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Trump gegen Mamdani
Trump greift ein: Präsident mischt Wahl in New York auf – „Wovor zur Hölle haben sie Angst?“
Ein junger Politiker bewegt New York: Zohran Mamdani ist der neue Stern am Himmel der Demokraten. Das bringt Donald Trump auf den Plan.
New York – Donald Trump mischt überall mit, auch in New York. Hier steht am 4. November die Wahl des neuen Bürgermeisters auf dem Programm – und Trump tut alles, um die Wahl zu beeinflussen. Deutlich zu spüren war dies auch bei einer Veranstaltung am vergangenen Wochenende im Brooklyn College.
Donald Trumps Milliardäre: Wie viel Geld geben Bezos und Co.?
Der demokratische Hoffnungsträger Zohran Mamdani stand dort gemeinsam mit der linken Ikone Bernie Sanders auf der Bühne. Die Menge tobte, die Stimmung war prächtig – bis auf eine Ausnahme ganz zu Beginn. Da machte sich ein älterer Mann mit lauten Buhrufen bemerkbar. „Sie sind ein Kommunist“, schrie der Demonstrant. „Das ist nicht Kuba, Sie Narr!“
Wahl in New York: Trump beschimpft Mamdani als „kommunistischen Irren“
Die Botschaft spiegelte exakt die Rhetorik wider, die auch Trump immer wieder benutzt. So hatte er tags zuvor im Oval Office davon gesprochen, dass man sich wohl an einen „Kommunisten“ gewöhnen müsse. Mandani werde sich für alles die Zustimmung des Weißen Hauses holen müssen, „und wir werden dafür sorgen, dass New York nicht darunter leidet“.
Schon zuvor war der linke Kandidat ins Visier des US-Präsidenten geraten. Anfang Juli hatte er den 33-Jährigen gar als „kommunistischen Irren“ beschimpft und ihn davor gewarnt, wie versprochen im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister gegen die Festnahme von eingewanderten Menschen vorzugehen. „Nun, dann müssen wir ihn verhaften“, so Trump damals.
Trump tut alles, um Sieg von Mamdani bei der Wahl in New York zu verhindern
Inzwischen hat Trump einen ersten Anlauf unternommen, um die Wahl in New York zu beeinflussen. So berichtete die New York Times zuletzt, dass Trump-Verbündete versucht hätten, zwei von Mamdanis Konkurrenten dazu zu drängen, aus dem Rennen um den Bürgermeisterposten in New York auszusteigen: Curtis Sliwa und Eric Adams.
Sliwa ist der Kandidat der Republikaner. Der Radiomoderator, der vor allem als Gründer der Anti-Kriminalitätspatrouille Guardian Angels bekannt ist, hat ohnehin keine Chance auf den Sieg. Adams kommt selbst aus dem Lager der Demokraten, hatte sich zuletzt aber Trump angenähert und kandidiert nun als Unabhängiger. Bei vielen Menschen in New York ist er bereits in Ungnade gefallen.
Vierter Mann im Bunde ist Andrew Cuomo, der bei den Vorwahlen der Demokraten gegen Mamdani verloren hatte. Auch er tritt bei der Wahl im November als unabhängiger Kandidat an. In einem direkten Duell könnte Cuomo wohl gewinnen, sagte Trump zuletzt vor der Presse. Aber: „Wenn mehr als ein Kandidat gegen Mamdani antritt, ist das Rennen nicht zu gewinnen.“ Damit könnte Trump recht haben, in den aktuellen Umfragen liegt Mamdani jedenfalls relativ deutlich vorne.
Trump will sich in New-York-Wahl einmischen – Vorgehen sorgt bei Mamdani-Anhänger für Empörung
Auch bei der Veranstaltung im Brooklyn College sorgte Trumps Vorgehen für Aufregung. Es wäre „empörend“, wenn sich der Präsident in den Wahlkampf einmischen würde, zitierte ABC News den 75-jährigen Mamdani-Anhänger Edward Donlon, „Ich möchte einen ehrlichen Politiker“, sagte der pensionierter Anwalt. „Ich möchte jemanden, dem man glauben kann, was er sagt.“
Mamdani selbst reagierte gelassen auf Trumps Getöse. „Man weiß, dass sich etwas geändert hat, wenn es nicht mehr ausreicht, uns demokratische Sozialisten zu nennen“, sagte er auf Trump gemünzt: „Er weiß, was wir wissen: Der Kampf für ein menschenwürdiges Leben für jeden Einzelnen ist ein Kampf, der im ganzen Land sehr populär ist.“
Mamdani sorgt gemeinsam mit Bernie Sanders für Begeisterung in New York
Das sah das Publikum im Brooklyn College genauso. Mamdani und Sanders wurden mit tosendem Applaus empfangen, als sie die Bühne betraten. Alt und Jung standen auf und jubelten den beiden bei der Veranstaltung zu, die Teil von Sanders’ „Fighting Oligarchy“-Tour war.
