Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gegen Kompromisse

Hoffnung bei Gaza-Deal schwindet: Hamas und Israels Hardliner gegen Trumps Friedensplan

Donald Trump will mit seinem jüngsten Gaza-Deal seine Rolle als Vertreter des internationalen Friedens untermauern. Vertreter der Hamas zögern bisher.

Gaza – Die internationale Hoffnung auf Frieden im Nahen Osten hängt momentan am 20-Punkte-Friedensplan von Donald Trump. Ob die Initiative des US-Präsidenten Israel im Krieg tatsächlich stoppen kann? Sowohl von israelischen als auch islamistischen Extremisten gibt es Widerstand.

Während die Mächtigen der Welt über Frieden diskutieren: Eine palästinensische Frau blickt auf ein Flüchtlingslager in Khan Yunis im südlichen Gazastreifen.

Ein hochrangiger Hamas-Vertreter sagte am Mittwoch laut Newsweek, die Gruppe werde Trumps angekündigten Friedensvorschlag für Gaza „wahrscheinlich“ ablehnen. Der Beamte argumentierte gegenüber der BBC, der Rahmen diene „den Interessen Israels“, während er „die Interessen des palästinensischen Volkes ignoriert“. Er fügte hinzu, die Hamas werde weder ihre Waffen niederlegen noch die Stationierung einer internationalen Stabilisierungstruppe akzeptieren – beides zentrale Forderungen von Trumps Initiative.

Hamas fürchtet um Machtverlust durch Trumps Friedensplan

Laut BBC-Berichten unterzieht die Hamas Trumps 20-Punkte-Friedensplan derzeit dennoch weiterhin einer eingehenden Analyse. Zwischen den Führungsebenen in Gaza und im Exil würde entsprechende Diskussionen stattfinden, heißt es. Im Zentrum der internen Beratungen stehen die potenziellen politischen und strategischen Konsequenzen einer Zustimmung zu dem Vorschlag – insbesondere die Auswirkungen auf die Machtposition der Organisation in Gaza und ihre regionale Stellung.

Netanjahu hat kein Mandat den Krieg zu beenden, ohne dass die Hamas zerstört ist.

Israels Polizeiminister Itamar Ben-Gvir

Nach Angaben der BBC zeigt sich der militärische Kommandeur der Gruppe in Gaza, Ez al-Din al-Haddad, eher geneigt, die bewaffneten Auseinandersetzungen fortzusetzen, anstatt dem amerikanischen Plan zuzustimmen. Die im Exil befindlichen Führungskräfte haben in diesem Entscheidungsprozess nur begrenzten Einfluss, da sie keinen unmittelbaren Zugang zu den Geiseln besitzen und somit die Haltung der Organisation nur geringfügig prägen können.

