Trump empfängt Putin
Ergebnisse des Alaska-Treffens im Überblick: Trump und Putin bleiben vage
US-Präsident Trump und Kremlchef Putin sprechen bei einem Gipfel in Alaska über den Ukraine-Krieg. Welche Ergebnisse am Ende zu Buche stehen.
Anchorage – Weit weg von Europa hat US-Präsident Donald Trump im Bundesstaat Alaska erstmals seit seiner Rückkehr ins Amt den russischen Staatschef Wladimir Putin empfangen. Der Kremlchef, der mit der Invasion am 24. Februar 2022 den Ukraine-Krieg ausgelöst hat, kann es auf jeden Fall als Erfolg verbuchen, dass Trump ihn wieder auf die Weltbühne geholt hat.
Schon vor dem Gipfel in Alaska ist nach Kremlangaben bereits ein Folgetreffen Trumps mit Putin in Russland vereinbart worden. Beide Seiten haben auch Fragen der atomaren Rüstung auf ihrer Agenda. Trump selbst hat angekündigt, nach dem Gipfel zunächst den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und die europäischen Verbündeten der Ukraine zu informieren.
Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern




Ergebnisse des Alaska-Treffens zum Ukraine-Krieg: Worauf sich Trump und Putin geeinigt haben
Nach einem fast dreistündigen Gipfel traten Trump und Putin dann gemeinsam für zwölf Minuten vor die Presse – verkündeten dabei aber wenig Neues. Inhaltlich blieben beide sehr vage. Trump sprach von Einigungen in wichtigen Punkten, ohne Details zu nennen. „Es gibt keinen Deal, bis es einen Deal gibt“, sagte Trump nur. Auch Putin sprach von Vereinbarungen, die Ausgangspunkt für eine Lösung des Ukraine-Kriegs sein könnten. Details nannte auch er nicht. Der Konflikt sei aber eines der zentralen Themen gewesen. Trump sagte, dass der Krieg beendet werden müsse.
Trump wollte sich in Kürze mit den Europäern besprechen. „Ich werde mit der Nato telefonieren, in Kürze werde ich die verschiedenen Personen anrufen, die ich für geeignet halte, und natürlich auch Präsident Selenskyj, um ihnen von dem heutigen Treffen zu berichten“, sagte Trump. „Letztlich liegt die Entscheidung bei ihnen.“ Auch Putin, der bei der Pressekonferenz zuerst das Wort erhielt, sagte, die Gespräche seien konstruktiv und inhaltsreich verlaufen. „Wir haben mit Herrn Trump gute direkte Kontakte aufgebaut“, sagte Putin.
Zu den Personen: Donald Trump und Wladimir Putin treffen sich zum Gipfel in Alaska
| Name: Donald John Trump | Name: Wladimir Wladimirowitsch Putin |
|---|---|
| Geboren: 14. Juni 1946 | Geboren: 07.10.1952 |
| Geburtsort: New York City | Geburtsort: Sankt Petersburg, Russland |
| Ehepartnerin: Melania Trump (verh. 2005), Marla Maples (verh. 1993–1999), Ivana Trump (verh. 1977–1992) | Ehepartnerin: Ljudmila Alexandrowna Otscheretnaja (verh. 1983–2014) |
| Kinder: Ivanka Trump, Donald Trump Jr., Tiffany Trump, Barron Trump, Eric Trump | Kinder: Mariya Putina, Katerina Tichonowa |
Nur wenig Ergebnisse des Alaska-Treffens von Trump und Putin zum Ukraine-Krieg: Viele Fragen ungeklärt
Über neue Zölle gegen Russland oder deren Handelspartner sprach Trump nicht. Zum Austausch von Gefangenen sagte er genauso wenig wie zu möglichen Gebietsabtretungen. Nicht einmal das Wort „Waffenruhe“ nahm der US-Präsident in den Mund. Dabei war genau das der Kernpunkt, auf den Kiew und die europäischen Verbündeten gepocht hatten: Eine bedingungslose und Feuerpause gilt für sie als Voraussetzung, um überhaupt in weitere Verhandlungen mit dem Kreml einzutreten. Putin hingegen hat immer wieder klargemacht, eine solche kategorisch abzulehnen. Er verlangt für eine Waffenruhe etwa ein Ende der westlichen Waffenlieferungen an die Ukraine und einen Stopp der Mobilmachung in dem Land.
