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Trump gegen Mamdani

Trump greift ein: Präsident mischt Wahl in New York auf – „Wovor zur Hölle haben sie Angst?“

Ein junger Politiker bewegt New York: Zohran Mamdani ist der neue Stern am Himmel der Demokraten. Das bringt Donald Trump auf den Plan.

New York – Donald Trump mischt überall mit, auch in New York. Hier steht am 4. November die Wahl des neuen Bürgermeisters auf dem Programm – und Trump tut alles, um die Wahl zu beeinflussen. Deutlich zu spüren war dies auch bei einer Veranstaltung am vergangenen Wochenende im Brooklyn College.

Donald Trumps Milliardäre: Wie viel Geld geben Bezos und Co.?

Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Sundar Pichai, Elon Musk
Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Sundar Pichai, Elon Musk und viele mehr: Bei Donald Trumps Amtseinführung 2025 tummelten sich die Milliardäre in der Rotunde des US-Kapitols. Die Stimmung war bestens und dafür gab es bei vielen auch einen guten Grund: Immerhin hatte sie der Wahlerfolg Trumps eine gehörige Stange Geld gekostet. Doch wie viel zahlten Bezos und Co. an Trumps Kampagne? Und was bekamen sie dafür? Ein Überblick. © imago
Elon Musk und Donald Trump
Der reichste Mann der Welt war auch der größte Spender Donald Trumps. Elon Musk soll der Kampagne des Republikaners 359 Millionen US-Dollar gespendet haben. Für Musk ein überschaubares Investment: Sein Privatvermögen wird auf 378 Milliarden US-Dollar geschätzt. Musk unterstützte Trump aber nicht nur mit Geld, sondern wurde auch selbst im Wahlkampf aktiv. Nach Trumps Wahlsieg zog der Tesla-Chef vorübergehend mit ins Weiße Haus und wurde dort Chef des „Department of Government Efficiency“, abgekürzt DOGE, das die Ausgaben der Bundesregierung senken sollte. Doch die Freundschaft zwischen Musk und Trump hielt nicht lange und zerbrach in aller Öffentlichkeit, als beide sich im Streit über Trumps Haushaltsplan öffentlich beschimpften. © Francis Chung/Imago
Jeff Bezos und Lauren Sanchez in Venedig
imago823473659.jpg © imago
Ein echter Großspender Donald Trumps ist dafür Timothy Mellon.
Ein echter Großspender Donald Trumps ist dafür Timothy Mellon. Der Multimilliardär ist Erbe eines Familienvermögens, das über mehr als ein Jahrhundert zurückreicht und vor allem aus Finanzgeschäften stammt. Er tritt nur selten in der Öffentlichkeit auf, ist aber seit 2018 einer der größten Einzelspender der Republikanischen Partei. Vor der US-Wahl 2024 unterstützte Mellon sowohl die Kandidatur von Robert F. Kennedy Jr. mit 25 Millionen US-Dollar als auch die Kandidatur Trumps mit bis zu 100 Millionen US-Dollar – zu einem Zeitpunkt, als beide noch gegeneinander antraten. Ein Wahlplakat der Demokraten wies auf diesen Widerspruch hin, konnte aber den Sieg Trumps auch nicht verhindern. © afp
Trump Linda McMahon
Linda McMahon hat zusammen mit ihrem Ehemann Vince McMahon die Wrestling-Liga WWE groß gemacht. Sie ist seit Jahren politisch aktiv und versuchte 2010 und 2012 erfolglos, in den US-Senat gewählt zu werden. In der ersten Amtszeit von Donald Trump war sie Chefin einer für kleine Unternehmen zuständigen Behörde. Jetzt hat sie den Posten der Bildungsministerin inne. Sie hat etwa 20 Millionen US-Dollar an Trumps PACs gespendet.  © Samuel Corum/Imago
Anthony Pratt
