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Sicherheitsarchitektur Europas im Fokus

Nato warnt vor Chinas Strategie: Droht strategischer Angriff Russlands?

China und Russland intensivieren ihre Partnerschaft. Experten und Nato-Chef Rutte erkennen darin eine koordinierte Bedrohung für den Westen.

New York/Peking/Moskau – Die Sorge vor einer doppelten Bedrohung durch Russland und China wächst im westlichen Verteidigungsbündnis. Nach Einschätzung von Nato-Generalsekretär Mark Rutte könnte China im Falle eines Angriffs auf Taiwan Russland auffordern, die Nato in Europa militärisch zu binden und so eine zweite Front gegen den Westen zu eröffnen.

Nato warnt vor China-Kalkül und neuem Russland-Angriff

„Es gibt eine wachsende Erkenntnis, und wir dürfen nicht naiv sein: Wenn Xi Jinping Taiwan angreifen würde, würde er zunächst sicherstellen, dass er einen Anruf bei seinem sehr jungen Partner in all dem, Wladimir Putin, in Moskau tätigt, und ihm sagt: ‚Hey, ich werde das jetzt tun, und ich brauche dich, um sie in Europa zu beschäftigen, indem du Nato-Gebiet angreifst‘“, so Rutte im Interview mit der New York Times.

Rutte wies explizit darauf hin, dass man „nicht naiv“ sein dürfe angesichts der aktuellen geopolitischen Lage. Aus Sicht der Nato besteht inzwischen eine enge Verzahnung der Interessen zwischen Moskau und Peking. Bereits seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 habe China massiv dazu beigetragen, Russlands Kriegsmaschinerie am Laufen zu halten. So berichtet das Center for European Policy Analysis (CEPA) in einer Analyse auf seiner Website: „China wurde zum entscheidenden Ermöglicher der russischen Kriegsanstrengungen, insbesondere im Verteidigungsbereich.“

Aktuelle Informationen aus dem ukrainischen Militärgeheimdienst (HUR) geben an, dass russische Streitkräfte im Jahr 2025 rund 600 chinesische Soldaten auf ihren Militärbasen ausbilden – mit dem Ziel, Erfahrungen gegen Nato-Waffentechnologie zu sammeln. Ein Sprecher des HUR sagte dazu gegenüber The Defense Post: „Das Kremlregime hat entschieden, chinesischen Militärangehörigen zu erlauben, die im Krieg gegen die Ukraine gesammelten Kampferfahrungen zu studieren und zu übernehmen.“ Unabhängige Belege hierfür liegen aktuell jedoch nicht vor.

