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Parlamentswahl im Ticker

Ungarn nach der Wahl: Magyar attackiert Orbán – „Geplündert, verraten, ruiniert“

16 Jahre regierte Orbán in Ungarn. Bei der Wahl am 12. April zeigt ihm das Volk deutlich, was es von seiner Politik hält. Aktuelle News live im Wahl-Ticker.

Update, 15:19 Uhr: Nach dem Sieg seiner Tisza-Partei hat der ungarische Oppositionsführer Péter Magyar den Beginn einer neuen Zeitrechnung in dem Land angekündigt. „Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass jetzt tatsächlich eine neue Ära beginnt“, sagte Magyar bei einer Pressekonferenz in Budapest.

Wandel in Europa: Die Geschichte der EU in Bildern

Karte der Europäische Union
Die Europäische Union ist eine wirtschaftliche und politische Vereinigung von 27 europäischen Ländern. Insgesamt leben etwa 450 Millionen Menschen im Gebiet der EU. Ursprünglich als Wirtschaftsverbund gegründet, hat sie sich zu einer Organisation entwickelt, die eine Vielzahl von Feldern abdeckt. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist der europäische Binnenmarkt der größte gemeinsame Markt weltweit. Er ermöglicht die freie Bewegung der meisten Waren, Dienstleistungen, Kapital und Menschen. © PantherMedia (Montage)
Römischen Verträge EU
Der Grundstein für die heutige EU wurde am 25. März 1957 gelegt. Die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, die Niederlande und Luxemburg unterzeichneten damals die Römischen Verträge. Für Deutschland setzten Kanzler Konrad Adenauer (links) und Walter Hallstein, der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, ihre Unterschriften unter das Dokument. Damit waren die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) besiegelt. © dpa
Margaret Thatcher und François Mitterrand
Am 1. Januar 1973 traten Dänemark, die Republik Irland und das Vereinigte Königreich der EG bei. Einfach war das Verhältnis zwischen Großbritannien und Europa nie. Auch Premierministerin Margaret Thatcher (links) war keine Freundin Europas. Mit der Forderung „We want our money back“ setzte die Eiserne Lady 1984 beim Gipfel in Fontainebleau einen Rabatt bei den Zahlungen Großbritanniens in die Gemeinschaftskasse durch. Verhandlungspartner wie der französische Präsident François Mitterrand (rechts) waren machtlos. © Daniel Janin, Gabriel Duval/afp
Militärjunta in Griechenland
Zum 1. Januar 1981 trat Griechenland der Europäischen Gemeinschaft bei. Die Aufnahme des Landes war heftig umstritten. Europa befürchtete, sich einen unangenehmen Partner ins Nest zu holen. So sorgte zum einen das konfliktreiche Verhältnis Griechenlands zur Türkei für Unbehagen. Noch schwerer wog die Diktatur der rechtsextremen Militärjunta, die erst im Juli 1974 zu Ende gegangen war. Ein interner Machtwechsel am 25. November 1973, als Panzer im Athener Zentrum auffuhren (im Bild), konnte den Wandel nicht mehr aufhalten. © Imago
Von wegen grenzenlos - Ärger in Schengen über Grenzkontrollen
1985 unterzeichneten Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten das „Schengener Abkommen“ über den schrittweisen Abbau der Personenkontrollen an ihren gemeinsamen Grenzen. Die weitgehende Reisefreiheit erleichterte das Leben und Arbeiten in anderen europäischen Ländern erheblich. Alle Bürgerinnen und Bürger der EU haben das Recht und die Freiheit, selbst zu entscheiden, in welchem EU-Land sie arbeiten, studieren oder ihren Ruhestand verbringen möchten.  © Harald Tittel/dpa
Franco und Juan Ćarlos
1986 nahm die EG zwei neue Mitglieder auf: Portugal und Spanien. Damit konnten beide Staaten ihre Isolation auf dem Kontinent beenden. Vor allem für Spanien war der Beitritt in die EG ein markanter Wendepunkt, um die Folgen der jahrzehntelangen Diktatur unter Francisco Franco (rechts) zu überwinden. Juan Carlos (links), der zwei Tage nach Francos Tod am 20. November 1975 zum König proklamiert worden war, spielte eine entscheidende Rolle bei der Überwindung der Diktatur. Bei der Aufnahme des Bildes im Jahr 1971 hatte er noch im Schatten Francos gestanden. © afp
Silvester 1989 am Brandenburger Tor
Eine Erweiterung im eigentlichen Sinne war es nicht. Doch als am 3. Oktober 1990 die Länder der DDR der Bundesrepublik Deutschland beitraten, wurde die EG automatisch um ein gutes Stück größer. Mit der Wiedervereinigung erstreckte sich das gesamte Gemeinschaftsrecht nun auch auf das Beitrittsgebiet. Mit einer Bevölkerungszahl von mehr als 80 Millionen Menschen ist Deutschland seitdem der bevölkerungsreichste Mitgliedsstaat. © Wolfgang Kumm/dpa
Genscher und Waigel unterzeichnen Maastrichter Vertrag
Anfang der Neunziger war die Zeit reif für einen Wandel. Die Römischen Verträge hatten ausgedient. Am 7. Februar 1992 unterzeichneten die Staats- und Regierungschefs der EU ein neues Vertragswerk. Für Deutschland unterzeichneten Außenminister Hans-Dietrich Genscher (links) und Finanzminister Theo Waigel (rechts) das Dokument. Der Vertrag von Maastricht zur Gründung der Europäischen Union trat am 1. November 1993 in Kraft. Mit dem EU-Vertrag entwickelte sich die europäische Gemeinschaft zu einer politischen Union. © dpa
