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Machtdemonstration in der Karibik

Eskalation mit Venezuela: Trump bewilligt Einsätze gegen Drogenkartelle – Maduro fürchtet Vorwand

Schon die Angriffe des US-Militärs auf mutmaßliche Drogenschmuggler-Boote in Venezuela waren höchst umstritten. Jetzt wählt Trump einen gewagten Schritt.

Washington – Die zweite Ära von Donald Trump als US-Präsident sorgt seit Beginn für Furore: Außenpolitisch mischt er mit einer harten Zollpolitik nicht nur den Welthandel auf oder drängt auf ein Ende des Ukraine-Kriegs. Vielmehr fokussiert Trump sich auch auf Entwicklungen in Süd- und Mittelamerika. Zu Beginn war dies am Beispiel des Panama-Kanals sichtbar, doch inzwischen fährt die US-Politik einen harten Kurs gegen Venezuela. Im Fokus dabei: Kartelle und deren Drogenhandel.

US-Präsident Donald Trump beantwortet Fragen von Reportern während eines Treffens mit dem argentinischen Präsidenten Milei im Kabinettssaal des Weißen Hauses. Nach Angaben des US-Staatschefs hat das US-Militär bei einem Angriff auf ein mutmaßlich mit Drogen beladenes Boot sechs Männer getötet.

Das aktuelle Vorgehen sorgte zuletzt dafür, dass Trump international heftig in die Kritik geriet. Die jüngsten Eskalationen im Konflikt mit Venezuela schüren zudem Ängste vor Auswirkungen auf andere Länder in Lateinamerika. Zusätzlich wird das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela fortlaufend belastet.

Trump will harten Kurs in Venezuela – US-Präsident erlaubt CIA-Einsätze und Einsätze an Land

Nach den tödlichen Angriffen des US-Militärs auf mutmaßlich mit Drogen beladene Boote in der Karibik hat Trump eine weitere Eskalation im Konflikt mit Venezuela eingeleitet. Aktionen des Auslandsgeheimdiensts CIA in dem südamerikanischen Land seien autorisiert worden, sagte Trump im Weißen Haus. Wie genau diese Einsätze aussehen sollten, ließ der Republikaner offen. Gleichzeitig kündigte er an, Rauschgiftschmuggler nun auch bereits an Land bekämpfen zu wollen.

Die Begründung für die Geheimdienst-Autorisierung lieferte Trump mit drastischen Worten: „Sie haben ihre Gefängnisse in die Vereinigten Staaten von Amerika entleert“, entgegnete er auf eine entsprechende Frage eines Reporters. Er behauptete, Tausende Gefängnisinsassen und Menschen aus psychiatrischen Einrichtungen seien ins Land gekommen. „Wir bringen sie zurück“, so Trump weiter.

Als zweiten Grund für seine verschärfte Politik nannte er Drogen, wovon viele aus Venezuela in die USA kämen. Trump sagte erneut, es gebe zahlreiche Drogen, die von Venezuela übers Meer auf den Weg in die USA gebracht würden, „aber wir werden sie auch auf Land stoppen“.