Anthony Joseph Pratt ist ein australischer Geschäftsmann. Er ist Vorstandsvorsitzender von Pratt Industries und Visy, dem weltweit größten privaten Verpackungs- und Papierunternehmen. Er hat Trump mit etwa 10 Millionen US-Dollar unterstützt. © Darren England/Imago
Donald Trump Medal of Freedom Miriam Adelson
Miriam Adelson ist die Witwe des Casino-Magnaten und langjährigen republikanischen Großspenders Sheldon Adelson. Die Adelsons spendeten allein im Jahr 2020 satte 220 Millionen Dollar für republikanische Zwecke. Miriam Adelson spendet auch nach dem Tod ihres Ehemanns 2021 weiterhin hohe Summen. So steuerte sie 2024 eine dreistellige Millionensumme zum Wahlkampf bei (111 Millionen US-Dollar). Bereits 2018 hatte Trump sie mit der Presidential Medal Of Freedom geehrt, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA.  © Kevon Dietsch/Imago
Demo DAPL
Ein Top-Spender ist auch Kelcy Warren. Dessen börsennotiertes Unternehmen Energy Transfer ist vor allem für die höchst umstrittene Dakota Access Pipeline (DAPL) bekannt, deren Bau Trump in einer seiner ersten Amtshandlungen vorangetrieben hat. Schon 2016 hatte Warren 100.000 Dollar für Trump gespendet. Vier Jahre später waren es mehr als 11 Millionen Dollar, 2024 erhöhte er die Summe auf 13 Millionen Dollar. © Lenin Nolly/Imago
Oil Well Pumpjack Operating in Industrial Field
Der Ölmanager Timothy Dunn stellte Trumps Super-PAC bereits im Dezember 2023 einen Scheck über fünf Millionen Dollar aus. Dunns Ölförderunternehmen CrownQuest mit Sitz in Westtexas ist eines der größten privaten Ölunternehmen des Landes.  © Paul Giamou/Imago
Cameron Winklevoss, Tyler Winklevoss
Die eineiigen Zwillinge Cameron und Tyler Winklevoss sind vor allem für ihre Behauptung bekannt, Mark Zuckerberg habe ihre Idee für Facebook gestohlen. Im Rahmen eines Vergleichs im Jahr 2008 erhielten sie 65 Millionen Dollar. Einige ihrer Spenden in Höhe von jeweils 1,3 Millionen Dollar gingen an America PAC, das Elon Musk nach eigenen Angaben mitgegründet hat. © Imago
Don Ahern
verdankt einen Großteil seines geschätzten Vermögens von einer Milliarde Dollar der Miete von Baumaschinen. Er besitzt außerdem ein Hotel abseits des Strips in Las Vegas, das zu einem beliebten Treffpunkt konservativer Politiker geworden ist. Er ist ein überzeugter Trump-Anhänger. Anders als einige Großspender hat Ahern auch im Vorwahlkampf nur Trump unterstützt. © Etahn Miller/AFP
Trump Penske
Roger Penske baute ein milliardenschweres Automobilimperium auf und hat als Besitzer des Teams Penske das berühmte Rennen Indianapolis 500 insgesamt 20 Mal gewonnen. Kurz nachdem er 2019 seinen ersten Scheck zur Unterstützung von Trumps Wiederwahl ausgestellt hatte, ehrte ihn Trump mit der Freiheitsmedaille. © Shawn Thew/Imago
Andrea and Steve Wynn
Der Nachname von Steve Wynn prangt auf den Fassaden der Casinos in Las Vegas und Macau. Wynn hat 2024 mehr als eine Million Dollar an Gruppen gespendet, die Trump unterstützen. Auch seine Frau Andrea stellt der Republikanischen Partei gerne hohe Schecks aus. © Meghan McCarthy/Imago
Richard Kurtz, Jeff Kurtz, Danny Rubin
