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Putins nächster Schachzug?

Verwirrung um Russland-Treffen: Trump völlig enthusiastisch, Putin-Seite klingt ganz anders

Putin und Trump planen ein Treffen – schon bald. Der US-Präsident wähnt sich dem Ende des Ukraine-Kriegs bereits nah, doch der Kreml ragiert kühl.

Washington, D.C. – Breaking News erreichten am Donnerstag (7. August) die Welt: US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin werden sich persönlich treffen, hieß es, womöglich bereits kommende Woche. Es ist der größte Durchbruch in den Verhandlungen zum Ukraine-Krieg seit langem. Ein Treffen des amerikanischen und russischen Präsidenten hat es seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs nicht gegeben.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Putin-Trump-Treffen verspricht imposante Bilder – aber auch ein Ende des Ukraine-Kriegs?

Was aber ist von dem Putin-Trump-Treffen zu erwarten? Der Anfang vom Ende des Ukraine-Kriegs? Ein Waffenstillstand? Oder „nur“ ein Verzicht auf Angriffe Russlands aus der Luft, wie der Kreml andeutete?

Bekannt ist bisher nicht viel – nur, dass bei dem Trump-Putin-Treffen spektakuläre Bilder entstehen werden. Alleine, dass sich die beiden Männer treffen, wird immense Aufmerksamkeit erzeugen. Donald Trump kann das Treffen als etwas verkaufen, das im Ukraine-Krieg bisher nur er geschafft hat: Dass Russlands Machthaber Putin sich mit ihm an einen Tisch setzt und über Frieden verhandelt. Weltpolitisches Theater „at its best“.

Putin und Trump streben mit Treffen direkte Verhandlungen zum Ukraine-Krieg an

Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin
Wann?noch kein Termin bekannt, das Weiße Haus hält ein Treffen kommende Woche denkbar
Wo?Ort noch unbekannt
Wer?Trump will Putin zum Zweier-Gipfel treffen, danach soll es einen Dreier-Gipfel mit Selenskyj geben

Nach Treffen von Trump-Gesandtem Witkoff mit Putin klang der US-Präsident enthusiastisch

Doch was wird der Zweier-Gipfel von Putin und Trump an konkreten Ergebnissen für ein Ende des Ukraine-Kriegs bringen? Die Auffassungen in den USA und in Russland sind darüber offenbar recht unterschiedlich: Trump klang regelrecht enthusiastisch zu den Chancen, die das Treffen mit Putin biete. Aus dem Kreml kamen dagegen verhaltenere Töne.

Am Mittwoch war dessen Sondergesandter Steve Witkoff in Moskau bei Putin und sprach mit dem russischen Präsidenten drei Stunden lang über den Ukraine-Krieg. Trump schrieb danach in seinem Netzwerk Truth Social begeistert von einem „äußerst produktivem Treffen“, bei dem man „große Fortschritte erzielt“ habe.

Trump kündigt Treffen mit Putin zur Ukraine in Telefonat mit Merz an

Er habe sich gleich danach ans Telefon gesetzt und „einige unserer europäischen Verbündeten auf den neuesten Stand gebracht“, schrieb Trump voller Motivation weiter. „Alle sind sich einig, dass dieser Krieg beendet werden muss, und wir werden in den kommenden Tagen und Wochen darauf hinarbeiten“, fügte Trump hinzu. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus hochrangigen ukrainischen Kreisen erfuhr, telefonierte Trump mit dem deutschen Kanzler Friedrich Merz, dem britischen Premier Keir Starmer, Nato-Generalsekretär Mark Rutte und Finnlands Präsident Alexander Stubb.

Die New York Times und CNN berichteten später unter Berufung aus anonymen Quellen aus den Regierungen, dass es bereits kommende Woche ein persönliches Treffen von Trump und Putin geben könne. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt bestätigte das später – und fügte an, dass „die Russen den Wunsch geäußert“ hätten, sich mit Trump zu treffen.

Donald Trump und Wladimir Putin bei einem Treffen 2018 in Helsinki. Erstmals seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs soll es zu einem Gipfel der beiden Präsidenten kommen.