Deutschland nicht in den Top 3: Die Nato-Länder mit den größten Truppenstärken

Nato-Übung „Arctic Defender 2024“
Die Nato ist das größte militärische Verteidigungsbündnis der Welt. Der Nordatlantikpakt („North Atlantic Treaty Organization“) soll die territoriale Souveränität der Mitgliedsstaaten sichern und im Kriegsfall verteidigen. Dafür gibt es die Beistandsklausel im Gründungsvertrag der Nato. Die Truppenstärke aller Nato-Länder zusammengerechnet umfasste 2025 nach vorläufigen Zahlen rund 3,4 Millionen Soldaten und Soldatinnen.  © Kay Nietfeld/dpa
US-Armee Nato
Dem „Global Firepower Index“ zufolge stellen die USA mit rund 1,328 Millionen Soldatinnen und Soldaten die größte Nato-Truppe. Im Kampfeinsatz vertraut die US-Armee auch auf den Chinook-Hubschrauber. Der CH-47 ist bekannt für seine Fähigkeit, schweres Material und Personal in unwegsames Gelände zu transportieren. Im Bild ist eine gemeinsame Übung von Südkorea und den USA in Yeoncheon zu sehen. © Jung Yeon-Je/AFP
Militär Türkei
Das zweitgrößte Militär der Nato-Mitgliedstaaten kommt aus der Türkei (Truppenstärke: 355.200). Die Armee gilt als eine der stärksten der Welt. Anhand von mehr als 60 Einzelfaktoren analysieren die Fachleute von „Global Firepower Index“ die militärische Gesamtstärke der Armeen. Türkei, die seit 1952 Mitglied der Nato ist, belegt hier unter 145 Armeen den neunten Platz. © Tunahan Turhan/Imago
Polnische Armee
In der Nato-Rangliste der Truppenstärke liegt Polen auf Platz drei. Die polnischen Streitkräfte verfügen über 202.100 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Streitkräfte sind seit 2010 eine Berufsarmee und gliedern sich wie folgt: Heer, Marine, Luftwaffe, Spezialkräfte, Territorialverteidigung (Freiwilligenmiliz). © Radek Pietruszka/dpa
Frankreich Macron
Platz vier in der Nato-Rangliste belegt Frankreich (Truppenstärke: 200.000). Frankreich ist seit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs die einzige Atommacht in der Europäischen Union. Der französische Staatspräsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und die einzige Person, die einen nuklearen Angriff befehlen kann. Hier hält Präsident Emmanuel Macron (Mitte) eine Rede vor zwei Kampfjets vom Typ Dassault Mirage 2000 (links) und vom Typ Dassault Rafale (rechts). © Ludovic Marin/AFP
Britische Armee bei einer Übung in Finnland
Die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs gliedern sich in drei Teilstreitkräfte und umfassen ungefähr 184.860 Soldatinnen und Soldaten. Bei einer Übung in der Nähe von Rovaniemi am Polarkreis testet die Armee hier die mobile Haubitze Archer.  © Ben Birchall/dpa
Pistorius-Besuch in Litauen
Auf Platz sechs in der Nato-Rangliste liegt die Bundesrepublik Deutschland. Die Bundeswehr umfasst das Heer, die Luftwaffe, die Marine, den Cyber- und Informationsraum, sowie den Unterstützungsbereich. Aktuell gibt es rund 181.600 aktive Soldatinnen und Soldaten in Uniform. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, rechts) erlebt die Fähigkeiten eines Leopard-2-Panzers auch schon mal aus nächster Nähe. © Alexander Welscher/dpa
Tag der italienischen Streitkräfte 2021
Die italienische Kunstflugstaffel „Frecce Tricolori“ fliegt am Tag der italienischen Streitkräfte über das Denkmal des Unbekannten Soldaten hinweg. Mit einer Truppenstärke von 165.500 Soldatinnen und Soldaten belegt Italien in der Nato-Rangliste den siebten Platz.  © Giuseppe Lami/dpa
Griechenland Militär
Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnenabwehrsysteme: Griechenland rüstet auf. Die Regierung will Milliarden investieren, um ihr Militär stärker zu machen als je zuvor. Aktuell verfügen die griechischen Streitkräfte (hier bei einer Militärparade in Athen) über eine Truppenstärke von 142.700 aktiven Soldatinnen und Soldaten. © Kostas Galanis/Imago
Luftlandeübung Swift Response
Noch eine weitere Armee der Nato verfügt über mehr als 100.000 aktive Soldatinnen und Soldaten: Spanien (Truppenstärke: 133.282). Allerdings ist das Land weit davon entfernt, das Zwei-Prozent-Ziel der Nato zu erreichen: Mit knapp 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ist Spanien sogar Schlusslicht in der Nato.  © Kay Nietfeld/dpa
Air Police Übung der Nato in Rumänien
Ein Kampfflugzeug vom Typ F-16 der rumänischen Luftwaffe steht auf dem rumänischen Luftwaffenstützpunkt in Borcea. Rumänien liegt in der Nato-Rangliste auf Platz zehn (Truppenstärke: 81.300).  © Kathrin Lauer/dpa
Kanada - Snowbirds bei Flugtag
Kanada verfügt über rund 68.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. In Canadian Army, Royal Canadian Navy und Royal Canadian Air Force dienen nur Freiwillige. Die Kunstflugstaffel der Air Force ist unter dem Namen „Snowbirds“ bekannt. Die Schneevögel sind ein Symbol Kanadas. © Patrick Doyle/dpa
Ungarn Militär
Die H225M Caracal ist ein taktischer Mehrzweck- und Transporthubschrauber mit großer Reichweite. Benutzt wird er unter anderem von Ungarn (Truppenstärke: 41.600).  © Sergey Kohl/Imago
Abschluss der Nato-Übung Quadriga 2024
Niederländische Kräfte nehmen an der Quadriga-Übung 2024 teil. Die Niederlande liegt auf Platz 13 der Nato-Rangliste (Truppenstärke: 41.380). Die Regierung will die Stärke der nationalen Streitkräfte allerdings deutlich erhöhen. © Kay Nietfeld/dpa
Bulgarien Militär
