donald Trump, der sich seit seinem Amtsantritt lautstark selbst ins Spiel für die Auszeichnung gebracht hatte, geht zumindest in diesem Jahr leer aus. Die Wahl des Komitees dürfte Trump aber immerhin zusagen. Der Republikaner lobte Machado im Januar 2025 in einem Beitrag auf Truth Social.

Machado vertrete friedvoll die „Stimmen und den Willen des venezolanischen Volks“ schrieb Trump mit Blick auf Demonstrationen gegen das Regime von Präsident Nicolás Maduro. „Diese Freiheitskämpfer dürfen nicht zu Schaden kommen und müssen sicher und am Leben bleiben“, forderte Trump damals mit Blick auf Machado und den offiziell unterlegenen Präsidentschaftskandidaten der Opposition, Edmundo González.

Maduro regiert Venezuela seit 2013 autoritär und steht immer wegen Wahlfälschungen in der Kritik. Nachdem die offiziellen Wahlbehörden des Landes einen knappen Sieg für Maduro bei der Präsidentschaftswahl 2024 verkündet hatten, zweifelte die US-Regierung das Ergebnis an und bezeichnete González als Wahlsieger. Friedensnobelpreisträgerin Machado, die eigentliche Anführerin der Opposition, konnte nicht selbst kandidieren, nachdem ihr im Juli 2023 die Ausübung öffentlicher Ämter für 15 Jahre verboten wurde.

María Corina Machado erhält Friedensnobelpreis 2025: Merz gratuliert

Update, 13:34 Uhr: Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado zur Verleihung des Friedensnobelpreises gratuliert. „Demokratie lebt vom Mut Einzelner“, schrieb Merz auf X und würdigte Machados „unermüdlichen“ Kampf für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit in Venezuela.

Auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) lobte Machado als „Stimme für Freiheit weltweit“. Das norwegische Nobelkomitee zeichnete die Widersacherin von Präsident Nicolás Maduro für ihren Einsatz für demokratische Rechte und einen friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie aus.

