Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neue Risikorechnung für Öl

Kein Weg zurück: Die Hormus-Blockade zwingt die Welt zu einer neuen Ölordnung

Teheran hat mit der Hormus-Blockade neue Macht demonstriert. Selbst eine Öffnung kann vieles nicht zurückdrehen. Golfstaaten suchen nach Alternativen.

Der Iran-Krieg hat den Öltransport nachhaltig verändert. Die Hoffnungen, dass der Iran die Straße von Hormus wieder vollständig freigibt, sinken immer weiter. Doch auch wenn die Straße von Hormus wieder vollständig geöffnet würde, gebe es wohl keinen Weg zurück. Mehrere Golfstaaten arbeiten bereits an alternativen Transportwegen.

Irans Blockade der Straße von Hormus: Noch immer passieren nur vereinzelt Schiffe.

„Die Folgen der Krise werden zum Bau von Infrastruktur führen, die die Straße von Hormus umgeht“, sagte Hamad Hussain, Rohstoffökonom beim Londoner Forschungsunternehmen Capital Economics, dem Wall Street Journal (WSJ). „Der Geist ist aus der Flasche, da die seit langem bestehende Drohung des Iran, die Meerenge effektiv zu sperren, nun Wirklichkeit geworden ist.“ Vor dem Iran-Krieg waren über die Straße von Hormus noch etwa ein Fünftel des Öls und Flüssigerdgas (LNG) transportiert worden.

Iran hat neu gewonnenen Vorteil in Golfregion: Straße von Hormus als bleibender Hebel

Laut Gregory Brew, einem leitenden Analysten bei der politischen Risikoberatungsfirma Eurasia Group, könne Teheran den Flaschengeist wohl immer wieder beschwören: „Der Iran hat gezeigt, dass er in der Lage ist, die Meerenge zu sperren und geschlossen zu halten, selbst angesichts massiver Bombardements durch die USA und Israel“, betonte Brew im Gespräch mit CNN. Dies könne Teheran niemand mehr nehmen. „Das ist ihre neue nukleare Option.“

Mittlerweile nehmen einige Stimmen für die Öffnung der Straße von Hormus offenbar auch die umstrittenen Zölle des Irans in Kauf. Alan Gelder, Senior-Vizepräsident für Raffinerie, Chemie und Ölmärkte bei dem Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie, schätzte gegenüber CNN, dass bei Transitgebühren von 2 Millionen US-Dollar pro Tanker der Barrelpreis für Öl wohl nur etwa einen US-Dollar steigen würde. Allerdings nur, wenn das Vorkriegsniveau von 140 passierenden Schiffen pro Tag erreicht würde. Bisher konnten nur vereinzelt Schiffe die Meerenge passieren.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Andere Beratungsfirmen gehen von deutlich höheren Auswirkungen aus. Jorge Leon, Leiter der Abteilung für geopolitische Analysen bei dem norwegischen Energieanalysesunternehmen Rystad, ging im Gespräch mit CNN von Preissteigerungen von etwa 10 bis 20 US-Dollar pro Barrel aus. Er betonte: „Die Gefahr weiterer Störungen in der Meerenge … ist real.“

„Routen, Zugang, Speicherung“: Was der Iran-Krieg für den weltweiten Öltransport verdeutlicht hat

Bei einem Forum des Atlantic Council betonte Sultan Al Jaber, Minister für Industrie der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), laut dem WSJ: Der Iran-Krieg zeige, dass „ein zu großer Teil der weltweiten Energieversorgung nach wie vor über zu wenige Engpässe läuft“. Bei der Energiesicherheit ginge es immer mehr um „Routen, Zugang, Speicherung und Redundanz“, sagte Al Jaber.

Wenn Alternativen geschaffen werden und die Abhängigkeit von der Straße von Hormus sinkt, „verringert sich die Gefahr weiterer Sperrungen“, zitierte das WSJ den Geschäftsführer des in Dubai ansässigen Beratungsunternehmens Qamar Energy, Robin Mills. Dann würde auch der Anreiz verschwinden, die Straße von Hormus zu schließen – so zumindest die Hypothese.

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind mit der Sperre der Straße von Hormus zunehmend auf existierende Öl-Pipelines umgestiegen. Die saudi-arabische Ost-West-Pipeline läuft auf voller Kapazität, mit sieben Millionen Barrel pro Tag. Vor dem Iran-Krieg wurden mit der Pipeline lediglich circa zwei Millionen Barrel pro Tag transportiert.

Trotz Zugtransporten und Pipelines in Golfstaaten: Keine volle Alternative für Straße von Hormus

Vielerorts soll die Infrastruktur nun ausgebaut oder verbessert werden. Abu Dhabi plant beispielsweise, den Bau einer zweiten Pipeline entlang der existierenden Habshan-Fujairah-Verbindung zu beschleunigen. Damit könnten die VAE bereits bis 2027 ihre Transportkapazitäten über diese Route verdoppeln. Zusätzlich diskutieren Golfstaaten wohl ein Projekt zum Ausbau der Schieneninfrastruktur in der Region, mit dem der Öltransport sich weiter auf das Land verschieben könnte.

Einen vollwertigen Ersatz für die Straße von Hormus könnten wohl weder Pipelines noch Zugtransporte darstellen. Die Kapazitäten von Zugtransporten wären deutlich geringer als die von Pipelines oder Schiffstransport. Dazu kommt das Angriffsrisiko bei Schienen- und Pipelineinfrastruktur. Beides ist ein leichtes Angriffsziel. Ein Treffer kann massiven Schaden nach sich ziehen, da im schlimmsten Fall große Teile des Transportnetzes verloren gehen. Bestes Beispiel ist die Druschba-Pipeline, die Anfang Januar im Ukraine-Krieg getroffen wurde und seitdem stillsteht.

Zusätzlich unter Druck gesetzt sind viele Golfstaaten durch die vergangenen iranischen Angriffe auf die Ölindustrie. Saad Al Kaabi, Geschäftsführer von QatarEnergy, sagte laut BBC, das Ausmaß der Schäden habe „die Region um 10 bis 20 Jahre zurückgeworfen“. Reparaturen könnten laut Al Kaabi bis zu fünf Jahre dauern. (Quellen: Wall Street Journal, CNN, BBC) (lismah)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/kyodo | -

Kommentare