Volksabstimmung zum EU-Beitritt in Norwegen 1994
1995 nahm die EU drei neue Länder auf. In Österreich, Schweden und Finnland hatten zuvor die Menschen in Volksentscheiden dem Beitritt zugestimmt. Auch Norwegen ließ das Volk in einem Referendum darüber abstimmen. Doch hier sah das Ergebnis anders aus. 52,2 Prozent der Wahlberechtigten in Norwegen votierten in einer Volksabstimmung gegen einen Beitritt.  © Berit Roald/Imago
Tschechien feiert EU-Beitritt
Neun Jahre später kam es zur ersten Osterweiterung. Am 1. Mai 2004 traten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta und die Republik Zypern der EU bei. Die neuen EU-Länder feierten den Beitritt, in Prag (hier im Bild) und anderen Hauptstädten freuten sich die Menschen über eine Zukunft unter dem Dach der EU. Die Europäische Union setzte sich somit aus 25 Mitgliedstaaten zusammen. © Michal Svacek/afp
Rumänien - EU
Der zweite Teil der Osterweiterung ließ nicht lange auf sich warten. Am 25. April 2005 unterzeichneten Rumänien und Bulgarien den Beitrittsvertrag zur EU. Beide Länder wurden zum 1. Januar 2007 in die Europäische Union aufgenommen. Für die Menschen in Bukarest (hier im Bild) gab es also mehr als nur einen Grund, die Nacht zum Tage zu machen. Die Fläche der EU wuchs mit dieser Erweiterung auf etwas mehr als 4,3 Millionen Quadratkilometer.  © Robert Ghement/dpa
Kroatien wird EU-Mitglied
Schon im Juni 2004 war Kroatien der Status eines offiziellen Beitrittskandidaten verliehen worden. Doch die Verhandlungen verzögerten sich mehrmals, erst sieben Jahre später konnten sie erfolgreich abgeschlossen werden. Kurz danach stimmten 66,3 Prozent der Wahlberechtigten bei einem Referendum für den Beitritt in die EU. Am 1. Juli 2013 war schließlich der Zeitpunkt gekommen, um vor dem Europäischen Parlament in Straßburg die Flagge Kroatiens zu hissen. Die EU bestand damit aus 28 Mitgliedsstaaten. © Frederick Florin/afp
EU Parlament Straßburg
Jeder europäische Staat hat laut Artikel 49 des EU-Vertrags das Recht, einen Antrag auf Mitgliedschaft zu stellen. Wichtig dabei: „Europäisch“ wird politisch-kulturell verstanden und schließt die Mitglieder des Europarats mit ein. Das betrifft zum Beispiel die Republik Zypern. Eine wichtige Rolle spielt im Beitrittsverfahren das EU-Parlament in Straßburg (im Bild). Verschiedene Delegationen verfolgen die Fortschritte in den Beitrittsländern und weisen auf mögliche Probleme hin. Zudem müssen die Abgeordneten dem EU-Beitritt eines Landes im Parlament zustimmen. Derzeit gibt es neun Beitrittskandidaten und einen Bewerberstaat. © PantherMedia
Edi Rama Albanian EU
Albanien reichte 2009 den formellen EU-Mitgliedschaftsantrag ein – vier Jahre, bevor Edi Rama (im Bild) das Amt des Ministerpräsidenten übernahm. Es dauerte aber noch eine lange Zeit, bis die Verhandlungen beginnen konnten. Grund war ein Einspruch der Niederlande, die sich zusätzlich zu den EU-Kriterien auch die Sicherstellung der Funktion des Verfassungsgerichts und die Umsetzung eines Mediengesetzes wünschte. Im Juli 2022 konnte die Blockade beendet werden und die EU startete die Beitrittsverhandlungen. © John Thys/afp
Bosnien und Herzegowina EU
Auch Bosnien und Herzegowina drängt in die EU. Gut erkennen konnte man das zum Beispiel am Europatag 2021, als die Vijećnica in der Hauptstadt Sarajevo mit den Farben der Flaggen der Europäischen Union und Bosnien und Herzegowinas beleuchtet war. EU-Botschafter Johann Sattler nutzte sofort die Gelegenheit, um das alte Rathaus zu fotografieren. Vor den geplanten Beitrittsverhandlungen muss das Balkanland noch einige Reformen umsetzen. Dabei geht es unter anderem um Rechtsstaatlichkeit und den Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen.  © Elvis Barukcic/afp
Georgien EU
Zum Kreis der EU-Beitrittskandidaten gehört auch das an Russland grenzende Georgien. Das Land, in dem rund 3,7 Millionen Menschen leben, hatte kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs die Aufnahme in die EU beantragt. Auf schnelle Fortschritte im Beitrittsprozess kann Georgien allerdings nicht hoffen. Dabei spielt auch ein ungelöster Territorialkonflikt mit Russland eine Rolle. Nach einem Krieg 2008 erkannte Moskau die abtrünnigen georgischen Gebiete Südossetien (im Bild) und Abchasien als unabhängige Staaten an und stationierte Tausende Soldaten in der Region. © Dimitry Kostyukov/afp
Moldau EU
Seit Juni 2022 gehört auch Moldau offiziell zu den EU-Beitrittskandidaten. Das Land, das an Rumänien und die Ukraine grenzt, reichte kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs das Beitrittsgesuch ein. Am 21. Mai 2023 demonstrierten 80.000 Menschen in der Hauptstadt Chișinău für einen Beitritt Moldaus in die Europäische Union. Die damalige Innenministerin Ana Revenco (Mitte) mischte sich damals ebenfalls unters Volk. © Elena Covalenco/afp
