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„Umgehende Konsequenzen“
Merz-Regierung im Zwiespalt: SPD fordert klare Ansage an Israel
Mit Blick auf die Lage in Gaza fordert die SPD-Fraktion von der Regierung Konsequenzen. Deutschland trage nicht nur für Israels Sicherheit eine besondere Verantwortung.
Berlin – Insgesamt 28 Staaten haben sich inzwischen einer gemeinsamen Erklärung an Israel angeschlossen und fordern ein sofortiges Ende des Gaza-Kriegs. Deutschland ist nicht darunter. Die SPD-Bundestagsfraktion wendet sich nun an die Bundesregierung und fordert sie zur Unterstützung der Initiative auf. Deutschland solle „hier nicht ausscheren“, sagte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch am Dienstag (22. Juli) gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Staaten fordern von Israel Ende des Gaza-Kriegs: SPD richtet sich an Merz-Regierung
In einem gemeinsamen Statement von SPD-Außenpolitiker Adis Ahmetovic und dem früheren Fraktionschef und Außenpolitiker Rolf Mützenich heißt es: „Die Lage in Gaza ist katastrophal und stellt einen humanitären Abgrund dar.“ Die SPD-Politiker fordern „klare und umgehende Konsequenzen“. Die Fraktion fordere zudem weitere Maßnahmen.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Es sei an der Zeit, dass die Regierung sich „den Initiativen auf europäischer Ebene anschließt, bestehende Kooperationen, wie das Assoziierungsabkommen, auf Eis legt und weitere Maßnahmen, wie den Stopp von Waffenexporten an die israelische Regierung, die völkerrechtswidrig eingesetzt werden, durchsetzt“. Am Schluss der Erklärung thematisieren die SPD-Abgeordneten explizit die Initiative Großbritanniens, der sich die Regierung anschließen solle.
Lage in Gaza: 25 Länder fordern von Israel Ende des Gaza-Kriegs und üben Kritik
Zunächst 25 Staaten hatten Israel am Montag (21. Juli) zu einem Ende des Gaza-Kriegs aufgefordert und Kritik am Vorgehen der israelischen Regierung bei den Hilfslieferungen geübt. Unter den Unterzeichnern sind die EU-Kommissarin für Vorsorge und Krisenmanagement sowie die Außenminister von Ländern wie Großbritannien, Australien, Belgien, Dänemark, Frankreich, Kanada, Österreich, Polen und der Schweiz. Am Dienstag schlossen sich drei weitere Staaten sowie die EU-Kommission der Initiative an.
Die Staaten kritisieren in dem Schreiben, dass das Leiden der Zivilbevölkerung im Gazastreifen „ein neues Ausmaß erreicht“ habe. „Das Modell der israelischen Regierung zur Bereitstellung von Hilfsgütern ist gefährlich, schürt Instabilität und beraubt die Menschen im Gazastreifen ihrer Menschenwürde.“ Weiter fordern die Länder: „Der Krieg in Gaza muss jetzt beendet werden.“
Israel-Erklärung ohne Deutschland – Wadephul spricht mit Saar über Lage in Gaza
Obwohl auch die Bundesregierung zuletzt ihren Ton gegenüber der israelischen Regierung verschärft hatte, zählt der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) nicht zu den Unterzeichnern. Wadephul äußerte sich am Montag in einem Post auf X und erklärte, mit seinem israelischen Amtskollegen, Gideon Saar, telefoniert zu haben.
Er habe „angesichts der Ausweitung der israelischen Offensive in Gaza“, seine „größte Sorge über die katastrophale humanitäre Lage ausgedrückt“. Weiter schrieb der Außenminister: „Wir fordern Israel dringend auf, die Vereinbarungen mit der EU zur Ermöglichung humanitärer Hilfe umzusetzen.“
Israel und Krieg in Gaza: Entwicklungsministerin bedauert Entscheidung der Regierung unter Merz
Der SPD-Fraktion scheint das nicht zu reichen. „Wenn internationales Recht systematisch verletzt wird, muss das Konsequenzen haben“, schrieb Fraktionschef Matthias Miersch auf der Plattform X. Deutschland trage eine besondere Verantwortung für die Sicherheit Israels – aber auch für die Einhaltung des Völkerrechts und den Schutz der palästinensischen Zivilbevölkerung. „Doppelte Standards untergraben unsere internationale Glaubwürdigkeit“, schrieb Miersch.
Auch Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) bedauert, dass sich Deutschland der Erklärung nicht angeschlossen hat. Die Forderung des Briefes bezeichnete die SPD-Politikerin in der Rheinischen Post als „nachvollziehbar“. „Ich hätte mir gewünscht, dass Deutschland sich dem Signal der 29 Partner anschließt“. (pav mit dpa/AFP)