Donald Trumps berüchtigte Handschlag-Strategie

Handschlag auf Augenhöhe – und es wird ordentlich gequetscht: US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.
US-Präsident Donald Trump begrüßt Bundeskanzler Friedrich Merz vor dem Weißen Haus.  © SAUL LOEB / AFP
Donald Trumps Handschlag
Berühmt, berüchtigt und bekannt: Donald Trumps Handschlag ist eines der Markenzeichen des US-Präsidenten und vereint Machtspiel und Macho-Pose. Zu spüren bekamen das schon zahlreiche Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt – hier Russlands Präsident Wladimir Putin im Juli 2017 in Hamburg. © imago
Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen.
Donald Trump war noch frisch im Amt und genoss die mediale Aufmerksamkeit, die ihm durch seinen überraschenden Sieg bei der US-Wahl zukam. Auf dem G20-Gipfel in Hamburg traf er zum Handschlag-Foto mit Putin zusammen. © imago
Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan
Mehrere Biografen Donald Trumps beschreiben, dass ihm sein Handschlag schon immer wichtig gewesen sei. Trump, hier als junger Mann mit Ex-Präsident Ronald Reagan, soll der Meinung sein, dass ein Handschlag darüber entscheidet, wer im anschließenden Gespräch Dominanz ausstrahlt und wer nicht. © IMAGO
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard
Donald Trumps Handschläge, hier in der Praxis mit „Miss America 2025“ Abbie Stockard, beschäftigen die politische Medienlandschaft seit seinem Eintritt in die politische Arena. Die Washington Post beschrieb den Präsidenten als jemand, der „unbeholfene, intensive und manchmal geradezu seltsame Händedrücke“ gebe. © imago
James Comey. Der ehemalige Direktor des FBI
imago418416130.jpg © imago
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps
Japans ehemaliger Premierminister geriet ebenfalls in die Handschlagfalle Donald Trumps. Bei ihrem Treffen im Oval Office im Weißen Haus packte der US-Präsident zu - und ließ nicht mehr los. Ganze 19 Sekunden soll der Handschlag zwischen Trump und Abe gedauert haben. Japans Premierminister war von Trumps Händedruck sichtlich überrascht und reagierte mit nervösem Lächeln und ungläubigem Augenrollen. © imago
Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch
Wie schon bei Comey versuchte Donald Trump es offenbar auch bei Neil Gorsuch, den Trump während seiner ersten Amtszeit zum Obersten Richter am Supreme Court ernannte. Beim Handedrücken zog Trump den Arm Gosuchs zu sich und brachte den obersten Richter sichtbar aus dem Gleichgewicht. © imago
Donald Trump und Emmanuel Macron
Den Höhepunkt des Händeschüttelns erlebte die Welt mit Donald Trump und Emmanuel Macron. Mehrfach während ihres Treffen schüttelten der amerikanische und der französische Präsident die Hände - fast immer in absonderlicher Art.  © IMAGO/Ron Sachs
Aufeinandertreffen mit Macron
Bei den Aufeinandertreffen mit Macron, wie hier beim G7-Gipfel in Kanada, wurde besonders deutlich, dass der Handschlag für Donald Trump vor allem ein Machtspiel ist. Frankreichs Präsident aber schien darauf vorbereitet und reagierte ebenfalls mit Angriff statt Verteidigung. Auf den Bildern war zu sehen, wie er Trumps Hand mit aller Kraft drückte, bis sogar seine Knöchel weiß wurden. Trump versuchte erfolglos, Macrons Arm zu verdrehen. © Evan Vucci/afp
Emmanuel Macron und Donald Trump
Emmanuel Macron beschrieb seine Reaktion auf Donald Trumps Handschlag-Taktik im Nachgang. „Mein Händedruck mit ihm war nicht unschuldig“, so Frankreichs Präsident. Man müsse Trump „zeigen, dass wir keine kleinen Zugeständnisse machen werden, auch nicht symbolische.“ Das galt für Macron offensichtlich selbst bei dem Austausch von Begrüßungsfloskeln. © Michael Kappeler/dpa
Emmanuel Macron und Donald Trump
Über die Jahre entwickelten die Alpha-Männer Emmanuel Macron und Donald Trump dann doch noch einen zivilisierten Händedruck. Den präsentierten sie der Weltöffentlichkeit in Rom, als beide Staatschefs zur Beerdigung von Papst Franziskus zu Gast waren. „Er ist ein toller Kerl - klug, stark und hält gerne meine Hand“, beschrieb Trump Macron, der „ein sehr guter Mensch“ und ein „sehr harter Kerl“. © imago
G7-Gipfel in Kanada
Ähnlich wie bei Emmanuel Macron wurde auch der Handschlag zwischen Donald Trump Marc Trudeau zum Politikum. Kanadas Premierminister wollte wie schon Frankreichs Präsident nicht klein beigeben. Es entwickelte sich ein kurzes Handgemenge, dass Trudeau aber mit einem Lächeln quittierte. © Evan Vucci/dpa
UFC-Kommentator Joe Rogan
UFC-Kommentator Joe Rogan beschrieb in seinem Podcast „The Joe Rogan Experience“, wie er sich auf das Händeschütteln mit Donald Trump vorbereitet hätte. Der Kampfsport-Experte sagte, er habe damit gerechnet, dass ihn der US-Präsident durch einen Ruck aus dem Gleichgewicht habe bringen wollen. „Ich habe mich breiter gestellt, um eine feste Basis zu haben“, so Rogan. Der US-Präsident sei deshalb trotz mehrfacher Versuche mit seinem Trick an ihm gescheitert. © imago
Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation
Doch Donald Trump verfügt noch über weitere Techniken, um die Begrüßungssituation für seinen Gegenüber maximal unangenehm zu gestalten. Eine davon präsentierte er 2018 in Brüssel beim Handschlag mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Als die beiden beim Nato-Gipfel aufeinandertrafen, packte Trump zu und lehnte sich mit seinem Oberkörper nach vorne. Stoltenberg reagierte mit diesem Eindringen in seinen persönlichen Raum mit dezentem Rückzug. © imago
Bundeskanzlerin Angela Merkel r CDU trifft US Praesident Donald Trump im Rahmen des G20 Gipfels
Beim Handschlag mit Altkanzlerin Angela Merkel hielt sich Donald Trump vornehm zurück. Die Bundeskanzlerin bekam beim G20-Gipfel einen eher unterkühlten Händedruck vom US-Präsidenten. © Inga Kjer/dpa
UN Generalversammlung in New York
Ganz gesittet gestaltete sich 2017 in Donald Trumps Heimatstadt New York das Händeschütteln. Bei der UN-Generalversammlung traf Trump auf António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. © Shealah Craighead/dpa
Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt
Nancy Pelosi beschloss, bei ihrem Handschlag mit Donald Trump den Spieß umzudrehen. Die damalige Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus musste der Rede zur Lage der Nation lauschen, die Trump im Kongress hielt. Pelosi streckte ihm im Anschluss die Hand mit soviel Ablehnung entgegen, wie ein Blick und eine Geste nur ausstrahlen können. © imago
Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office
Wer die Gunst Donald Trumps genießt, der bekommt beizeiten einen ganz speziellen Händedruck vom US-Präsidenten. Trump legt dann liebevoll seine linke Hand auf die rechte seines Gegenübers und tätschelt diese. In den Genuss dieser Geste kam Elon Musk bei seiner Verabschiedung aus den Regierungsdiensten im Oval Office. © imago
Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus.
Den doppelten Händedruck für besonders gute Freunde bekam auch Indiens Premierminister Modi bei seinem Besuch Donald Trumps im Weißen Haus. © imago
Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago
Zu den guten Freunden Donald Trumps gehörte auch Brasiliens ehemaliger Präsident, Jair Bolsonaro. Der hatte sich im Wahlkampf mit seinem Rechtspopulismus und Skandalen den Spitznamen „Tropen-Trump“ erarbeitet. Der US-Präsident quittierte das im März 2020 bei einem Besuch Bolsonaros in Mar-a-Lago mit dem doppelten Händedruck. © imago
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani
Als guter Freund Donald Trumps gilt schon lange Rudy Giuliani. Bei einem Treffen mit Trump im Jahr 2016 schien der ehemalige Bürgermeister New Yorks auch auf den besonderen Handschlag mit dem damaligen Kandidaten der Republikaner für das Präsidentenamt zu hoffen. Trump gönnte seinem Ex-Anwalt diese Ehre aber offenbar nicht. © imago
Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump
Sein Vizepräsident JD Vance bekam beim Handschlag von Donald Trump ein Augenzwinkern oben drauf. © imago
US-Präsident Trump im Nahen Osten - Katar
Bei seinem Staatsbesuch in Katar bemühte Donald Trump sich offensichtlich um Zurückhaltung. Das galt auch für seinen Händedruck, den hier der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, während eines Staatsdinners im Lusail-Palast entgegen nahm. © Alex Brandon/dpa
Keir Starmer und Donald Trump
Großbritanniens Premierminister Keir Starmer reiste vor kurzem zum Antrittsbesuch nach Washington DC. Im Weißen Haus traf er auf Donald Trump. Der Handschlag blieb folgenlos und unspektakulär. © Carl Court/dpa
Cyril Ramaphosa und Donald Trump
Auf den absonderlichen Handschlag zwischen Cyril Ramaphosa und Donald Trump im Weißen Haus folgte der Eklat im Oval Office. Trump beschuldigte den südafrikanischen Präsidenten, in seinem Land einen Völkermord an weißen Landbesitzern geschehen zu lassen. Um seine Behauptungen zu untermauern, konfrontierte der US-Präsidenten seinen Amtskollegen sogar mit gefälschten Videomaterial. © imago