Montenegro EU
Das am kleine Balkanland Montenegro will beim EU-Beitritt zügig vorankommen. Direkt nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten Ende Oktober 2023 verkündete Milojko Spajic (im Bild), dass er den Beitritt Montenegros zur EU vorantreiben und die Justiz im Kampf gegen Korruption und organisiertes Verbrechen stärken wolle. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (rechts) hörte es damals sicher gerne. Montenegro verhandelt seit 2012 über einen Beitritt, hatte sich aber vor der Wahl nicht mehr ausgiebig um Reformen bemüht.  © Savo Prelevic/afp
Scholz Westbalkan-Gipfel Nordmazedonien EU
Nordmazedonien kämpft schon seit langer Zeit für den Beitritt in die EU. Leicht ist das nicht. So hat das kleine Land in Südosteuropa aufgrund eines Streits mit Griechenland sogar schon eine Namensänderung hinter sich. Seit 2019 firmiert der Binnenstaat amtlich unter dem Namen Republik Nordmazedonien. Auch Bulgarien blockierte lange den Beginn von Verhandlungen. Bei einem Gipfeltreffen im Oktober 2023 drängte Kanzler Olaf Scholz dann aber auf eine möglichst schnelle Aufnahme der Balkanstaaten in die EU. Nordmazedoniens Ministerpräsident Dimitar Kovacevski (rechts) war sichtlich erfreut. © Michael Kappeler/dpa
Serbien EU
Auch Serbien strebt in die EU. Wann es zu einem Beitritt kommt, scheint derzeit aber völlig offen. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat sich die serbische Regierung geweigert, Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Damit ist Serbien der einzige Staat in Europa, der keine Sanktionen verhängt hat. Offen bleibt, welche Auswirkungen das auf die seit 2014 laufenden Verhandlungen über einen EU-Beitritt Serbiens hat. Die politische Führung in Belgrad, die seit 2012 von Präsident Aleksandar Vučić (im Bild) dominiert wird, zeigt zudem wenig Willen zu Reformen. Demokratie und Medienpluralismus höhlt sie zunehmend aus. © Andrej Isakovic/afp
Türkei EU
Die Türkei ist bereits seit 1999 Beitrittskandidat. Die Verhandlungen selbst haben im Oktober 2005 begonnen. Inzwischen hat die EU-Kommission vorgeschlagen, die Beziehungen wieder auszubauen, sofern sich die Regierung in Ankara unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan (im Bild) in einigen Punkten bewegt. Zuvor waren Projekte wie die geplante Modernisierung der Zollunion und eine Visaliberalisierung wegen Rückschritten bei Rechtsstaatlichkeit, Grundrechten und Meinungsfreiheit in der Türkei auf Eis gelegt worden. Ein EU-Beitritt scheint aktuell weiter entfernt denn je. © Adem Altan/afp
Ukraine EU
Im Dezember 2023 wurde der Beginn von Verhandlungen mit der Ukraine grundsätzlich beschlossen. Allerdings muss die Ukraine sämtliche Reformauflagen erfüllen. So waren nach dem letzten Kommissionsbericht manche Reformen zur Korruptionsbekämpfung, zum Minderheitenschutz und zum Einfluss von Oligarchen im Land nicht vollständig umgesetzt. Ohnehin gilt es als ausgeschlossen, dass die Ukraine vor dem Ende des Ukraine-Kriegs EU-Mitglied wird. Denn dann könnte Kiew laut EU-Vertrag militärischen Beistand einfordern – und die EU wäre offiziell Kriegspartei. © Roman Pilipey/afp
Kosovo EU
Kosovo hat einen Mitgliedsantrag eingereicht, jedoch noch nicht den offiziellen Status eines Beitrittskandidaten erhalten. Das Land hat 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Die Freude darüber war damals bei den Menschen riesengroß. Das Bild macht auch deutlich, dass vor allem Menschen albanischer Herkunft im Kosovo beheimatet sind. Die Flagge Albaniens (links) ist ebenso zu sehen wie die des neuen Landes (hinten). Mehr als 100 Länder, darunter auch Deutschland, erkennen den neuen Staat an. Russland, China, Serbien und einige EU-Staaten tun dies aber nicht. Ohne die Anerkennung durch alle EU-Länder ist eine Aufnahme von Beitrittsverhandlungen aber nicht möglich.  © Dimitar Dilkoff/afp
Banksy-Kunstwerk zu EU und Brexit
Seit dem 31. Januar 2020 besteht die EU nur noch aus 27 Staaten. Nach 47 Jahren verließ das Vereinigte Königreich als erstes Mitgliedsland die Europäische Union. Im Juni 2016 hatte eine knappe Mehrheit in einem Referendum für den Abschied aus der EU gestimmt. Der britische Street-Art-Künstler Banksy kommentierte den Brexit auf seine Art. In der Hafenstadt Dover malte er eine riesige EU-Flagge an eine Hauswand – zusammen mit einem Handwerker, der einen der Sterne entfernt. © Glyn Kirk/afp
Friedensnobelpreis für EU.
2012 wurde die Europäische Union mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Herman Van Rompuy, José Manuel Barroso und Martin Schulz (von links nach rechts) nahmen den Preis bei der Verleihung im Osloer Rathaus am 10. Dezember 2012 in Empfang. © Cornelius Poppe/afp