Seit 2004 ist Bulgarien Nato-Mitglied. Die bulgarischen Streitkräfte bestehen aus den Teilstreitkräften Heer, Marine, Luftstreitkräfte. Derzeit umfasst das Militär in Bulgarien etwa 37.000 Frauen und Männern. © Vassil Donev/dpa
Kriegsende-Gedenken - Tschechien
Flugzeuge hinterlassen am Himmel farbige Spuren in den Nationalfarben Tschechiens anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Tschechien verfügt über 28.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. © Kamaryt Michal/dpa
Belgische Kronprinzessin schwitzt beim Militär-Sommercamp
Die Streitkräfte aus Belgien untergliedern sich in Heer, Marine, Luftstreitkräfte und medizinisches Korps. Es gibt rein niederländisch- und rein französischsprachige Einheiten. Im Jahr 2022 trainierte auch die belgische Kronprinzessin Elisabeth (2. von rechts) in einem Bootcamp der Königlichen Militärschule ihre Führungsqualitäten. Belgien liegt in der Nato-Rangliste auf Platz 16 (Truppenstärke: 25.000). © Erwin Ceupp/dpa
Schwedische Nato-Truppen in Lettland stationiert
Die schwedischen Streitkräfte bestehen aus den vier Teilstreitkräften: Heer, Marine, Luftstreitkräfte, Heimwehr. Seit dem 7. März 2024 ist Schweden (Truppenstärke: 24.400) das 32. Mitglied der Nato. © Alexander Welscher/dpa
80. Jahrestag der Schlacht von Arnheim
Fallschirmjäger aus acht Nato-Mitgliedsländern (Deutschland, Griechenland, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien, Vereinigtes Königreich und USA) springen hier zum Gedenken an den Jahrestag der Schlacht von Arnheim auf der Ginkelschen Heide ab. Portugals Truppenstärke beträgt 24.000 Frauen und Männer.  © Ben Birchall/dpa
Raketensschiff Pori der finnischen Marine
Das Raketensschiff Pori der finnischen Marine bricht vom Suomenlinna-Pier in Helsinki zur Nato-Operation „Enhanced Vigilance Activity“ in der Ostsee auf. Auch Finnland verfügt über 24.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten. © Vesa Moilanen/dpa
Militärübung „Nordic Response“ in Norwegen
Norwegische Soldaten sitzen während der Militärübung „Nordic Response 24“ auf Schneemobilen. Die Streitkräfte bestehen aus dem Heer, der Marine, der Luftwaffe und der milizartig organisierten Heimwehr. Mit einer Truppenstärke von 23.250 Frauen und Männer belegt Norwegen Platz 20 in der Nato-Rangliste. © Jouni Porsanger/dpa
Deutsche Brigade in Litauen
Litauische Soldaten legen nach einem Schießtraining bei Rudninkai in dem Areal, wo die deutsche Brigade in Litauen stationiert werden soll, eine Pause ein. Die Truppenstärke von Litauen beträgt 23.000 Frauen und Männer. © Kay Nietfeld/dpa
The Royal Life Guards
Rekruten der Royal Life Guards aus Dänemark überqueren auf dem Truppenübungsplatz Kulsbjerg bei Vordingborg das Wasser. Dänemarks Militär verfügt derzeit über etwa 20.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Luftwaffe bildet slowakische Soldaten an Flugabwehrsystem aus
Slowakische Soldaten trainieren an einem Flugabwehrsystem. Seit 2004 ist die Slowakei Mitglied der Nato. Die Truppenstärke des Militärs beträgt 19.500 Frauen und Männer. © Marcus Brandt/dpa
Lettland Militär Parade
imago80894560.jpg © Victor Lisitsyn/Imago
Militärmanöver in Kroatien
Kroatien verfügt über 14.325 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Streitkräfte werden umgangssprachlich meist als „Hrvatska vojska“ (Kroatische Armee) bezeichnet. Kroatien ist seit April 2009 Mitglied der Nato. © dpa
Mazedonien Namensänderung
Die Armee der Republik Nordmazedonien (Truppenstärke: 9000) gliedert sich in ein Heer mit angeschlossenen Luftstreitkräften (Heeresflieger). Aufgrund der Binnenlage des Landes gibt es keine eigenständige Marine.  © Dragan Perkovksi/dpa
Kaja Kallas
Am 15. Mai 2024 besuchte die damalige estnische Premierministerin Kaja Kallas die gemeinsame Übung „Spring Storm“ der estnischen Streitkräfte (Truppenstärke: 7700) und der alliierten Nato-Streitkräfte in Pärnu. © Jussi Nukari/Imago
Slowenien
Sloweniens Truppenstärke beträgt 7300 Frauen und Männer. Die Streitkräfte unterstehen dem Verteidigungsministerium. Die für den Schutz der 46 Kilometer langen Adriaküste zuständige Marine und die Luftstreitkräfte sind keine selbständigen Teilstreitkräfte. © Zeljko Stevanic/Imago
Albanien
Seit 2010 hat Albanien eine Berufsarmee. Sie besteht derzeit aus 6600 aktiven Soldatinnen und Soldaten. Das Joint Force Command bildet ein Hauptquartier, dem die drei Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine unterstehen. © Imago
Montenegro
Die seit 2006 aufgebauten Streitkräfte von Montenegro umfassen 2350 Frauen und Männer und gelten heute als eine funktionierende Kleinarmee in Europa. Montenegro ist seit Juni 2017 Mitglied der Nato. © Imago
Luxwemburg
Die Armee Luxemburgs umfasst die Streitkräfte des Großherzogtums Luxemburg. Sie besitzt eine leichtbewaffnete, Freiwilligenarmee (Truppenstärke: 1000). Die luxemburgische Armee ist in ein Infanteriebataillon mit zwei Aufklärungskompanien gegliedert. Mit einer dieser beiden Kompanien beteiligt sich Luxemburg am Eurokorps. © Berit Kessler7Imago
Eurofighter über Island. (Archivbild)
Ein Eurofighter fliegt bei der Übung „Rapid Viking 2023“ über Island. Der hohe Norden gewinnt zunehmend an geopolitischer Bedeutung. Nato-Mitglied Island selbst verfügt über keine eigene Armee. © Britta Pedersen

