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Rechtspopulist Javier Milei

Argentinien-Wahl: Mileis Partei feiert Sieg

Das radikale Reformprogramm des Staatschefs ist ins Stocken geraten. Mit dem Ergebnis der Zwischenwahl bekommt Milei aber neuen Rückenwind.

Update, 27. Oktober, 5:20 Uhr: Bei der Parlamentswahl in Argentinien hat die Partei des ultraliberalen Präsidenten Javier Milei offiziellen Teilergebnissen zufolge klar gewonnen. Mileis Partei La Libertad Avanza (LLA) kommt nach Auszählung von rund 97 Prozent der Stimmen landesweit auf 40,7 Prozent, wie Kabinettschef Guillermo Francos am Sonntagabend (Ortszeit) bekannt gab. Die oppositionelle Mitte-Links-Partei Fuerza Patria erhielt demnach 31,6 Prozent der Stimmen. Die Zwischenwahlen galten als erster Stimmungstest für Mileis radikale Sparpolitik seit seinem Amtsantritt vor knapp zwei Jahren.

Update, 10:34 Uhr: Vor dem Hintergrund einer wirtschaftlich und politisch angespannten Lage wählt Argentinien am Sonntag einen Teil der Sitze in beiden Parlamentskammern neu. Die Hälfte der 257 Sitze in der Abgeordnetenkammer und ein Drittel der 72 Sitze im Senat werden neu besetzt. Die Partei von Präsident Javier Milei ist in beiden Kammern in der Minderheit und hofft, mit dem Zugewinn einiger Sitze ihre Regierung zu stabilisieren.

Für den Rechtspopulisten Milei markiert die Wahl einen Scheidepunkt. Seit seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl 2023 verfolgt er einen radikalen Sparkurs. Mit vielen seiner Vorhaben scheiterte er jedoch an der Opposition in beiden Parlamentskammern. Bei der Provinzwahl in der Hauptstadtregion Buenos Aires im September hatte Mileis Partei La Libertad Avanza eine herbe Niederlage erlitten. US-Präsident Donald Trump hat die weitere massive Unterstützung seines Landes für das finanziell angeschlagene Argentinien von einem für Milei positiven Ausgang der Parlamentswahlen abhängig gemacht.

Wahl in Argentinien: Präsident Milei vor Bewährungsprobe

Erstmeldung: Buenos Aires – Argentiniens Präsident Javier Milei ist wohl einer der schillerndsten und exzentrischsten Staatschefs Südamerikas. Seine Wahlkampfveranstaltungen sind mit Rockmusik untermalt, er brüllt ins Mikrofon und gestikuliert mit einer Kettensäge. Als er 2023 für das Amt antrat, wollte er den Staat reformieren, er wetterte gegen die „Kaste“ an Eliten, die das Land in die Wirtschaftskrise geführt hätten. Der Mann mit den Koteletten und der Kettensäge ist Trump-Anhänger, nennt sich selbst einen Anarchokapitalisten und hat versprochen, das Land wieder auf Vordermann zu bringen. Die Kongresswahlen am Sonntag, 26. Oktober, werden zeigen, ob er dabei noch den Rückhalt der Bevölkerung hat.

Javier Milei stellt sich diesen Sonntag in Argentinien dem Bürgervotum

Es sind die ersten landesweiten Wahlen seit Mileis Amtsantritt 2023. Miliei hofft auf mehr Sitze für seine Partei, La Libertad Avanza („Die Freiheit schreitet voran“). Denn weil seine Partei im Kongress keine Mehrheit hat, regiert Milei seit 2023 mit Dekreten und Vetos. Doch während vor seiner Wahl vor zwei Jahren noch viele Argentinier und Argentinier Hoffnung in den rechtspopulistischen Rockstar-Politiker gesetzt haben, steht Milei inzwischen eher für Skandale und Arbeitslosigkeit. Die letzten Regionalwahlen im September hat er verloren.

Warum sind einige Menschen vor der Argentinien-Wahl 2025 mit Milei unzufrieden?

