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„Ich fürchte um mein Leben“

Aus dem Versteck zum Friedensnobelpreis: Wer ist María Corina Machado?

Trump geht leer aus, María Corina Machado erhält den Friedensnobelpreis. In Venezuela lebt die Maduro-Gegnerin im Untergrund. Wer ist die mutige Frau?

Oslo – Das norwegische Nobelkomitee hat entschieden: Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado erhält in diesem Jahr den Friedensnobelpreis. Mit dieser Wahl ehrt das Komitee eine Frau, die seit Jahrzehnten für Demokratie, Menschenrechte und Freiheit in ihrem Land kämpft. Während Donald Trump bei der Preisvergabe leer ausging, wird Machado weltweit gefeiert.

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado kämpft seit Jahren gegen das Regime von Nicolás Maduro – nun erhält sie den Friedensnobelpreis 2025 für ihren Mut und ihren Einsatz für die Freiheit.

Das Komitee würdigte Machado als „Meisterin des Friedens“, wie der Bayerischer Rundfunk berichtete. Die 58-Jährige erhält die Auszeichnung „für ihren Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes“ und „für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von der Diktatur zur Demokratie“, so der Tagesspiegel weiter. Doch wer ist diese Frau genau?

Friedensnobelpreis: Wer ist María Corina Machado?

María Corina Machado Parisca wurde am 7. Oktober 1967 in Caracas geboren. Sie stammt aus einer wohlhabenden Industriellenfamilie – ihr Vater Henrique Machado Zuloaga war Vorsitzender und Großaktionär der Siderúrgica Venezolana Sivensa SA, dem zweitgrößten Stahlproduzenten des Landes. Ihre Mutter Corina Parisca arbeitete als Psychologin.

Nach dem Studium der Industrietechnik an der Universidad Católica Andrés Bello und einer Spezialisierung in Finanzen am Instituto de Estudios Superiores de la Administración begann sie, wie die Yale Universität dokumentiert, zunächst eine klassische Ingenieurslaufbahn. Doch das politische Klima unter Präsident Hugo Chávez veränderte ihr Leben grundlegend.

Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas

Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik.
Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik. Er steht Elon Musk ideologisch nahe. Mileis „Kettensägen-Politik“ in Argentinien dient als Experimentierfeld für einen radikalisierten Anarchokapitalismus, der internationale Aufmerksamkeit von rechtslibertären Bewegungen erhält und als Teil einer neuen „internationalen Allianz“ zur Verteidigung des freien Marktes verstanden wird. © DIEGO LIMA/afp
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort.
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort. Aus dem ursprünglich linkspopulistischen Reformvorhaben seines Vorgängers ist unter Maduro ein autoritäres Projekt geworden. Er regiert heute als Diktator und setzt offen Wahlfälschung ein. Er verfolgt eine antiimperialistische Ideologie gegen die USA und erhält internationale Unterstützung durch China und Russland. © Pedro Mattey/afp
Kämpferisch: Venezueles Präsident Hugo Chavez.
Kämpferisch: Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chavez inszenierte sich als Retter Lateinamerikas gegen imperialistische Interessen aus den USA und wird in ganz Lateinamerika verehrt. © dpa
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert.
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert. Er äußerte etwa wiederholt Bewunderung für die brasilianische Militärdiktatur (1964 bis 1985), spricht sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe aus und hält den menschengemachten Klimawandel für eine Lüge. © SERGIO LIMA/afp
Lula da Silva regierte Brasilien zwischen 2003-2011.
Während Bolsonaro die brasilianische Diktatur feiert, hat Luiz Inácio Lula da Silva unter den Militärs Verfolgung und Haft erlebt. Er regierte Brasilien von 2003 bis 2011. Das politische Projekt von Lula da Silva lässt sich als sozialdemokratische Synthese beschreiben, die eine Kombination aus Sozialpolitik zur Armutsbekämpfung, entwicklungsorientierter Wirtschaftspolitik und Umweltschutz mit dem Ziel verfolgt, Brasilien als gerechteren, ökologisch nachhaltigen und international respektierten Akteur zu positionieren. © EVARISTO SA/afp
Boliviens Ex-Präsident und Gewerkschaftsführer Evo Morales.
Boliviens Ex-Präsident Evo Morales, Regierungszeit 2006 bis 2019, war die Symbolfigur der einfachen Leute und positionierte sich gegen internationale Eliten. Er war der erste indigene Präsident Boliviens, kam aus ärmsten Verhältnissen und war Gewerkschaftsführer. © Jorge Saenz/AP/dpa
Ecuadors Präsidenten Rafael Corea (l.) und Cubas Fidel Castro.
Ecuadors Präsident Rafael Correa (links) war von 2007 bis 2017 im Amt und Teil der linkspopulistischen Welle zusammen mit Hugo Chávez und Evo Morales. In die Bild von 2009 ist er mit Fidel Castro, dem damaligen Máximo Líder von Kuba.  © dpa
Uruguays verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica
Uruguays im Mai 2025 verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica wurde oft als bescheidenster Präsident der Welt bezeichnet. Er saß als Guerilla-Kämpfer gegen die Militärdiktatur lange in Haft und verfolgte später als Präsident eher eine gemäßigt linke Politik. © Matilde Campodonico/dpa
Argentiniens Ex-Präsident Juan Domingo Perón.
Der Peronismus in Argentinien ist eine populistische Strömung, benannt nach Juan Domingo Perón, der zwischen 1946 und 1955 sowie 1973 und 1974 regierte. Zusammen mit seiner Frau Eva „Evita“ Perón war er prägend für den Peronismus. Bekannt war er für seine autoritäre Führung und seine Sozialpolitik. © imago
Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt
Seine Ehefrau Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt, hat heute in ganz Lateinamerika Kultstatus und steht für Grundrechte wie Wohnen, Bildung und öffentliche Gesundheitsversorgung für die Ärmsten. Doch während die einen sie als Heldin der Armen bewundern, kritisieren andere sie als „Populistin“, die das Land auf Irrwege geführt habe. Ihr Leben lieferte den Stoff für das Musical „Evita“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, das mit Madonna verfilmt wurde. Evita Perón starb mit 33 Jahren an Krebs. © imago
Wahlkampf in Argentinien
Argentiniens linkspopulistischer Präsident Néstor Kirchner (im Amt von 2003 bis 2007) steht für Sojaboom und Aufschwung. Nach seinem Tod übernahm Cristina Kirchner (2007 bis 2015) das Amt der Präsidentin. Heute ist sie die populärste Kontrahentin des rechtspopulistischen Präsidenten Javier Milei. © Cezaro De Luca/dpa
Cristina Fernandez Kirchner
Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner setzte die linkspopulistische Politik ihres verstorbenen Mannes Néstor Kirchner fort. Das Ehepaar prägte die argentinische Politik so stark, dass der moderne Peronismus in Anlehnung an ihren Namen Kirchnerismus genannt wird. Heute sitzt sie wegen Korruption verurteilt in Hausarrest. © Victor R. Caivano/dpa
Carlos Menem, ehemaliger Präsident Argentiniens
Carlos Menem, ehemaliger Präsident von Argentinien. Regierungszeit: 1989 bis 1999. Peronist, der neoliberale Reformen durchdrückte. Beispiel für den „Neopopulismus“ der 1990er Jahre und aus heutiger Sicht widersprüchlich, da seine Politik dem Kettensägen-Kurs Javier Mileis ähnelt – doch die Parteien als Gegner gelten. © Natacha Pisarenko