Auch in Alaska blieb Putin hart bei seinem Kurs, zunächst die „Ursachen“ des Konflikts beseitigen wollen. Der Kremlchef gab sich dankbar, dass Trump versuche, zu diesen Wurzeln vorzudringen. Wie sein Gastgeber ging auch Putin mit keinem Wort auf die von Selenskyj, den Europäern – und vor dem Treffen auch von Trump – geforderte umfassende Waffenruhe ein. Er beteuerte zugleich, den Krieg beenden zu wollen. Immerhin räumte er dabei ein, dass auch die Sicherheit der Ukraine berücksichtigt werden müsse.
Was nach dem Alaska-Treffen von Trump und Putin zum Ukraine-Krieg bekannt ist
- Die Verhandlungen dauerten nach Angaben des Kreml 2 Stunden und 45 Minuten.
- Die anschließende Pressekonferenz von Trump und Putin dauerte zwölf Minuten.
- Putin und Trump lobten die Gespräche als konstruktiv und produktiv.
- Trump will in Kürze die Nato-Partner anrufen und über den Austausch mit Putin informieren – ebenso den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.
- Putin sieht eine Chance für einen stärkeren wirtschaftlichen Austausch mit den USA.
- Trump hält nach dem Gespräch mit Putin einige Punkte für ungeklärt, man habe sich aber in vielen Punkten geeinigt.
- Es gab in der gemeinsamen Pressekonferenz von Putin und Trump keine Aussagen über eine mögliche Waffenruhe.
- Putin sprach von Vereinbarungen, die Ausgangspunkt für eine Lösung des Ukraine-Konflikts sein könnten.
- Auf der Pressekonferenz wurden keine Fragen beantwortet.
Was nach dem Alaska-Treffen von Trump und Putin zum Ukraine-Krieg nicht bekannt ist
- Was ist der Inhalt der von Putin erwähnten Vereinbarungen, die Ausgangspunkt für eine Lösung des Ukraine-Konflikts sein könnten?
- Trump sprach davon, dass es noch sehr wenige offene Punkte gebe, darunter vielleicht der wichtigste – worum geht es da?
- Wurde konkret über eine mögliche Waffenruhe gesprochen und wenn ja, mit welchen Voraussetzungen?
- Wurde über Gebietsfragen gesprochen?
- Trump und Putin sprachen unverbindlich über ein weiteres Treffen. Ob Putin Trump offiziell nach Moskau eingeladen hat, blieb unklar.
- Trump hatte vor dem Gipfel erklärt, dass es ein mögliches zweites Treffen unter Einbeziehung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj geben solle – bleibt es dabei?
Ergebnisse vor dem Treffen von Trump und Putin in Alaska zum Ukraine-Krieg völlig offen
Trump will, wie er immer wieder angekündigt hat, den Ukraine-Krieg so rasch wie möglich beenden. Er fordert eine Waffenruhe. Nach mehreren Telefonaten mit Putin wollte er sich nun auch unter vier Augen einen Eindruck verschaffen, ob der Kremlchef bereit ist zu einem Frieden – und unter welchen Bedingungen. Das Treffen zwischen Trump und Putin fand in der Stadt Anchorage im US-Bundesstaat Alaska statt – und zwar auf dem Militärstützpunkt Elmendorf-Richardson.
Für Putin war das ein idealer Ort, weil Russland im äußersten Osten eine gemeinsame Grenze mit den USA hat – und er schon aus Sicherheitsgründen gern auf die Einbindung von Drittstaaten verzichtet. Zudem drohte ihm keine Vollstreckung des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, weil die USA die Instanz nicht anerkennen. Und: Alaska ist früheres russisches Gebiet, verkauft zu Zarenzeiten an die USA – also historisch vertraut.