Argentinien steckt seit Jahren in der Inflation, der Peso wird immer weniger wert. Milei hat versprochen, das zu ändern. Er sparte an allen Ecken und Enden, schloss Ministerien, kassierte Subventionen und nahm Universitäten und Krankenhäusern das Geld weg. Und das zeigte auch Wirkung: In der Folge sank die monatliche Inflation von 13 Prozent im Jahr 2023 auf etwa zwei Prozent. Doch diese Kürzungen treffen die Ärmsten in Argentinien am härtesten. Armenküchen geht das Geld aus, Rentner können von ihrer Pension nicht mehr leben und Kleinbauern verdienen wegen der gestrichenen Preiskontrollen weniger.

Dazu kommt die steigende Arbeitslosigkeit. Die taz zitiert hier als Beispiel die Textilindustrie. Zwischen Dezember 2023 und Juni 2025 mussten 380 mittelständische Firmen und Familienunternehmen der Bekleidungs- und Schuhindustrie schließen. 11.500 Arbeitsplätze gingen verloren, das waren zehn Prozent der Beschäftigten.

Von Maduro bis Milei: Die lange Liste der Populisten Lateinamerikas

Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik.
Javier Milei (seit dem 10. Dezember 2023 Präsident Argentiniens) inszeniert sich als populistischer Revolutionär mit der Kettensäge als Symbol seiner radikalen Sparpolitik. Er steht Elon Musk ideologisch nahe. Mileis „Kettensägen-Politik“ in Argentinien dient als Experimentierfeld für einen radikalisierten Anarchokapitalismus, der internationale Aufmerksamkeit von rechtslibertären Bewegungen erhält und als Teil einer neuen „internationalen Allianz“ zur Verteidigung des freien Marktes verstanden wird. © DIEGO LIMA/afp
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort.
Nicolás Maduro ist seit 2013 Präsident Venezuelas und führt das Erbe von Hugo Chávez fort. Aus dem ursprünglich linkspopulistischen Reformvorhaben seines Vorgängers ist unter Maduro ein autoritäres Projekt geworden. Er regiert heute als Diktator und setzt offen Wahlfälschung ein. Er verfolgt eine antiimperialistische Ideologie gegen die USA und erhält internationale Unterstützung durch China und Russland. © Pedro Mattey/afp
Kämpferisch: Venezueles Präsident Hugo Chavez.
Kämpferisch: Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chavez inszenierte sich als Retter Lateinamerikas gegen imperialistische Interessen aus den USA und wird in ganz Lateinamerika verehrt. © dpa
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert.
Jair Bolsonaro war von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens und wird als rechtsgerichteter Nationalist und Populist charakterisiert. Er äußerte etwa wiederholt Bewunderung für die brasilianische Militärdiktatur (1964 bis 1985), spricht sich gegen gleichgeschlechtliche Ehe aus und hält den menschengemachten Klimawandel für eine Lüge. © SERGIO LIMA/afp
Lula da Silva regierte Brasilien zwischen 2003-2011.
Während Bolsonaro die brasilianische Diktatur feiert, hat Luiz Inácio Lula da Silva unter den Militärs Verfolgung und Haft erlebt. Er regierte Brasilien von 2003 bis 2011. Das politische Projekt von Lula da Silva lässt sich als sozialdemokratische Synthese beschreiben, die eine Kombination aus Sozialpolitik zur Armutsbekämpfung, entwicklungsorientierter Wirtschaftspolitik und Umweltschutz mit dem Ziel verfolgt, Brasilien als gerechteren, ökologisch nachhaltigen und international respektierten Akteur zu positionieren. © EVARISTO SA/afp
Boliviens Ex-Präsident und Gewerkschaftsführer Evo Morales.
Boliviens Ex-Präsident Evo Morales, Regierungszeit 2006 bis 2019, war die Symbolfigur der einfachen Leute und positionierte sich gegen internationale Eliten. Er war der erste indigene Präsident Boliviens, kam aus ärmsten Verhältnissen und war Gewerkschaftsführer. © Jorge Saenz/AP/dpa
Ecuadors Präsidenten Rafael Corea (l.) und Cubas Fidel Castro.
Ecuadors Präsident Rafael Correa (links) war von 2007 bis 2017 im Amt und Teil der linkspopulistischen Welle zusammen mit Hugo Chávez und Evo Morales. In die Bild von 2009 ist er mit Fidel Castro, dem damaligen Máximo Líder von Kuba.  © dpa
