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„Böser Traum“

„Schleichendes Grauen“: US-Experten fürchten Björn Höcke

Vor dem Erfolg bei der Bundestagswahl wurde die AfD in Thüringen stärkste Kraft. US-Politikwissenschaftler befürchteten eine „Bedrohung für die globale Stabilität“.

Bei der Bundestagswahl verdoppelt die AfD ihr Ergebnis im Vergleich zu 2021 und wird zweitstärkste Kraft. AfD-Parteivorsitzende Alice Weidel spricht in der ARD von einem „historischer Erfolg“. Doch einige AfD-Wähler sind enttäuscht, nicht die absolute Mehrheit bekommen zu haben – und nicht zu regieren.

Bei den Landtagswahlen im Osten am 1. September wurde die AfD in Thüringen mit 32,8 Prozent sogar stärkste Kraft: Parteichef Björn Höcke feierte den Sieg. Auch bei den Landtagswahlen in Sachsen und in Brandenburg erstarkte die Partei. Wie werden Björn Höcke und sein Erfolg mit der AfD im US-amerikanischen Ausland wahrgenommen?

„Als Bedrohung für Deutschland und Europa. Manche sagen sogar, es sei wie in dem Film ‚Er ist wieder da‘“, sagte Eric Langenbacher im September BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA. Er betreut das Projekt „Understanding the AfD“ am American German Institute (AGI) in Washington und unterrichtet Politik an der Georgetown University.

Wenn er Höcke in wenigen Worten beschreiben würde, dann als „einen potenziellen Demagogen, der die Ängste der Menschen ausnutzt“, sagt Langenbacher. Seit den Wahlen in Thüringen und Sachsen habe sich seine Wahrnehmung der AfD verändert. „Es ist ein Gefühl des schleichenden Grauens. Als würde ein böser Traum lebendig werden“, sagt er.

„Ich glaube, es gab eine gewisse Überzeugung (oder ein Wunschdenken), dass die Wähler Höcke und die AfD am Wahltag nicht in dem Maße unterstützen würden“, sagt er. „Nun scheint es, dass die Rechtsextremen unweigerlich auf dem Weg zur Macht sind, mit allem, was das mit sich bringt.“

Björn Höcke beim AfD-Wahlkampf in Thüringen.

US-Experten befürchten „steigende Flut des Rechtsextremismus“ in Deutschland

„Ich befürchte, dass Deutschland, das Neonazi-Bewegungen und antisemitische Äußerungen an den Rand gedrängt (und kriminalisiert) hat und zu einer der größten Demokratien der Welt geworden ist, von einer steigenden Flut des Rechtsextremismus erschüttert werden wird“, sagt Matthew Dallek von der George Washington University BuzzFeed News Deutschland.

Dallek forscht zu Rechtsextremismus in den USA und über deren Grenzen hinaus und warnt, dass der „Aufstieg der Rechtsextremen eine ernste Bedrohung für die globale Stabilität darstellt, weil sie die Unterstützung für die Ukraine bei der Verteidigung gegen die russische Invasion gefährden, Einwanderer, Juden und Muslime zum Sündenbock für wirtschaftliche Probleme und Kriminalität machen und eine nationalistische Politik durchsetzen, die die Bindungen der Europäischen Union schwächt.“

Doch das sei nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa ein Problem. Höcke sei zwar ein „Nazi-Sympathisant“, sagt Dallek, aber er sei sich nicht sicher, wie viele US-Amerikaner überhaupt wüssten, wer er sei. Wenn sich die Öffentlichkeit in den USA mit dem Erfolg der AfD beschäftigt, dann nur im „größeren Kontext des Aufschwungs rechtsextremer Bewegungen in ganz Europa“ also auch Frankreich, Italien und Ungarn. „So gefährlich Höcke auch sein könnte, ich glaube nicht, dass er eine so große Bedrohung darstellt wie Wladimir Putin oder Viktor Orbán“, sagt auch Langenbacher.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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