In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen.
Perus Präsident Alberto Fujimori (Regierungszeit: 1990 bis 2000) kombinierte populistische Rhetorik mit neoliberaler Wirtschaftspolitik. Er führte 1992 einen „Selbstputsch“ durch und wurde später wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen verurteilt. In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen.  © Martin Mejia/ap
Getúlio Vargas Präsident Brasiliens 1930-1945 und 1951-1954.
Getúlio Vargas (Brasilien). Regierungszeit: 1930-1945 und 1951-1954 Gilt als einer der Begründer des klassischen lateinamerikanischen Populismus und führte eine starke staatliche Industrialisierungspolitik ein. © imago
José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors.
José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors, gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs. Bis zu seinem Tod 1979 war er der wichtigste Politiker des Landes. © imago
Bild von Salvador Allende, Präsident von Chile.
Salvator Allende regierte Chile zwischen 1970 und 1973 als erster demokratisch gewählter sozialistischer Präsident der Welt mit populistischen Elementen. Die Erinnerung an ihn besteht fort – auch während eines Marsches zum 50. Jahrestag des Militärputsches unter der Führung von Augusto Pinochet, der Allende in Santiago gestürzt hatte.  © IMAGO/Matias Basualdo
José Antonio Kast, ultrakonservativer chilenischer Anwalt und Gründer der Republikanischen Partei
José Antonio Kast gründete 2019 die Republikanische Partei Chiles. Der ultrakonservative Anwalt wird als rechtspopulistisch, rechtsextrem und neofaschistisch beschrieben. 2021 unterlag er in der Stichwahl um das Präsidentenamt seinem Kontrahenten Gabriel Boric. © ANDRES PINA/ATONCHILE/imago
Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro
Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro ist ein ehemaliger Guerillakämpfer und Ex-Bürgermeister von Bogotá, der als linkspopulistisch beschrieben wird. Er wurde 2022 als erster linker Politiker in der Geschichte Kolumbiens zum Präsidenten gewählt. © STRINGER/afp
Rodolfo Hernández, kolumbianischer Bauunternehmer und Multimillionär.
Rodolfo Hernández, ein parteiloser Bauunternehmer und Multimillionär, kam bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien 2022 als rechtspopulistischer „TikTok-Opa“ überraschend in die Stichwahl gegen Gustavo Petro. Er erreichte mit einfachen Anti-Korruptions-Botschaften und Kampagnen auf den sozialen Medien fast 47 Prozent der Stimmen. © EVA MARIE UZCATEGUI
Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega
Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega (M.) während einer Kundgebung mit Sympathisanten in Managua 2018. Er ist seit 2007 amtierender, inzwischen diktatorisch regierender Präsident Nicaraguas und Vorsitzender der Frente Sandinista de Liberación Nacional, die früher selbst die Diktatur der Somoza-Dynastie stürzten. © Jorge Torres/imago
El Salvadors Präsident Nayib Bukele
Präsident Nayib Bukele regiert das kleinste mittelamerikanische Land E Salvador seit 2019 mit harter Hand und ist vor allem durch seine Megagefängnisse, seine ultraliberale Bitcoin-Politik und seine Beziehung zu Donald Trump in den Schlagzeilen gelandet. © Salvador Melendez/AP/dpa
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen.
Claudia Sheinbaum Pardo ist seit dem 1. Oktober 2024 Präsidentin Mexikos. Die Physikerin, die in Energietechnik promovierte, beteiligte sich an zwei Berichten des Weltklimarats, der 2007 für seine Bemühungen gegen den Klimawandel den Friedensnobelpreis erhielt. Sheinbaum stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen. © IMAGO/Luis Barron
Lázaro Cárdenas, mexikanischer Militärführer und Präsident
Der mexikanische Militärführer Lázaro Cárdenas war von 1934 bis 1940 Präsident des Landes. Er gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs Lateinamerikas und ist bekannt für Nationalisierungen und Umverteilungspolitik. Hier ist er bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern der Ölindustrie in Tamaulipas im Jahr 1938 zu sehen. © IMAGO
Fidel Castros führte die kubanische Revolution.
Fidel Castro (1926 bis 2016) war ein kubanischer Revolutionär und Politiker, der nach dem Sturz der Batista-Diktatur 1959 fast fünf Jahrzehnte lang als autoritärer Staatschef den ersten kommunistischen Staat in der westlichen Hemisphäre regierte und Kuba aus der Abhängigkeit von den USA führte. © dpa
Che Guevara
Ernesto „Che“ Guevara (1928 bis 1967) war ein argentinischer Arzt und marxistischer Revolutionär, der als Guerillaführer und Anführer der Rebellenarmee maßgeblich an der Kubanischen Revolution (1953 bis 1959) beteiligt war. Später wurde er bei dem Versuch, eine Revolution in Bolivien zu entfachen, im Alter von 39 Jahren getötet. © dpa
Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays.
Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays. Cubas wird als „populistischer Anti-Establishment-Kandidat“ mit „extremen antidemokratischen Ansichten“ beschrieben. Er bezeichnete sich selbst als „romantischen, republikanischen und nationalistischen Anarchisten“. Nach der Wahl 2023 behauptete er Wahlbetrug und organisierte Proteste, was zu seiner Festnahme führte. © NORBERTO DUARTE/afp