Donald Trumps berüchtigte Handschlag-Strategie

Handschlag auf Augenhöhe – und es wird ordentlich gequetscht: US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.  © SAUL LOEB / AFP
Donald Trumps Handschlag
Berühmt, berüchtigt und bekannt: Donald Trumps Handschlag ist eines der Markenzeichen des US-Präsidenten und vereint Machtspiel und Macho-Pose. Zu spüren bekamen das schon zahlreiche Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt – hier Russlands Präsident Wladimir Putin im Juli 2017 in Hamburg. © imago
Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen.
Donald Trump war noch frisch im Amt und genoss die mediale Aufmerksamkeit, die ihm durch seinen überraschenden Sieg bei der US-Wahl zukam. Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen. © imago
Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan
Mehrere Biografen Donald Trumps beschreiben, dass ihm sein Handschlag schon immer wichtig gewesen sei. Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan, soll der Meinung sein, dass ein Handschlag darüber entscheidet, wer im anschließenden Gespräch Dominanz ausstrahlt und wer nicht. © IMAGO
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard, beschäftigen die politische Medienlandschaft seit seinem Eintritt in die politische Arena. Die Washington Post beschrieb den Präsidenten als jemand, der „unbeholfene, intensive und manchmal geradezu seltsame Händedrücke“ gebe. © imago
James Comey. Der ehemalige Direktor des FBI
imago418416130.jpg © imago
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps. Bei ihrem Treffen im Oval Office im Weißen Haus packte der US-Präsident zu - und ließ nicht mehr los. Ganze 19 Sekunden soll der Handschlag zwischen Trump und Abe gedauert haben. Japans Premierminister war von Trumps Händedruck sichtlich überrascht und reagierte mit nervösem Lächeln und ungläubigem Augenrollen. © imago
Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch
Wie schon bei Comey versuchte Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch, den Trump während seiner ersten Amtszeit zum Obersten Richter am Supreme Court ernannte. Beim Handedrücken zog Trump den Arm Gosuchs zu sich und brachte den obersten Richter sichtbar aus dem Gleichgewicht. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron
Den Höhepunkt des Händeschüttelns erlebte die Welt mit Donald Trump und Emmanuel Macron. Mehrfach während ihres Treffen schüttelten der amerikanische und der französische Präsident die Hände - fast immer in absonderlicher Art.  © IMAGO/Ron Sachs
Aufeinandertreffen mit Macron
Bei den Aufeinandertreffen mit Macron, wie hier beim G7-Gipfel in Kanada, wurde besonders deutlich, dass der Handschlag für Donald Trump vor allem ein Machtspiel ist. Frankreichs Präsident aber schien darauf vorbereitet und reagierte ebenfalls mit Angriff statt Verteidigung. Auf den Bildern war zu sehen, wie er Trumps Hand mit aller Kraft drückte, bis sogar seine Knöchel weiß wurden. Trump versuchte erfolglos, Macrons Arm zu verdrehen. © Evan Vucci/afp
Emmanuel Macron und Donald Trump
Emmanuel Macron beschrieb seine Reaktion auf Donald Trumps Handschlag-Taktik im Nachgang. „Mein Händedruck mit ihm war nicht unschuldig“, so Frankreichs Präsident. Man müsse Trump „zeigen, dass wir keine kleinen Zugeständnisse machen werden, auch nicht symbolische.“ Das galt für Macron offensichtlich selbst bei dem Austausch von Begrüßungsfloskeln. © Michael Kappeler/dpa
Emmanuel Macron und Donald Trump
Über die Jahre entwickelten die Alpha-Männer Emmanuel Macron und Donald Trump dann doch noch einen zivilisierten Händedruck. Den präsentierten sie der Weltöffentlichkeit in Rom, als beide Staatschefs zur Beerdigung von Papst Franziskus zu Gast waren. „Er ist ein toller Kerl - klug, stark und hält gerne meine Hand“, beschrieb Trump Macron, der „ein sehr guter Mensch“ und ein „sehr harter Kerl“. © imago
G7-Gipfel in Kanada
Ähnlich wie bei Emmanuel Macron wurde auch der Handschlag zwischen Donald Trump Marc Trudeau zum Politikum. Kanadas Premierminister wollte wie schon Frankreichs Präsident nicht klein beigeben. Es entwickelte sich ein kurzes Handgemenge, dass Trudeau aber mit einem Lächeln quittierte. © Evan Vucci/dpa
UFC-Kommentator Joe Rogan
UFC-Kommentator Joe Rogan beschrieb in seinem Podcast „The Joe Rogan Experience“, wie er sich auf das Händeschütteln mit Donald Trump vorbereitet hätte. Der Kampfsport-Experte sagte, er habe damit gerechnet, dass ihn der US-Präsident durch einen Ruck aus dem Gleichgewicht habe bringen wollen. „Ich habe mich breiter gestellt, um eine feste Basis zu haben“, so Rogan. Der US-Präsident sei deshalb trotz mehrfacher Versuche mit seinem Trick an ihm gescheitert. © imago
Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation
Doch Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation für seinen Gegenüber maximal unangenehm zu gestalten. Eine davon präsentierte er 2018 in Brüssel beim Handschlag mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Als die beiden beim Nato-Gipfel aufeinandertrafen, packte Trump zu und lehnte sich mit seinem Oberkörper nach vorne. Stoltenberg reagierte mit diesem Eindringen in seinen persönlichen Raum mit dezentem Rückzug. © imago
Bundeskanzlerin Angela Merkel r CDU trifft US Praesident Donald Trump im Rahmen des G20 Gipfels
Beim Handschlag mit Altkanzlerin Angela Merkel hielt sich Donald Trump vornehm zurück. Die Bundeskanzlerin bekam beim G20-Gipfel einen eher unterkühlten Händedruck vom US-Präsidenten. © Inga Kjer/dpa
UN Generalversammlung in New York
Ganz gesittet gestaltete sich 2017 in Donald Trumps Heimatstadt New York das Händeschütteln. Bei der UN-Generalversammlung traf Trump auf António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. © Shealah Craighead/dpa
Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt
Nancy Pelosi beschloss, bei ihrem Handschlag mit Donald Trump den Spieß umzudrehen. Die damalige Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt. Pelosi streckte ihm im Anschluss die Hand mit soviel Ablehnung entgegen, wie ein Blick und eine Geste nur ausstrahlen können. © imago
Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office
Wer die Gunst Donald Trumps genießt, der bekommt beizeiten einen ganz speziellen Händedruck vom US-Präsidenten. Trump legt dann liebevoll seine linke Hand auf die rechte seines Gegenübers und tätschelt diese. In den Genuss dieser Geste kam Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office. © imago
Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus.
Den doppelten Händedruck für besonders gute Freunde bekam auch Indiens Premierminister Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus. © imago
Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago
Zu den guten Freunden Donald Trumps gehörte auch Brasiliens ehemaliger Präsident, Jair Bolsonaro. Der hatte sich im Wahlkampf mit seinem Rechtspopulismus und Skandalen den Spitznamen „Tropen-Trump“ erarbeitet. Der US-Präsident quittierte das im März 2020 bei einem Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago mit dem doppelten Händedruck. © imago
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani. Bei einem Treffen mit Trump im Jahr 2016 schien der ehemalige Bürgermeister New Yorks auch auf den besonderen Handschlag mit dem damaligen Kandidaten der Republikaner für das Präsidentenamt zu hoffen. Trump gönnte seinem Ex-Anwalt diese Ehre aber offenbar nicht. © imago
Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump
Sein Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump ein Augenzwinkern oben drauf. © imago
US-Präsident Trump im Nahen Osten - Katar
Bei seinem Staatsbesuch in Katar bemühte Donald Trump sich offensichtlich um Zurückhaltung. Das galt auch für seinen Händedruck, den hier der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, während eines Staatsdinners im Lusail-Palast entgegen nahm. © Alex Brandon/dpa
Keir Starmer und Donald Trump
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer reiste vor kurzem zum Antrittsbesuch nach Washington DC. Im Weißen Haus traf er auf Donald Trump. Der Handschlag blieb folgenlos und unspektakulär. © Carl Court/dpa
Cyril Ramaphosa und Donald Trump
Auf den absonderlichen Handschlag zwischen Cyril Ramaphosa und Donald Trump im Weißen Haus folgte der Eklat im Oval Office. Trump beschuldigte den südafrikanischen Präsidenten, in seinem Land einen Völkermord an weißen Landbesitzern geschehen zu lassen. Um seine Behauptungen zu untermauern, konfrontierte der US-Präsidenten seinen Amtskollegen sogar mit gefälschten Videomaterial. © imago