Der Immobilientycoon Richard Kurtz (links neben Jeff Kurtz und Danny Rubin) ist seit 2022 als Spender in Erscheinung getreten. 2024 hat er für Trumps Kandidatur gespendet, 2022 war er auch einer der größten Spender für die Senatskandidatur des heutigen Vizepräsidenten JD Vance. Gern brüstet er sich damit, Vance die Tür ins Weiße Haus geöffnet zu haben. Bei einem privaten Abendessen mit Trump habe er Vance als Vize empfohlen, sagte er gegenüber Forbes. © Jeremy Smith/Imago
Antonio Gracias
Antonio Gracias hat sein Vermögen mit einer frühen Investition in Tesla aufgebaut. Als Freund von Elon Musk ist er tief in die Geschäftstätigkeit des Automobilherstellers eingebunden. Gracias saß jahrelang im Vorstand von Tesla und SpaceX. Ähnlich wie Musk hat Gracias einen rasanten politischen Wandel durchgemacht: 2020 gehörte Gracias noch zu den Großspender von Joe Biden. Im Jahr 2024 spendete er ausschließlich an Republikaner. © Scott Olson/AFP
Doug Leone
Im Gegensatz zu vielen anderen rechten Kräften im Silicon Valley, die sich erst kürzlich der Republikanischen Partei angeschlossen haben, spendet Douglas Leone seit Jahren an republikanische Kandidaten. Er leitete die Risikokapitalfirma Sequoia Capital, die ihm half, ein Vermögen von geschätzten 7,8 Milliarden Dollar anzuhäufen.  © Marco Destefanis/Imago
Zuckerberg Chan
Mark Zuckerberg, Chef des Facebook-Konzerns Meta, hat nach der US-Wahl 2024 mit der Abkehr vom bisherigen Moderationsmodell auf seinen sozialen Plattformen einen Kurswechsel und damit auch eine klare Annäherung an Trump und die Republikanische Partei eingeleitet. So spendete Meta eine Million Dollar für die Zeremonie zu dessen Vereidigung als Präsident am 20. Januar. Zudem lud Zuckerberg, begleitet von seiner Ehefrau Priscilla Chan, zusammen mit republikanischen Großspendern zu einem Empfang. © Chip Somodevilla/Imago
Diane Hendricks
Diane Hendricks feierte sich während des Wahlkampfs gerne als reichste Selfmade-Frau Amerikas. Ihr Baustoffunternehmen ABC Supply erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 20 Milliarden Dollar. Hendricks pumpte mehr als 26 Millionen Dollar in Gruppen, die Trump bei der US-Wahl 2024 unterstützten. © Mike De Sisti/Imago
Devon Energy Editorial
George Bishop gründete 1981 den Öl- und Gasproduzenten GeoSouthern Energy und verkaufte 2013 Vermögenswerte im Wert von 6 Milliarden Dollar an Devon Energy. 2016 und 2020 spendete Bishop sechsstellige Beträge an Trump. 2024 erhöhte er seine Spenden um ein weiteres Komma: 1,5 Millionen Dollar flossen an Trumps PACs und Komitees. Seine Frau Kathy steuerte 500.000 Dollar bei.  © Imago
Joe Ricketts
Joe Ricketts ist Gründer, ehemaliger CEO und ehemaliger Vorsitzender des Finanzdienstleisters TD Ameritrade. Er und seine Frau Marlene hatten 2016 eine republikanische Anti-Trump-Gruppe gepumpt. 2024 war das anders. Diesmal unterstützten sie Trump mit mehreren Millionen Dollar. Dagegen ist ihre Tochter Laura als prominente demokratische Spenderin in Erscheinung getreten.  © John J. Kim/Imago
DICK UIHLEIN
Richard Uihlein gehört zusammen mit seiner Ehefrau Elizabeth zu den großzügigsten Spendern der Republikaner. Sie gründeten 1980 das Verpackungsmaterialunternehmen Uline in ihrem Keller. Die Uihleins besitzen mittlerweile 100 Prozent ihres Unternehmens und machen ihre politischen Ansichten gerne öffentlich – unter anderem auch im Firmenkatalog. Die Uihleins haben im Wahlkampf etwa 93 Millionen in republikanische Kampagnen gesteckt. © Mark Hertzberg/Imago
