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Jubel und Verunsicherung

„Ungarn ist ein unfreundliches Land“ – Kreml reagiert auf Orban-Niederlage

Die Regierung von Viktor Orbán ist Geschichte und die Welt reagiert auf die historische Zeitenwende nach der Ungarn-Wahl. Ein Überblick.

Update, 18:31 Uhr: Der Kreml hat angekündigt, dem Sieger der Ungarn-Wahl, Tisza-Parteichef Péter Magyar, keine Glückwünsche zu übermitteln – und damit unterschiedliche Reaktionen auf den Wahlausgang offenbart. Dmitri Peskow, Sprecher von Präsident Wladimir Putin, begründete dies damit, dass Ungarn auf Russlands Liste der „unfreundlichen Staaten“ stehe: „Wir schicken keine Glückwünsche an unfreundliche Länder. Und Ungarn ist ein unfreundliches Land – es unterstützt Sanktionen gegen uns“, sagte Peskow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Gleichzeitig erklärte er, Moskau werde „sehr pragmatische Kontakte“ mit der neuen Führung in Budapest pflegen.

Russlands Machthaber Wladimir Putin mit seinem Sprecher Dimitri Peskow (r.) bei einer Konferenz in Tadschikistan. (Archivbild)

Erstmeldung vom 13. April 2026: Es ist eine Zäsur, die weit über die Grenzen des Landes hinausstrahlt: Bei der Ungarn-Wahl am Sonntag hat Péter Magyar mit seiner Tisza-Partei eine Mehrheit im Parlament errungen. Die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orbán und seiner Fidesz-Partei ist nach 16 Jahren im Amt Geschichte. Ob Brüssel, Berlin, Washington oder Kiew: Die ganze Welt schaute dieses Wochenende auf das Ergebnis der Ungarn-Wahl. Nun überschlagen sich die internationalen Reaktionen auf das Ende der Ära Orbán.

Wie wichtig die Wahl in Ungarn für die eigene Bevölkerung war, zeigte schon die mit 80 Prozent historisch hohe Wahlbeteiligung. Als einer der ersten reagierte Péter Magyar auf den Sieg seiner Tisza-Partei. „Heute Abend hat die Wahrheit über die Lüge gesiegt“, so Magyar, der wohl Orbán im Amt des Ministerpräsidenten beerben wird. Der Geschlagene räumte seine Niederlage bereits in seiner ersten Reaktion auf das Ergebnis der Ungarn-Wahl ein. „Das Wahlergebnis ist für uns schmerzhaft, aber eindeutig“, sagte Orbán vor Medienvertretern in Budapest.

Reaktionen auf Ungarn-Wahl: Internationale Stimmen zum Ergebnis

Ganz anders lasen sich die ersten Reaktionen aus den Reihen der Europäischen Union (EU). In Brüssel löste das Ergebnis der Ungarn-Wahl wahre Jubelstürme aus. „Ungarn hat sich für Europa entschieden. Europa hat sich schon immer für Ungarn entschieden. Gemeinsam sind wir stärker“, kommentierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf X den Sieg von Magyar. Der Tisza-Parteichef hatte vor der Ungarn-Wahl im Falle seines Sieges eine bessere Zusammenarbeit mit Brüssel in Aussicht gestellt sowie Reformen versprochen, die die Rechtsstaatlichkeit und Medienfreiheit in Ungarn wiederherstellen sollen. Er plant außerdem eine Einführung der Gemeinschaftswährung Euro in Ungarn.

Ähnlich erleichtert wie von der Leyen reagierten die meisten Staats- und Regierungschefs auf das Ergebnis der Ungarn-Wahl und das Ende der Ära Orbán. „Wieder vereint! Ein glorreicher Sieg, liebe Freunde“, schrieb Polens Ministerpräsident Donald Tusk auf X und konnte sich einen mutmaßlichen Seitenhieb auf die scheidende Regierung Orbán in seiner Reaktion nicht verkneifen, als er seinen Post mit dem auf Ungarisch verfassten Satz endete: „Russen, geht nach Hause!“

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Bundeskanzler Friedrich Merz drückte seine Freude über Magyars Wahlsieg aus und appellierte an den neuen starken Mann Ungarns: „Lassen Sie uns gemeinsam für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa eintreten.“ Ähnlich lautete die erste Reaktion aus Paris auf das Ergebnis der Ungarn-Wahl. „Frankreich begrüßt den Sieg der demokratischen Mitbestimmung, das Bekenntnis des ungarischen Volkes zu den Werten der Europäischen Union sowie Ungarns Engagement für Europa“, ließ Präsident Emmanuel Macron verlauten.