Rückblick auf die ersten 100 Tage: Trump krempelt die USA um – eine Chronik

Donald Trump
Seit dem 20. Januar 2025 sitzt Donald Trump wieder im Weißen Haus. Es folgen Attacken auf Rechtsstaat, Gewaltenteilung und Menschenrechte. Wie aber kann man die Lage in den USA beschreiben? Der renommierte Faschismusforscher Jason Stanley bringt es Ende März in einem Interview mit „Zeit Online“ auf den Punkt. Auf die Frage, ob er von faschistischen Zuständen im Land sprechen würde, sagt er: „Ja, natürlich. Welche Begriffe sollen wir denn sonst verwenden?“ Faschismus sei nicht einfach nur ein Schimpfwort, sondern ein Konzept, das helfe, die Realität zu verstehen. „Und was wir jetzt sehen – das ist Faschismus.“  © Saul Loeb/AFP
Donald Trump
Gleich zum Amtsantritt demonstriert Trump Tatendrang. Schon am 20. Januar unterzeichnet er Dutzende Dekrete – mit einigen schafft er Fakten, mit anderen setzt er Zeichen. Aber vor allem demontiert er das Vermächtnis seines demokratischen Vorgängers Joe Biden.  © Jim Watson /AFP
Amtseinführung Trump
Eine seiner Anordnungen sorgt für Aufruhr: Trumps Versuch, das verfassungsmäßige Recht auf US-Staatsangehörigkeit durch Geburt zu beschränken, wird umgehend angefochten. Mehrere Gerichte blockieren Trumps Dekret. Im 14. Zusatzartikel zur Verfassung heißt es, dass Personen, die in den USA geboren werden, die Staatsbürgerschaft erhalten. Trump argumentiert, das gelte nicht, wenn die Mutter bei der Geburt widerrechtlich oder nur temporär in den USA gewesen sei. Die Frage der Rechtmäßigkeit wird wohl der Supreme Court klären müssen.  © Kenny Holston/Pool The New York Times/AP/dpa
Grenze zu Mexiko
Um die illegale Migration einzudämmen, verhängt Trump an seinem ersten Arbeitstag den nationalen Notstand an der Südgrenze zu Mexiko. Zugleich erteilt er dem Verteidigungsminister die Befugnis, das Militär zu entsenden, um diesem Notstand zu begegnen und das Heimatschutzministerium zu unterstützen. Niemand soll mehr über die Südgrenze in die USA gelangen, so das erklärte Ziel. Darüber hinaus ordnet Trump den Ausbau von Grenzbefestigungen zu Mexiko an. © Kyle Chan/AFP
Kapitol
Kurz nach Trumps Amtsantritt rückt auch der Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 wieder ins Rampenlicht. Trump begnadigt alle Personen, die deswegen verurteilt worden sind. Es handelt sich um etwa 1500 Menschen, darunter befinden sich auch Mitglieder der rechtsradikalen „Proud Boys“ und „Oath Keepers“. Trumps Erlass zeigt auch Wirkung in Deutschland. Wenn ein Präsident 1500 verurteilte Menschen aus politischen Gründen begnadige, „dann ist das das Ende des Rechtsstaats“, schreibt Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte auf der Plattform X. „Es bedeutet schlicht, dass die Anhänger des Präsidenten über dem Gesetz stehen.“ © Roberto Schmidt/AFP
Elon Musk
Elon Musk gilt seit Trumps Amtsübernahme als so eine Art Schattenpräsident. Bei einer Veranstaltung zur Amtseinführung macht der Tech-Milliardär eine Geste, die viele schockiert. Während seiner Rede hält er seine rechte Hand an sein Herz – und streckt sie dann in einer schnellen Bewegung nach oben raus. Danach wiederholt er die Geste noch einmal in eine andere Richtung. „Musk hat zwei Mal den Hitlergruß gezeigt“, hält USA-Expertin Annika Brockschmidt auf Bluesky nüchtern fest. © Angela Weiss/AFP
Potomac
Kurz nach Trumps Amtsübernahme häufen sich die Flugunfälle in den USA. Die Flugaufsichtsbehörde FAA steht nach dem Rücktritt ihres Chefs am 20. Januar ohne Leitung da. Wenige Tage später kollidiert ein Passagierflugzeug über dem Potomac River in der Hauptstadt mit einem Militärhubschrauber. Alle 67 Menschen an Bord beider Maschinen kommen ums Leben. Trump schockiert danach mit einem zynischen Kommentar. Auf die Frage, ob er die Absturzstelle besuchen werde, antwortet der Präsident: „Soll ich etwa schwimmen gehen?“ © Roberte Schmidt/AFP
USAID
Anfang Februar nehmen Trump und Musk beim Umbau des Staatsapparates die Behörde für internationale Entwicklung USAID ins Visier. Musk startet einen regelrechten Feldzug gegen die Behörde, die er als „Schlangennest von linksradikalen Marxisten, die Amerika hassen“ bezeichnet. Auch Trump wettert regelmäßig gegen die Ausgaben der USA für internationale humanitäre Hilfe. © Tom Williams/Imago
Panama-Proteste
