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Regime unter Druck
Wegen Mullah-Regime: SPD-Außenpolitiker für Abschiebungsstopp in den Iran – „sehr schnell“
Iran-News im Ticker: Die Proteste eskalieren, die Zahl der Toten steigt. Trump prüft einen Militärschlag, der iranische Präsident will sich äußern.
Update, 10:36 Uhr: Die SPD hat angesichts der anhaltenden Iran-Proteste einen Abschiebungsstopp in das Land gefordert. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, verlangte zudem die Einstufung der iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation in der EU.
„Erstens, sehr schnell, die temporären Abschiebungen in den Iran müssen vorerst gestoppt werden“, sagte Ahmetovic RTL und ntv. Die Demonstrationen haben sich laut Aktivisten inzwischen auf 186 Städte ausgeweitet. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA berichtet von 483 getöteten Demonstranten und rund 10.700 Festnahmen.
Update, 12. Januar, 5:00 Uhr: Nach sich häufenden Berichten über das brutale Vorgehen der Behörden im Iran gegen Demonstranten erwägt US-Präsident Donald Trump nach eigenen Worten mögliche militärische Schritte. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. „Das Militär prüft die Lage, und wir erwägen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen.“ Trump äußerte sich auf die Frage, ob die Führung in Teheran die von ihm zuvor genannte rote Linie – die Tötung von Demonstranten – überschritten habe. „Es sieht so aus, als würden sie damit beginnen“, sagte er nun.
Update, 20:40 Uhr: EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ermuntert die Demonstranten im Iran, ihre Proteste fortzusetzen. „An die mutigen Mädchen, Studenten, Männer und Frauen auf den Straßen: Das ist eure Zeit“, schrieb sie in sozialen Netzwerken. Mit Blick auf die Internetsperren fügte sie hinzu: „Wisst, dass jedes Regime, das die Kommunikation blockiert, ein Regime ist, das vor seinem eigenen Volk Angst hat.“
Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran
Iran-News: EU-Parlamentspräsidentin ermuntert Demonstranten im Iran
An die Führung in Teheran appellierte Metsola, einen Kurswechsel einzuleiten. „Das Verlangen nach Freiheit ist uns allen als Menschen eigen. Irans neue Generation fordert Würde und Freiheit. Im Jahr 2026 ist das nicht zu viel verlangt“, schrieb sie. „Das Töten muss aufhören. Die Unschuldigen und Verfolgten müssen freigelassen werden. Die Repression muss enden.“ Von den Regierungen der EU-Staaten forderte sie mehr Druck, ohne allerdings zu sagen, wie dieser ausgeübt werden könnte. „Europa muss seine Pflicht erkennen und handeln“, mahnte sie.
Update, 17:05 Uhr: Im Iran ist Menschenrechtlern zufolge die Zahl der Toten in Zusammenhang mit den regierungsfeindlichen Protesten deutlich gestiegen, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Inzwischen sei von 466 Toten auszugehen, teilte die Gruppe Hrana mit Sitz in den USA am Sonntagnachmittag mit. Kurz zuvor war noch von 203 Toten die Rede. Der Informationsfluss aus dem Iran ist seit Donnerstag durch eine von den Behörden verhängte Internetsperre stark eingeschränkt.
Der iranische Polizeichef Ahmad-Resa Radan hat jüngst erklärt, die Sicherheitskräfte hätten ihre Bemühungen zur Bekämpfung der „Randalierer“ verstärkt. Die iranische Führung hat bereits frühere Unruhen niedergeschlagen, zuletzt 2022 nach dem Tod einer Frau in Polizeigewahrsam, die wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung angeklagt war.
