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War Powers Resolution

Trumps 60-Tage-Frist läuft aus: US-Kongress könnte Iran-Krieg blockieren

Trump führt den Krieg im Iran aktuell ohne die Genehmigung des US-Kongresses. Am 1. Mai läuft die Frist aus. Doch gibt es dabei viele unbekannte Variablen.

Donald Trump braucht für den Krieg im Iran die Zustimmung des Kongresses – und die Frist dafür läuft am 1. Mai ab. Das berichtet CNN. In den USA regelt die „War Powers Resolution“, wie der US-Präsident vorgehen muss, wenn er die US-Streitkräfte „in Feindseligkeiten“ einsetzt. Nach dem Gesetz muss jeder Krieg innerhalb von 60 Tagen beendet werden, wenn der US-Kongress dem Einsatz nicht zustimmt.

Der US-Kongress hätte die Macht, den US-Einsatz im Iran-Krieg zu beenden.

Die „War Powers Resolution“ ist ein Gesetz aus dem Kontext des Vietnamkriegs und wurde 1973 gegen das Veto des damaligen Präsidenten Richard Nixon eingeführt. Das Gesetz soll die „verfassungsmäßige Rolle des Kongresses bei der Entsendung der Vereinigten Staaten in bewaffnete Konflikte im Ausland“ bekräftigen. Bisher wurde es allerdings nie eingesetzt, um einen Krieg zu beenden – bisherige US-Präsidenten haben Wege gefunden, die Notwendigkeit der Zustimmung für ihre Militäreinsätze zu umgehen.

Muss Trump den US-Einsatz im Iran beenden? Das steht im Gesetz

Das sind die Pflichten, die die „War Powers Resolution“ dem US-Präsidenten vorgibt:

  1. Vor dem Einsatz: Bevor der Präsident US-Truppen in Kampfhandlungen im Ausland einsetzt, sieht das Gesetz vor, dass der Kongress „in jedem möglichen Fall“ konsultiert wird. Wie CNN berichtet, hat Donald Trump keine Genehmigung für den US-Einsatz im Iran gesucht.
  2. Innerhalb von 48 Stunden: Der Präsident muss den Kongress innerhalb von 48 Stunden nach dem Einsatz der Streitkräfte „in Feindseligkeiten“ unterrichten und den Umfang, die Begründung sowie die voraussichtliche Dauer des Einsatzes darlegen. Laut der Deutschen Welle (DW) ist Trump dieser Berichtspflicht fristgerecht am 2. März nachgekommen.
  3. Innerhalb von 60 Tagen: 60 Tage, nachdem der Präsident dem Kongress erstmals Bericht erstattet hat oder dazu verpflichtet war, endet der Einsatz der Streitkräfte automatisch, es sei denn, der Kongress genehmigt die Maßnahme des Präsidenten durch ein Gesetz oder erklärt selbst Krieg. Ein Gesetz zur Genehmigung der Maßnahme muss innerhalb der ersten 30 Kalendertage in den Kongress eingebracht werden.
  4. 30 Tage zusätzlich: Der Präsident kann die 60-Tage-Frist um weitere 30 Tage verlängern, wenn er belegen kann, dass er die zusätzliche Zeit braucht.

Im Kongress besteht Uneinigkeit darüber, wann genau die 60-Tages-Frist ausläuft. Wenn ab Beginn des Angriffs auf den Iran gemessen wird, läuft sie am 29. April aus. Wenn man jedoch die offizielle Benachrichtigung des Weißen Hauses des Kongresses als Startdatum nimmt, endet die Frist am 1. Mai. Außerdem ist unklar, ob der aktuell geltende Waffenstillstand zu den 60 Tagen hinzuzuzählen ist und die Frist so verlängert.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Donald Trump wäre nicht der erste Präsident, der einen Weg findet das Gesetz zu umgehen

Falls Donald Trump das Gesetz umgehen will, wäre er nicht der erste Präsident, der einen Weg um die Vorgaben findet. So entschied Barack Obama 2011, die Beteiligung der USA an einer NATO-Bombardierungskampagne in Libyen länger als 60 Tage ohne Zustimmung des Kongresses aufrechtzuerhalten. Er argumentierte gegenüber dem Kongress, der Einsatz erfülle nicht die Voraussetzungen, die US-Streitkräfte „Feindseligkeiten“ auszusetzen. Außerdem seien die US-Streitkräfte nicht wirklich in Gefahr, da der Großteil der US-Einsätze von Drohnen durchgeführt werde und andere NATO-Staaten den Großteil der Arbeit übernähmen.