Zudem rief er Staatspräsident Tamas Sulyok dazu auf, das neue Parlament „so schnell wie möglich“ einzuberufen – schließlich hätten die Ungarn für einen „vollständigen Regimewechsel“ gestimmt. „Unser Land hat keine Zeit zu verlieren, denn Ungarn steckt in jeder Hinsicht in Schwierigkeiten – es wurde geplündert, ausgeraubt, verraten, verschuldet und ruiniert“, erklärte Magyar mit Blick auf den amtierenden Ministerpräsidenten Viktor Orbán weiter, dem er immer wieder Korruption vorgeworfen hatte.

Staatspräsident Sulyok steht Orbán nahe und hat nun laut Verfassung 30 Tage Zeit, um das neue Parlament einzuberufen. In der Zwischenzeit führt die Regierung Orban die Amtsgeschäfte weiter. Sulyoks Amtszeit läuft noch bis 2030.

Update, 13:12 Uhr: Die Wahlniederlage des moskaufreundlichen ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán hat nach Kreml-Angaben keinen Einfluss auf den weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, der Ausgang der Wahl habe keine Auswirkungen auf die Perspektive des Konflikts. „Das sind wohl unterschiedliche Prozesse, daher sehe ich hier keinen Zusammenhang“, betonte er. Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine.

Orbán hatte in der Vergangenheit europäische Hilfen für die Ukraine mehrfach ausgebremst und mit nicht mit EU-Partnern abgesprochenen Moskau-Besuchen für Irritationen gesorgt, ohne dabei Fortschritte in der Vermittlung zu erzielen. Zuletzt berichteten Medien, die ungarische Führung habe den Kreml heimlich über geplante EU-Maßnahmen informiert und sich als dessen Interessenvertreter in Brüssel angeboten. Orbans Niederlage wurde daher von einigen Medien auch als Schlappe für Kremlchef Wladimir Putin gewertet.

Reaktion auf Wahl in Ungarn: Magyar dürfe „nicht enttäuschen“

Update, 11:07 Uhr: Nach der Wahlniederlage ihres Verbündeten Viktor Orbán bei der ungarischen Parlamentswahl haben die Regierungschefs der Slowakei und Tschechiens, Robert Fico und Andrej Babis, dem pro-europäischen Wahlsieger Péter Magyar gratuliert. Fico erklärte am Montag auf Facebook, er sei „bereit zu intensiver Zusammenarbeit mit dem neuen ungarischen Ministerpräsidenten“ und bekundete zugleich seine „Dankbarkeit“ gegenüber Orbán.