Proteste in Kalifornien
In Los Angeles formierte sich Anfang Juni er erste große Anti-Trump-Protest in den USA. In der Stadt ist auch ein einflussreicher Trump-Spender aktiv. Geoffrey Palmers Immobilienfirma besitzt mehr als 11.000 Wohnungen im Großraum Los Angeles und ist damit einer der größten Vermieter der Stadt. Palmer engagiert sich seit Jahrzehnten politisch – in Kalifornien und anderswo. Zwischen 2016 und 2024 spendete er bis zu 10 Millionen Dollar an Trump-nahe PACs. © Maximilian Haupt/dpa
BERNARD BERNIE MARCUS
Bernard Marcus gründete 1978 zusammen mit Arthur Blank Home Depot. Im Laufe der Jahre lieferten sich die Gründer bei Bundeswahlen einen harten Kampf: Blank spendete Millionen an die Demokraten, Marcus an die Republikaner. Gemeinsam mit seiner Frau Billi spendete Marcus etwa 2,7 Millionen Dollar, um Trump 2024 zur Wahl zu verhelfen. © Michael Brochstein/Imago
Robert „Woody“ Johnson
Robert „Woody“ Johnson diente Trump als Botschafter in Großbritannien. Während seiner Amtszeit bat Trump ihn Berichten zufolge um Mithilfe bei der Organisation der British Open für sein schottisches Golfresort. Der ehemalige Botschafter konnte dies zwar nicht tun, erwies sich aber als zuverlässiger Spendensammler: Gemeinsam mit seiner Frau Suzanne spendete er 2,7 Millionen Dollar und half laut CNBC, republikanische Großspender zu umwerben, die sich nach dem 6. Januar von der Partei abwandten . © Ron Sachs/Imago
Horse Racing: 150th Belmont Stakes,
Kenny Troutt (2. von rechts) investiert sein Vermögen in zwei Bereiche: Pferde und Republikaner. 2018 spendeten er und seine Frau Lisa 1,3 Millionen Dollar für die republikanischen Halbzeitwahlen – und sein Pferd Justify gewann als erst zweites Pferd im 21. Jahrhundert die Triple Crown und brachte ihm fast 4 Millionen Dollar ein (hier feiert er den Sieg bei den Belmont Stakes). Das Paar unterstützt Trump seit 2016. © Matt Stone/Imago
Sen. Kelly Loeffler
Kelly Loeffler weiß, wie teuer Wahlkämpfe sein können: Bei ihrer Kandidatur für den Senat in Georgia 2020 sammelte sie 92 Millionen Dollar, verlor aber trotzdem gegen Raphael Warnock. Loeffler spendet schon seit mehr als einem Jahrzehnt hohe Summen an die Republikaner. Ihr Ehemann Jeff Sprecher ist Gründer der Intercontinental Exchange, der die New Yorker Börse gehört, wo Loeffler einst als Führungskraft tätig war. Zusammen haben sie fast 5 Millionen Dollar zur Unterstützung von Trump gespendet.  © Bill Clark/Imago
Phil Ruffin
Phil Ruffin ist eng mit Donald Trump verbunden, als Freund, Geschäftspartner und Spender. Beide sind Miteigentümer des Trump International Hotels in Las Vegas. Als Ruffin seine Frau Oleksandra in Mar-a-Lago heiratete, war Trump sein Trauzeuge. Ruffin unterstützt Trump seit 2016, hat aber für 2024 noch einmal nachgelegt. Seine 3,3 Millionen Dollar an Spenden waren mehr als bei den letzten beiden Wahlen zusammen. © Imago
JIMMY JOHN LIAUTAUD,
Jimmy John Liautaud hat sein Geld mit einer Sandwichkette gemacht. Große Kasse machte er 2016, als er den Großteil seines Unternehmens an eine Private-Equity-Firma verkaufte. Seitdem engagiert er sich stärker in der Politik, ebenso wie seine Frau Leslie. Sie unterstützte Trump 2016 und 2020, ihr Mann schloss sich ihr jedoch erst jetzt mit Spenden in Höhe von 2,8 Millionen Dollar an. © Brian Cahn/Imago