Nato-Gipfel und Rüstungsspirale

Um auf diese Bedrohungslage zu reagieren, beschlossen die Nato-Staaten auf ihrem jüngsten Gipfel in Den Haag eine historische Erhöhung der Verteidigungsausgaben: „Bis 2035 werden die Mitgliedsstaaten fünf Prozent ihres BIP für Verteidigung ausgeben“, so Rutte auf der Pressekonferenz am 24. Juni 2025. Rutte nannte das einen „ehrgeizigen, historischen Sprung, der unsere Zukunft sichert“. Die Erhöhung soll massive Investitionen in Flugabwehr, Panzer, Artillerie und Industrie ermöglichen – und ist ausdrücklich als Antwort auf Russlands und Chinas Rüstungsdynamik gedacht.

Die Nato verweist hierbei auf Russlands drastisch gestiegene Rüstungsausgaben: 2024 stieg das russische Verteidigungsbudget um 42 Prozent auf 462 Milliarden Dollar, wie das International Institute for Strategic Studies feststellte gemäß The Kyiv Independent feststellte: „Russlands Verteidigungsbudget übersteigt nun die Verteidigungsausgaben aller europäischen Länder zusammen.“

Im Fokus der Weltpolitik: Nato-Generalsekretär Mark Rutte (links) warnt vor einer engeren militärischen Kooperation zwischen Xi Jinping und Wladimir Putin.

Chinas Beitrag zum russischen Krieg – und eigene Ziele

Chinas Unterstützung für Russland ist dabei laut CEPA vielfältig: „China versorgt Russland mit entscheidender Technologie, Komponenten und Rohstoffen, darunter Halbleiter, Gallium und Germanium. Im Jahr 2023 stammten 89 Prozent der russischen Mikrochip-Importe aus China und 47 Prozent der Ausrüstung für die Chipproduktion in Russland war chinesisch.“

Militärisch lernt China vor allem von Russland – etwa durch gemeinsame Manöver und Ausbildung. „Die russische Regierung erlaubt es chinesischem Militärpersonal, Kampferfahrungen und Taktiken aus dem Krieg gegen die Ukraine für einen möglichen Konflikt gegen Nato-Waffen zu übernehmen“, so der ukrainische Geheimdienst HUR gemäß The Defense Post. Dies zielt insbesondere darauf, eigene Truppen für ein mögliches Vorgehen gegen Taiwan vorzubereiten.

Chinesische und russische Militärs führen seit Jahren gemeinsame Großmanöver durch, die jedoch vor allem nach außen Symbolik demonstrieren. „Die gemeinsame Übungspraxis ist vor allem ein Zeichen für den Willen zur Zusammenarbeit, nicht für operative Integration“, analysiert CEPA.