Reaktion aus dem Kreml auf Trump-Putin-Treffen – „Gefühl, dass Russland Trump etwas anbieten muss“

Am Donnerstag (7. August) bestätigte dann auch Russland, dass ein Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin zustande kommen werde.  Laut Putins außenpolitischem Berater Juri Uschakow hätten die USA und Russland ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin in den kommenden Tagen vereinbart. „Zusammen mit unseren amerikanischen Kollegen“ habe man die Vorbereitungen für das Treffen begonnen, so Uschakow laut der russischen Nachrichtenagentur Tass. Sogar der Ort stehe und werde bald verkündet.

In einem Punkt widersprach Uschakow aber den Aussagen der US-Regierung: Der Vorschlag für das Treffen auf oberster Eben sei aus den USA gekommen. Trump-Sprecherin Leavitt hatte dagegen gesagt, Russland habe den „Wunsch“ dafür geäußert.

Reaktion auf Putin-Trump-Treffen aus Russland verhalten – „Gefühl, Trump etwas anbieten zu müssen“

Insgesamt kamen aus Russland weit weniger enthusiastische Signale als aus den USA. Nach dem Treffen von Witkoff mit Putin hatte Putins Berater Uschakow das Gespräch „nützlich und konstruktiv“ genannt. Beide Seiten hätten ihre Positionen zur Ukraine „signalisiert“, hieß es vage.

Aufschlussreich ist eine Einschätzung des Moskau-Korrespondenten des britischen Sender Sky News, Ivor Bennett: Es gebe im Kreml „das Gefühl, dass Russland und Putin Trump etwas anbieten müssten, wenn sie seinen Zorn besänftigen wollen“, schilderte dieser. „Ein persönliches Treffen“ sei in diesem Sinne wohl „das Richtige“.

Trump-Putin-Treffen als Reaktion auf Ultimatum der USA an Russland bei Ukraine-Verhandlungen?

Unklar ist, welche Rolle die von Trump angekündigten Sanktionen gegen russische Handelspartner spielen bei dem nun anvisierten Treffen. Ist das Angebot eines persönlichen Gesprächs eine weitere Hinhaltetaktik Putins, um den US-Präsidenten vorerst zu beschwichtigen und von harten Sanktionen abzubringen?

Es wäre nicht das erste Mal, dass Trump sich von vorangegangenen Drohungen wieder distanziert, weil er von Russland guten Willen bei den Verhandlungen signalisiert bekommt. In Russlands Staats-TV reagierte man sogar höhnisch auf Trumps Ultimatum an Putin.

Trotz angekündigtem Treffen von Putin und Trump kein Endes Ukraine-Kriegs an der Front in Sicht

Zudem scheint es im Kreml bisher keinerlei Einlenken im Ukraine-Krieg zu geben. Man gibt sich weiter siegesgewiss. Am Mittwoch gaben Quellen aus dem Kreml internationalen Nachrichtenagenturen die Information, dass die Ukraine-Front in den kommenden zwei bis drei Wochen zusammenbrechen werde. Bloomberg berichtete zudem, dass man sich in Putins Regierung zwar einen Waffenstillstand vorstellen könne, aber nur in der Luft bezogen auf Drohnen und Raketen. Das Sterben an der Front und die Besetzung ukrainischer Gebiete soll demnach weitergehen.

Ob solche Zugeständnisse Russlands reichen, um Trump von seinem Ultimatum wieder abzubringen, ist unklar. Am Freitag (8. August) läuft das Ultimatum ab: Stimmt Putin bis dahin keiner Waffenruhe zu, will die US-Regierung neue Sanktionen verhängen. Es soll dann massive Strafzölle gegen Staaten geben, die weiterhin mit Russland handeln.

Bisher heißt es, das Ultimatum und die Konsequenzen daraus blieben bestehen. Putin hat das Ultimatum vergangene Woche bereits zurückgewiesen. Die Einnahmen aus fossilen Exporten an Länder wie etwa Indien sind wichtig für Russlands Kriegskasse.

Nach Treffen mit Putin will Trump auch Gipfel mit Selenskyj organisieren

Nach dem Putin-Treffen will Trump einen Dreier-Gipfel mit ihm, Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj organisieren. Selenskyj gab sich vorsichtig optimistisch zur Neuigkeit, dass Trump Putin bald treffen will: „Es scheint, dass Russland nun eher zu einem Waffenstillstand neigt“, sagte er in einer nächtlichen Videoansprache. Putin hatte sich bisher stets geweigert, Selenskyj zu treffen. (smu)

Rubriklistenbild: © Valery Sharifulin/Imago

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