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Präzedenzfall mit globalen Folgen

Maduro-Domino-Effekt: Wie Trump die Weltordnung ins Wanken bringt

Trumps Maduro-Festnahme erschüttert die internationale Ordnung. Es ist ein Bruch mit dem UN-System. Auch Europa und Asien könnten betroffen sein.

Washington, D.C. – Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump versucht, ihre Maßnahmen zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau in einer gewagten Operation zu rechtfertigen. Hauptargument ist dabei, dass das Maduro-Regime mit Drogenkartellen verflochten sei, die für eine Flut von Drogen in die USA verantwortlich sind. Doch völkerrechtlich begibt sich Washington mit dem Vorgehen auf dünnes Eis – und riskiert, eine Kettenreaktion mit globalen Folgen auszulösen.

US-Präsident Donald Trump rechtfertigt die Festnahme Maduros mit Drogenbekämpfung, doch Experten warnen vor einem gefährlichen Präzedenzfall, der eine globale Kettenreaktion mit Folgen für Taiwan, Europa und die internationale Ordnung auslösen könnte.

Was zunächst wie ein regionaler Konflikt erscheint, könnte auch den europäischen Kontinent empfindlich treffen. Professor Anthony Glees von der Universität Buckingham hat gegenüber dem britischen Daily Mirror eindringlich vor den Folgen der Venezuela-Operation für die internationale Ordnung gewarnt. Während Trump zusätzlich mit Militärschlägen gegen den Iran droht und China sowie Russland zunehmend frustriert auf die Intervention in Venezuela reagieren, diagnostiziert Glees einen „wichtigen Wendepunkt in unseren Beziehungen zu Trumps MAGA-Amerika“.

Trump ignoriert UN und traditionelle Konfliktlösungsmethoden: 80 Jahre Ordnung „weggeworfen“

Trumps Handeln markiere einen „endgültigen Bruch“ mit der regelbasierten internationalen Ordnung. „Die USA haben die UNO und alle traditionellen Methoden zur Beilegung von Streitigkeiten ignoriert“, also jenes System, das einst Roosevelt gemeinsam mit Churchill etabliert habe: eine auf Souveränität und Rechtmäßigkeit basierende Ordnung. Diese habe seit 1945 nicht nur einen nuklearen Weltuntergang verhindert, sondern auch die amerikanische Vormachtstellung gesichert. „Trump hat alles weggeworfen, und es wird weitere 80 Jahre dauern, bis die Vernunft in den Weltangelegenheiten wiederhergestellt ist, wenn überhaupt“, so Glees düstere Warnung. Trumps koloniale Ambitionen seien „inakzeptabel und ein Freifahrtschein für die Tyrannen dieser Welt“.

Zwar hätten sowohl Russland als auch China Trump aufgefordert, sich aus Venezuela herauszuhalten und Maduro freizulassen, doch glaubt Glees nicht, dass sie tatsächlich etwas unternehmen werden – abgesehen davon, dem abgesetzten Diktator möglicherweise einen sicheren Hafen in Moskau oder Peking anzubieten. Besonders alarmierend sei die Parallele zu Wladimir Putins Ukraine-Krieg: „Niemand in Europa ist in strategischer Hinsicht sicher, denn Putin wird nicht aufhören, die Souveränität der Ukraine zu zerstören, wenn Europa sich als unfähig erweist, den mutigen Ukrainern zu ermöglichen, den abscheulichen russischen Diktator auf dem Schlachtfeld zu besiegen. Als Nächstes wird er uns angreifen.“