Schon in seiner Antrittsrede macht Trump klar, dass die USA während seiner zweiten Amtszeit ihr Territorium zu erweitern gedenken. So verspricht er seinen Fans, den Panamakanal zurückzuholen. Während des Besuchs von Außenminister Marco Rubio am 2. Februar protestieren Dutzende Menschen auf den Straßen von Panama-Stadt gegen die Ansprüche der US-Regierung. Die für den internationalen Handel wichtige Wasserstraße verbindet den Atlantik mit dem Pazifik. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von den USA gebaut und wird seit 1999 ausschließlich von Panama verwaltet.  © Martin Bernetti/AFP
Pro-Kanada Demo in Ottawa
Zudem erklärt Trump ein ums andere Mal, den weltweit zweitgrößten Flächenstaat Kanada zum 51. Bundesstaat machen zu wollen. Die Menschen in Kanada reagieren entsetzt. Die Feindseligkeit gegenüber den USA wächst. Bei Sportwettkämpfen wird die US-Hymne ausgebuht, auf dem Parliament Hill in Ottawa kommt es zu Protesten. © Justin Tang/dpa
Trump Dekret
Am 5. Februar unterzeichnet Trump ein Dekret, die Transmenschen von der Teilnahme am Frauensport ausschließen soll, vor allem an öffentlichen Schulen und Hochschulen. Damit sei „der Krieg gegen den Frauensport beendet“, erklärt Trump im Weißen Haus und kritisiert wie bereits häufig zuvor die in seinen Augen „militante Transgender-Ideologie“ der „radikalen Linken“. © Andrew Harnik/AFP
Proteste USA
Doch es regt sich auch erster Protest in den USA. Anfang Februar gehen zahlreiche Menschen in den gesamten USA gegen Trump, Musk und das Kabinett auf die Straße. Die 50501-Bewegung – 50 Staaten, 50 Proteste, ein Tag – ruft zu Protesten vor den Kapitolen der einzelnen Bundesstaaten auf. © Fred Greaves/AFP
Golf von Mexiko
Am 11. Februar schließt das Weiße Haus einen Reporter von Associated Press von der Berichterstattung über eine Veranstaltung aus. Die Nachrichtenagentur wehrt sich mit einer Klage. Hintergrund des Konflikts ist die Weigerung der AP, in ihrer Berichterstattung Donald Trumps Neubezeichnung für den Golf von Mexiko zu verwenden. Die Umbenennung der Meeresbucht in „Golf von Amerika“ hat Trump per Exekutivorder verfügt. Der Name „Golf von Mexiko“ für das Randmeer des Atlantiks ist seit dem 16. Jahrhundert gebräuchlich. © Roberte Schmidt/AFP
Trump
Dann greift Trump nach der Kultur: Ihm unliebsame Shows mit Dragqueens soll es im Kennedy-Center nicht mehr geben. Deshalb macht er sich dort selbst zum Boss. In der Geschichte des 1971 eröffneten Zentrums ist das Eingreifen Trumps (hier in der Präsidentenloge zu sehen) ein noch nie dagewesener Vorgang. Im März werden US-Vize JD Vance und seine Ehefrau Usha beim Besuch eines Konzertes ausgebuht. © Jim Watson/AFP
Robert kennedy
Am 13. Februar bestätigt der Senat Robert F. Kennedy Jr. als 26. US-Gesundheitsminister. In den Jahren zuvor hat der Neffe des einstigen US-Präsidenten John F. Kennedy vielfach Zweifel an Impfungen gestreut, Verschwörungsmythen verbreitet und mit schrillen Wortmeldungen von sich reden gemacht. Im März steigt im Süden der USA die Zahl der Masernerkrankungen. Bis auf wenige Ausnahmen waren alle Erkrankten nicht geimpft. Kennedy verweist auf Vitamin A und Lebertran als Heilmittel.  © Win McNamee/dpa
Brown Hegseth
Trump macht auch vor dem Militär nicht halt. Ende Februar feuert er den Generalstabschef der US-Streitkräfte. Charles Q. Brown (links) war erst der zweite Afroamerikaner auf dem Spitzenposten. Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth (rechts) hatte schon kurz nach der eigenen Nominierung davon gesprochen, dass Brown aus seiner Sicht entlassen gehöre – wegen dessen Fokus auf Diversität, Gleichbehandlung und Inklusionsthemen im US-Militär. © Saul Loeb/AFP
Trump Selenskyj Vance
Am 28. Februar kommt es im Oval Office zum Eklat: Ein Gespräch zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, an dem auch JD Vance teilnimmt, läuft völlig aus dem Ruder. Nach einem beispiellosen Streit vor laufenden Kameras wird das Treffen vorzeitig abgebrochen. Eine gemeinsame Pressekonferenz fällt ins Wasser.  © Jim LoScalzo/Imago
US-Präsident Donald Trump (Mitte) gibt dem Leiter der Bundesgerichte und Vorsitzenden des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, John Roberts (rechts), die Hand.
Vor allem die Justiz stellt sich den Plänen der US-Regierung entgegen. Deshalb fordert Trump immer wieder, missliebige Richter und Richterinnen einfach abzusetzen. Daraufhin schaltet sich auch der Oberste US-Richter ein. „Seit mehr als zwei Jahrhunderten steht fest, dass ein Amtsenthebungsverfahren keine angemessene Reaktion auf eine Meinungsverschiedenheit über eine gerichtliche Entscheidung ist“, erklärt John Roberts (rechts).  © Win McNamee/imago/Archivbild
