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Krise in der Karibik
Militärische Eskalation: Venezuela mobilisiert Truppen – und Trump provoziert den Krieg
Die Spannungen zwischen Trump und Venezuela erreichen einen neuen Höhepunkt. Das US-Militär verstärkt seine Präsenz in der Karibik massiv. Ein offener Krieg droht.
Washington, D.C./Caracas – Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela drohen endgültig zu eskalieren. So griff das US-Militär erneut ein mutmaßliches Drogenschiff in der Karibik an, während Venezuela seine Truppen an der Grenze zu Kolumbien verstärkt. Vor der nördlichen Küste Südamerikas, im Karibischen Meer, ließ Donald Trump bereits die Marine und Kampfjets zusammenziehen – der US-Präsident scheint einen Krieg zu wollen.
Die Trump-Administration rechtfertigt ihr aggressives Vorgehen mit dem Argument, die USA befänden sich „in einem Krieg mit narkoterroristischen Gruppen aus Venezuela“. Um diese Position zu untermauern, hat Trump eine massive Aufrüstung in der Karibik angeordnet. Zusätzlich sollen laut Berichten noch 6500 Soldaten, Lenkflugkörper, F-35-Kampfjets und ein Atom-U-Boot in die Region verlegt werden. Auch wurden mehrere Langstreckenbomber des Typs B-52 nahe der Küste Venezuelas gesichtet.
Drohender Krieg mit Venezuela: Trump lässt „Drogenschiffe“ attackieren
Ein anonymer US-Regierungsvertreter bestätigte gegenüber Reuters den jüngsten Angriff auf ein verdächtiges Schiff. „Einige Besatzungsmitglieder des Schiffes haben den Beschuss offenbar überlebt“, erklärte der Insider am Donnerstag (16. Oktober). Dies ist der neueste in einer Reihe von Angriffen, bei denen nach Angaben des venezolanischen UN-Botschafters Samuel Moncada bisher mindestens 27 Menschen ums Leben kamen.
Als Reaktion auf die US-Aktionen hat Venezuela seine militärische Präsenz an der Grenze zu Kolumbien deutlich verstärkt. General Michell Valladares, Kommandant der venezolanischen Streitkräfte in Táchira, gab bekannt, dass 17.000 Soldaten im Einsatz seien. Präsident Nicolás Maduro warf in einer Fernsehansprache dem US-Geheimdienst CIA vor, Operationen gegen den Frieden in Venezuela zu führen. Er betonte: „Aber unser Volk ist klar, geeint und bei Bewusstsein. Es hat die Mittel, diese offene Verschwörung gegen den Frieden und die Stabilität Venezuelas einmal mehr zu besiegen.“
Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas
Laut Trump: Autorisierte CIA-Einsätze in Venezuela – „aus zwei Gründen“
Am Mittwoch (15. Oktober) hatte Trump mitgeteilt, CIA-Einsätze in Venezuela autorisiert zu haben. „Ich habe es aus zwei Gründen autorisiert“, sagte Trump mit Blick auf eine angebliche Verstrickung der venezolanischen Regierung mit Drogenbanden sowie auf die angebliche Schleusung von Kriminellen aus Venezuela in die USA. Angesichts der Eskalation und einem drohenden Krieg hat sich Venezuela an den UN-Sicherheitsrat gewandt. In einem Schreiben forderte der venezolanische UN-Botschafter das 15-köpfige Gremium auf, die US-Angriffe zu untersuchen und deren „illegalen Charakter festzustellen“.
Die USA blicken auf eine lange, unrühmliche Historie von Eingriffen in Lateinamerika zurück. Interventionen durch die CIA waren unter mehreren US-Präsidenten keine Seltenheit, etwa um die Ausbreitung des Kommunismus in Lateinamerika zu unterbinden und eigene Interessen durchzusetzen. Auch Donald Trump dürfte davor nicht zurückschrecken.
Trump hat die Wahl: Neuer Marine-Leiter für einen Krieg gegen Venezuela?
Die Situation wird durch den überraschenden Rücktritt von Admiral Alvin Holsey, dem Leiter des US-Südkommandos, weiter verkompliziert. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gab bekannt, dass Holsey zum Jahresende – zwei Jahre früher als geplant – sein Amt niederlegen wird. Trump könnte nun einen Nachfolger ernennen, der einem offenen Konflikt nicht abgeneigt ist.
Senator Jack Reed, ranghöchster Demokrat im Verteidigungsausschuss des Senats, äußerte sich besorgt: „Admiral Holseys Rücktritt vertieft nur meine Sorge, dass diese Regierung die teuer erkauften Lehren früherer US-Militäreinsätze und den Rat unserer erfahrensten Militärs ignoriert.“ Holsey hatte seinen Dienst erst vor einem Jahr angetreten.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth – seit kurzem „Kriegsminister“ – hat bereits vorsorglich erklärt, Donald Trump habe das Recht, sich sein militärisches Führungspersonal auszusuchen. Die Demokraten warnen aber vor einer möglichen politischen Vereinnahmung der zu parteipolitischer Neutralität verpflichteten US-Streitkräfte.
Donald Trump wollte schon vor Jahren den Umsturz in Venezuela
Der britische Guardian kommentierte jüngst: „Immer lauter wird auf die Pauke gehauen“. Dass Trump derart offen mit den – in der Vergangenheit, wenn dann versteckten – Angriffen umgeht, könnte zeigen, „dass die USA auf einen Regimewechsel durch die Flucht von Maduro hoffen“. Bereits während seiner ersten Amtszeit nahm Donald Trump Venezuela ins Visier und versuchte Nicolás Maduro mithilfe der Opposition zu stürzen.
So erkannte die Trump-Regierung im Januar 2019 Juan Guaidó, damals Präsident der Nationalversammlung, als „Interimspräsidenten“ an. Die USA trieben daraufhin eine breite diplomatische Front voran und verschärften den ökonomischen Druck, unter anderem durch harte Wirtschaftssanktionen, um das Maduro-Regime zu schwächen. Schon damals hieß es, „alle Optionen“ lägen auf dem Tisch, so der damalige Trump-Berater John Bolton. Auch Deutschland stellte sich hinter Guaidó.
Mit der Zeit fiel die internationale Unterstützung für Guaidó – trotz offener Umsturzversuche – jedoch zusammen; die verfehlten Aktionen und anhaltenden Krisen ließen den US-gestützten Versuch, Maduro zu stürzen, in eine Sackgasse laufen. Nun scheinen in Washington erneut alle Optionen auf dem Tisch zu liegen. Ob Trump sich diesmal für einen offenen Krieg entscheidet, dürften die kommenden Wochen zeigen. (Quellen: AFP, dpa, Tagesspiegel, Reuters, Guardian, CNN, Cambridge University Press, eigene Recherche) (nak)