USA greifen Venezuela an: Bilder zeigen Zerstörung und Maduro in Gefangenschaft

Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Soldaten bewachen die Gegend um den Präsidentenpalast Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen.
Das Feuer im Fuerte Tiuna, Venezuelas größtem Militärkomplex, ist nach einer Reihe von Explosionen in Caracas am 3. Januar 2026 aus der Ferne zu sehen. © STR / AFP
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.
Explosionen erschüttern die venezolanische Hauptstadt Caracas.  © IMAGO/Stringer
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren.
Menschen gehen am Präsidentenpalast Miraflores vorbei, nachdem in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, Explosionen und tieffliegende Flugzeuge zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner verlassen ein Gebäude in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren.
Fußgänger rennen, nachdem Explosionen in Caracas zu hören waren. © Matias Delacroix/dpa
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren.
Anwohner aus einem Gebäude, das evakuiert wurde, stehen in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores, nachdem Explosionen und tieffliegende Flugzeuge in Caracas, Venezuela, am Samstag, 3. Januar 2026, zu hören waren. © Cristian Hernandez/dpa
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.
Eine Frau verfolgt die Nachrichten im Fernsehen, nachdem es in Caracas zu mehreren Explosionen gekommen war.  © IMAGO/Boris Vergara
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela.
Schäden nach der US-Attacke auf den Hafen La Guaira in Venezuela. © Pedro Mattey/imago
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026.
Blick auf Caracas bei Nacht, aufgenommen nach einer Reihe von Explosionen am 3. Januar 2026. © Federico Parra/afp
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.
Menschen versammeln sich in einem Einkaufszentrum in der Nähe eines großen Bildschirms, auf dem der US-Angriff auf Venezuela überträgt und über den gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seine Frau berichtet wird.  © Andy Wong/dpa
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen.
Das Foto soll den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in US-Gewahrsam zeigen. Er trägt einen Jogginganzug, einen Gehörschutz, eine Brille und Handschellen. © @realDonaldTrump/Truth Social
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base.
Ein Flugzeug, in dem der gefangene venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro an Bord sein soll, landet auf der Stewart Air National Guard Base. © Noah K. Murray/dpa
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab.
Eine Wagenkolonne mit dem gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und seiner Frau Cilia Flores fährt vom West 30th Street Heliport ab. © Stefan Jeremiah/dpa
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten.
Bundespolizisten stehen vor dem Metropolitan Detention Center Wache, während sie auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro warten. © Yuki Iwamura/dpa
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia.
New Yorker Polizeibeamte versammeln sich vor dem Metropolitan Detention Center kurz nach der Ankunft des festgenommenen venezolanischen Präsidenten Maduro und seiner Frau Cilia. © Yuki Iwamura/dpa
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro.
Beamte warten vor dem Hubschrauberlandeplatz in der West 30th Street auf die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Maduro. © Stefan Jeremiah/dpa
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela.
Präsident Donald Trump spricht in seinem Club Mar-a-Lago nach dem Angriff auf Venezuela. © Alex Brandon/dpa
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela.
US-Präsident Donald Trump, Verteidigungsminister Pete Hegseth und CIA-Chef John Ratcliffe überwachen die Militäroperation in Venezuela. © Donald Trump's Truth Social Account/imago
Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Nach dem US-Militäreinsatz: Eine Frau sitzt vor einem Gebäude, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.  © Javier Campos/dpa
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde.
Ein Mann schaut sich die Schäden an einem Apartmentgebäude an, das bei der Bombardierung durch die Vereinigten Staaten in Venezuela zerstört wurde. © Javier Campos/dpa
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.
Bewaffnete Zivilisten, die der Regierung nahestehen, stoppen Motorradfahrer in Caracas nach US-Angriffen auf Venezuela.  © Ariana Cubillos/dpa
Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird.
Protest in Caracas: Ein Anhänger der Regierung hält eine Actionfigur von Super Bigote während einer Demonstration, bei der die Freilassung von Präsident Nicolás Maduro gefordert wird. © Ariana Cubillos/dpa
Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge.
Protest auch auf den Philippinen: Demonstranten verbrennen in der Nähe der US-Botschaft in Manila eine US-Flagge. © Aaron Favila/dpa

Selbstverteidigungsargument greift nicht: Venezuela griff USA nie militärisch an, sagt Experte

Einen Weltkrieg hält Glees zwar für unwahrscheinlich – „es sei denn, Trump vollzieht eine radikale Kehrtwende oder wird entweder durch ein Amtsenthebungsverfahren oder durch eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik seines Amtes enthoben. Beides ist höchst unwahrscheinlich.“ Doch auf die Frage, ob die gegenwärtigen Ereignisse das Risiko eines konventionellen Krieges in Europa erhöhen, fiel Glees Antwort unmissverständlich aus: „Ja, auf jeden Fall.“ Diejenigen, die sich Sorgen machen müssten, seien „wir selbst in Europa und diejenigen wie wir in Südamerika und Asien“. Trumps unprovozierte Gewalt unterscheide sich nicht von Putins Vorgehen und sende ein beunruhigendes Signal für die Weltordnung.

„Die offensichtlichste Konsequenz ist, dass China die Gelegenheit nutzen wird, um in Taiwan einzumarschieren“, so Geoffrey Robertson KC, Gründungsvorsitzender der Doughty Street Chambers und ehemaliger Präsident des UN-Kriegsverbrechertribunals in Sierra Leone, gegenüber dem britischen Guardian. „Dies ist der günstigste Zeitpunkt dafür, gestützt durch den Präzedenzfall von Trumps Invasion in Venezuela und natürlich seine Beschwichtigungspolitik gegenüber Russland bei dessen Invasion in der Ukraine.“

Trumps Gewalt unterscheidet sich nicht von Putins Vorgehen: Beunruhigendes Signal für die Welt

Robertson zufolge verstößt der Angriff auf Venezuela eindeutig gegen Artikel 2(4) der UN-Charta. Diese besagt, dass alle UN-Mitglieder von der „Anwendung von Gewalt“ gegen die territoriale Integrität oder politische Unabhängigkeit eines Staates Abstand nehmen müssen. Die Verletzung des venezolanischen Luftraums durch die USA, die darauffolgenden Luftangriffe in Caracas, die Festnahme Maduros und seine illegale Entfernung aus Venezuela sind allesamt schwerwiegende Verstöße gegen diese Bestimmung. Damit haben die USA unter Trump „das Verbrechen der Aggression begangen, das vom Nürnberger Tribunal als das schlimmste Verbrechen bezeichnet wurde, es ist das schlimmste Verbrechen überhaupt“.

Zwar sehen sowohl die UN-Charta als auch die eigenen innerstaatlichen Gesetze den Einsatz militärischer Gewalt zur Selbstverteidigung vor. Doch das Argument, dass Trump Venezuela aus Selbstverteidigung angegriffen habe, um der angeblichen Bedrohung durch die „Drogen-Terrororganisation“ entgegenzuwirken, reicht laut Robertson nicht aus. Es sei „nicht vorstellbar, dass Amerika behaupten kann, dass die Aktion aus Selbstverteidigung erfolgte, obwohl es dies zweifellos tun wird. Wenn man sich auf Selbstverteidigung beruft, muss man wirklich und ehrlich davon überzeugt sein, dass man mit Gewalt angegriffen werden wird. Niemand hat behauptet, dass die venezolanische Armee im Begriff ist, die Vereinigten Staaten anzugreifen.“ (Quellen: Daily Mirror, The Guardian) (tpn)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Nicole Combea / Pool via CNP /MediaPunch

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