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Internet gesperrt
Proteste im Iran eskalieren: Israel will „interne Schwäche des Regimes“ nicht stören
Tränengas, brennende Fahrzeuge und abgeschaltetes Internet: Im Iran eskalieren die Proteste. Nun werden aufgrund der Lage Flüge in den Iran gestrichen.
Update, 14.15 Uhr: Aufgrund der weit verbreiteten Anti-Regierungsproteste im Iran wurden am Freitag mehrere Flüge in dieses Land gestrichen. Die staatliche Fluggesellschaft flydubai aus Dubai erklärte, sie beobachte die Lage „genau” und kündigte an, ihre Flüge in den Iran am Freitag zu streichen. „Wir stehen in direktem Kontakt mit Passagieren, deren Reisepläne betroffen sind. Wir werden die Situation weiterhin genau beobachten und unseren Flugplan entsprechend anpassen“, erklärte ein Sprecher von flydubai gegenüber CNN.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters sind von den Streichungen mindestens 17 flydubai-Flüge betroffen, die für Freitag zwischen Dubai und mehreren iranischen Städten wie Teheran, Shiraz und Mashhad geplant waren. Unterdessen teilte Turkish Airlines CNN mit, dass 20 Flüge von und nach Iran, die zwischen Donnerstag und Samstag geplant waren, gestrichen wurden.
Israel hält sich mit öffentlichen Kommentaren zu Protesten im Iran zurück
Auch Israel beobachtet die Proteste im Iran aufmerksam, obwohl Regierungsvertreter sich mit öffentlichen Äußerungen zu den Demonstrationen zurückhalten. Laut einer israelischen Quelle hat Premierminister Benjamin Netanjahu die Minister seines Kabinetts angewiesen, sich öffentlicher Kommentare zu enthalten, um dem Regime keinen weiteren Vorwand zu liefern, Israel die Schuld zu geben.
„Aus israelischer Sicht ist dies nicht der richtige Zeitpunkt für eine Intervention“, erklärte ein ehemaliger hochrangiger israelischer Beamter gegenüber CNN. „Es gibt keinen Grund, die interne Schwächung des Regimes zu stören oder ihm einen Vorwand zu liefern, um innenpolitische Unterstützung zu mobilisieren.“
Proteste im Iran erreichen neuen Höhepunkt: Regime schlägt mit Härte zurück – Internet gesperrt
Erstmeldung: Teheran – Es waren die größten Demonstrationen seit Beginn der jüngsten Protestwelle im Iran vor mehr als einer Woche: In der Nacht zum Freitag (9. Januar) strömten Zehntausende auf den Ajatollah-Kaschani-Boulevard in der Hauptstadt Teheran, wie Videos in den sozialen Netzwerken zeigen. Die Aufnahmen wurden von der Nachrichtenagentur AFP verifiziert. Augenzeugen berichteten von Sicherheitskräften, die mit Tränengas gegen vermummte Demonstranten vorgingen. Videos zeigen brennende Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in Teheran.
Wie bei vielen Protesten der vergangenen Jahre ertönen auch dieses Jahr Slogans wie „Tod dem Diktator“, gerichtet an Irans obersten Führer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.
Die Proteste kehrten auch in viele andere Metropolen zurück, nachdem in den vergangenen Tagen vorwiegend Menschen der westlichen Provinzen demonstriert hatten. In der Millionenstadt Maschhad im Nordosten berichteten Augenzeugen von großen Protesten. Es sei „wie ein Krieg“, beschrieben Anwesende die Szenen auf den Straßen. Um eine derartige Eskalation zu vermeiden, hatte Präsident Massud Peseschkian seine Sicherheitskräfte noch am Mittwoch zur Zurückhaltung aufgerufen.
Regime im Iran schaltet Internet wegen der Proteste ab
Derweil schalteten die Behörden des Regimes den weltweiten Internetzugang für die Bevölkerung ab. Das Land befinde sich in einem „Internet-Blackout“, berichtete die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks. Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dürfte das Internet weiter frei nutzen können. Auch per Telefon waren Kontakte im Iran zunächst nicht mehr erreichbar.
Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten bereits am Donnerstag einen Einbruch des Web-Traffics um 100 Prozent. Die vollständige Internetsperre erinnert an das Vorgehen des Staates vor sechs Jahren: Damals protestierten die Menschen hauptsächlich wegen steigender Benzinpreise. Der Staat verhängte eine fast einwöchige Sperre, während der Schätzungen von Menschenrechtlern zufolge Hunderte Demonstrierende getötet wurden.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
„Tod dem Diktator“ hallt über die Dächer von Teheran
Am Donnerstagabend hatten Menschen von Fenstern und Balkonen Slogans gegen die Staatsmacht gerufen. „Tod dem Diktator“ und „Das ist der letzte Kampf, Pahlavi kommt zurück“, hallte über die Dächer. Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hatte für Donnerstag und Freitag zu Protesten aufgerufen.
Die neue Protestwelle erschüttert den Iran seit Ende Dezember. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf das ganze Land ausgeweitet. Bislang kamen bei den Protesten 45 Demonstranten ums Leben, wie die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mitteilte. „Die Fakten zeigen, dass die Repressionen von Tag zu Tag gewalttätiger und umfassender werden“, sagte Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam. (Quellen: CNN, AFP, dpa) (ktho)