US-Heimatschutzministerin Noem besucht Gefängnis in El Salvador
Hintergrund ist ein Streit zwischen den Gerichten und Trump über die Abschiebung mehrerer Hundert mutmaßlicher Mitglieder eines venezolanischen Verbrecherkartells nach El Salvador unter Berufung auf ein Gesetz von 1798. Der Konflikt über die Abschiebungen könnte sich zu einer Verfassungskrise entwickeln. Bei einem Besuch vor Ort droht die Heimatschutzministerin Kristi Noem später allen, die illegal in die USA einreisen und Straftaten begehen, mit einer Unterbringung im Hochsicherheitsgefängnis Cecot.  © Alex Brandon/dpa
Trump vor US-Kongress
Und was machen eigentlich die oppositionellen Demokraten? Sie geben weitgehend ein trauriges Bild ab. Parteistratege James Carville plädiert in der NY Times sogar dafür, sich erst einmal tot zu stellen. Die meisten tun das auch. Al Green sieht das anders. Der 77-Jährige unterbricht Trump bei dessen Rede vor dem Kongress am 4. März mit lauten Zwischenrufen. Deswegen wird der Abgeordnete aus Texas aus dem Saal geführt. Hinterher rügt das Repräsentantenhaus Green wegen seines Protests – auch zehn Parteikollegen stimmen dafür. © Win McNamee/dpa
Schumer
Wenige Tage später kommt es bei der Abstimmung über den Haushalt zum offenen Bruch. Im Raum steht die Frage, ob die Demokraten das Finanzierungsgesetz der Republikaner mittragen oder aus Protest einen Shutdown in Kauf nehmen. Während die Demokraten im Repräsentantenhaus fast geschlossen gegen den Haushalt stimmen, legt Chuck Schumer, der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, eine Kehrtwende hin und sorgt dafür, dass der Haushalt mit den Stimmen seiner Partei die Parlamentskammer passierte. Noch Ende Januar hatte Schumer eine drastische Ausgabensperre als „verfassungswidrig“ sowie „gefährlich, zerstörerisch, grausam“ bezeichnet. Jetzt sagt er, kämpfen lohne sich hier nicht, der Preis dafür sei zu hoch.  © Annabelle Gordon/Imago
Alexandria Ocasio-Cortez ''AOC'' und Bernie Sanders
Doch es geht auch anders. Das beweist mal wieder der unabhängige Senator Bernie Sanders, der mit seiner „Kampf gegen die Oligarchie-Tour“ Tausende Linke im Land bei seinen Auftritten um sich schart. Man müsse blind sein, um nicht zu sehen, dass es heute in den USA eine Regierung der Milliardäre, gesteuert von Milliardären und gemacht für Milliardäre gebe, sagt er dem Sender NPR. Der 83-Jährige ist nicht allein: Mehrfach zeigt sich die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez an seiner Seite. Die 35-Jährige ist die prominenteste Vertreterin des linken Flügels der Demokraten. © Gage Skidmore/Imago
Einwanderungsbeamte verhaften palästinensischen Aktivisten
Die Columbia-Universität ist das Epizentrum der propalästinensischen Gaza-Proteste in den USA. Für großes Aufsehen sorgt seit dem 8. März der Fall des palästinensischen Studenten Machmud Chalil. Die US-Regierung wirft dem an jenem Tag verhafteten Absolventen der New Yorker Universität unter anderem vor, auf dem Campus Flugblätter mit Hamas-Logo verteilt zu haben, und will ihn abschieben. Dabei besitzt der mit einer Amerikanerin verheiratete Student seiner Anwältin zufolge eine Greencard und damit eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung in den USA. © Yuki Iwamura/dpa
Migration in den USA - Studentin inhaftiert
Ebenfalls im März erschüttern die verstörenden Bilder einer Überwachungskamera die USA. An der Tufts Universität bei Boston wird eine türkische Doktorandin auf dem Weg zum Fastenbrechen auf offener Straße in der Nähe ihres Apartments von zivil gekleideten Beamten des Heimatschutzministeriums gestoppt und festgenommen. Die Behörden werfen ihr Unterstützung der Hamas vor. Ihr droht die Abschiebung. © dpa
US-Vizepräsident Vance besucht Grönland
Die Expansionspolitik Trumps betrifft auch Grönland. Schon Anfang Janaur schließt er wirtschaftlichen Zwang und militärische Gewalt nicht aus, um sich die größte Insel der Erde einzuverleiben. Ende März erhöht Vize Vance noch einmal den Druck. Bei einem Besuch mit seiner Ehefrau Usha macht er Dänemark schwere Vorwürfe. „Wenn der Präsident sagt, dass wir Grönland haben müssen, dann sagt er damit, dass diese Insel nicht sicher ist“, erklärt Vance. © Jim Watson/dpa