Israel appelliert an EU: Revolutionsgarden im Iran sind „terroristische Organisation“
Update, 13:34 Uhr: Israel hat die EU aufgerufen, die Revolutionsgarden im Iran als „terroristische Organisation“ einzustufen. Er habe Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), der sich gerade in Israel aufhält, gesagt, dass jetzt der Zeitpunkt für eine solche Einstufung gekommen sei, erklärte Außenminister Gideon Saar auf X. „Dies ist seit Langem die Haltung Deutschlands, und heute ist die Bedeutung dieser Angelegenheit für alle offensichtlich“, fügte er hinzu.
Präsident kündigt Statement zur aktuellen Lage im Iran an
Update, 12:26 Uhr: Der iranische Präsident Massud Peseschkian will sich in einem Fernsehinterview zu den „Forderungen des Volkes“ bei ihren Massenproteste äußern. Der Präsident werde in dem bereits aufgezeichneten Interview auf „die jüngsten Ereignisse“ eingehen, berichtete der TV-Sender Irib. Auch der „Ansatz der Regierung, den Erwartungen der Iraner gerecht zu werden“, werde Thema sein.
Die Behörden gehen hart gegen die Proteste im Iran vor. Nach jüngsten Angaben Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden bereits mehr als 192 Menschen getötet.
Update, 11:20 Uhr: Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf beschuldigt die Protestbewegung, eine US-Militärintervention vorbereiten zu wollen. Die „Feinde“ würden von den Verteidigern des Landes vernichtet, sagte Qalibaf laut Übersetzung des iranischen Propagandakanals Press TV. Qalibaf bezeichnete die anhaltenden Massendemonstrationen als von den USA inszenierten terroristischen Krieg gegen Iran. Teilnehmer an „Terrorakten“ würden gewaltsam verfolgt und Festgenommene bestraft.
Iran-News: Regime droht bei Angriff Trumps mit Gegenschlägen
Update, 9:15 Uhr: Der Iran droht Israel und den USA mit Gegenschlägen bei einem US-Angriff zur Unterstützung der landesweiten Proteste gegen die autoritäre Staatsführung. Jede US-Attacke werde zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als „legitime Ziele“ führen, zitierte der arabische Sender Alaraby Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf auf X.
Trump hatte zuvor den Teilnehmern der andauernden Massenproteste gegen das Regime Unterstützung zugesichert. Laut einem Medienbericht ließ er sich außerdem über militärische Optionen der USA im Iran informieren.
Update, 8:46 Uhr: Die im Iran wegen der Massenproteste verhängte Internetsperre dauert immer noch an. Der Netzzugang sei seit über 60 Stunden blockiert, erklärte die Organisation Netblocks heute Morgen auf X. „Die Zensurmaßnahme stellt eine direkte Bedrohung für die Sicherheit und das Wohlergehen der Iraner in einem für die Zukunft des Landes entscheidenden Moment dar“, heißt es.
Gestern Abend waren im Iran erneut zahlreiche Menschen gegen das Regime von Chamenei auf die Straße gegangen. Im Norden der Hauptstadt Teheran schlugen die Demonstrierenden auf Töpfe und riefen Slogans zur Unterstützung der Familie des 1979 gestürzten Schahs, wie ein von der Nachrichtenagentur AFP verifiziertes Video zeigte.
Update, 7:45 Uhr: Der US-Sender CNN berichtet, dass im Iran weiterhin riesige Menschenmengen auf die Straße gehen und das Regime ihnen mit brutaler Gewalt begegnet: Eine Frau habe dem Sender berichtet, sie habe in einem Krankenhaus „übereinandergestapelte Leichen“ gesehen. Iranische Sicherheitskräfte würden mit Militärgewehren gegen die Demonstranten vorgehen, hätten zwei Augenzeugen außerdem berichtet. Die Proteste sollen sich auf über 100 Städte im Iran ausgeweitet haben.
