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Voraussichtlich ohne Selenskyj

Gipfel zwischen Trump und Putin steht bevor: Das ist bisher bekannt

Das Russland-Ultimatum von Trump läuft bald ab. Ein Gipfel zwischen Trump und Putin soll folgen, ohne Selenskyj. Ob Sanktionen erfolgen, bleibt offen.

Washington, D.C./Moskau – Am Freitag (8. August) läuft das Russland-Ultimatum des US-Präsidenten Donald Trump aus. Bisher wirkt ein von Trump angestrebter Waffenstillstand im Ukraine-Krieg unwahrscheinlich, sodass der Republikaner seine Sanktionsdrohung wahr machen müsste, um das Ultimatum zu halten. Ein nun geplanter Gipfel zwischen Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin stellt jedoch eine weitere Diplomatie-Offensive dar.

Viel ist zu dem Treffen noch nicht bekannt, nur dass es womöglich schon in der kommenden Woche, ab dem 11. August, stattfinden könnte. „Als Orientierungspunkt wurde die nächste Woche genannt, aber die Seiten beginnen direkt mit den Vorbereitungen für dieses wichtige Treffen, und wie lange die Vorbereitungen dauern werden, ist derzeit noch schwer zu sagen“, sagte der außenpolitische Berater von Putin, Juri Uschakow, der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Ein Ort und ein genauerer Rahmen wurde bisher nicht bekannt gegeben.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

„Gute Chancen“ auf Trump-Putin-Gipfel: Sanktionen-Knaller des US-Präsidenten könnte sich verschieben

Trump sah für ein Treffen mit Putin „gute Chancen“, wie er laut CNN im Oval Office kundtat. Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass persönliche Gespräche mit Putin im Raum stehen. Bereits Mitte Januar behauptete Trump, persönliche Gespräche mit dem Russland-Präsidenten seien in der Vorbereitung. Später hieß es, man wolle sich in Saudi-Arabien treffen. Aus beiden Treffen ist letztendlich nichts geworden. Es wäre also das erste bilaterale Treffen zwischen Trump und Putin in der zweiten Amtszeit des Republikaners.

Dafür war der US-Sondergesandte Steve Witkoff bereits fünf Mal in Moskau, zum letzten Mal am Mittwoch (6. August). Später beschrieb er das Gespräch mit Putin als „konstruktiv“, machte allerdings keine genauen Angaben zu den Inhalten. Ebenso vage, aber positiv, war die russische Bilanz nach dem Treffen. Bisher gab es nach keinem Treffen zwischen den USA und Russland offensichtlichen Durchbrüche zum Ende vom Ukraine-Krieg.

Ob Trump versuchen könnte, mit ersten Strafzöllen den Druck vor einem bilateralen Treffen zu erhöhen, ist unbekannt. Eine solche Aktion könnte auch nach Hinten losgehen und die aktuell etwas geglätteten Wellen zwischen Russland und den USA wieder aufwühlen. Es ist daher auch möglich, dass der US-Präsident die Konsequenzen seines Ultimatums für einen Waffenstillstand bis nach dem bilateralen Gespräch mit Putin herauszögert oder womöglich gar nicht wahr macht – bei einem so unberechenbaren Staatsoberhaupt wie Trump ist noch vieles offen.

Womöglich schon nächste Woche: Trump und Putin planen ein gemeinsames Treffen (Symbolbild).

Trump vor Gipfel mit Putin vorsichtig – Nach Ablauf des Russland-Ultimatums könnten Riesen-Zölle folgen

„Tausende junge Leute sterben, vor allem Soldaten. Dazu kommen die Raketen, die Kiew und andere Städte treffen. Eine schreckliche Situation“, sagte Trump nach dem Besuch von Witkoff in Russland. Großen Optimismus ließ der US-Präsident nicht verklingen, nannte die Verhandlungen allerdings „sehr produktiv“. Für den Republikaner, der zum US-Wahlkampf 2024 behauptet hatte, den Ukraine-Krieg in 24 Stunden beenden zu können, ist eine Einigung im Ukraine-Krieg auch eine Sache der Ehre. In den letzten Monaten kam der US-Präsident in dieser Sache nur wenig voran.

Einen Vorgeschmack für die Konsequenzen des Ultimatums gab es schon mit Sanktionen gegen Indien, wegen der Ölimporte aus Russland. Diese veranlasste Trump am Mittwoch (6. August) nur wenige Stunden, nachdem der US-Sondergesandte Witkoff Moskau besucht hatte. Für Ölimporteure und auch für Russland selbst könnten US-Zölle massiv steigen, wenn Trump seine Drohung wahr machen sollte. Mit 100 Prozent Strafzöllen hatte der US-Präsident gedroht, unter anderem auch gegen China. Indien kritisierte vor diesem Hintergrund, dass auch die EU und die USA weiterhin Güter aus Russland importierten.

Trump-Putin-Gipfel erster Schritt: Treffen mit Selenskyj wohl noch in weiter Ferne – Ukraine-Präsident hofft auf Erfolge

Weit genug für ein Treffen, bei dem auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj anwesend sein könnte, ist Russland wohl noch nicht. Die Option sei bei dem kürzlichen Treffen mit dem US-Gesandten Steve Witkoff und Putin am Mittwoch „erwähnt“ worden, allerdings wolle man sich zunächst auf ein bilaterales Treffen mit Trump konzentrieren. Man habe es bei der Option „ohne Kommentar“ belassen. Mittwochnacht sagte der US-Präsident allerdings laut BBC, es gebe eine „sehr gute Aussicht“ auf ein Treffen zwischen den drei Staatsoberhäuptern.

Dennoch zeigte sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit Trumps Wandel im Umgang mit Russland optimistischer. Am Mittwoch gab er laut CNN an: „Es scheint, dass Russland jetzt eher zu [einem] Waffenstillstand bereit ist“. Gleichzeitig verfestigen Russlands Politiker ihren Standpunkt. Im Interview mit der russischen Nachrichtenseite NEWS.ru sagte beispielsweise der erste Vizevorsitzende des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Alexej Churawlew, Russland würde den Ukraine-Krieg nicht beenden, selbst wenn es „doppelt so teuer wäre, Öltanks zu füllen“. Man habe Budgetreserven im Staatshaushalt bereits eingeplant, hieß es weiter.

Womöglich könnten russische Politiker die wirtschaftliche Situation aber auch beschönigen: Daten der russischen Zentralbank, die die russische Nachrichtenagentur TASS zitierte, verfehle das Wirtschaftswachstum den zuvor prognostizierten Richtwert. Statt zwei Prozent war das russische Bruttoinlandsprodukt nur um 1,4 Prozent im ersten Quartal des Jahres 2025 gestiegen. Im zweiten Quartal lag die Wachstumsrate bei 1,8 Prozent, also nahe der prognostizierten 1,9 Prozent. (lismah)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Kremlin Pool

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