Polarlichter in Alaska
Trump hat auch Alaska im Blick – nicht aber wegen der Polarlichter. Vielmehr will er dafür sorgen, dass die USA noch mehr Öl und Gas fördern. Schon im Wahlkampf hatte er das Motto „Drill, baby, drill“ ausgegeben. Zudem will er die USA wieder aus dem Pariser Klimaschutzabkommen führen. © Hasan Akbas/dpa
Smithsonian
Trump will auch die Geschichte der USA per Dekret umdeuten lassen. Ende März beauftragt er JD Vance deshalb damit, vor allem in Museen auf Darstellungen im Sinne der neuen Regierung hinzuarbeiten. Als Beispiel nennt Trump die berühmte Smithsonian Institution, die vor allem in der Hauptstadt etliche Museen betreibt. Das Smithsonian sei unter den Einfluss einer spalterischen, auf ethnische Zugehörigkeit ausgerichteten Ideologie geraten, kritisiert Trump.  © Kevin Dietsch/AFP
US-Präsident Trump
US-Präsidenten dürfen laut Verfassung maximal zwei Amtsperioden regieren. Trump sinniert inzwischen öffentlich darüber nach, wie die Regel zu umgehen sei. Auch die oppositionellen Demokraten fürchten, der Republikaner könne versuchen, die Verfassung anders auszulegen, um länger an der Macht zu bleiben. Die juristische Fachwelt hat ebenfalls schon Theorien durchgespielt, wie Trump das versuchen könnte. © dpa
Tesla "Cybertruck"
Unterdessen gehen in den USA immer wieder Tesla-Autos in Flammen auf – aus Protest gegen Firmenchef und Trump-Intimus Elon Musk, der ohne jegliches politisches Mandat einen Kahlschlag im US-amerikanischen Staatsapparat durchsetzt. Bei einem Auftritt im Weißen Haus beklagt sich Trump über „brennende Verkaufsräume“ und Tesla-Autos, „die überall brennen, explodieren“.  © Lindsey Wasson/dpa
Musk Wisconsin
Grund für die Aufregung ist der enorme Einfluss von Elon Musk. Ein Beispiel: Vor der Justizwahl im US-Bundesstaat Wisconsin überreicht der Tech-Milliardär zwei Millionenschecks an Personen, die seinen Angaben zufolge eine Petition gegen „aktivistische Richter“ unterzeichnet haben. Die Demokraten prangern Musks Geldgeschenke als illegalen Stimmenkauf an. Am Ende muss Musk das Geld abschreiben: Der konservative Kandidat Brad Schimel verliert gegen die linksliberale Richterin Susan Crawford. © Robin Legrand/AFP
US-Präsident Trump
Den 2. April erklärt Trump zum „Tag der Befreiung“: Im berühmten Rosengarten des Weißen Hauses kündigt er neue US-Zölle für Handelspartner aus aller Welt an. Die härtesten Strafzölle treffen ein französisches Überseegebiet – die Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon – und den afrikanischen Kleinstaat Lesotho, über den Trump kurz vorher noch gescherzt hatte, niemand habe von dem je gehört. Das Zollpaket ist der bisher aggressivste Baustein seiner rabiaten Handelspolitik. Trump sieht bereits ein „goldenes Zeitalter“ der USA aufziehen – aber sein folgenreicher Schritt dürfte auch US-Verbraucher hart treffen. © Mark Schiefelbein/dpa
US-Präsident Trump
Fünf Millionen Dollar für ein unbegrenztes Aufenthaltsrecht in den USA – diese Pläne einer „Gold Card“ stellt Trump bereits im Februar vor. Anfang April präsentiert er dann seine erste goldene Karte, die er auch als „Trump Card“ bezeichnet. In den USA ist es bereits möglich, im Gegenzug für Investitionen im Land eine sogenannte Green Card zu erhalten – also eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Die neue Karte zielt auf wohlhabende Menschen ab. Als mögliche Nutznießer des Programms sieht Trump auch russische Oligarchen.  © dpa
US-Präsident Trump
In den USA fungiert der Präsident als Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Doch Trump zeigt in der Regel nur wenig Interesse an seinen Soldaten. So lässt er sich am 4. April bei einer Militärzeremonie in Delaware von seinem Verteidigungsminister Pete Hegseth vertreten. Anstatt der Rückführung der sterblichen Überreste von vier US-Soldaten beizuwohnen, die im März bei einer Übung in Litauen ihr Leben verloren haben, verbringt Trump seine Zeit lieber in Florida. © Alex Brandon/dpa
Anti-Trump-Proteste
Zehn Wochen nach Trumps Amtsantritt kommt es in zahlreichen Städten in den USA zu lautstarken Protesten. Auf Plakaten fordern sie unter anderem, die Verfassung zu verteidigen, Trump des Amtes zu entheben und das Sozialsystem nicht anzutasten. Auf anderen Schildern steht: „Nicht mein Präsident!“, „Schande über Trump“ und „Der Faschismus ist da“.  © Jim Ruymen/Imago
Pete Hegseth besucht Pearl Harbor