María Corina Machado: Frühes soziales Engagement und der Einstieg in die Politik

Bereits 1992 gründete Machado – Mutter von drei Kindern – die Fundación Atenea, eine Stiftung, die sich um Straßenkinder in Caracas kümmert, wie auf Wikipedia zu lesen ist. Sie war auch Vorsitzende der Opportunitas Foundation, bevor sie sich der Politik zuwandte.

2010 zog sie ins Parlament ein – „mit der höchsten Stimmenzahl aller Kandidaten“, so ihr Online-Profil auf der Yale-Homepage. Von 2011 bis 2014 vertrat sie den Bundesstaat Miranda in der Nationalversammlung. Dort wurde sie schnell zu einer der lautesten Kritikerinnen des Regimes von Nicolás Maduro.

Heutige Friedensnobelpreisträgerin: „Venezuela wird frei sein“

Als Abgeordnete etablierte sich Machado schnell als eine der schärfsten Kritikerinnen des Regimes. Laut Yale zeichnete sie sich „als eine der stärksten und kritischsten Stimmen bei der Anprangung der institutionellen Missbräuche des Regimes sowie der Repression, der schwerwiegenden wirtschaftlichen Probleme und in jüngerer Zeit der humanitären Krise, die Venezuela durchlebt“ aus.

Ihre kompromisslose Haltung brachte ihr nicht nur Bewunderung, sondern auch Verfolgung ein. „Venezolaner, seid euch im Klaren darüber: Das ist nicht umsonst, wir werden das Regime davonjagen. Venezuela wird frei sein“, zitiert die Humboldt-Universität Berlin eines ihrer charakteristischen Statements.

Machados Leben im Untergrund – Reden auf Lastwagen, Flucht auf Motorrädern

Doch ihr Engagement hat einen hohen Preis. Seit mehr als 14 Monaten lebt Machado im Versteck, wie die New York Post berichtet. In einem Gastbeitrag im Wall Street Journal schrieb sie im August 2024: „Ich schreibe diese Zeilen aus einem Versteck, um mein Leben, meine Freiheit und die meiner Landsleute fürchtend.“ Das Maduro-Regime hat sie zur meistgesuchten Person des Landes gemacht.

Laut der Nachrichtenagentur AFP tritt Machado in Venezuela weiterhin unangekündigt auf, hält Reden auf der Ladefläche von Lastwagen und flieht anschließend auf einem Motorrad. „Ich bin da, wo ich mich für den Kampf in Venezuela am nützlichsten fühle“, sagte sie im September vergangenen Jahres in einem Videointerview – ihre Anhänger bezeichnen sie als „La Libertadora“, die Befreierin – ein Symbol für Mut und Zivilcourage.

„Der Großteil unseres Teams ist versteckt“, erklärte Machado laut Spiegel Online. „Ich könnte gefangen genommen werden, während ich diese Worte schreibe.“ Ihre drei Kinder leben im Ausland, da ihr Leben bedroht worden sein soll. Machado ist geschieden und war von 1990 bis 2001 mit Ricardo Sosa Branger verheiratet, mit dem sie die Kinder Ana Corina, Ricardo und Henrique hat.

María Corina Machados Weg zur Oppositionsführerin

2012 gründete Machado die Partei „Vente Venezuela“, eine liberal-konservative politische Organisation, deren nationale Koordinatorin sie bis heute ist, berichtet The Dialogue. Der Name der Partei – „Komm Venezuela“ - ist Programm: Er steht für die Vision eines freien, demokratischen Venezuela.

Ihren größten politischen Triumph erlebte Machado im Oktober 2023, als sie die Vorwahlen der Opposition mit überwältigenden 92,35 Prozent der Stimmen gewann, wie Concordia notiert. Doch das Maduro-Regime reagierte prompt: Machado wurde „illegal disqualifiziert“, durfte nicht als Präsidentschaftskandidatin antreten. Stattdessen unterstützte sie Edmundo González, der nach Ansicht der Opposition die Präsidentschaftswahl im Juli 2024 gewann – ein Sieg, den das Regime jedoch nicht anerkannte.