Schlüsselfaktoren der Russland-China-Kooperation und Folgen für die Nato (2022–2025)

FaktorRusslandChinaAuswirkungen auf die Nato
Militärische Aktionen:Großoffensive in der Ukraine, erhöhte PräsenzKeine direkte Beteiligung, aber Ausbildung und Beobachter bei ManövernVerstärkte Nato-Präsenz in Osteuropa, Alarmbereitschaft
Rüstungsausgaben:Stark steigend, 2024 Schätzung: unter 462 Mrd. USDWeiterhin moderat, Fokus auf ModernisierungWettlauf um Aufrüstung, Verteidigungsausgaben steigen
Technologietransfer:Zunehmende Abhängigkeit von chinesischer Elektronik, Drohnen, Dual-Use-GüternSteigender Export von Mikrochips, Komponenten, Drohnen (oft verdeckt oder über Drittländer)Technologischer Know-how-Transfer als Risiko für Nato-Planungen
Militärische Kooperation:Regelmäßige gemeinsame Manöver, Ausbildung chinesischer SoldatenTeilnahme an Manövern, Erwerb von russischer Kriegs-ErfahrungStärkere operative Kooperation, potenzielle Interoperabilität
Strategische Ziele:Schwächung der Nato, Destabilisierung EuropasEigene Interessen in Ostasien und Taiwan, indirekte Schwächung der NatoGefahr eines Zwei-Fronten-Konflikts, Unsicherheiten für Nato
Risikoanalyse Nato:Ausbau von Sabotage, Cyberangriffen, hybride TaktikenBeobachtung, Wissenstransfer, kein offener BündnisbeitrittWestliche Analysten warnen vor neuer globaler Unsicherheitslage
Politische Beziehung:Wachsende Abhängigkeit von China, asymmetrischWahrung strategischer Autonomie, keine BündnispflichtMangel an gegenseitigen Verpflichtungen bremst Eskalation

Taiwan-Szenario und westliche Alarmstimmung

Die Warnungen vor einem abgestimmten Vorgehen Moskaus und Pekings werden auch von US-Militärs geteilt. Admiral John Aquilino, ehemaliger Chef des US-Indopazifik-Kommandos, erklärte bereits 2024, so die Newsweek: „Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass Peking bis 2027 bereit sein will, Taiwan zu überfallen.“

Nato-Generalsekretär Rutte betonte nun hierzu: „Wenn Xi Jinping Taiwan angreifen würde, würde er zuerst sicherstellen, dass er einen Anruf bei Putin tätigt, um Russland zur Ablenkung der Nato zu bewegen.“

Kein formelles Militärbündnis – aber strategische Zweckgemeinschaft

Das CEPA stellt klar, dass trotz aller Rhetorik über eine „grenzenlose Partnerschaft“, wie sie China und Russland 2022 vereinbaretn, keine formellen militärischen Beistandsverpflichtungen bestehen. „Obwohl China Russland massiv unterstützt, hat Peking keine russischen Gebietsgewinne anerkannt und scheut ein festes Bündnis, um nicht eigene Handlungsfreiheit und Interessen zu riskieren“, schreibt CEPA.

Auch Russland ist zunehmend von China abhängig – ökonomisch und militärtechnisch. CEPA mahnt: „Die wachsende Abhängigkeit könnte zu einem Machtungleichgewicht innerhalb der Partnerschaft führen, bei dem Peking langfristig den Kurs vorgibt.“

Reaktion des Westens und Schlussfolgerung auf Bedrohung durch China und Russland

Rutte fordert die Nato-Staaten zu mehr Tempo auf: „Die Bedrohungen, denen wir heute gegenüberstehen, verlangen, dass wir sehr viel mehr tun.“ Die Verpflichtung, jährlich Berichte über die Fortschritte der Rüstungsanstrengungen zu liefern, soll laut Rutte sicherstellen, dass die Nato ihre Glaubwürdigkeit behält.

Das Fazit vieler westlicher Analysten, resümiert CEPA: Ein abgestimmter Angriff Russlands im Sinne eines Zwei-Fronten-Krieges ist eine reale strategische Option für Moskau und Peking, aber Stand 2025 mangelt es noch an der notwendigen militärischen Integration und beidseitigen Verpflichtung. Die wachsende militärische Kooperation bleibt dennoch eine ernste Herausforderung für die westliche Sicherheitsarchitektur. (chnnn)

Rubriklistenbild: © Foto links: IMAGO / NurPhoto | Foto rechts: IMAGO / ZUMA Presse

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