Reaktionen auf die Ungarn-Wahl: Trump schweigt, EU jubelt

An den Außengrenzen der EU löste das Ergebnis der Ungarn-Wahl gemischte Reaktionen aus. Aus Kiew, das sich seit vier Jahren im laufenden Ukraine-Krieg gegen Angriffe aus Russland wehrt, meldete sich Wolodymyr Selenskyj zu Wort. „Die Ukraine hat stets gute nachbarschaftliche Beziehungen zu allen Ländern in Europa angestrebt, und wir sind bereit, unsere Zusammenarbeit mit Ungarn weiter auszubauen“, schrieb der ukrainische Präsident auf X.

Aus dem Kreml blieb eine Reaktion auf die Wahl in Ungarn aus. Orban galt als Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin und machte Ungarn in seiner 16-jährigen Amtszeit zum „strategisch wichtigen, stabilen Brückenkopf“ Russlands in Europa, wie es  Lars-André Richter, Leiter des Mitteleuropa-Büros der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, kurz vor der Ungarn-Wahl gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media beschrieb. Kurz vor der Wahl war Ungarns Ministerpräsident in die Schlagzeilen geraten, weil er sich in einem Telefonat mit Russlands Staatschef laut seinen Kritikern Putin als Mittelsmann in der EU angeboten hatte.

Ergebnis der Ungarn-Wahl: Reaktionen auf Wahlpleite für Orbán

Das Weiße Haus blieb in Bezug auf die Ungarn-Wahl bislang still. US-Präsident Donald Trump hatte sich vor der Entscheidung in Budapest regelmäßig als enger Verbündeter Orbans inszeniert. Kurz vor der Wahl reiste Vizepräsident J. D. Vance nach Budapest, um Orbán im Endspurt zu unterstützen. Doch die Unterstützung der führenden Republikaner aus den USA reichte offenbar nicht aus, um Orbán den Sieg zu bescheren. Das wiederum feierten die Demokraten in ihren Reaktionen auf die Ungarn-Wahl. „Pass gut auf, Donald Trump. Möchtegern-Diktatoren machen sich irgendwann unbeliebt“, sagte Chuck Schumer, Vorsitzender der Minderheitsfraktion im US-Senat, laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Reaktion von Hakeem Jeffries, Sprecher der Minderheitsfraktion im US-Repräsentantenhaus, fiel ähnlich aus. „Der rechtsextreme Autoritarist Viktor Orbán hat die Wahl verloren. Als Nächstes sind im November Trumps Speichellecker und die MAGA-Extremisten im US-Kongress an der Reihe“, sagte Jeffries laut Reuters. Mit Blick auf die im November 2026 anstehenden Midterms in den USA und als Anspielung auf die Fantasy-Serie „Game of Thrones“ prophezeite er: „Der Winter kommt.“

Internationale Presse reagiert auf Orbáns Niederlage bei Ungarn-Wahl

Die internationale Presse war einen Tag nach der Ungarn-Wahl voll mit Reaktionen auf das Ergebnis. „Viktor Orbáns 16-jährige Herrschaft über Ungarn fand am Sonntag ein dramatisches Ende“, kommentierte die britische Times und begründete Orbáns Niederlage wie folgt: „Am Ende wurden dem Ministerpräsidenten bei sich zu Hause Klagen über unterfinanzierte Krankenhäuser und schlechte Straßen sowie Enthüllungen über dubiose Regierungsgeschäfte, in die seine Freunde und Familienangehörigen verwickelt waren, zum Verhängnis.“

Die polnischen Rzeczpospolita freute man sich über den Sieg Magyars: „Mit Orbáns Abgang verliert Moskau einen wichtigen Stützpunkt in Europa. Und alles, was Russland schwächt, liegt im Interesse Polens.“ In Tschechien bilanzierte die Polityka: „Ungarn hat diese Prüfung bestanden.“ Die italienische La Repubblica beschäftigte sich nach der Ungarn-Wahl vor allem mit den internationalen Auswirkungen. „Der große Verlierer der gestrigen Wahlen ist vor allem Donald Trump.“ Das amerikanische Wall Street Journal bewertete das Ergebnis der Ungarn-Wahl dagegen als „eine Warnung an jene in der amerikanischen Rechten, die glauben, Einkommensumverteilung und Industriepolitik seien der Weg zu einer dauerhaften konservativen Mehrheit“.

In Ungarn selbst reagierten die Menschen offenbar mit Jubel auf den Sieg der Opposition und das Ende der Herrschaft Orbáns. Laut eines Berichts des Atlantic Council versammelten sich am Wahlabend zehntausende Menschen am Ufer der Donau in Budapest und riefen „Russen, geht nach Hause!“ – der Schlachtruf der ungarischen Revolution von 1956. (Verwendete Quellen: Times, Reuters, dpa, Wall Street Journal, La Repubblica, Polityka, Rzeczpospolita) (dil)

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