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Brüssel nimmt Banken ins Visier

Putin unter Druck: Details zu neuen EU-Sanktionen im Ukraine-Krieg

Das 18. Sanktionspaket der EU soll Russland wirtschaftlich schwächen. Brüssel fokussiert sich auf Öl, Gas und Finanzen.

Brüssel – Während die 17. Runde von Strafmaßnahmen gegen Russland gerade erst in Kraft getreten ist, bereitet die Europäische Union bereits das nächste, 18. Sanktionspaket vor. Es soll härter, gezielter und umfassender werden – mit klarer politischer Botschaft an den Kreml: Die wirtschaftliche Isolation Russlands soll in Zeiten des Ukraine-Kriegs weiter verschärft werden.

Druck auf Putin im Ukraine-Krieg: EU plant bereits neue Sanktionen

Wie Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute EU-Quellen berichtet, umfasst das geplante Maßnahmenpaket unter anderem den Ausschluss von über 20 russischen Banken aus dem internationalen Zahlungssystem SWIFT, die Absenkung des G7-Preisdeckels für russisches Öl auf rund 45 US-Dollar, sowie ein faktisches Betriebsverbot für die Nord-Stream-Gaspipelines.

Der geplante SWIFT-Ausschluss betrifft laut n-tv.de auch Institute mit zentraler Bedeutung für Russlands Wirtschaft, darunter wohl auch Banken im Einflussbereich des staatlichen Gaskonzerns Gazprom, etwa die Gazprombank. Bereits nach dem Aus für sieben russische Banken im März 2022 hatte sich die Abwicklung internationaler Zahlungen erheblich erschwert – die geplanten neuen Ausschlüsse würden diese Entwicklung deutlich verschärfen.

Putins Parade in Moskau: Russland feiert „Tag des Sieges“ mit gigantischer Militärparade