Der tschechische Regierungschef Babis erklärte auf X, er respektiere das Wahlergebnis und freue sich auf die Zusammenarbeit. Er versprach, konstruktiv mit „wen auch immer die Wähler wählen“ zusammenzuarbeiten. Magyar dürfe „nicht enttäuschen“.

Update, 10:17 Uhr: Nach dem Wahlsieg von Oppositionsführer Péter Magyar bei der ungarischen Parlamentswahl am Sonntag hat die Ukraine eine Reisewarnung für das Nachbarland aufgehoben. „Das Außenministerium hebt eine frühere Empfehlung auf, von Reisen nach Ungarn abzusehen“, erklärte Außenminister Andrij Sybiha am Montag in Onlinediensten. „Die Wahl der Ungarn hat das Scheitern der politischen Erpressung und der anti-ukrainischen Propaganda“ der Regierung von Viktor Orbán gezeigt, fügte er hinzu. Er hoffe auf eine „Normalisierung der Beziehungen“ zwischen den Nachbarländern.

Die Reisewarnung war im März verhängt worden, nachdem ungarische Behörden sieben Mitarbeiter einer staatlichen ukrainischen Bank festgenommen hatten, die Bargeld zwischen Banken in der Ukraine und Österreich transportiert hatten.

Reaktion auf Wahl in Ungarn: Obama spricht von „Sieg für die Demokratie“

Update, 9:30 Uhr: Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat den Wahlsieg der Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar als wichtiges Ereignis für die Demokratie weltweit gewürdigt. „Der Sieg der Opposition in Ungarn gestern ist – wie auch die Wahl in Polen 2023 – ein Sieg für die Demokratie, nicht nur in Europa, sondern weltweit“, schrieb der demokratische Politiker auf der Plattform X. Vor allem sei der Wahlsieg ein Beleg für die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit der Menschen in Ungarn sowie „eine Mahnung an uns alle, uns weiterhin für Gerechtigkeit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen“.

Update, 8:20 Uhr: Die Schlappe für Viktor Orbán in Ungarn ist auch ein Rückschlag für rechtsnationalistische Bewegungen weltweit. „Dies ist eine krachende Niederlage für den Autoritarismus, deren Auswirkungen weit über Ungarns Grenzen hinausreichen“, erklärte die Leiterin des Center for American Progress, Neera Tanden. Das Wahlergebnis sei ein „schwerer Schlag für diejenigen, die in Viktor Orbáns korruptem Modell eine Blaupause gesehen haben“, einschließlich US-Präsident Donald Trump, fügte Tanden laut AFP hinzu.

Wahl in Ungarn: Magyar verspricht einen Neuanfang

Update, 6:40 Uhr: Ungarns Oppositionsführer Péter Magyar hat nach seinem spektakulären Sieg bei der Ungarn-Wahl einen Neuanfang versprochen. „Gemeinsam haben wir das Orban-System abgewählt, gemeinsam haben wir Ungarn befreit“, sagte er vor zehntausenden begeisterten Anhängern in Budapest. Ungarn werde wieder ein starker Partner in der EU und in der NATO sein. 

Auf den Straßen von Budapest kannte die Freude über die Abwahl Orbans keine Grenzen.

Dann wandte er sich direkt an die mächtigen Orban-Vertrauten: „Ich fordere alle Marionetten, die uns die (Orban-)Regierung in den Nacken gesetzt hat, zum Rücktritt auf“, rief Magyar in die Menge. Konkret erwähnte er unter anderem den Staatspräsidenten Tamas Sulyok, den Obersten Staatsanwalt Gabor Balint Nagy und die Spitzen des Verfassungsgerichts und der Medienaufsichtsanstalt. Mit der Zweidrittelmehrheit im Parlament wird Magyar die Möglichkeit haben, diese Amtsträger abzusetzen und neue zu wählen. 

Update, 5:55 Uhr: Die Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar hat die Wahl in Ungarn klar gewonnen. Ministerpräsident Viktor Orbán gestand seine Niederlage ein. „Was auch immer kommt, wir werden auch in der Opposition der Heimat dienen“, sagte er in Budapest. Mit der Mehrheit kann Magyar Reformen durchführen, die Verfassungsänderungen erfordern. Orbán hat in seiner Regierungszeit seit 2010 einen halbautoritäreren Staat errichtet und sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert.

Machtwechsel in Ungarn: Magyar feiert klaren Sieg

Update, 5:05 Uhr: Historischer Machtwechsel in Ungarn: Nach 16 Jahren an der Regierung ist der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orbán bei der Parlamentswahl am Sonntag von seinen Landsleuten abgewählt worden. Die Tisza-Partei des ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar hat sich nach Auszählung fast aller Stimmen die wichtige Zwei-Drittel-Mehrheit sichern können. Die Oppositionspartei kam auf 138 Mandate im 199 Sitze zählenden Parlament in Budapest, wie die Wahlbehörde des Landes mitteilte. Die Fidesz-Partei des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orbán konnte demnach 55 Parlamentssitze erzielen.