Der demokratische Hoffnungsträger Zohran Mamdani stand dort gemeinsam mit der linken Ikone Bernie Sanders auf der Bühne. Die Menge tobte, die Stimmung war prächtig – bis auf eine Ausnahme ganz zu Beginn. Da machte sich ein älterer Mann mit lauten Buhrufen bemerkbar. „Sie sind ein Kommunist“, schrie der Demonstrant. „Das ist nicht Kuba, Sie Narr!“

Wahl in New York: Trump beschimpft Mamdani als „kommunistischen Irren“

Die Botschaft spiegelte exakt die Rhetorik wider, die auch Trump immer wieder benutzt. So hatte er tags zuvor im Oval Office davon gesprochen, dass man sich wohl an einen „Kommunisten“ gewöhnen müsse. Mandani werde sich für alles die Zustimmung des Weißen Hauses holen müssen, „und wir werden dafür sorgen, dass New York nicht darunter leidet“.

Schon zuvor war der linke Kandidat ins Visier des US-Präsidenten geraten. Anfang Juli hatte er den 33-Jährigen gar als „kommunistischen Irren“ beschimpft und ihn davor gewarnt, wie versprochen im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister gegen die Festnahme von eingewanderten Menschen vorzugehen. „Nun, dann müssen wir ihn verhaften“, so Trump damals.

Der linke Demokrat Zohran Mamdani könnte bald Bürgermeister von New York sein. Unterstützt wird er von Bernie Sanders.

Trump tut alles, um Sieg von Mamdani bei der Wahl in New York zu verhindern

Inzwischen hat Trump einen ersten Anlauf unternommen, um die Wahl in New York zu beeinflussen. So berichtete die New York Times zuletzt, dass Trump-Verbündete versucht hätten, zwei von Mamdanis Konkurrenten dazu zu drängen, aus dem Rennen um den Bürgermeisterposten in New York auszusteigen: Curtis Sliwa und Eric Adams.

Sliwa ist der Kandidat der Republikaner. Der Radiomoderator, der vor allem als Gründer der Anti-Kriminalitätspatrouille Guardian Angels bekannt ist, hat ohnehin keine Chance auf den Sieg. Adams kommt selbst aus dem Lager der Demokraten, hatte sich zuletzt aber Trump angenähert und kandidiert nun als Unabhängiger. Bei vielen Menschen in New York ist er bereits in Ungnade gefallen.

Vierter Mann im Bunde ist Andrew Cuomo, der bei den Vorwahlen der Demokraten gegen Mamdani verloren hatte. Auch er tritt bei der Wahl im November als unabhängiger Kandidat an. In einem direkten Duell könnte Cuomo wohl gewinnen, sagte Trump zuletzt vor der Presse. Aber: „Wenn mehr als ein Kandidat gegen Mamdani antritt, ist das Rennen nicht zu gewinnen.“ Damit könnte Trump recht haben, in den aktuellen Umfragen liegt Mamdani jedenfalls relativ deutlich vorne.

KandidatErgebnis in %
Mamdani44
Cuomo25
Sliwa12
Adams7

(Quelle: Siena College)

Trump will sich in New-York-Wahl einmischen – Vorgehen sorgt bei Mamdani-Anhänger für Empörung

Auch bei der Veranstaltung im Brooklyn College sorgte Trumps Vorgehen für Aufregung. Es wäre „empörend“, wenn sich der Präsident in den Wahlkampf einmischen würde, zitierte ABC News den 75-jährigen Mamdani-Anhänger Edward Donlon, „Ich möchte einen ehrlichen Politiker“, sagte der pensionierter Anwalt. „Ich möchte jemanden, dem man glauben kann, was er sagt.“

Mamdani selbst reagierte gelassen auf Trumps Getöse. „Man weiß, dass sich etwas geändert hat, wenn es nicht mehr ausreicht, uns demokratische Sozialisten zu nennen“, sagte er auf Trump gemünzt: „Er weiß, was wir wissen: Der Kampf für ein menschenwürdiges Leben für jeden Einzelnen ist ein Kampf, der im ganzen Land sehr populär ist.“

Mamdani sorgt gemeinsam mit Bernie Sanders für Begeisterung in New York

Das sah das Publikum im Brooklyn College genauso. Mamdani und Sanders wurden mit tosendem Applaus empfangen, als sie die Bühne betraten. Alt und Jung standen auf und jubelten den beiden bei der Veranstaltung zu, die Teil von Sanders’ „Fighting Oligarchy“-Tour war.