Alaska
Im 18. Jahrhundert entdeckte der Däne Vitus Bering auf einer Expedition im Auftrag des Zarenreichs die Meerenge zwischen Asien und Amerika, die später nach ihm benannte Beringstraße. So erfuhr der Westen von der Existenz Alaskas. Menschen aus Russland siedelten zunächst auf der Insel Kodiak, um Robben zu jagen und ihr Fell zu verkaufen. Zar Paul I. gründete 1799 die Russisch-Amerikanische-Kompanie, die den Pelzhandel ohne Rücksicht auf die Ureinwohner organisierte. Doch die übermäßige Jagd ließ die Bestände der Robben und Seeotter schrumpfen, die Wirtschaft brach zusammen. 1867 verkaufte Moskau das Gebiet für 7,2 Millionen Dollar an Washington – viel Geld für das unwirtliche, abgelegene Gebiet, kritisierten damals viele. Erst 1959 wurde Alaska ein Bundesstaat der USA.
Gibt es Ergebnisse im Ukraine-Krieg? Wie es zu dem Treffen zwischen Putin und Trump in Alaska kam
Vor der US-Wahl 2024 hatte Trump versprochen, er werde den Ukraine-Krieg sofort beenden: Er werde dies „in 24 Stunden schaffen“, sagte er zum Beispiel im Mai 2023. Kurz nach seinem erneuten Amtsantritt im Januar 2025 fuhr Trump scharfe Attacken gegen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Dann kam es zum Eklat: Bei Selenskyjs Besuch im Weißen Haus am 28. Februar warfen Trump und Vizepräsident JD Vance dem ukrainischen Präsidenten vor, „überhaupt nicht dankbar“ für die US-Militärhilfen zu sein und Russland zu provozieren. „Sie spielen mit dem Dritten Weltkrieg“, herrschte Trump seinen Amtskollegen an.
Zwischendurch sah es dann so aus, als würde sich Trump mit Putin auf Kosten der Ukraine einigen. Doch dazu kam es nicht. Nach einem Treffen mit Selenskyj am Rande der Beerdigung von Papst Franziskus am 26. April in Rom machte sich bei Trump ein Stimmungswandel bemerkbar. Er äußerte Zweifel, dass Putin „den Krieg vielleicht gar nicht beenden, sondern mich nur hinhalten will“. Trump ließ erkennen, dass er wegen der fortgesetzten russischen Angriffe auf die Ukraine die Geduld mit Putin verliert. Der Kreml-Chef sei „völlig verrückt geworden“, schrieb Trump am 25. Mai nach intensiven diplomatischen Friedensbemühungen.
Trump will die Ergebnisse des Alaska-Treffens zum Ukraine-Krieg forcieren und setzt Putin ein Ultimatum
Trump zeigte sich zunehmend frustriert angesichts der Lage. Nach einem erneuten Telefonat mit Putin erklärte der Präsident am 4. Juni, das Gespräch werde nicht „zu einem sofortigen Frieden führen“. Der Kreml betont, Russland werde seine Ziele in der Ukraine „nicht aufgeben“. Wochen später beklagte sich Trump vor der Presse: „Wir bekommen von Putin eine Menge Mist erzählt.“ Der russische Präsident sei „immer sehr nett, aber es stellt sich heraus, dass es bedeutungslos ist“, sagte er am 8. Juli.
Trump äußerte sich am 15. Juli bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Weißen Haus „sehr, sehr unzufrieden“ mit Russland. Er stellte der Ukraine weitere Patriot-Luftabwehrsysteme in Aussicht, bezahlen sollen allerdings Deutschland und andere Nato-Länder. Zugleich setzte Trump dem russischen Präsidenten ein Ultimatum von 50 Tagen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs, Ende Juli reduzierte er es auf zehn Tage. Nach dessen Auslaufen verkündete der Präsident jedoch nur höhere Zölle gegen Indien, das weiter Öl aus Russland bezieht. Dafür kündigte er einen Gipfel mit Putin am 15. August in Alaska an. Kurz vorher zeigte sich Trump entschlossen: Entweder gibt es Ergebnisse oder ernste Konsequenzen für Putin. Nach dem Alaska-Treffen gab es von beiden Staatschefs allerdings nichts Konkretes zu hören. (cs/dpa/AFP)
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