Magyars Partei verzeichnete 53,6 Prozent der Stimmen, während 37,8 Prozent der Wählerinnen und Wähler für Fidesz stimmten. Die Zwei-Drittel-Mehrheit gibt der neuen Regierung genügend Spielraum für wichtige Gesetzesänderungen und die Durchsetzung ihrer Politik. Die international viel beachtete Richtungswahl verzeichnete eine Rekordbeteiligung von 77,8 Prozent.

ParteiProzentSitze
Tisza53,06138
Fidesz38,4355
Mi Hazánk5,836

Update, 22:59 Uhr: Nach seinem überwältigen Sieg bei der Parlamentswahl in Ungarn hat Peter Magyar diesen als eine „Befreiung“ des Landes gefeiert. „Wir haben Ungarn befreit“, erklärte der konservative Oppositionschef am Sonntagabend. Seine Partei Tisza hat vorläufigen Ergebnissen zufolge bei der Parlamentswahl klar über die rechtsnationale Fidesz-Partei des langjährigen Regierungschefs Viktor Orban gesiegt.

Update, 22:37 Uhr: Die Tisza-Partei vom ungarischen Oppositionsführer Péter Magyar hat laut Wahlkommission eine Zweidrittelmehrheit im neuen Parlament errungen. Nach Auszählung von 84,9 Prozent der Stimmen entfallen auf Tisza 138 von 199 Mandaten – das entspricht 69,35 Prozent.

Update, 22:27 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem ungarischen Oppositionsführer Peter Magyar zu seinem Sieg bei der Parlamentswahl gratuliert. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa“, schrieb Merz am Sonntagabend im Onlinedienst X. Magyar hat bei der Wahl am Sonntag ersten Ergebnissen zufolge klar gegen den seit 16 Jahren in Ungarn regierenden Ministerpräsidenten Viktor Orban gewonnen.

Update, 22:04 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Sieg der Oppositionspartei bei den Parlamentswahlen in Ungarn begrüßt. „Ungarn hat Europa gewählt“, erklärte von der Leyen am Sonntagabend im Onlinedienst X. Das Land kehre „auf seinen europäischen Weg zurück“. Weiter hieß es von ihr: „Heute Abend schlägt das Herz Europas in Ungarn stärker“, schrieb von der Leyen. „Die Union wird stärker.“ Zuvor hatte der langjährige Regierungschef Viktor Orbán seine Niederlage bei der Parlamentswahl eingestanden. Sein Herausforderer Péter Magyar teilte mit, Orbán habe ihn angerufen und ihm zum Wahlsieg gratuliert.

Ungarn-Wahl: Orbán gesteht Niederlage ein und gratuliert Opposition

Update, 21:36 Uhr: Der ungarische Regierungschef Viktor Orbán hat die Niederlage seiner rechtsnationalistischen Fidesz-Partei bei der Parlamentswahl eingestanden. Die Niederlage sei „schmerzvoll“, erklärte Orbán am Sonntagabend. Zuvor hatte bereits sein Herausforderer Péter Magyar erklärt, dass Orbán ihn angerufen und ihm zum Wahlsieg gratuliert habe.

Update, 21:16 Uhr: Die Auszählung der Stimmen in Ungarn schreitet voran. Bei etwa 40 Prozent ausgezählten Stimmen holt die Oppositionspartei Tisza aktuell 52,5 Prozent der Stimmen, die Partei Fidesz von Premierminister Viktor Orbán hingegen 38,8 Prozent. Mit den bisherigen Teilergebnissen der Wahl gewinnt Tisza 136 der 199 Sitze im Parlament, Fidesz kriegt nur 56 Sitze. Damit hat Tisza Stand jetzt eine Zweidrittel-Mehrheit. Laut Angaben von Tisza-Spitzenkandidat Péter Magyar auf Facebook hat Viktor Orbán der Opposition sogar schon telefonisch zum Sieg gratuliert.

Update, 20:55 Uhr: In Ungarn wurden nun 15,6 Prozent der Stimmen ausgezählt: Demnach hat die Oppositionspartei Tisza die Partei Fidesz von Premierminister Viktor Orbán überholt. Fidesz liegt bei 40,1 Prozent, Tisza hingegen mit deutlichem Vorsprung bei 51,2 Prozent.