Uruguays verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica
Uruguays im Mai 2025 verstorbener Präsident José „Pepe“ Mujica wurde oft als bescheidenster Präsident der Welt bezeichnet. Er saß als Guerilla-Kämpfer gegen die Militärdiktatur lange in Haft und verfolgte später als Präsident eher eine gemäßigt linke Politik. © Matilde Campodonico/dpa
Argentiniens Ex-Präsident Juan Domingo Perón.
Der Peronismus in Argentinien ist eine populistische Strömung, benannt nach Juan Domingo Perón, der zwischen 1946 und 1955 sowie 1973 und 1974 regierte. Zusammen mit seiner Frau Eva „Evita“ Perón war er prägend für den Peronismus. Bekannt war er für seine autoritäre Führung und seine Sozialpolitik. © imago
Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt
Seine Ehefrau Eva Perón, liebevoll „Evita“ genannt, hat heute in ganz Lateinamerika Kultstatus und steht für Grundrechte wie Wohnen, Bildung und öffentliche Gesundheitsversorgung für die Ärmsten. Doch während die einen sie als Heldin der Armen bewundern, kritisieren andere sie als „Populistin“, die das Land auf Irrwege geführt habe. Ihr Leben lieferte den Stoff für das Musical „Evita“ von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice, das mit Madonna verfilmt wurde. Evita Perón starb mit 33 Jahren an Krebs. © imago
Wahlkampf in Argentinien
Argentiniens linkspopulistischer Präsident Néstor Kirchner (im Amt von 2003 bis 2007) steht für Sojaboom und Aufschwung. Nach seinem Tod übernahm Cristina Kirchner (2007 bis 2015) das Amt der Präsidentin. Heute ist sie die populärste Kontrahentin des rechtspopulistischen Präsidenten Javier Milei. © Cezaro De Luca/dpa
Cristina Fernandez Kirchner
Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner setzte die linkspopulistische Politik ihres verstorbenen Mannes Néstor Kirchner fort. Das Ehepaar prägte die argentinische Politik so stark, dass der moderne Peronismus in Anlehnung an ihren Namen Kirchnerismus genannt wird. Heute sitzt sie wegen Korruption verurteilt in Hausarrest. © Victor R. Caivano/dpa
Carlos Menem, ehemaliger Präsident Argentiniens
Carlos Menem, ehemaliger Präsident von Argentinien. Regierungszeit: 1989 bis 1999. Peronist, der neoliberale Reformen durchdrückte. Beispiel für den „Neopopulismus“ der 1990er Jahre und aus heutiger Sicht widersprüchlich, da seine Politik dem Kettensägen-Kurs Javier Mileis ähnelt – doch die Parteien als Gegner gelten. © Natacha Pisarenko
In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen.
Perus Präsident Alberto Fujimori (Regierungszeit: 1990 bis 2000) kombinierte populistische Rhetorik mit neoliberaler Wirtschaftspolitik. Er führte 1992 einen „Selbstputsch“ durch und wurde später wegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen verurteilt. In seiner Amtszeit ließ Fujimori Sicherheitskräfte rigoros gegen linke und angeblich subversive Kräfte vorgehen.  © Martin Mejia/ap
Getúlio Vargas Präsident Brasiliens 1930-1945 und 1951-1954.
Getúlio Vargas (Brasilien). Regierungszeit: 1930-1945 und 1951-1954 Gilt als einer der Begründer des klassischen lateinamerikanischen Populismus und führte eine starke staatliche Industrialisierungspolitik ein. © imago
José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors.
José María Velasco Ibarra (Ecuador), fünfmaliger Staatspräsident Ecuadors, gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs. Bis zu seinem Tod 1979 war er der wichtigste Politiker des Landes. © imago
Bild von Salvador Allende, Präsident von Chile.
Salvator Allende regierte Chile zwischen 1970 und 1973 als erster demokratisch gewählter sozialistischer Präsident der Welt mit populistischen Elementen. Die Erinnerung an ihn besteht fort – auch während eines Marsches zum 50. Jahrestag des Militärputsches unter der Führung von Augusto Pinochet, der Allende in Santiago gestürzt hatte.  © IMAGO/Matias Basualdo