Ein ähnliches Argument hat die Trump-Regierung bereits Ende letzten Jahres genutzt, als Trump das US-Militär Boote mit mutmaßlichen Verbindungen zu venezolanischen Drogenkartellen versenken ließ. Auch hier hätte die „War Powers Resolution“ greifen können. Der Iran-Krieg hat jedoch einen deutlich größeren Umfang und ein deutlich größeres Ausmaß. Wie CNN analysiert, könnte Trump den Wortlaut des Gesetzes dennoch umgehen.

So könnte Donald Trump das Gesetz umgehen und Iran-Krieg weiterführen

Zum einen könnte Trump argumentieren, dass die Feindseligkeiten aufgrund des Waffenstillstands beendet seien und die Uhr zurückgestellt werden müsse. Für diese Argumentationslinie könnte er Rückhalt im Kongress haben. Der republikanische Abgeordnete Brian Fitzpatrick sagte gegenüber CNN: „Man kann Waffenstillstände nicht bestrafen. Wir wollen, dass sie sich an einen Tisch setzen und miteinander reden“, sagte der republikanische Abgeordnete Brian Fitzpatrick gegenüber CNN. Er sagte jedoch auch, dass er bereit sei, eine Abstimmung über die „War Powers Resolution“ zu erzwingen, sobald der Waffenstillstand endet.

Zum anderen könnte Trump anführen, dass das Gesetz schlichtweg keine Anwendung finde. JD Vance sagte bereits im Januar nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicholas Maduro: „Der ‚War Powers Act‘ ist im Grunde genommen ein Scheingesetz und verfassungswidrig.“ Neben Trump haben auch andere Präsidenten das Gesetz als verfassungswidrig bezeichnet. Schließlich gibt die US-Verfassung dem Präsidenten das Recht, „die Außenbeziehungen der Vereinigten Staaten zu führen“.

Auch bisher hat der US-Kongress nicht gegen Trumps Iran-Krieg gestimmt

Laut Gesetz muss der US-Kongress nun handeln. Wie sich der Kongress entscheidet, ist jedoch unklar. Aktuell sind Trumps Republikaner in der Mehrheit. Vergangene Abstimmungen haben gezeigt, dass sich die Partei schwertut, gegen die Wünsche ihres Präsidenten zu handeln. Dennoch haben einige Republikaner gegenüber CNN angedeutet, dass der Kongress eine Pflicht habe, über die Genehmigung jedes Krieges abzustimmen, der länger als 60 Tage dauert. Und kurz vor den wichtigen Midterm-Wahlen könnten die Abgeordneten zögern, für einen Krieg zu stimmen, der zu großen Teilen unbeliebt ist.

Gleichzeitig könnten die Republikaner zögern, ihren Präsidenten in Kriegszeiten öffentlich zu rügen. Laut CNN haben sich selbst Republikaner, die dem Krieg kritisch gegenüberstehen, geweigert, gegen Trump zu stimmen – aus Sorge darüber, wie eine solche Rüge auf US-Gegner wirken würde und welche Vergeltungsmaßnahmen sie seitens des Präsidenten hervorrufen könnte. Und: Auch ohne die „War Powers Resolution“ kann der Kongress dem Präsidenten die Kriegsbefugnisse jederzeit entziehen. Bisher sind die Bemühungen der Demokraten in diese Richtung jedoch an den Stimmen der Republikaner gescheitert. (Quellen: CNN, War Powers Resolution Act, Deutsche Welle) (cdz)

Rubriklistenbild: © ALLISON ROBBERT / AFP

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