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Israel im Krieg

Lage in Gaza: Israels Sicherheitskabinett streitet über Hilfsgüter

Während im Gazastreifen nach 60-tägiger israelischer Blockade eine Hungersnot droht, kann sich die Regierung mit den UN nicht einigen. Und die Lage wird schlimmer.

Tel Aviv/Gaza – Keine Lebensmittel, kein Treibstoff, keine Medikamente – als „unerträglich“ beschreiben Hilfsorganisationen die humanitäre Lage in Gaza. Der Grund: Nach rund 60 Tagen, in denen Israel keinerlei Hilfsgüter mehr in den Gazastreifen gesendet hat, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Denn die israelische Einfuhrblockade führt zu einer Hungersnot.

Humanitäre Katastrophe in Gaza: UN fordert internationale Gemeinschaft zum Handeln auf

Zahlreiche Berichte von der Lage vor Ort zeigen das Ausmaß. Muneer Alboursh, der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums von Gaza, berichtete der New York Times, dass je länger Israels totale Belagerung der Enklave andauert, desto häufiger rufen Ärzte an und fragen, wo sie Medikamente finden können, um Patienten am Leben zu erhalten. Wenn es keine Medikamente gibt, was können sie sonst versuchen? Das harte Fazit: „Ich kann ihnen keinen Rat geben“, sagte er. „In den meisten Fällen sterben diese Patienten.“

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Andere Bilder, die in den letzten Tagen um die Welt gingen: Hungrige Kinder suchten in Abfallbergen nach Essensresten und Brennmaterial. Humanitäre Helfer appellieren deswegen an die internationale Gemeinschaft, die von Israel im Gazastreifen vor zwei Monaten verhängte Blockade von Hilfsgütern zu durchbrechen.

Streit in Israels Sicherheitskabinett über Gaza-Hilfsgüter: UN lehnt Vorschlag privater Sicherheitsfirmen ab

Tatsächlich scheint die weltweite Empörung, die die Bilder von hungernden Kindern ausgelöst hat, etwas zu bewirken. Denn bei der nächtlichen Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts war die Aufhebung der Blockade Thema. Nach Berichten mehrerer Medien kam es darüber wohl zum Streit. Das Kabinett billigte demnach trotzdem einen Plan, Hilfsgüter mithilfe privater Sicherheitsunternehmen zu verteilen. Die UN lehnen dieses Vorgehen aber bislang ab. 

„Die internationale Gemeinschaft hat die Wahl: Entweder sie schaut sich weiterhin die grausamen Bilder des erstickten und ausgehungerten Gazastreifens an oder sie bringt den Mut und die Moral auf, Entscheidungen zu treffen, die diese gnadenlose Blockade durchbrechen.“

Olga Cherevko, Sprecherin des UN-Nothilfebüros in Gaza-Stadt

Die Times of Israel berichtete, es habe eine „hitzige Diskussion“ zwischen dem rechtsextremen Polizeiminister Itamar Ben-Gvir und dem Militärchef Ejal Zamir gegeben. Ben-Gvir habe gesagt, es sei „nicht nötig“, die Hilfslieferungen in den Gazastreifen wieder aufzunehmen. Die Menschen dort hätten genug. „Die Lebensmittellager der Hamas sollten bombardiert werden“, sagte Ben-Gvir demnach weiter. „Ich verstehe nicht, warum jemand, der gegen uns kämpft, automatisch Hilfe bekommen sollte.“ Eine weitere Ministerin habe ihm zugestimmt. 

Der Generalstabschef habe dagegen gesagt, solche Vorstellungen gefährdeten Israel. Ben-Gvir verstehe nicht, wovon er rede. „Es gibt internationales Recht, dem wir verpflichtet sind“, sagte Zamir demnach. „Wir können den Gazastreifen nicht aushungern.“

Im Kampf gegen die Hamas: Israel beschließt Ausweitung der Angriffe im Gazastreifen

Hintergrund: Das Militär blockiert seit rund zwei Monaten humanitäre Hilfslieferungen in das abgeriegelte Gebiet, in dem etwa zwei Millionen Menschen leben. Hilfsorganisationen sprechen von katastrophalen Zuständen. Israel wirft der Hamas vor, die Hilfsgüter abzugreifen und gewinnbringend an die Zivilbevölkerung zu verkaufen, um so wiederum ihre Kämpfer und Waffen zu finanzieren.

Im abgeriegelten Gazastreifen fehlt es an Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten. (Archivbild)

Und wie am Montag (5. Mai) bekannt wurde, will Israel seine Offensive im Gazastreifen gegen die islamistische Hamas sogar noch weiter ausweiten. Dies sei ebenfalls bei der Sitzung des Sicherheitskabinetts um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einstimmig beschlossen worden, berichteten verschiedene israelische Medien in der Nacht unter Berufung auf Beamte. Ziel sei es, den Druck auf die Hamas zu erhöhen, um die Freilassung weiterer Geiseln zu erzwingen.

Es werde erwartet, dass der Plan zur Ausweitung der Offensive erst nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in der Region in der nächsten Woche umgesetzt werde, berichtete die Times of Israel. Bis dahin würden Anstrengungen unternommen, um eine Vereinbarung mit der Hamas über eine Waffenruhe und ein Geiselabkommen zu erreichen.

Trump vermutet „geringere Zahl“ von überlebenden Geiseln in Gaza – Zahlen nach Hamas-Überfall unklar

Nach israelischen Angaben befinden sich weiterhin 24 Geiseln und die Leichen von 35 Verschleppten in der Gewalt der Hamas. Ehemalige Geiseln berichten von unmenschlichen Bedingungen. Trump erklärte kürzlich, die Zahl der Überlebenden sei womöglich geringer als bisher angenommen. 

Der Gaza-Krieg begann nach dem beispiellosen Überfall der Hamas und anderer extremistischer Gruppen am 7. Oktober 2023. Damals wurden rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden seither mehr als 52.500 Menschen im Gazastreifen getötet – mehr als 2.400 davon allein seit Wiederaufnahme der Angriffe am 18. März (bg/dpa).

Rubriklistenbild: © Abed Rahim Khatib/dpa

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