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Neue Bewegung im Iran-Krieg

Teheran gibt Straße von Hormus teilweise frei – US-Plan soll Iran-Krieg beenden

Iran lockert die Sperre in der Straße von Hormus. Zugleich drängt Washington mit einem 15-Punkte-Plan auf ein Ende des Krieges.

Im festgefahrenen Iran-Krieg zeichnet sich an einer der weltweit wichtigsten Handelsrouten erstmals eine leichte Entspannung ab. Teheran hat die Straße von Hormus nach Berichten zumindest teilweise wieder freigegeben und damit ein Signal an Märkte, Reedereien und Regierungen gesendet. Die Entwicklung ist von großer Bedeutung, weil durch die Meerenge ein erheblicher Teil, etwa 20 bis 21 Prozent, des weltweiten Öl- und Flüssiggasverkehrs läuft.

US-Präsident Donald Trump erhöht mit einem neuen 15-Punkte-Plan den Druck für ein Ende des Iran-Krieges. Der indische LPG-Tanker „Shivalik“ lief derweil nach seiner Passage durch die Straße von Hormus im Hafen von Mundra ein.

Die wirtschaftliche Tragweite ist enorm. Seit Wochen hatten Angriffe, Drohungen und Sperren in der Region die Versorgungslage auf den Energiemärkten verschärft und Lieferketten unter Druck gesetzt. Entsprechend genau wird nun beobachtet, ob aus der teilweisen Öffnung tatsächlich eine dauerhafte Entlastung entsteht oder ob Teheran die Passage weiter als politisches Druckmittel nutzt.

Iran-Krieg: Teheran gibt Straße von Hormus teilweise frei

Von einer vollständigen Rückkehr zur Normalität kann jedoch keine Rede sein. Iran soll laut Reuters der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation und den Vereinten Nationen mitgeteilt haben, dass „nicht feindliche“ Schiffe die Straße von Hormus wieder passieren dürfen, allerdings nur unter iranischen Vorgaben und nach vorheriger Abstimmung. Damit bleibt die Passage zwar teilweise offen, aber weiterhin von politischen und militärischen Bedingungen abhängig.

Gerade diese Einschränkung macht deutlich, wie angespannt die Lage weiter ist. Denn Schiffe, die den USA, Israel oder anderen an der „Aggression“ Beteiligten zugerechnet werden, sollen nach iranischer Lesart nicht unter diese Regelung fallen. Die Straße von Hormus bleibt damit nicht nur eine Handelsroute, sondern eines der wichtigsten Machtinstrumente Teherans in diesem Krieg.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

US-Plan für Ende des Iran-Kriegs: 15 Punkte sorgen für neue Dynamik

Parallel dazu ist ein neuer diplomatischer Vorstoß aus Washington bekannt geworden. Die US-Regierung hat gemäß der New York Times und Axios einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Krieges vorgelegt, der dem Iran über Pakistan übermittelt worden sein soll. US-Präsident Donald Trump erklärte zudem öffentlich, man spreche mit den „richtigen Leuten“ in Teheran, die „unbedingt einen Deal abschließen“ wollten.

Was genau in dem Entwurf steht, ist offiziell nicht veröffentlicht. Nach Berichten von Axios, der New York Times und Israels Sender N12 soll Iran unter anderem zusichern, niemals nach Atomwaffen zu streben, seine Bestände an angereichertem Uran abzugeben und weitreichende Kontrollen zu akzeptieren. Unklar bleibt allerdings, ob die iranische Führung diese Punkte tatsächlich in der behaupteten Form akzeptiert hat und wer auf iranischer Seite überhaupt verbindlich entscheiden kann.