José Antonio Kast, ultrakonservativer chilenischer Anwalt und Gründer der Republikanischen Partei
José Antonio Kast gründete 2019 die Republikanische Partei Chiles. Der ultrakonservative Anwalt wird als rechtspopulistisch, rechtsextrem und neofaschistisch beschrieben. 2021 unterlag er in der Stichwahl um das Präsidentenamt seinem Kontrahenten Gabriel Boric. © ANDRES PINA/ATONCHILE/imago
Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro
Kolumbiens aktueller Präsident Gustavo Petro ist ein ehemaliger Guerillakämpfer und Ex-Bürgermeister von Bogotá, der als linkspopulistisch beschrieben wird. Er wurde 2022 als erster linker Politiker in der Geschichte Kolumbiens zum Präsidenten gewählt. © STRINGER/afp
Rodolfo Hernández, kolumbianischer Bauunternehmer und Multimillionär.
Rodolfo Hernández, ein parteiloser Bauunternehmer und Multimillionär, kam bei den Präsidentschaftswahlen in Kolumbien 2022 als rechtspopulistischer „TikTok-Opa“ überraschend in die Stichwahl gegen Gustavo Petro. Er erreichte mit einfachen Anti-Korruptions-Botschaften und Kampagnen auf den sozialen Medien fast 47 Prozent der Stimmen. © EVA MARIE UZCATEGUI
Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega
Der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega (M.) während einer Kundgebung mit Sympathisanten in Managua 2018. Er ist seit 2007 amtierender, inzwischen diktatorisch regierender Präsident Nicaraguas und Vorsitzender der Frente Sandinista de Liberación Nacional, die früher selbst die Diktatur der Somoza-Dynastie stürzten. © Jorge Torres/imago
El Salvadors Präsident Nayib Bukele
Präsident Nayib Bukele regiert das kleinste mittelamerikanische Land E Salvador seit 2019 mit harter Hand und ist vor allem durch seine Megagefängnisse, seine ultraliberale Bitcoin-Politik und seine Beziehung zu Donald Trump in den Schlagzeilen gelandet. © Salvador Melendez/AP/dpa
Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen.
Claudia Sheinbaum Pardo ist seit dem 1. Oktober 2024 Präsidentin Mexikos. Die Physikerin, die in Energietechnik promovierte, beteiligte sich an zwei Berichten des Weltklimarats, der 2007 für seine Bemühungen gegen den Klimawandel den Friedensnobelpreis erhielt. Sheinbaum stellt sich aktiv der imperialistischen Politik Donald Trumps entgegen. © IMAGO/Luis Barron
Lázaro Cárdenas, mexikanischer Militärführer und Präsident
Der mexikanische Militärführer Lázaro Cárdenas war von 1934 bis 1940 Präsident des Landes. Er gilt als einer der klassischen populistischen Staatschefs Lateinamerikas und ist bekannt für Nationalisierungen und Umverteilungspolitik. Hier ist er bei einem Treffen mit Gewerkschaftsführern der Ölindustrie in Tamaulipas im Jahr 1938 zu sehen. © IMAGO
Fidel Castros führte die kubanische Revolution.
Fidel Castro (1926 bis 2016) war ein kubanischer Revolutionär und Politiker, der nach dem Sturz der Batista-Diktatur 1959 fast fünf Jahrzehnte lang als autoritärer Staatschef den ersten kommunistischen Staat in der westlichen Hemisphäre regierte und Kuba aus der Abhängigkeit von den USA führte. © dpa
Che Guevara
Ernesto „Che“ Guevara (1928 bis 1967) war ein argentinischer Arzt und marxistischer Revolutionär, der als Guerillaführer und Anführer der Rebellenarmee maßgeblich an der Kubanischen Revolution (1953 bis 1959) beteiligt war. Später wurde er bei dem Versuch, eine Revolution in Bolivien zu entfachen, im Alter von 39 Jahren getötet. © dpa
Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays.
Paraguayo Cubas ist der bekannteste rechtspopulistische Politiker Paraguays. Cubas wird als „populistischer Anti-Establishment-Kandidat“ mit „extremen antidemokratischen Ansichten“ beschrieben. Er bezeichnete sich selbst als „romantischen, republikanischen und nationalistischen Anarchisten“. Nach der Wahl 2023 behauptete er Wahlbetrug und organisierte Proteste, was zu seiner Festnahme führte. © NORBERTO DUARTE/afp

