Beim US-Sender FoxNews
Kurz vor der Amtseinführung: Grönlands Premierminister zerlegt Trump-Pläne live im TV
Múte Egede sendet eine deutliche Botschaft gegen die Pläne von Donald Trump. Grönlands Regierungschef wird in einer Live-Sendung sehr klar, kurz vor Trumps „Inauguration Day“.
Nuuk – Es ist erst wenige Tage her, als der designierte US-Präsident Donald Trump angedeutet hatte, dass er militärischen oder wirtschaftlichen Druck nicht ausschließt, um Grönland zu erwerben. „Wir brauchen sie für unsere wirtschaftliche Sicherheit“, erklärte Trump gegenüber Reportern. In den Folgetagen entwickelten sich seine Übernahmefantasien zu einem echten Diplomatie-Krimi – sogar Bundeskanzler Olaf Scholz stellte sich gegen Trump. Und nun gibt es erneut Bewegung: In einem Statement hat Grönlands Premierminister Múte Egede klargestellt, dass die Grönländer ihre Identität als eigenständige Nation bewahren wollen.
Kurz vor der Amtseinführung: Grönlands Premierminister zerlegt Trumps Übernahmefantasien
„Wir wollen keine Amerikaner sein. Wir wollen Grönländer sein“, sagte Egede in einem Interview mit dem US-Sender FoxNews. Trotz der Spannungen betont Egede aber die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den USA und der EU, um die grönländische Wirtschaft zu diversifizieren. „Wir haben viel zu bieten und wollen starke Partnerschaften aufbauen“, sagte Egede und hob die Notwendigkeit von Investitionen hervor. Die Äußerungen erfolgen nur wenige Tage vor Trumps Amtseinführung am Montag, 20. Januar 2025.
Grönland als autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark und ist reich natürlichen Ressourcen wie Öl, Gas und seltenen Erden, was Grönland zu einem begehrten US-Ziel im Rennen gegen China und Russland macht. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte in dieser Woche in einem Telefonat mit Trump klargestellt, dass Grönland selbst über seinen zukünftigen Status entscheiden werde. „Grönland steht nicht zum Verkauf“, betonte Frederiksen. Sie verwies auf die Bedeutung der arktischen Sicherheit und die Unabhängigkeit Grönlands.
Die dänische Regierung hat keine konkreten Maßnahmen gegen mögliche US-Drohungen vorbereitet – hofft jedoch auf eine friedliche Lösung. Derweil denkt Trump offenbar aber gar nicht daran, seine Drohungen zu möglichen Strafzöllen gegen Dänemark zurückzunehmen, heißt es aus Kopenhagen. Dänemarks König reagierte bereits mit einer historischen Maßnahme auf den erneuten Vorstoß Trumps. Der schickte seinen Sohn, den „Naturliebhaber“ Trump Jr. nach Grönland.
Grönland-Eklat: Baerbock fordert „selbstbewussten“ Umgang mit Trumps Expansions-Plänen
Ähnlich wie Scholz rief auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) Europa zu einem klaren im Umgang mit Trumps territorialen Ambitionen auf. Sie forderte, „dass wir uns als Europäer selbstbewusst strategisch aufstellen“, so Baerbock im Podcast „Berlin Playbook“. Doch die Vorzeichen für Trumps zweite Amtszeit sind bereits turbulent. Die regelrechte Grönland-Obsession Trumps war nur ein Eklat, den der kommende US-Präsident bereits vor seiner Amtseinführung losgetreten hat. So hat der Rechtspopulist Vergeltung an politischen Gegnern und die Massenabschiebung von Migranten angekündigt und mit territorialen Annexionsdrohungen an Partnerländer wie auch Kanada für Aufruhr gesorgt.
| Name: | Grönland (Kalaallit Nunaat) |
| Status: | Autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark |
| In Selbstverwaltung seit: | 2009 |
| Bodenschätze: | Industriemetalle, Seltene Erden, Edelsteine |
| Aktuelle Bevölkerungszahl: | Etwa 55.791 Einwohner |
„Wenn dir Trump I gefallen hat, dann wirst du Trump II lieben“, sagte nun der Politikexperte Peter Loge von der George Washington University. Die Annahme, der 78-Jährige könnte in seiner zweiten Amtszeit disziplinierter zu Werke gehen, dürfte sich jedenfalls nicht bewahrheiten. Vielmehr geht der Republikaner in gleicher Manier ans Werk wie in den Jahren 2017-21, als er erstmals an der Spitze der weltgrößten Militär- und Wirtschaftsmacht stand.