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (hier mit Admiral Sam Paparo) ist alles, was mit Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) zu tun hat, ein Dorn im Auge. Um den DEI-Richtlinien der Trump-Regierung zu entsprechen, hat die U.S. Naval Academy 381 Bücher aus ihrer Bibliothek entfernt. Darunter ist auch Maya Angelous berühmte Autobiografie „I Know Why the Caged Bird Sings” („Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“). Zudem wurden viele Bücher zu Themen wie Feminismus, Rassismus oder dem Holocaust verbannt. Ein anderes Buch steht dagegen noch immer in den Regalen: „Mein Kampf“. © Imago
trump und Rubio
Am 11. April sorgt wieder das von Marco Rubio (links) geleitete US-Außenministerium für Aufregung – diesmal aber im Inland. Die Angestellten werden angewiesen, über Kolleginnen und Kollegen zu berichten, die sich „anti-christlich“ benehmen und „Voreingenommenheit“ gegenüber der Religion zeigen. „Politico“ zitiert einen Beamten, der sich an den dystopischen Roman „Der Report der Magd“ von Margaret Atwood über totalitäre Gesellschaften erinnert fühlt.  © Brendan Smialowski/AFP
2025 Coachella Valley Music and Arts Festival in Kalifornien
Auf seinem selbsterklärten Kampfzug gegen die „Oligarchie“ in den USA begeistert Bernie Sanders auch am 12. April mit einem Überraschungsauftritt beim Coachella-Musikfestival in der kalifornischen Wüste das überwiegend junge Publikum. Kurz nach dem letzten Song der britischen Sängerin Charli XCX bringt er mit seiner Botschaft gegen Politikverdrossenheit die Leute zum Jubeln. „Dieses Land steht vor großen Herausforderungen und von eurer Generation hängt ab, was mit Amerika passiert“, sagt Sanders. © Amy Harris/dpa
Kilmar Ábrego García Proteste
Unter Trump schieben die USA immer wieder mutmaßliche Bandenmitglieder nach El Salvador ab. Einige der Männer haben nach Angaben ihrer Anwälte aber nie ein Verbrechen begangen. Für Aufsehen sorgt besonders die irrtümliche Abschiebung des salvadorianischen Einwanderers Kilmar Ábrego García, der mit einer US-Bürgerin verheiratet ist. Der Oberste Gerichtshof der USA weist die Trump-Regierung im April offiziell an, sich für seine Freilassung aus dem Gefängnis in El Salvador und für seine Rückkehr in die USA einzusetzen. Trump interessiert das nicht. Konkrete Maßnahmen zur Rückholung bleiben aus. © Alex Wong/AFP
Trump Bukele
Später zelebrieren Trump und El Salvadors Staatschef Nayib Bukele im Weißen Haus sogar ihre enge Zusammenarbeit bei der Abschiebepolitik. Bukele stellt nüchtern fest, dass er Ábrego García nicht zurück in die USA schicken werde. Und Trump? Der liebäugelt erneut mit der Idee, auch US-Straftäter in El Salvador einsperren zu lassen. US-Historiker Timothy Snyder nennt es hinterher beim Namen: In einem Substack-Beitrag spricht er von „beginnendem Staatsterror“.  © Brendan Smialowski/AFP
Universität Harvard
Auch die Eliteuniversität Harvard gerät in Trumps Visier. Seine Regierung legt Milliardenzuschüsse auf Eis. Trump begründet sein Vorgehen mit einer verfehlten „Ideologie“ der Uni und angeblichem Antisemitismus. Der frühere US-Präsident Barack Obama, der selbst an der Uni studiert hat, hält dagegen: „Harvard hat ein Beispiel für andere Hochschulen gesetzt, indem es einen ungesetzlichen und unbeholfenen Versuch zurückgewiesen hat, die akademische Freiheit zu unterdrücken“, schreibt Obama auf der Plattform X. Er hoffe, dass andere Institutionen folgten. © Charles Krupa/dpa
Als Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren im Vatikan starb, war die Trauer groß. US-Präsident Donald Trump nahm an der Beisetzung des Heiligen Vaters teil: er in blau – ohne rote Krawatte. Melania ganz in Schwarz. Vor dessen Tod befand sich Trump im offenen Widerspruch mit dem Papst: Franziskus hatte Trumps Migrationspolitik offen kritisiert. Seine Massenabschiebung „würde viele Männer und Frauen und ganze Familien“ verletzen.
Als Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren im Vatikan starb, war die Trauer groß. US-Präsident Donald Trump nahm an der Beisetzung des Heiligen Vaters teil: er in blau – ohne rote Krawatte. Melania ganz in Schwarz. Vor dessen Tod befand sich Trump im offenen Widerspruch mit dem Papst: Franziskus hatte Trumps Migrationspolitik offen kritisiert. Seine Massenabschiebung „würde viele Männer und Frauen und ganze Familien“ verletzen.  © IMAGO / NurPhoto

