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Sohn des Schahs fordert Härte
Irans Exil-Prinz Pahlavi: Trump ein Vorbild für Europa
Reza Pahlavi lobt Trumps Drohungen gegen Teheran. Der Exil-Prinz sieht darin eine Stärke, die er bei europäischen Politikern vermisst.
Washington, D.C. – Im Iran gehen die Menschen seit zwei Wochen gegen das Regime auf die Straße. Inmitten der blutigen Unruhen meldet sich nun Reza Pahlavi zu Wort und fordert den Westen zu einem radikalen Kurswechsel auf. Der Sohn des letzten Schahs appelliert aus seinem US-Exil an die Weltgemeinschaft, den Druck auf Teheran massiv zu erhöhen.
In der Newsweek lobt der 65-Jährige ausdrücklich die aggressive Rhetorik von Donald Trump. Die Warnungen des US-Präsidenten an Teheran würden den Demonstranten „größere Stärke und Hoffnung“ geben, da dieser sich klar positioniere. Dies unterscheide Trump deutlich von seinen Vorgängern Barack Obama und Joe Biden, die das iranische Volk im Stich gelassen hätten.
Irans Exil-Prinz Pahlavi sieht in Donald Trump ein Vorbild für Europa
Pahlavi ist der Ansicht, dass Trump durch seine „moralische Klarheit“ ein Vorbild für europäische Politiker sein könnte. Der US-Präsident hatte zuvor gedroht, das iranische Regime „sehr hart“ zu treffen, sollten die Sicherheitskräfte weiter auf Zivilisten schießen, schreibt CBS News. Trump betonte zudem unmissverständlich: „Ich sage den iranischen Führern, fangt besser nicht an zu schießen, denn wir werden auch schießen.“
Diese Drohung habe das Verhalten des Regimes laut Pahlavi bereits beeinflusst und die Kosten für weitere Gewalt in die Höhe getrieben. Die Lage im Iran eskaliert indes weiter, wobei Menschenrechtsgruppen von mindestens 116 Toten und über 2600 Festnahmen sprechen. Demonstranten rufen gemäß tagesschau.de Parolen wie „Tod dem Diktator“ und beziehen sich dabei auf Revolutionsführer Ali Chamenei.
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Auch der Name der Pahlavi-Dynastie taucht laut Newsweek in den Sprechchören immer wieder auf und wird an Hauswände gesprüht. Experten warnen jedoch davor, die Rufe nach dem Schah als direkten Wunsch nach einer erneuten Monarchie zu deuten. Oft drücken diese Slogans eher eine nostalgische Sehnsucht nach der Zeit vor der Islamischen Republik aus und dienen als Provokation gegen die Mullahs.
Es fehlt der Opposition bislang an einer geeinten Führung und einer klaren politischen Struktur für die Zeit danach. Pahlavi selbst betont, er wolle lediglich eine Übergangsphase zur Demokratie moderieren und freie Wahlen garantieren. Die Entscheidung über die künftige Staatsform – ob Republik oder Monarchie – müsse letztlich allein beim iranischen Volk liegen.
Reza Pahlavi – Exil-Prinz und Oppositioneller
Feld
Details
Geboren
31. Oktober 1960, Teheran
Familie
Sohn von Mohammad Reza Schah Pahlavi (letzter Schah, gest. 1980); Bruder von Farah Diba
Exil seit
1979 (Iranische Revolution); lebt in den USA
Ausbildung
US-Luftwaffenakademie
Politische Rolle
Gründete 2013 Iran National Council; fordert freie Wahlen und Übergangsregierung
Aktuelle Position
Lobt Trump-Rhetorik; Übergang zu Demokratie moderieren, keine Monarchie fordern
Teheran droht mit Angriffen
Die Führung in Teheran reagiert mit scharfen Gegendrohungen auf die Einmischung aus Washington. Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf warnte gemäß NBC News, dass US-Militärbasen in der Region im Falle eines Angriffs legitime Ziele seien. Sollten die USA militärisch intervenieren, werde man sich nicht auf eine bloße Reaktion beschränken, sondern auch Israel ins Visier nehmen.
Das Regime betrachtet die anhaltenden Proteste als eine vom Ausland gesteuerte Verschwörung, um das Land zu destabilisieren. US-Außenminister Marco Rubio wies diese Vorwürfe zurück und betonte, die USA stünden an der Seite des „tapferen iranischen Volkes“. Auch Trump bestärkte die Demonstranten auf seiner Plattform Truth Social mit den Worten: „Der Iran blickt auf die FREIHEIT, vielleicht so wie nie zuvor.“
Proteste im Iran und Europas Dilemma mit Trump wegen Grönland
Während Trump im Iran von Teilen der Opposition als Unterstützer gefeiert wird, sorgt er andernorts für geopolitische Spannungen durch seine Gedankenspiele zur Übernahme Grönlands. Diese Parallelität stellt Europa vor ein Dilemma, konstatiert etwa die BBC, da Trumps aggressiver Kurs in der Arktis das NATO-Bündnis belastet, während Pahlavi genau diese Härte gegenüber dem Iran einfordert. Für europäische Regierungen, die sich traditionell für multilaterale Lösungen und die Einhaltung des Völkerrechts einsetzen, wird es somit schwierig, Trumps Vorgehen konsistent zu bewerten.
Ein militärisches Vorgehen der USA gegen Grönland würde laut Experten das Bündnis zerstören, was die transatlantische Abstimmung erschwert. In der Jerusalem Post wird indes gefordert, Pahlavi offiziell ins Weiße Haus einzuladen, um das Signal an das Mullah-Regime zu verstärken.
Ob Europa diesem radikalen Kurs folgen kann, ohne seine eigenen Prinzipien in der Grönland-Frage zu verraten, bleibt offen. Das Verhalten Trumps zwingt die Verbündeten zu einer grundsätzlichen Neubewertung, wie sie mit einer solchen polarisierenden US-Politik umgehen sollen. (Quellen: Newsweek, Tagesschau, CBS News, NBC News, The Independent, BBC, dpa, Jerusalem Post) (chnnn)