Vor dem „Tag des Sieges“ in Russland - Moskau
Russland feiert den „Tag des Sieges“. Eingeführt wurde der arbeitsfreie Tag, an dem dem Sieg über Nazi-Deutschland gedacht wird, durch einen Erlass am 8. Mai 1945 - also noch zu Zeiten der Sowjetunion. Gefeiert wird aber auch noch nach deren Ende, vor allem in der russischen Hauptstadt Moskau. © Alexander Zemlianichenko/dpa
T-34-Panzer aus der Sowjetzeit kurz vor dem Tag des Sieges in Moskau
Unter den Augen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin wird am „Tag des Sieges“ eine gigantische Militärparade durch Moskau rollen, reiten und marschieren. Die Vorbereitungen in der Hauptstadt laufen bereits einen Tag zuvor auf Hochtouren. Hier zu sehen sind T-34-Panzer aus der Sowjetzeit, die ebenfalls an Putins Parade teilnehmen sollen. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Russlands Präsident Wladimir Putin, der hier ein Mitglied der Yunarmia (Jugendarmee) umarmt
Putin, der hier ein Mitglied der Yunarmia (Jugendarmee) umarmt, nutzt den „Tag des Sieges“ traditionell als Tag der Selbstbeweihräucherung. Die Jugend seines Landes soll mit Bildern der Stärke auf Kreml-Kurs gebracht werden. Die Erinnerung an den einstigen Triumph über die Nazis soll die kriegsgebeutelte Bevölkerung befrieden.  © Alexander Kazakov/dpa
Gartenring, der hier von einem russischen Militärfahrzeug befahren wird,
Geplant ist die Militärparade zum Großteil auf dem Gartenring, der hier von einem russischen Militärfahrzeug befahren wird, und die einen großen Ring um die Moskauer Innenstadt zieht. Allgegenwärtig wird auch bei der diesjährigen Militärparade zum „Tag des Sieges“ der Buchstaben Z sein. Er gilt in Russland seit dem Angriff durch Wladimir Putins Truppen auf die Ukraine als propagandistisches Symbol der Unterstützung für die Politik des Kreml. © ANGELOS TZORTZINIS/AFP
80 Jahre ist es her, dass die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg siegte
Auch wenn Russland unter Machthaber Wladimir Putin den Kommunismus und die Sowjetzeiten hinter sich gelassen hat, erinnert sich das Land und seine Bevölkerung am 9. Mai traditionell und voller Stolz an das Jahr 1945. Überall in Moskau und dem Rest Russlands haben rote Fahnen mit Hammer und Sichel an diesem Tag Hochkonjunktur. Das Jahr 2025 markiert dabei ein besonders Jubiläum: 80 Jahre ist es her, dass die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg siegte und Nazi-Deutschland die bedingungslose Kapitulation unterzeichnete. © Alexander Zemlianichenko/dpa
russische Studentinnen und Studenten, gekleidet in die Mode der 1950er und in sowjetischen Uniformen
Feierlichkeiten finden am „Tag des Sieges“ in ganz Moskau statt. Hier üben russische Studentinnen und Studenten, gekleidet in die Mode der 1950er und in sowjetischen Uniformen den „Siegeswalzer“ ein. Passend dazu gestaltet ist Hintergrund, in dem ein riesiges Modell des sowjetischen „Siegesordens“ zu sehen ist - die höchste militärische Auszeichnung, die die UdSSR zu vergeben hatte. © Alexander Zemlianichenko(dpa
der rote Platz inmitten Moskaus
Zentrum der Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ ist der rote Platz inmitten Moskaus. Das Areal rund um die dortige Basilius-Kathedrale und den Kreml ist bereits seit mehreren Tagen abgesperrt. Das liegt aber nicht nur an den Vorbereitungen für die große Militärparade in Putins Machtzentrum. © IMAGO
Xi Jinping und Wladimr Putin in Moskau
Ein weiterer Grund für die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen ist der Besuch von Xi Jinping. Der Präsident der Volksrepublik China verbringt vier Tage als Gast von Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau. Selbstverständlich wird das chinesische Staatsoberhaupt auch an den als Ehrengast bei Russlands Militärparade anwesend sein. © Evgenia Novozhenina/dpa
mir Putin an Russlands „Tag des Sieges“ die Ehre erweisen wird. Hier trifft der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko in Moskau ein