In den vergangenen Wochen hatte das US-Militär bereits mehrfach Boote mutmaßlicher Drogenschmuggler in der Karibik beschossen. Dies war der fünfte und bislang letzte Angriff seit Anfang September, womit die Gesamtzahl der Todesopfer auf knapp 30 stieg. Das Vorgehen sorgte für internationale Kritik, auch weil die US-Regierung keine Angaben dazu machte, auf welcher rechtlichen Grundlage sie handelte. Dass Venezuelas Regierung vehement protestierte und die Vereinten Nationen die USA zur Zurückhaltung aufriefen, ließ Trump kalt.

Kritik an Trump wegen CIA-Einsätze in Venezuela – Maduro spricht von „Staatsstreichen“

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro reagierte empört auf Trumps jüngste Ankündigungen. Bei einer Veranstaltung in Caracas sprach er von Staatsstreichen der CIA, die er ablehne und fragte, wie lange die CIA noch damit weiter machen wolle. Als historisches Beispiel nannte er Chile, wo die CIA 1973 eine aktive Rolle im Putsch gegen den damaligen Präsidenten Salvador Allende gespielt hatte. „Lateinamerika will diese Staatsstreiche nicht“, betonte Maduro.

Parallel zur politischen Eskalation verstärken die USA ihre militärische Präsenz in der Region deutlich. Amerikanische B-52H Stratofortress-Bomber wurden bei Flügen über der südlichen Karibik gesichtet und hielten sich in der Nähe des venezolanischen Luftraums auf. Drei Maschinen mit den Rufnamen BUNNY01, BUNNY02 und BUNNY03 wurden auf ausgedehnten Flugmustern von der Barksdale Air Force Base in Louisiana aus beobachtet, in einer auffälligen Machtdemonstration, die wohl auf Maduro abzielte.

Venezuelas Präsident Maduro „beseitigen“: Trump antwortet ausweichend

Die venezolanischen Behörden verurteilten die amerikanischen Aktionen scharf. Maduro warf den USA vor, das Narrativ des Drogenhandels als Vorwand für Aggression zu nutzen. Die Angriffe bezeichnete er als „Verstoß gegen das Völkerrecht“ und die Souveränität. Neben den strategischen Bombern haben die USA auch ihre Marinepräsenz verstärkt, unter anderem mit Zerstörern wie der USS Jason Dunham und der USS Gravely, dem Kreuzer USS Lake Erie und amphibischen Angriffsschiffen wie der USS Iwo Jima.

Trump ließ eine direkte Frage eines Reporters unbeantwortet, ob die CIA befugt sei, Venezuelas Präsidenten Maduro „zu beseitigen“. Er nannte dies eine „lächerliche Frage“ und erklärte lediglich, er glaube, Venezuela spüre, wie andere Länder auch, den Druck. Die US-Regierung hat bisher keine offizielle Erklärung zum Zweck oder zur Dauer des militärischen Einsatzes abgegeben, sodass die genaue Mission unklar bleibt. (Quellen: dpa, afp) (fbu)

Rubriklistenbild: © Alex Brandon/dpa

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