Trump geht leer aus: Friedensnobelpreis für venezolanische Oppositionsführerin Machado

Update, 11:00 Uhr: Der Friedensnobelpreis 2025 geht an die venezolanische Politikerin María Corina Machado. Das gab das Nobelkomitee in Oslo am Vormittag bekannt. Der Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, Jørgen Watne Frydnes, würdigte Machado als „mutige und engagierte Verfechterin des Friedens“, die „die Flamme der Demokratie in einer zunehmenden Dunkelheit am Brennen hält“. Die venezolanische Oppositionsführerin Machado gilt als entschiedene Widersacherin des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro. 

US-Präsident Donald Trump, der von dem Preis geradezu besessen ist, ging dieses Jahr dagegen leer aus. Friedensforscher glaubten vorab nicht an eine Preisvergabe an Trump – auch weil ihrer Ansicht nach keiner der sieben von ihm genannten Konflikte wirklich nachhaltig gelöst worden ist. Auch bei Trumps Plan für Gaza ist trotz des Durchbruchs unklar, ob er dauerhaften Frieden bringen wird. Gegen Trump sprach außerdem die Nominierungsfrist: Die lief Ende Januar ab – zu dem Zeitpunkt war Trump erst elf Tage offiziell im Amt.

Norwegen befürchtet Konsequenzen, wenn Donald Trump den Friedensnobelpreis 2025 nicht erhält

Update, 10:15 Uhr: Norwegen wappnet sich für mögliche Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den USA und Norwegen, falls der Friedensnobelpreis nicht an Donald Trump geht. Kirsti Bergstø, Vorsitzende der norwegischen Sozialistischen Linkspartei und deren außenpolitische Sprecherin, sagte laut Guardian, Oslo müsse „auf alles vorbereitet sein“. Das Nobelkomitee sei ein unabhängiges Gremium, die norwegische Regierung sei an der Preisvergabe nicht beteiligt. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob Trump das weiß“, so Bergstø.

Sieht sich selbst als Preisträger: US-Präsident Donald Trump.

Unterdessen spekulierte der Zeitungskolumnist und Analyst Harald Stanghelle, dass Trumps Vergeltung – falls es dazu käme – in Form von Zöllen, Forderungen nach höheren NATO-Beiträgen oder sogar der Erklärung Norwegens zum Feind erfolgen könnte. Sollte Trump doch gewinnen, wäre dies die „größte Überraschung in der Geschichte des Friedensnobelpreises“.

Friedensnobelpreis 2025 für Donald Trump? Entscheidung fiel schon am Montag

Update, 10. Oktober, 08:30 Uhr: US-Präsident Donald Trump wird den Friedensnobelpreis 2025 wohl nicht erhalten, obwohl er wiederholt Anspruch darauf erhoben und zuletzt auf die Gaza-Waffenruhe verwiesen hatte. Wie das norwegische Nobelpreiskomitee mitteilte, wurde die Entscheidung über den diesjährigen Preisträger jedoch bereits vor der Einigung im Gazastreifen getroffen. Die letzte entscheidende Sitzung des fünfköpfigen Komitees fand am Montag statt, bevor der diplomatische Durchbruch verkündet wurde.

Trump, der sich rühmt, seit seiner Vereidigung im Januar mehrere Kriege beendet zu haben und eine Nicht-Ehrung als „Beleidigung“ für die USA bezeichnete, konnte somit seinen jüngsten außenpolitischen Erfolg nicht mehr in die Bewertung einbringen. Der neue Friedensnobelpreisträger wird um 11 Uhr bekanntgegeben.

Update, 10. Oktober, 5:20 Uhr: Noch weiß keiner, wer ihn bekommt, aber einer will ihn ganz besonders gerne haben: In der norwegischen Hauptstadt Oslo wird heute verkündet, wer den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält. Um 11.00 Uhr wird das norwegische Nobelkomitee das Geheimnis lüften, wem es den renommiertesten politischen Preis diesmal zuspricht. Kurz nach der Bekanntgabe des Durchbruchs bei den indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der islamistischen Hamas zur Beendigung des Gaza-Kriegs hält sich US-Präsident Donald Trump mehr denn je für prädestiniert, als Friedensstifter geehrt zu werden.

Trumps Lieblingstrophäe: Friedensnobelpreis wird heute vergeben

Erstmeldung: Washington, D. C./Oslo – US-Präsident Donald Trump hat nach der Einigung zwischen Israel und der Hamas auf eine Waffenruhe im Gazastreifen seine Ambitionen auf den Friedensnobelpreis bekräftigt. Doch trotz des jüngsten diplomatischen Erfolgs bleiben seine Chancen auf die prestigeträchtige Auszeichnung ungewiss. Der neue Preisträger soll am Freitag (10. Oktober) in Oslo bekanntgegeben werden.

Die Nachricht über den Durchbruch in den Gaza-Gesprächen erreichte Trump während eines Treffens mit konservativen Influencern im Weißen Haus. Außenminister Marco Rubio steckte dem Präsidenten einen Zettel zu, auf dem stand: „Sehr nah dran“. Und: Trump solle den Deal als Erster auf seiner Plattform Truth Social bekanntgeben. Etwa zwei Stunden später verkündete der US-Präsident die Abmachung tatsächlich online.

„Friedensnobelpreis verdient“ – Trump nach Gaza-Deal unter Favoriten für Verleihung in Oslo?

Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog dankte Trump umgehend für seine Vermittlertätigkeit im Israel-Krieg und erklärte: „Es besteht kein Zweifel, dass er dafür den Friedensnobelpreis verdient hat.“ Das von Trump vermittelte Abkommen sieht vor, dass alle im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln freigelassen werden und Israel in der ersten Phase des US-Friedensplans seine Truppen auf eine vereinbarte Linie zurückzieht.