Xi Jinping ist nicht das einzige Staatsoberhaupt, dass Wladimir Putin an Russlands „Tag des Sieges“ die Ehre erweisen wird. Hier trifft der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko in Moskau ein. Er gilt als einer der engsten Verbündeten Putins seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs. © IMAGO/Kristina Kormilitsyna
zu Gast ist Nicolás Maduro, Präsident der Autokratie in Venezuela.
Auch aus Südamerika bekommt Wladimir Putin zum „Tag des Sieges“ Besuch. Unter anderem zu Gast ist Nicolás Maduro, Präsident der Autokratie in Venezuela.  © Alexander Zemlianichenko/dpa
In Moskau traf Maduro im Vorfeld der Militärparade unter anderem Ibrahim Traore
In Moskau traf Maduro im Vorfeld der Militärparade unter anderem Ibrahim Traore, Präsident der afrikanischen Republik Burkina Faso. Beide sind Ehrengäste Wladimir Putins bei den Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ in Moskau. © MARCELO GARCIA/AFP
Aus Zimbabwe zu Gast in Moskau ist Präsident Emmerson Mnangagwa
Aus Zimbabwe zu Gast in Moskau ist Präsident Emmerson Mnangagwa. Auch er wird an den Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ als Ehrengast teilnehmen. Seine Regierung war eine der wenigen, die im Jahr 2014, also lange vor offiziellem Beginn des Ukraine-Kriegs, mit Russland gegen eine UN-Resolution stimmte, die Putins Annektion der ukrainischen Halbinsel Krim verurteilte. © IMAGO/Maksim Blinov
Einen Tag vor dem eigentlichen „Tag des Sieges“ versammelte Wladimir Putin seine Gäste im Kreml zu einem pompösen Staatsdinner.
Einen Tag vor dem eigentlichen „Tag des Sieges“ versammelte Wladimir Putin seine Gäste im Kreml zu einem pompösen Staatsdinner. © MIKHAIL METZEL/AFP
Militärparade durch Moskau
Für Wladimir Putin und den Kreml ist der „Tag des Sieges“ eine willkommene Gelegenheit für bildgewaltige Propaganda. Entsprechend groß ist der Aufwand, der betrieben wird, um die Militärparade durch Moskau zu inszenieren. Bereits im Vorfeld wurden etliche Vorkehrungen getroffen, um Soldaten, Panzer und Kriegsgerät im vorteilhaften Licht erscheinen zu lassen. © IMAGO
Die „Manege“, eine der größten Ausstellungshallen für Kunst und Kultur am Roten Platz
Die Gelegenheit ist günstig, denn das internationale Interesse an Putins Parade zum „Tag des Sieges“ ist riesig. Die „Manege“, eine der größten Ausstellungshallen für Kunst und Kultur am Roten Platz unmittelbar neben dem Kreml, wurde für den „Tag des Sieges“ in ein Zentrum für die internationale Presse umgebaut. © IMAGO
Militärparade am „Tag des Sieges“
Das Herzstück der Militärparade am „Tag des Sieges“ werden auch am 9. Mai 2025 die Kolonnen von Kampfpanzern sein, die durch Moskau und vorbei an Präsident Wladimir Putin und seinen Ehrengästen rollen werden. Die erste Siegesparade auf dem Roten Platz in der russischen Hauptstadt fand übrigens am 24. Juni 1945 statt. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Hier rollt ein RS-24 Yars-Raketenwerfer durch Moskau.
Neben russischen Kampfpanzern präsentiert Wladimir Putins Armee am „Tag des Sieges“ weiteres schweres Gerät. Hier rollt ein RS-24 Yars-Raketenwerfer durch Moskau. © Alexander Zemlianichenko/dpa
im Ukraine-Krieg erbeuteten deutschen Leopard 2-Kampfpanzer
Russlands Machthaber Wladimir Putin nutzte die Feierlichkeiten zum „Tag des Sieges“ in Moskau in der Vergangenheit auch für Nadelstiche Richtung Westen. 2024 stellte das russische Militär einen nach eigenen Angaben im Ukraine-Krieg erbeuteten deutschen Leopard 2-Kampfpanzer aus. Zu besichtigen war die Kriegstrophäe im „Park des Sieges“. Im Hintergrund wehten rote Fahnen mit der Aufschrift: Pobeda! Zu Deutsch: Sieg. © Ulf Mauder/dpa
Kampfjet-Formationen an den „Tag des Sieges“
Die Militärparade in Moskau findet nicht nur auf der Straße statt. In der Luft erinnern Kampfjet-Formationen an den „Tag des Sieges“, die den Himmel über Moskau in rot, blau und weiß färben: die Farben der russischen Nationalflagge. © Pavel Bednyakov/dpa