Internationale Anerkennung der Freiheitskämpferin Machado

Die internationale Gemeinschaft hat ihre Arbeit längst gewürdigt. 2018 kürte die BBC sie zu einer der „100 einflussreichsten und inspirierendsten Führungspersönlichkeiten der Welt“, wie Yale vermerkt. 2025 nahm das Time Magazine sie in die Liste der 100 einflussreichsten Menschen auf. US-Außenminister Marco Rubio schrieb über sie: „María Corina Machado, die venezolanische Eiserne Lady, ist die Verkörperung von Widerstandsfähigkeit, Hartnäckigkeit und Patriotismus“.

Das norwegische Nobelkomitee erklärte laut CBS News: „María Corina Machado erfüllt alle drei Kriterien, die in Alfred Nobels Testament für die Auswahl eines Friedensnobelpreisträgers genannt sind. Sie hat die Opposition ihres Landes zusammengebracht. Sie ist niemals in ihrem Widerstand gegen die Militarisierung der venezolanischen Gesellschaft gewankt. Sie war standhaft in ihrer Unterstützung für einen friedlichen Übergang zur Demokratie.“

Friedensnobelpreis: Trump geht leer aus

Während Machado heute in Oslo geehrt wird, ging ein anderer prominenter Kandidat leer aus: Donald Trump. Der US-Präsident hatte den Preis wiederholt für sich beansprucht. Norwegische Politiker hatten sogar vor möglichen diplomatischen Konsequenzen gewarnt, sollte Trump nicht ausgezeichnet werden, berichtete Die Zeit.

Friedensforscher hatten jedoch bezweifelt, dass Trump tatsächlich Konflikte gelöst habe: „Bei all diesen sehr komplexen Konflikten sind sicherlich Versuche zu erkennen, eine gewisse Übereinkunft oder Verständigung zu erzielen, aber das ist noch lange kein Frieden“, zitiert die Bayerische Staatszeitung einen Experten.

Nähe zu Trump – politische Wirkung der Entscheidung

Wie derweil The Guardian berichtete, könnte die Entscheidung des Nobelkomitees auch politische Folgen abmildern: Zwar ging Trump leer aus, doch die Wahl Machados – einer Politikerin, die der US-Präsident öffentlich für seinen „Einsatz für Freiheit und Demokratie in Venezuela“ gelobt hatte – könnte den diplomatischen Ärger in Washington begrenzen.

Machado hatte sich mehrfach positiv über den früheren US-Präsidenten geäußert und ihm für seine Unterstützung der venezolanischen Demokratiebewegung gedankt. Damit würdigte sie einen der wenigen westlichen Politiker, die sich offen gegen das Maduro-Regime gestellt hatten.

Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado: Eine Mutter im Kampf für die Freiheit

Hinter der politischen Kämpferin steht auch eine Mutter von drei Kindern. Rubio beschreibt ihre Motivation treffend: „Machados Leitprinzip ist seit über einem Jahrzehnt dasselbe geblieben - ihren Kindern Ana Corina, Ricardo, Henrique und den Kindern Venezuelas ein Land frei von Tyrannei zu hinterlassen“, wie das Time Magazine konstatiert.

Machado selbst formulierte ihre Motivation einmal so: „Meine tiefe Liebe zu meinem Land und zur Freiheit motiviert mich, für die Transformation Venezuelas in eine Demokratie zu arbeiten. Zusätzlich treibt mich das Bewusstsein an, dass das venezolanische Volk vor einer tragischen Situation steht, die sich ändern muss“, zitiert die Webseite der Menschenrechtsverteidiger.

Mit der heutigen Auszeichnung erhält eine Frau den Friedensnobelpreis, die trotz Verfolgung, Bedrohung und Isolation nicht aufgegeben hat. María Corina Machado verkörpert den Mut derjenigen, die für Demokratie und Menschenrechte kämpfen – auch wenn der Preis dafür hoch ist. Ihr Kampf für ein freies Venezuela ist noch nicht beendet, aber mit dem Friedensnobelpreis erhält sie die internationale Anerkennung, die ihre jahrzehntelange Arbeit verdient. (Quellen: Bayerischer Rundfunk, Tagesspiegel, Wikipedia, Yale University, Kids Kiddle, New York Post, Wall Street Journal, Die Zeit, Spiegel Online, The Dialogue, Concordia, BBC, Time Magazine, CBS News, Tagesschau, Bayerische Staatszeitung, AFP, The Guardian) (jek/chnnn)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Europa Press

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