Es war also kein Wunder, dass sie sich gerade die Oligarchen vorknöpfen. „New York steht nicht zum Verkauf an Donald Trumps Milliardäre … nicht zum Verkauf an Konzerne, nicht zum Verkauf an korrupte Politiker“, rief Mamdani unter dem Applaus des Publikums. Der 33-Jährige ist den Milliardären der Stadt ein Dorn im Auge, da er verspricht, die Mieten einzufrieren, den Wohnungsbau zu fördern und die Steuern für die Reichen in New York zu erhöhen.

Donald Trump beiwar erst kürzlich in New York: Beim Finale der US Open wurde er ausgebuht.

Sanders gibt Mamdani Rückendeckung: Kampf gegen Oligarchie in New York

Sanders verwies in diesem Zusammenhang auf den milliadenschweren Investor Bill Ackman, der ebenfalls die Wahl von Mamdani zum Bürgermeister von New York verhindern will: „Es gibt Leute wie Bill Ackman und andere, die offen auf den Titelseiten der Zeitungen sagen: ‚Wir werden alles tun, um diesen Kerl zu besiegen.‘ Der Präsident der Vereinigten Staaten arbeitet daran, ihm die Wahl zu erschweren.“

Und dann stellte er die entscheidende Frage: „Wovor zur Hölle haben sie Angst?“ Die Antwort gab er selbst: „Sie haben Angst, dass Mamdani zu einem Beispiel dafür wird, was im ganzen Land passieren kann … Sie haben Todesangst“, rief Sanders. „Wir sind heute Abend hier, um zu sagen: Zur Hölle mit euch. Wir werden es mit euch aufnehmen!“, fuhr er fort und brachte die Menge zum Toben.

Zohran Mamdani

Mamdani ist der Sohn der indischen Regisseurin Mira Neir, deren Film „Salaam Bombay!“ 1988 für einen Oscar nominiert wurde, und des ugandischen Politologen Mahmood Mamdani. Er wurde 1991 in Uganda geboren und kam mit seinen Eltern im Alter von sieben Jahren nach New York. Mamdani, der im New Yorker Stadtteil Queens lebt, versteht sich als Sozialist und richtete seinen Wahlkampf auf die Arbeiterklasse aus.

Mamdani gewann die Vorwahl unter registrierten Demokraten mit 43,5 Prozent gegenüber den 36,4 Prozent für den ehemaligen New Yorker Gouverneur und etablierten Politiker Andrew Cuomo. Mamdanis auf erschwingliche Lebenshaltungskosten und Mieten ausgerichteter Wahlkampf mit zahlreichen viralen Social-Media-Videos sorgte bei vielen Wählerinnen und Wählern in der wirtschaftlich und ethnisch diversen Großstadt für Begeisterung.

Mamdani wird von Trump angegriffen – und von den wichtigsten Demokraten ignoriert

Mamdani ist wegen seiner linken Positionen auch in der eigenen Partei nicht unumstritten. Das moderate Partei-Establishment weiß mit ihm offenbar nichts anzufangen. Tatsache ist jedenfalls, dass Chuck Schumer, Minderheitsführer im US-Senat, und Hakeem Jeffries, Minderheitsführer im US-Repräsentantenhaus, ihm ihre offizielle Unterstützung im Wahlkampf bisher verweigern.

Das war auch für Sanders ein Thema: „Man könnte meinen, wenn ein Kandidat, der in den Umfragen bei zwei Prozent startet, 50.000 Freiwillige auf sich vereinen kann, enorme Begeisterung auslöst, junge Menschen in den politischen Prozess einbindet und nicht-traditionelle Wähler zur Wahl bewegt, würden die Spitzenleute der Demokraten vor Freude in die Luft springen“, sagte er laut NBC News.

Als Mamdani und Sanders sich zum Verlassen der Bühne bereit machten, wandte sich Sanders ein letztes Mal an die Menge. Noch einmal verwies er auf die Technologie- und Medienoligarchen, die sich mit Trump verbündet haben: „Sie haben Reichtum. Sie haben die Macht. Wissen Sie, was wir haben? Wir haben das Volk.“ (cs)

Rubriklistenbild: © Angela Weiss/afp

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