Abfangjäger vom Typ MiG-31BM, ein Tankflugzeug Iljuschin Il-78 und ein schwerer strategischer Bomber vom Typ Tupolew Tu-160
Flankiert werden die Kampfjets über Moskau am „Tag des Sieges“ von weiteren Militärflugzeugen, die als Teil der großen Militärparade die Macht der russischen Armee symbolisieren sollen. Hier zu sehen bei den Proben für Putins Parade sind Abfangjäger vom Typ MiG-31BM, ein Tankflugzeug Iljuschin Il-78 und ein schwerer strategischer Bomber vom Typ Tupolew Tu-160. © Bai Xueqi/dpa
nehmen tausende Soldatinnen und Soldaten aus Russland und verbündeten Nationen an der Militärparade in Moskau teil
Neben Panzern und Kampfjets nehmen tausende Soldatinnen und Soldaten aus Russland und verbündeten Nationen an der Militärparade in Moskau teil. 2024 sollen es über 9000 Männer und Frauen gewesen sein, die aufgeteilt in über 30 zeremoniellen Regimentern durch die Straßen der russischen Hauptstadt marschierten. © IMAGO/Belkin Alexey
Militärparade am Tag des Sieges durch Moskau
Zu Fuß, zu Fahrzeug, aber auch zu Pferd führt Russlands größte Militärparade am Tag des Sieges durch Moskau. Vor einem weiteren Kampfpanzer proben hier Kavalleristen tags zuvor ihren Auftritt am 9. Mai 2025. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Russland: Probe der Parade zum Tag des Sieges
Den Sieg über Adolf Hitler und das Dritte Reich feiern gemeinsam mit Russland zahlreiche Verbündete. Neben Staatsoberhäuptern nehmen auch Ehrengardisten dieser Länder an der Militärparade in Moskau am 9. Mai 2025 teil. Hier zu sehen sind ägyptische Soldaten bei einer Probe nahe des Roten Platzes in Moskau. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Soldaten aus Aserbaidschan durch die Straßen Moskaus.
Vorbei an jubelnden Massen ziehen als Teil der Militärparade zum „Tag des Sieges“ auch Soldaten aus Aserbaidschan durch die Straßen Moskaus. © Alexander Zemlianichenko
Xi Jinping hat ebenfalls chinesische Ehrengardisten mit nach Moskau gebracht
Präsident Xi Jinping hat ebenfalls chinesische Ehrengardisten mit nach Moskau gebracht, die am Tag des Sieges in Parade-Uniform durch die russische Hauptstadt ziehen werden. © Alexander Zemlianichenko/dpa
Hier grüßt ein mit Orden dekorierter russischer Soldat das Publikum.
Doch nicht nur Ehrengardisten und Blaskapellen marschieren am „Tag des Sieges“ als Teil der Militärparade durch Moskau. An den Proben zu den Feierlichkeiten am diesjährigen 9. Mai beteiligten sich auch aktive Soldaten. Hier grüßt ein mit Orden dekorierter russischer Soldat das Publikum. Die Auszeichnungen soll er sich im von Wladimir Putin angezetteltem Ukraine-Krieg verdient haben. © Alexander Zemlianichenko
Hoch im Kurs am „Tag des Sieges“ steht bei der russischen Jugend offenbar der Sowjet-Look
Hoch im Kurs am „Tag des Sieges“ steht bei der russischen Jugend offenbar der Sowjet-Look. Im internationalen Pressezentrum in Moskau haben sich diese drei als Sowjet-Soldatin und Soldaten verkleidet. Geschmückt haben sie ihre Uniformen mit dem Sankt-Georg-Band. Die Schleife gilt seit 2005 als Zeichen der Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Seit etwa 2011 gilt das Sankt-Georg-Band darüber hinaus als Symbol der Unterstützung für die Expansionspolitik Wladimir Putins, vor allem in der Ukraine. © IMAGO/Vladimir Astapkovich
Eine abgestürzte Drohne soll dieses Haus in einem Moskauer Vorort beschädigt haben.
Getrübt wurde die Vorfreude in Moskau auf die Militärparade und den „Tag des Sieges“ durch den Schrecken des Ukraine-Kriegs. Der wurde wenige Tage vor der geplanten Militärparade in der russischen Hauptstadt einmal mehr sehr real: Laut Angaben der russischen Behörden wurden mehrere Kampfdrohnen aus der Ukraine über Moskau abgeschossen. Eine abgestürzte Drohne soll dieses Haus in einem Moskauer Vorort beschädigt haben. © Uncredited/dpa