Es war also kein Wunder, dass sie sich gerade die Oligarchen vorknöpfen. „New York steht nicht zum Verkauf an Donald Trumps Milliardäre … nicht zum Verkauf an Konzerne, nicht zum Verkauf an korrupte Politiker“, rief Mamdani unter dem Applaus des Publikums. Der 33-Jährige ist den Milliardären der Stadt ein Dorn im Auge, da er verspricht, die Mieten einzufrieren, den Wohnungsbau zu fördern und die Steuern für die Reichen in New York zu erhöhen.
Sanders gibt Mamdani Rückendeckung: Kampf gegen Oligarchie in New York
Sanders verwies in diesem Zusammenhang auf den milliadenschweren Investor Bill Ackman, der ebenfalls die Wahl von Mamdani zum Bürgermeister von New York verhindern will: „Es gibt Leute wie Bill Ackman und andere, die offen auf den Titelseiten der Zeitungen sagen: ‚Wir werden alles tun, um diesen Kerl zu besiegen.‘ Der Präsident der Vereinigten Staaten arbeitet daran, ihm die Wahl zu erschweren.“
Und dann stellte er die entscheidende Frage: „Wovor zur Hölle haben sie Angst?“ Die Antwort gab er selbst: „Sie haben Angst, dass Mamdani zu einem Beispiel dafür wird, was im ganzen Land passieren kann … Sie haben Todesangst“, rief Sanders. „Wir sind heute Abend hier, um zu sagen: Zur Hölle mit euch. Wir werden es mit euch aufnehmen!“, fuhr er fort und brachte die Menge zum Toben.
Zohran Mamdani
Mamdani ist der Sohn der indischen Regisseurin Mira Neir, deren Film „Salaam Bombay!“ 1988 für einen Oscar nominiert wurde, und des ugandischen Politologen Mahmood Mamdani. Er wurde 1991 in Uganda geboren und kam mit seinen Eltern im Alter von sieben Jahren nach New York. Mamdani, der im New Yorker Stadtteil Queens lebt, versteht sich als Sozialist und richtete seinen Wahlkampf auf die Arbeiterklasse aus.
Mamdani gewann die Vorwahl unter registrierten Demokraten mit 43,5 Prozent gegenüber den 36,4 Prozent für den ehemaligen New Yorker Gouverneur und etablierten Politiker Andrew Cuomo. Mamdanis auf erschwingliche Lebenshaltungskosten und Mieten ausgerichteter Wahlkampf mit zahlreichen viralen Social-Media-Videos sorgte bei vielen Wählerinnen und Wählern in der wirtschaftlich und ethnisch diversen Großstadt für Begeisterung.
Mamdani wird von Trump angegriffen – und von den wichtigsten Demokraten ignoriert
Mamdani ist wegen seiner linken Positionen auch in der eigenen Partei nicht unumstritten. Das moderate Partei-Establishment weiß mit ihm offenbar nichts anzufangen. Tatsache ist jedenfalls, dass Chuck Schumer, Minderheitsführer im US-Senat, und Hakeem Jeffries, Minderheitsführer im US-Repräsentantenhaus, ihm ihre offizielle Unterstützung im Wahlkampf bisher verweigern.
Das war auch für Sanders ein Thema: „Man könnte meinen, wenn ein Kandidat, der in den Umfragen bei zwei Prozent startet, 50.000 Freiwillige auf sich vereinen kann, enorme Begeisterung auslöst, junge Menschen in den politischen Prozess einbindet und nicht-traditionelle Wähler zur Wahl bewegt, würden die Spitzenleute der Demokraten vor Freude in die Luft springen“, sagte er laut NBC News.
Als Mamdani und Sanders sich zum Verlassen der Bühne bereit machten, wandte sich Sanders ein letztes Mal an die Menge. Noch einmal verwies er auf die Technologie- und Medienoligarchen, die sich mit Trump verbündet haben: „Sie haben Reichtum. Sie haben die Macht. Wissen Sie, was wir haben? Wir haben das Volk.“ (cs)