Und dann ist da noch die Skandale um Javier Mileis Schwester, Karina Milei. Sie soll beim staatlichen Kauf von Medikamenten für Menschen mit Behinderungen drei Prozent der Summen einbehalten haben. Und der Chef der Kyptowährung $LIBRA behauptet, Karina und Javier Milei mit Geld zu bestechen. Die Mileis dementieren beide Vorwürfe, aber sie schaden dem Image der Geschwister erheblich. Schließlich ist Milei mit dem Versprechen anzutreten, die in seinen Augen korrupten Staats-Eliten zu bekämpfen.

Was wird am Sonntag bei der Argentinien-Wahl 2025 gewählt?

Der Kongress besteht in Argentinien aus zwei Kammern: dem Abgeordnetenhaus und dem Senat. Das Abgeordnetenhaus soll dabei das Volk vertreten, der Senat die Bundesstaaten. Bei der Argentinien-Wahl 2025 werden die Hälfte des Abgeordnetenhauses und ein Drittel des Senats neu besetzt. In Argentinien gibt es eine Wahlpflicht, deswegen sind alle rund 36 Millionen Wahlberechtigten aufgefordert, zu den Urnen zu kommen.

Derzeit hält Milieis Partei nur 38 der 257 Sitze im Abgeordnetenhaus und sieben der 72 Sitze des Senats. Mileis Regierung arbeitet mit der PRO-Partei zusammen, gemeinsam haben sie im Abgeordnetenhaus 75 Sitze. Die Mehrheit mit 102 Sitzen hat aktuell die Partei des Ex-Präsidenten Alberto Fernández, Unión por la Patria (kurz Fuerza Patria).

Die Kongresswahlen in Argentinien finden am Sonntag, 26. Oktober, statt. Argentinien hat am Sonntag eine Zeitverschiebung von minus vier Stunden zu Deutschland.

Wie wahrscheinlich ist ein Sieg von Milei bei der Argentinien-Wahl 2025?

Milei hofft, bei den Wahlen die Sitze seiner Partei zu erhöhen. Aktuell regiert er mit Dekreten, die jedes Mal vom Kongress genehmigt werden müssen. Der Kongress kann Mileis Visionen aber auch blockieren. Aktuell ist Milei also auf die Gunst anderer Perteien angewiesen. Um das zu ändern, bräute La Liberdad avanza ein Drittel der Sitze im Kongress. Selbst bei einem guten Ergebnis kommt Mileis Partei aber laut taz auf nicht mehr als 70 der 257 Sitze. Das wäre zwar ein Gewinn, ist aber zu wenig, um allein zu regieren.

Aktuelle Umfragen sagen Mileis Partei aber Ergebnisse von 31 bis 40 Prozent voraus, das sind zehn bis 20 Prozentpunkte weniger als bei der Präsidentschaftswahl 2023. Mileis Konkurrenz, die peronistische Unión por la Patria, kommt auf ähnliche Ergebnisse.
(Quellen: taz, Frankfurter Rundschau, tagesschau, Spiegel, Congreso de la Nación Argentina) (cdz)

Rubriklistenbild: © IMAGO / Esteban Osorio

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