Zusätzlich soll der Preisdeckel für russisches Öl, der bislang bei 60 US-Dollar pro Barrel liegt, auf etwa 45 Dollar gesenkt werden. Der Schritt, so die ukrainische Nachrichtenseite European Pravda, soll Russlands Einnahmen weiter senken und sei bereits von Großbritannien befürwortet worden. „Dieser Schritt ist notwendig, um den Druck auf Putin zu erhöhen und seine Einnahmen aus dem Energiesektor weiter zu kürzen“, hieß es demnach von britischer Seite.

EU will Nord Stream endgültig stilllegen – Merz unterstützt Vorstoß im Ukraine-Krieg

Ein zentrales Element des geplanten Pakets ist laut Financial Times das Betriebsverbot für die beiden Nord-Stream-Gaspipelines, das von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorbereitet und vom deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz aktiv unterstützt wird. Die Sanktionen sollen unter anderem die Betreibergesellschaft Nord Stream 2 AG mit Sitz in der Schweiz treffen.

„Eines der Ziele unserer Sanktionen ist es, Russland von Einnahmen abzuschneiden, die zur Finanzierung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine verwendet werden“, sagte ein deutscher Regierungssprecher gegenüber der FT. Das Vorhaben zielt auch darauf ab, Versuche russischer und US-amerikanischer Geschäftsleute zu vereiteln, die Pipeline unter neuer Führung wieder in Betrieb zu nehmen.

Im Fokus der neuen EU-Sanktionen: Rund 20 russische Banken, darunter die Gazprombank, und das Pipelineprojekt Nord Stream 2 sollen endgültig gestoppt werden.

Brüssel und der Ukraine-Krieg: Wirtschaftlicher Schaden oder Symbolpolitik?

Während Brüssel nach außen hin Entschlossenheit demonstriert, bleibt umstritten, wie effektiv die Sanktionen tatsächlich sind. In Russland nimmt man die Ankündigung wieder einmal betont gelassen, zumindest nach außen hin. Der russische Wirtschaftsexperte Vladimir Kosoy etwa wertet den geplanten SWIFT-Ausschluss eher als „Demonstration von Unzufriedenheit“ denn als ernsthaften wirtschaftlichen Schlag. Im Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur URA.RU versucht Kosoy die Bevölkerung in Russland zu beschwichtigen: „Es handelt sich um eine symbolische Maßnahme – die tatsächliche Wirkung dürfte begrenzt sein.“

Anders sieht das der CDU-Politiker Roderich Kiesewetter. Laut Politico warnte er, dass jede Lücke in der Durchsetzung der Sanktionen Putins Kriegsmaschinerie zugutekommen würde und die europäische Sicherheit destabilisiert. Besonders der Export von Hochtechnologie müsse noch entschlossener unterbunden werden.

Maßnahmen gegen Putin: Kontron-Skandal zeigt Lücken im EU-Sanktionssystem

Der Fall des österreichischen Konzerns Kontron, der laut Politico trotz geltender Sanktionen über eine slowenische Tochtergesellschaft weiterhin Überwachungstechnik nach Russland exportierte, befeuert die Debatte über mangelnde Kontrolle und Durchsetzung. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Kiesewetter forderte in diesem Zusammenhang unverzügliche Untersuchungen durch die zuständigen deutschen Behörden.

Die EU-Kommission plant daher, im neuen Paket auch Schutzmaßnahmen für europäische Unternehmen zu integrieren, um diese vor Schiedsverfahren im Rahmen bilateraler Investitionsabkommen zu schützen, wie The Kyiv Independent berichtet.

Ohne US-Unterstützung droht europäische Uneinigkeit im Ukraine-Krieg

Ein entscheidender Unsicherheitsfaktor bleibt die Haltung der Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump hatte nach einem Gespräch mit Putin deutlich gemacht, dass er vorerst keine neuen Sanktionen gegen Russland verhängen wolle. Die Aussicht auf erneuten Handel mit Moskau scheint für ihn derzeit wichtiger als zusätzlicher Druck auf den Kreml.

Diese Haltung könnte nach Ansicht von EU-Diplomaten zu einer Spaltung innerhalb der Europäischen Union führen – insbesondere, wenn Ungarn erneut mit einem Veto gegen die Verlängerung bestehender Sanktionen droht.

Das 18. Sanktionspaket der EU gegen Russland ist eine weitere Etappe im wirtschaftlichen und politischen Ringen mit dem Kreml. Mit Maßnahmen gegen Finanzsektor, Energiemarkt und Hochtechnologie will Brüssel den Druck auf Moskau im Ukraine-Krieg weiter erhöhen. Doch ohne entschlossene Durchsetzung und transatlantische Geschlossenheit droht der Effekt zu verpuffen – oder sich, wie im Fall Kontron, ins Gegenteil zu verkehren.

Rubriklistenbild: © Foto links: IMAGO / Depositphotos | Foto rechts: IMAGO / ITAR-TASS

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