Pakistan rückt als Vermittler zwischen USA und Iran in den Mittelpunkt

Bei den Bemühungen um Gespräche rückt Pakistan immer stärker ins Zentrum. Ministerpräsident Shehbaz Sharif erklärte, sein Land stehe bereit, „bedeutungsvolle und abschließende Gespräche“ für eine umfassende Lösung des Konflikts auszurichten, zitiert ihn die New York Times. Auch Trump griff diese Botschaft auf, indem er einen Screenshot der pakistanischen Erklärung auf Truth Social teilte.

Pakistan soll derweil gemeinsam mit Ägypten und der Türkei bereits Botschaften zwischen Washington und Teheran übermittelt haben. Im Gespräch ist demnach sogar ein hochrangiges Treffen noch in dieser Woche, wobei bislang unklar ist, ob der Iran daran teilnehmen würde, notiert Axios.

Iran-Krieg belastet Asien, Ölpreise und globale Lieferketten massiv

Die Folgen der Krise reichen schon jetzt weit über den Nahen Osten hinaus. Die bbc.com berichtet, dass die faktische Schließung der Straße von Hormus vor allem in Asien den Alltag, die Energieversorgung und die Wirtschaft massiv beeinträchtigt. Der Grund: Fast neunzig Prozent der dort transportierten Öl- und Gaslieferungen gehen in asiatische Staaten. In mehreren Ländern wurden demnach bereits Energiesparmaßnahmen, Arbeitszeitkürzungen oder Notfallprogramme eingeleitet.

Auch für die Weltwirtschaft bleibt die Lage heikel. CNBC verweist darauf, dass nicht nur Öl, sondern auch Aluminium, Düngemittel, Kunststoffe und zahlreiche Vorprodukte durch die Störungen rund um Hormus betroffen sind. Selbst wenn sich die Passage nun teilweise öffnet, könnten Preissteigerungen, Verzögerungen und Engpässe noch wochenlang nachwirken, weil sich Logistikketten nicht sofort normalisieren.

Tabelle: Straße von Hormus – Globale Bedeutung

AspektFakten
Geografie33 km breiteste Stelle, bis 60 m tief
Öl-Volumen20-21 Mio. Barrel/Tag (21% Weltöl)
Gas-Anteil25% globales LNG (vor allem Qatar)
Hauptabnehmer90% nach Asien (China, Japan, Indien, Südkorea)
ExportländerSaudi-Arabien (37%), UAE (22%), Iran (15%)
Aktueller StatusTeilweise frei – nur „nicht-feindliche
WirtschaftseffektÖlpreis +35% seit Jan., Lieferketten gestört

(Stand: 25. März 2026, Quellen: BBC, CNBC, OPEC/OEA, Reuters)

Teilweise Öffnung der Straße von Hormus: Zweifel an schnellem Kriegsende im Iran wachsen weiter

Ob aus dem amerikanischen Vorstoß tatsächlich ein belastbarer Friedensprozess wird, ist offen. Laut New York Times ist bislang unklar, wie Teheran konkret auf den Vorschlag reagiert, während auch die Haltung Israels zu einem möglichen Deal nicht abschließend feststeht. Axios berichtet zudem, dass Israels Regierung fürchtet, Trump könnte sich mit einem Teilabkommen zufriedengeben, das aus israelischer Sicht hinter den eigenen Kriegszielen zurückbleibt.

So bleibt vorerst ein widersprüchliches Bild. Einerseits lässt die teilweise Freigabe der Straße von Hormus auf eine vorsichtige Entspannung hoffen und gibt den Märkten zumindest kurzfristig ein Signal. Andererseits zeigen der umstrittene 15-Punkte-Plan, die widersprüchlichen Aussagen aus Washington und Teheran sowie die anhaltenden wirtschaftlichen Schäden, dass ein Ende des Iran-Krieges weiterhin alles andere als sicher ist. (Quellen: dpa, Axios, New York Times, BBC, CNBC, Reuters) (chnnn)

Rubriklistenbild: © Foto links: IMAGO / ANI News | Foto rechts: IMAGO / ZUMA Press

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