Auch aufseiten der israelischen Regierung gibt es harten Widerstand gegen eine diplomatische Lösung für Frieden in Gaza. Hardliner wollen keinen Deal, sie wollen den Untergang der Hamas und die Annexion Palästinas. Etwa der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich und der rechtsextreme Polizeiminister Itamar Ben-Gvir. Beide Minister spielen laut Spiegel eine Schlüsselrolle in Netanyahus rechts-religiöser Regierungskoalition und drohen mit dem Austritt aus der Regierung, sollte der Plan umgesetzt werden.

Punkte von Trumps Friedensplan für Gaza:

  • Waffenstillstand
  • Freilassung der israelischen Geiseln
  • Freilassung von 250 palästinensischen Gefangenen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden
  • Freilassung von 1700 seit Kriegsbeginn Inhaftierten im Gazastreifen
  • Schrittweise Abzug des israelischen Militärs aus dem Gazastreifen
  • Keine Vertreibung von Palästinensern aus Gaza nach Kriegsende
  • Übergangsregierung von unpolitischen Palästinensern und internationalen Experten
  • Friedensrat unter der Leitung von Donald Trump und mithilfe des früheren britischen Premierministers Tony Blair
  • Amnestie für Hamas-Anhänger
  • Stabilisierungstruppe für Gaza

Trumps 20-Punkte-Friedensplan für Gaza: Druck auf Hamas wächst sowohl militärisch als auch diplomatisch

Der Druck auf die Hamas wächst aktuell von zwei Seiten: Militärisch durch die israelische Offensive im Norden des Gazastreifens und diplomatisch, da selbst Verbündete der islamistischen Organisation dem von US-Präsident Trump präsentierten Friedensplan zugestimmt haben sollen. Experten vermuten dennoch, dass die Hamas mit Nachforderungen oder Einschränkungen auf den Vorschlag reagieren könnte.

Für solche Nachverhandlungen sieht Israel laut einem Bericht des Senders i24news jedoch keinen Spielraum. Demnach stehe die Hamas vor einer klaren Entscheidung: Annahme oder Ablehnung des Plans. Der israelische Regierungschef Netanjahu hat für den Fall einer Ablehnung bereits die Fortsetzung des Krieges angekündigt. Trump hatte den Friedensplan am Montag in Washington im Beisein von Netanjahu vorgestellt. (Quellen: Newsweek, BBC, DPA, Wafa, i24news, Spiegel, Jüdische Allgemeine) (lm)

Rubriklistenbild: © OMAR AL-QATTAA/AFP

Kommentare