Update, 11. Januar, 6:44 Uhr: Nach Angaben von Aktivisten ist die Zahl der Menschen im Iran, die bei den Protesten durch Sicherheitskräfte getötet wurden, auf mehr als 100 gestiegen, wie der Deutschlandfunk berichtet. 2600 Menschen seien verhaftet worden. Wegen des vom Regime verordneten Internet-Blackout im Iran dringt nicht viel über die laufenden Massenproteste nach außen. Einige Bilder und Videos kursierten nun aber, wie das Nachrichtenportal Euronews berichtet. In den Videos sei immer wieder der Slogan zu hören gewesen: „Wir haben keine Angst mehr. Wir werden weiter kämpfen.“
US-Präsident Trump wurde laut einem Bericht der New York Times kürzlich über mögliche Militärangriffe auf den Iran informiert. Die Zeitung berichtete dies am Samstag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung über eine Militärintervention getroffen. Gestern Abend schrieb Trump dann auf Truth Social: „Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!“
Iran-News: Trump meldet sich zu Protesten – „Sind bereit zu helfen!!!“
Update, 22:24 Uhr: Auch Donald Trump hat sich über die Proteste im Iran erneut zu Wort gemeldet. Auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social schrieb der US-Präsident am Abend: „Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!“
Update, 19.34 Uhr: Knapp zwei Wochen dauern die Proteste im Iran bereits an. Laut der Menschenrechtsorganisation HRANA aus den USA sollen dabei mindestens 65 Menschen getötet worden sein. Hunderte wurden verletzt, zudem sollen über 2300 Personen festgenommen worden sein. In 180 Städten haben sich demnach die Menschen versammelt, um gegen das Regime zu protestieren. Gleichzeitig spielt die iranische Führung die Massenproteste weiter herunter. Bereits gestern propagandierte das Regime im Staatsfernsehen, dass es in den meisten Städten des Landes ruhig geblieben sei.
Auch in Deutschland sind die Menschen am Samstag auf die Straßen gegangen und solidarisieren sich mit der Bevölkerung im Iran. Rund 1.400 Menschen hätten sich an einer Demonstration vom Kurfürstendamm zum Adenauerplatz beteiligt, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Am Wittenbergplatz hätten sich zudem rund 300 Menschen versammelt. Auch in Frankfurt am Main gingen nach Angaben der Polizei rund 1.300 Menschen auf die Straße.
Update, 16.34 Uhr: Der Sohn des gestürzten Schahs im Iran hat zu einem Generalstreik aufgerufen. Arbeiter und Angestellte von Schlüsselbranchen wie der Öl-, Gas- und Energieindustrie sollten ihre Arbeit niederlegen, erklärte Reza Pahlavi auf der Plattform X. Das soll die „finanziellen Lebensadern der Islamischen Republik und ihren veralteten und brüchigen Unterdrückungsapparat in die Knie zwingen“, schreibt der im US-Exil lebende Pahlavi.
Zudem rief Pahlavi zu weiteren Protesten auf, um „den öffentlichen Raum zurückzuerobern“. Das Ziel der Proteste: „Die Stadtzentren zu erobern und zu halten.“ Er selbst bereite seine Rückkehr in den Iran vor, „um an der Seite eurer großen iranischen Nation zu stehen, wenn unsere nationale Revolution siegt“. Dieser Tag sei bereits „sehr nahe“.
Erstmeldung von Samstag, 10. Januar, 2026: Teheran – Bei den anhaltenden Protesten im Iran ist es zu einer dramatischen Eskalation der Gewalt gekommen. Ein Arzt aus Teheran berichtete dem US-Magazin Time, dass allein sechs Krankenhäuser in der iranischen Hauptstadt mehr als 217 Todesfälle unter Demonstranten verzeichnet hätten – die meisten seien „durch scharfe Munition“ getötet worden. Diese Zahlen konnten jedoch nicht unabhängig bestätigt werden.
Im Iran hatten am zweiten Abend in Folge massenhaft Menschen in verschiedenen Großstädten des Landes gegen die Regierung protestiert. Zu Aufmärschen kam es unter anderem in den Millionenmetropolen Teheran und Maschhad. Viel geteilte Videos in den sozialen Medien zeigten Menschenansammlungen an zentralen Plätzen, wobei sich die Aufnahmen zunächst nicht unabhängig verifizieren ließen.