Für Trump selbst ist das der letzte Beweis dafür, dass er des Friedensnobelpreises würdig ist. Bei der UN-Vollversammlung in New York prahlte er zuletzt, seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 sieben Kriege beendet zu haben. „Jeder sagt, dass ich den Friedensnobelpreis für jede einzelne dieser Errungenschaften bekommen sollte“, so der US-Präsident.

Hat Trump sieben Kriege beendet? Experten sehen Chancen auf Friedensnobelpreis skeptisch

Doch Friedensexperten sehen Trumps Chancen skeptisch. Karim Haggag, Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri, betont zu Trumps Bemühungen für den Frieden: „Bei all diesen sehr komplexen Konflikten sind sicherlich Versuche zu erkennen, eine gewisse Übereinkunft oder Verständigung zu erzielen, aber das ist noch lange kein Frieden oder ein Abkommen, das eine langfristige Beilegung des Konflikts herbeiführt.“ Ein Nobelpreis für Trump ließe sich auf dieser Basis nach Haggags Einschätzung nur schwer rechtfertigen.

Der Friedensnobelpreis 2025
Bekanntgabe der GewinnerFreitag, 10. Oktober 2025, 11 Uhr
Zeitpunkt der Verleihung10. Dezember 2025
VergabeortOslo, Norwegen
Nominierte338 (244 Einzelpersonen, 94 Organisationen)
Gewinner 2024Japanische Organisation Nihon Hidankyo den Preis für ihre Bemühungen um eine atomwaffenfreie Welt

Stattdessen empfehlen Friedensforscher, den Blick auf andere, oft übersehene Konflikte zu richten. „Ich würde mich dafür aussprechen, den Preis an diejenigen zu vergeben, die ich als die vergessenen Friedensstifter vor Ort in den vergessenen Konflikten der Welt bezeichnen würde“, sagt Haggag . Er verweist dabei auf lokale Friedensstifter und Aktivisten in Ländern wie dem Sudan, die unermüdlich an Vermittlung und Versöhnung arbeiten.

Trump macht sich Hoffnungen - das sind die potenziellen Preisträger für Friedensnobelpreis 2025

Tatsächlich steht beim Wettanbieter Polymarket die „Sudan Emergency Response Rooms“ auf Platz 1 der Wetten auf den Gewinner des Friedensnobelpreises 2025. Dies ist ein Netzwerk lokaler Suppenküchen, die den allerärmsten im kriegsgebeutelten Sudan helfen. 32 Prozent wetten darauf, dass die Initaitve den Preis erhält, auf Donald Trump als Preisträger wetten dagegen nur sechs Prozent.

Andere Kandidaten auf den Friedensnobelpreis sind das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) und das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR) der OSZE. Bei Wettbüros werden darüber hinaus noch Einzelpersonen wie die syrische Friedensaktivistin Abir Hadsch Ibrahim, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Julia Nawalnaja, die Witwe des verstorbenen Kremlkritikers Alexej Nawalny, als Favoriten gehandelt.

Hindernis für Trumps Nobelpreis-Ambitionen liegt im Zeitpunkt des Amtsantritts

Ein weiteres Hindernis für Trumps Nobelpreis-Ambitionen könnte der Zeitpunkt seiner Amtsübernahme sein. Die Nominierungsfrist für den diesjährigen Preis endete bereits am 31. Januar 2025, nur anderthalb Wochen nach Trumps Vereidigung als US-Präsident. Es ist daher fraglich, ob er überhaupt unter den 338 nominierten Personen und Organisationen ist.

Das norwegische Nobelkomitee hält seine Entscheidung traditionell streng geheim. Die letzte Sitzung des Komitees fand bereits am Montag (6. Oktober) statt – also auch noch vor der Bekanntgabe des Gaza-Deals. „Die letzten Weichen wurden am Montag gestellt, aber wir geben niemals bekannt, wann das Nobelkomitee seine Entscheidung trifft“, erklärte Komiteesprecher Erik Aasheim.

Friedensnobelpreis für Trump? 2026 könnte bei Frieden in Gaza sein Traum wahr werden

Sollte sich Trumps Friedensplan für den Nahen Osten als nachhaltig erweisen, könnte der US-Präsident durchaus als Favorit für den Friedensnobelpreis im nächsten Jahr gelten, schreiben Beobachter. Für die diesjährige Verleihung scheinen seine Chancen jedoch gering zu sein, trotz des jüngsten diplomatischen Erfolgs im Gazastreifen. Die Welt wird am Freitag um kurz nach 11 Uhr erfahren, wer in diesem Jahr mit dem wohl wichtigsten politischen Preis der Erde ausgezeichnet wird. (Quellen: AFP, dpa, Polymarket, t-online) (smu)

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