Update, 20:22 Uhr: Die ersten Ergebnisse zur Ungarn-Wahl sind nun da. Bislang wurden 2,8 Prozent der Stimmen ausgezählt. Premierminister Viktor Orbans Partei Fidesz liegt mit 48,18 Prozent der Stimmen vorne, während die oppositionelle Tisza mit 43,38 Prozent der Stimmen Fidesz dicht auf den Fersen ist. Die Lücke hat sich seit Beginn der Auszählung schnell zugunsten der Opposition geschlossen. Tisza dürfte Fidesz bald überholen.

Update, 20:02 Uhr: Nach der Parlamentswahl in Ungarn hat sich der Oppositionspolitiker Peter Magyar „vorsichtig optimistisch“ hinsichtlich eines Wahlsieges seiner Partei Tisza geäußert. „Natürlich sind wir im Bilde, wir haben die letzten Umfragen gesehen“, sagte er nach Schließung der Wahllokale am Sonntagabend vor Journalisten. „Auf ihrer Grundlage, zusammen mit den Daten zur Wahlbeteiligung und den Informationen, die wir erhalten haben, sind wir optimistisch - oder besser gesagt: vorsichtig optimistisch.“

Ungarn-Wahl: Orban droht Niederlage nach 16 Jahren an der Macht

Update, 19:33 Uhr: Laut einer Analyse des Wahlforschungsinstituts „21KK“ soll Magyars Tisza 55 Prozent der Stimmen erhalten haben, während Orbans Fidesz auf 38 Prozent kommt. Diese Prognose basiert jedoch nicht auf einer Hochrechnung oder einer Befragung am Wahltag. Vielmehr stützt sie sich auf Umfragen der letzten drei Tage. Die rechtsextreme Partei „Unsere Heimat“ (Mi Hazank) könnte als dritte Kraft mit fünf Prozent der Stimmen ins Parlament einziehen. Aussagekräftige Teilergebnisse der Wahlkommission werden für den späteren Abend erwartet.

Update, 19:11 Uhr: Nachdem die Wahllokale nun geschlossen haben, beginnt die Auszählung der Stimmen. Um 18:30 Uhr erreichte die Wahlbeteiligung 77,80 Prozent. Péter Magyar, der Herausforderer von Viktor Orbán, könnte gute Chancen auf einen Wahlsieg haben. Die endgültigen Ergebnisse werden jedoch erst im Verlauf des Wahlabends feststehen. Gegen 20:00 Uhr wird die erste Hochrechnung erwartet.

Update, 18:20 Uhr: Am Nachmittag um 17:00 Uhr erreichte die Wahlbeteiligung bei der Wahl in Ungarn mehr als 74 Prozent. Dies stellt einen neuen Höchstwert in der Geschichte des Landes dar. Im Jahr 2018 betrug die Wahlbeteiligung zur gleichen Uhrzeit über 63 Prozent. Der bisherige Höchststand wurde vor etwa zwei Jahrzehnten verzeichnet: Bei der Parlamentswahl 2002 lag die Beteiligung bei 73,51 Prozent.

Ablauf der Ungarn-Wahl: Um 19 Uhr schließen die Wahllokale, erste Ergebnisse gegen 20 Uhr

Update, 17:26 Uhr: In Ungarn schließen die Wahllokale um 19:00 Uhr, woraufhin die Wahlhelfer und Wahlhelferinnen mit der Stimmenauszählung beginnen. Ein erstes vorläufiges Ergebnis wird für etwa 20:00 Uhr erwartet. Sollte das Ergebnis knapp ausfallen, könnte sich die Auszählung bis zum kommenden Samstag hinziehen. Insgesamt waren 7,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger in Ungarn sowie über 500.000 Wählerinnen und Wähler im Ausland stimmberechtigt.

Update, 16:51 Uhr: Bis zum Nachmittag um 15 Uhr erreichte die Wahlbeteiligung bei der Wahl in Ungarn 66 Prozent, was laut der ungarischen Zeitung Blikk einen Rekord darstellt. Ministerpräsident Orbán richtete sich in einem Video an die unentschlossenen Wählerinnen und Wähler und betonte: „Frieden und Sicherheit Ungarns könnten heute von einer einzigen Stimme abhängen.“ Orbán warnte, dass Ungarn im Falle einer Wahlniederlage ein Krieg drohen könnte. Er rief dazu auf: „Wir müssen Ungarn heute verteidigen, damit kein Patriot heute zu Hause bleibt. Nur Fidesz! Auf zum Sieg!“

Magyar warnt vor „Panikmache und Lügen“ während der Ungarn-Wahl 2026

Update, 15:59 Uhr: Am Wahltag erhob Ungarns Bauminister János Lázár, ein enger Vertrauter von Viktor Orbán, auf Facebook schwere Vorwürfe gegen die Regierungsopposition. Er beschuldigte sie, einen Bürgerkrieg anzetteln zu wollen. Zudem warnte er, dass Kräfte „im Namen Europas“ Ungarn in einen Konflikt mit Russland ziehen würden. Péter Magyar, Orbáns politischer Gegner, wies Lázárs Anschuldigungen entschieden zurück. Er bezeichnete sie als gezielte „Panikmache und Lügen“ der Regierung. Magyar sprach von einer „verzweifelten Kampagne“, um Orbán den Wahlsieg zu sichern.