Gewalt bei Protesten: Chaotische Szenen im Iran – Krankenhäuser überfüllt mit Verletzten
Wegen der landesweiten Internetsperre drangen nur noch wenige Aufnahmen nach außen. In einem von Aktivisten veröffentlichten Video waren Menschenmassen im nordwestlichen Teheraner Stadtteil Saadat Abad zu sehen. Eine Stimme im Hintergrund berichtete von einer angezündeten Moschee. Auf den Aufnahmen sind Brände und chaotische Szenen auf den Straßen zu erkennen. „Tod dem Diktator“, rief die Menge.
Das Zentrum für Menschenrechte im Iran (CHRI) mit Sitz in New York zeigte sich besorgt angesichts staatlicher Gewalt. Man habe glaubwürdige Augenzeugenberichte aus Krankenhäusern, die in Gebieten von Teheran, Maschhad und Karadsch mit verletzten Demonstrierenden überfüllt sind.
Der Teheraner Arzt sagte dem Time Magazine, die Behörden hätten Leichen am Freitag aus dem Krankenhaus entfernt. Die meisten Toten seien junge Menschen gewesen, darunter mehrere, die vor einer Polizeistation im Norden Teherans getötet wurden, als Sicherheitskräfte mit Maschinengewehrfeuer auf Demonstranten schossen.
Medien berichten von unterschiedlichen Opferzahlen bei Protesten im Iran
Aktivisten zufolge sind bei den landesweiten Protesten bisher 51 Demonstrierende getötet worden, allerdings fehlten dabei noch Zahlen aus mehreren Großstädten. Andere Menschenrechtsorganisationen berichten von niedrigeren, aber stetig steigenden Opferzahlen. Die Organisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo berichtete laut dem Nachrichtenmagazin Iran International von mindestens 29 getöteten Demonstranten, während andere Quellen von bis zu 36 Toten sprechen, wie NBC News und BBC berichten.
Chamenei kündigt harten Kurs an
Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei verurteilte die Proteste scharf. In einer am Freitag veröffentlichten Rede sprach der 86-Jährige von „Unruhestiftern“ und „dem Land schädlichen“ Menschen.
„Es gibt auch Leute, deren Arbeit Zerstörung ist“, sagte er. Sie richteten Zerstörung an, „nur damit sich der Präsident der Vereinigten Staaten freut“, sagte das Staatsoberhaupt mit Blick auf Trump. Chamenei signalisierte einen harten Kurs gegen die Demonstranten.
Internationale Verurteilung der Gewalt im Iran
Deutschland, Frankreich und Großbritannien forderten die iranische Staatsführung zum Gewaltverzicht auf. „Wir sind zutiefst besorgt über Berichte von Gewalt durch iranische Sicherheitskräfte und verurteilen die Tötung von Demonstranten auf das Schärfste“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer.
US-Präsident Donald Trump wiederholte seine Warnung an die iranische Regierung: „Wir werden uns einmischen, wir werden sie sehr hart treffen, wo es wehtut.“ Damit sei allerdings kein Einsatz von US-amerikanischen Bodentruppen gemeint.
Iran-Proteste: Massive Wirtschaftskrise als Auslöser
Ausgelöst wurden die Demonstrationen Ende Dezember durch eine massive Wirtschaftskrise und einen plötzlichen Absturz der landeseigenen Währung Rial. In Teheran gingen daraufhin wütende Händler auf die Straße. Inzwischen haben sich die Proteste auf das ganze Land ausgeweitet und umfassen alle 31 Provinzen.
Nach Darstellung des Bürgermeisters von Teheran wurden bei den Unruhen in der Hauptstadt mehr als 50 Banken und mehrere staatliche Einrichtungen angezündet. „Mehr als 30 Moscheen gingen in Flammen auf“, sagte er. (Quellen: dpa, Time Magazine, Iran International, NBC News, BBC) (sot)