Rolle der USA im Israel-Iran-Konflikt
„Er hat keine Ahnung“: Trump geht nach plötzlicher G7-Abreise heftig auf Macron los
Trumps vorzeitige Abreise habe nichts mit einem möglichen Waffenstillstand im Iran-Israel-Konflikt zu tun, behauptet er - und attackiert Macron.
Update vom 18. Juni, 8.25 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat gegen ihn gerichtete Vorwürfe von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen und dabei selbst eine neue Spitze gegen Trump gesetzt. Macron bekräftigte am Rande des G7-Gipfels in Kanada seine frühere Darstellung, nach der Trump beim Treffen deutlich gemacht hatte, dass er wegen Bemühungen um eine Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und dem Iran vorzeitig nach Washington zurückreise.
Dass Trump dieses später dementierte, führte er auf eine „offensichtliche Meinungsänderung“ Trumps zum Thema zurück. Für Meinungsänderungen der amerikanischen Regierung sei er nicht verantwortlich, ergänzte Macron.
Trump hatte Macron am Montag (Ortszeit) als „öffentlichkeitsheischend“ bezeichnet und ihm vorgeworfen, fälschlicherweise behauptet zu haben, er reise vorzeitig nach Washington zurück, um an einer Waffenruhe zu arbeiten. Dazu ergänzte er in einem Social-Media-Post: „Er hat keine Ahnung, warum ich jetzt auf dem Weg nach Washington bin, aber es hat sicherlich nichts mit einer Waffenruhe zu tun.“ Es gehe um etwas „viel Größeres“. Macron wiederholte nun, er finde, es sei eine gute Sache, wenn Trump wie am Montag angekündigt Gespräche für eine Waffenruhe führen wolle.
Trump geht nach plötzlicher G7-Abreise auf Macron los
Erstmeldung: Kananaskis – Dass US-Präsident Donald Trump einen G7-Gipfel vorzeitig verlässt, ist nichts Neues. Das hatte er bereits 2018 in seiner ersten Amtszeit getan. An diesem Montag (16. Juni) wiederholte er diesen Schritt, diesmal allerdings ohne dabei einen großen Eklat zu verursachen. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses begründete Trumps verfrühte Abreise mit dem Konflikt im Nahen Osten. Auf der Plattform X schrieb sie, Trump habe aber einen großartigen Tag auf dem G7-Gipfel verbracht.
Auch der US-Präsident selbst war sichtlich bemüht zu zeigen, dass seine Abreise nichts mit dem Gipfel zu tun hat. Als ein Journalist beim traditionellen „Familienfoto“ der G7-Staaten Trump nach den Gründen fragte, antwortete dieser: „Ich muss zurück, sehr wichtig“. Den Gipfel habe er geliebt und man habe viel erledigen können. Zu den anderen Teilnehmern habe er eine „wirklich gute Beziehung“.
Er fügte hinzu, er wolle dem „großartigen Gastgeber“ Kanada danken, „aber Sie sehen wahrscheinlich, was ich sehe, und ich muss so schnell zurück sein, wie ich kann“. Kurz nach seinem Abflug folgte dann jedoch noch ein Seitenhieb gegen Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron.
Israel-Iran-Konflikt: Trump widerspricht Macron nach G7-Abreise heftig
Macron hatte mit Blick auf Trumps überraschende Abreise gesagt, dass im Iran-Israel-Konflikt Gespräche im Gange seien. Es sei ein Angebot für eine Waffenruhe und Begegnungen und Gespräche unterbreitet worden. Trump selbst hatte zuvor angedeutet, dass der Iran zu Verhandlungen bereit sei und er sich darum kümmern werde, sobald er vom G7-Treffen heimkehre.
Kurz nach dem Einstieg in die Regierungsmaschine Air Force One widersprach Trump Macron jedoch. Der „die Öffentlichkeit suchende“ französische Präsident habe fälschlicherweise behauptet, er reise zurück, um an einer Waffenruhe zu arbeiten, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Das sei allerdings falsch.
Israel im Krieg mit Iran: Raketen fliegen, Menschen werden evakuiert




„Er hat keine Ahnung, warum ich jetzt auf dem Weg nach Washington bin, aber es hat sicherlich nichts mit einer Waffenruhe zu tun“, schrieb Trump weiter. „Es geht um etwas viel Größeres als das.“ Macron liege immer falsch - ob absichtlich oder nicht, fügte Trump angriffslustig hinzu. Wie es tatsächlich im Konflikt zwischen Israel und dem Iran weitergeht, ist offen. Für die Rolle der USA darin gibt es mehrere mögliche Szenarien.
Trumps USA im Iran-Israel-Konflikt: Drei mögliche Szenarien
Nicht zuletzt Trumps Aufruf an die Iraner, die Hauptstadt Teheran zu verlassen, hat Spekulationen über einen bevorstehenden US-Angriff ausgelöst. Möglicherweise will Trump damit lediglich Druck auf den Iran ausüben, um zu einer Lösung am Verhandlungstisch zu kommen. In diesem ersten Szenario halten sich die USA militärisch aus dem Konflikt raus. Neben einem Friedensschluss mit Israel forciert Trump auch eine Begrenzung des iranischen Atomprogramms, um Teheran am Bau von Atomwaffen zu hindern.
Nach aktuellem Stand eher unwahrscheinlich, auch aber möglich wäre das zweite Szenario: Die USA werden gegen ihren Willen in den laufenden Krieg zwischen Israel und dem Iran hineingezogen. Etwa dann, wenn der Iran versehentlich oder auch bewusst US-Stützpunkte im Nahen Osten angreift. Für solche Fälle hatte Trump bereits angekündigt, mit aller Härte zu reagieren.
Steigt Trump aktiv in den Iran-Israel-Konflikt ein?
Alternativ könnte sich Trump auch dafür entscheiden, aktiv in den Krieg einzusteigen. Fachleute gehen davon aus, dass Israel sein Kriegsziel, den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern, nicht ohne die USA erreichen kann. Manche Atomanlagen liegen demnach so weit unter der Erde, dass für Angriffe darauf sogenannte Bunkerbrecher-Bomben nötig wären, über die nur die USA verfügen.
Trump hatte jedoch wiederholt gesagt, dass aktuell keine US-Angriffe auf den Iran geplant seien. Am Rande des G7-Gipfels hatte er zudem davon gesprochen, dass er mit einem Abkommen mit dem Iran rechne. Das Land wolle „einen Deal machen, und sobald ich hier weg bin, werden wir etwas unternehmen.“ Trotz dieser Aussagen widersprach und attackierte Trump kurz darauf Macron auf Truth Social. Wie es also mit den USA im Iran-Israel-Konflikt weitergeht, weiß aktuell möglicherweise nicht einmal Trump selbst. (grmo)
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