Update, 14:05 Uhr: Oppositionsführer Péter Magyar hebt auf Instagram die hohe Wahlbeteiligung bei der heutigen Ungarn-Wahl hervor und appelliert an alle Ungarn, noch ihre Stimme abzugeben. „Wir schreiben heute ungarische Geschichte“, schreibt der Orban-Konkurrent. Magyar. Jeder solle auch Freunde und Familie an die Urnen bewegen: „Auf zum Wählen und Gewinnen – Gott segne Ungarn!“

Ungarn-Wahl live: Erste Zahlen da – Rennen zwischen Orban und Magyar führt wohl zu Rekord

Update, 13:20 Uhr: Bei der Ungarn-Wahl zeichnet sich eine Rekord-Wahlbeteiligung ab. Bis 9 Uhr lag sie laut nationalem Wahlamt bei knapp 17 Prozent. Bei der Wahl im Jahr 2022 waren es zur selben Zeit zehn Prozent, berichtet das Nachrichtenportal Telex.

Update, 11:10 Uhr: Die Hauptkandidaten der Ungarn-Wahl, Viktor Orbán und Péter Magyar, haben mittlerweile ihre Stimme abgegeben. Herausforderer Péter Magyar zeigte sich dabei siegesgewiss: „Niemand kann ernsthaft glauben, dass die Tisza-Partei und damit Ungarn die Wahl nicht gewinnen werden“, sagte er nach seiner Stimmabgabe in einem Budapester Kindergarten.

Amtsinhaber Viktor Orbán erklärte in seinem Wahllokal: „Ich bin hier, um zu gewinnen.“ Zugleich deutete er an, eine mögliche Niederlage zu akzeptieren: „Die Entscheidung des Volkes muss respektiert werden.“ Die Grünen warnen vor einer Manipulation der Ergebnisse der Ungarn-Wahl, andere Experten beschwichtigen.

Update, 10:25 Uhr: In Ungarn haben die Wahllokale seit heute Morgen geöffnet. Allmählich geben immer mehr Wahlberechtigte ihre Stimme ab, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Der 18-jährige Erstwähler David Banhegyi stimmte in Budapest für die Oppositionspartei Tisza. „Jetzt ist unsere letzte Chance, uns endgültig für den Osten oder den Westen zu entscheiden“, sagte er zur AFP. „Wollen wir eine normale Demokratie sein oder uns nach Osten wenden, und zwar ohne Möglichkeit zur Umkehr?“

Ungarn-Wahl live: Orbán gegen Magyar – Osteuropa-Hilfswerk appelliert an Verlierer

Update, 9 Uhr: Am Tag der Wahl in Ungarn appelliert das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis an den Verlierer, seine Niederlage nach Verkündigung der Ergebnisse anzuerkennen. „Eine echte Demokratie macht es aus, dass Machtübergaben von einer auf eine andere Partei friedlich und respektvoll stattfinden“, sagte Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz der Katholischen Nachrichten-Agentur. Ministerpräsident Orban könnte nach 16 Jahren im Amt heute abgewählt werden, Oppositionsführer Peter Magyar liegt in Umfragen vorn.

Update, 6:15 Uhr: In Ungarn hat die international mit großer Spannung verfolgte Parlamentswahl begonnen, bei der Ministerpräsident Viktor Orbán nach 16 Jahren abgewählt werden könnte. Die Wahllokale öffneten am Sonntagmorgen. Sie sollen um 19 Uhr schließen, erste vorläufige Ergebnisse werden gegen 20 Uhr erwartet.

Ungarn-Wahl live: Orbán gegen Magyar – Warten auf das Ergebnis beginnt

An diesem Sonntag findet die Ungarn-Wahl statt und die Abstimmung verspricht ein enges Rennen zwischen Viktor Orbán und Herausforderer Péter Magyar bei der Frage, wer am Ende durch das Ergebnis der Gewinner der ungarischen Parlamentswahl wird. Wenige Tage zuvor hatte der Ministerpräsident die Angriffe auf seine politischen Gegner massiv verschärft und der Opposition vorgeworfen, mit ausländischen Geheimdiensten zu kooperieren und bereits im Vorfeld der Auszählung Proteste zu organisieren. „Das ist ein organisierter Versuch, um mit Chaos, Druckausübung und internationaler Diffamierung die Entscheidung der ungarischen Menschen in Zweifel zu ziehen“, erklärte Orbán.

Rubriklistenbild: © Denes Erdos/Petr David Josek/dpa/Montage

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