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„America‘s Guard of Honor“
82nd Airborne – Diese Elite-Soldaten sollen für Trump wohl Irans Öl-Insel Kargh erobern
Die 82nd Airborne Division gilt als schnellste Eingreiftruppe der Welt. Jetzt schickt Trump die legendäre Fallschirmjäger-Division in den Nahen Osten – möglicherweise für eine Bodenoffensive.
Sie sprangen in der Nacht des 6. Juni 1944 über der Normandie ab, kämpften in den Ardennen, in Vietnam, im Irak und in Afghanistan. Jetzt steht die 82nd Airborne Division vor ihrem nächsten Einsatz: dem Iran-Krieg. Generalmajor Brandon Tegtmeier, Kommandeur der Division, hat zusammen mit seinem Führungsstab den Befehl erhalten, die Einheit in den Nahen Osten zu verlegen. Noch ist kein endgültiger Marschbefehl für die gesamte Truppe ergangen – doch die Planungen laufen auf Hochtouren.
Die sogenannte Immediate Response Force der Division, bestehend aus rund 3000 Soldatinnen und Soldaten, befindet sich in „umsichtiger Planung“ für einen möglichen Einsatz, wie hochrangige Vertreter des Verteidigungsministeriums der New York Times bestätigten. Die in Fort Bragg, North Carolina, stationierte Brigade kann innerhalb von 18 Stunden an jedem Ort der Welt gefechtsbereit sein. Sie ist die schnelle Eingreiftruppe der US-Armee – und damit genau die Art von Verband, die Donald Trump für seine Iran-Strategie jetzt benötigen könnte.
Vom D-Day bis zum Abzug aus Kabul: Die 82nd Airborne war immer dabei
Die Geschichte der 82nd Airborne reicht bis ins Jahr 1917 zurück. Damals wurde sie als 82. Infanteriedivision in Camp Gordon, Georgia, aufgestellt. Weil ihre Soldaten aus allen damaligen 48 Bundesstaaten stammten, erhielt sie den Beinamen „All American“ – bis heute tragen die Fallschirmjägerinnen und Fallschirmjäger das Kürzel „AA“ an ihrer Uniform.
Der berühmteste Einsatz folgte in der Nacht auf den 6. Juni 1944: Hunderte Fallschirmjäger der 82nd Airborne sprangen über Sainte-Mère-Église ab und nahmen den Ort samt der strategisch wichtigen La-Fière-Brücke ein. Es war der Auftakt zum D-Day, der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. In der Ardennenoffensive im Winter 1944/45 bewährte sich die Division erneut unter extremen Bedingungen. Nach Kriegsende diente sie als Besatzungstruppe in Berlin. General Patton war von der Ehrengarde der 82nd so beeindruckt, dass er sie zu der besten erklärte, die er je gesehen habe. Seitdem trägt die Division neben „All American“ auch den Ehrentitel „America‘s Guard of Honor“.
Im Kalten Krieg hielten die Präsidenten Truman und Eisenhower die Division als strategische Reserve zurück – für den Fall einer sowjetischen Invasion irgendwo auf der Welt. Einheiten der 82nd Airborne kämpften später in Vietnam, auf Grenada, in Panama und bei der Befreiung Kuwaits 1991. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 folgten Einsätze in Afghanistan und im Irak. 2021 sicherten Soldatinnen und Soldaten der Division den Flughafen Kabul während der chaotischen Evakuierung.
14.000 Soldatinnen und Soldaten – der größte Luftlandeverband der Welt
Mit rund 14.000 Angehörigen ist die 82nd Airborne die größte Luftlandedivision der Welt. Sie gliedert sich in drei Infanterie-Kampfbrigaden, eine Heeresfliegerbrigade mit Apache-Kampfhubschraubern und Black Hawks, die Divisionsartillerie und eine Unterstützungsbrigade. Die Division gehört zum XVIII Airborne Corps und ist spezialisiert auf sogenannte „joint forcible entry operations“ – das gewaltsame Eindringen in feindliches Gebiet aus der Luft.
Genau diese Fähigkeit macht sie für den Iran-Einsatz so interessant. „Die Fallschirmjäger haben die Fähigkeit, Ziele am Golf zu bedrohen, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen. Außerdem können sie relativ schnell vor Ort sein“, sagt der pensionierte US-Marine-Colonel Mark Cancian, Berater beim CSIS International Security Program, gegenüber Axios.
Im Zentrum der Überlegungen steht dabei wohl Irans Öl-Insel Kharg. Die nur acht Kilometer lange Landmasse wickelt 90 Prozent der iranischen Ölexporte ab. Trump hat die Insel als Irans „Kronjuwel“ bezeichnet und sie bereits mit massiven Luftangriffen überziehen lassen. Ob er nun auch Bodentruppen zur Einnahme der Insel schicken will, hat der Präsident bislang offengelassen.
Senator Lindsey Graham, republikanischer Hardliner aus South Carolina, zog am Sonntag einen historischen Vergleich, der aufhorchen ließ: „Wir haben zwei Marine-Expeditionseinheiten, die auf diese Insel zusegeln. Wir haben Iwo Jima geschafft. Wir können das schaffen. Mein Geld setze ich immer auf die Marines“, sagte Graham bei Fox News. „Ich weiß nicht, ob man die Insel einnimmt oder blockiert. Aber ich weiß: An dem Tag, an dem wir diese Insel kontrollieren, ist dieses Terrorregime geschwächt. Es wird am Weinstock verdorren.“
Bodentruppen im Iran-Krieg: Militärexperten warnen vor hohen Risiken
Doch es gibt gewichtige Gegenstimmen. Der pensionierte Admiral James Stavridis, ehemaliger Oberbefehlshaber der NATO, warnte in einem Gastbeitrag für Bloomberg vor erheblichen Gefahren. Der Iran dürfte mit „massiven Drohnenangriffen, kleinen Booten – einige mit Sprengstoff beladen für unbemannte und möglicherweise Selbstmordmissionen“ sowie Raketen auf heranrückende Schiffe reagieren.
Die Bodentruppen würden Kharg daher wahrscheinlich aus der Luft erreichen, mit Osprey Kipprotor-Flugzeugen und Hubschraubern, so Stavridis. Ein Einsatz, wie maßgeschneidert für die 82. Luftlandedivision. „Alle iranischen Bodentruppen, die nach den Vorangriffen noch kampffähig sind, sollten von den ersten Wellen der US-Streitkräfte leicht überwunden werden können.“ Dennoch berge eine solche Operation „erhebliche Risiken und potenzielle Fallstricke“. Weite Teile der Insel könnten vermint sein.
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg
Letztlich sei „eine solche Invasion weit davon entfernt, chirurgisch zu sein – man muss mit steigenden Opferzahlen auf beiden Seiten und unter der Zivilbevölkerung rechnen“. Auch Cancian mahnte zur Vorsicht. Die 82nd Airborne sei leichte Infanterie und „verwundbar während der Landung und bei einem Angriff durch Panzer“. Jede Mission zur Einnahme von Kharg Island sei riskant, da „es nicht viel Unterstützung in der Nähe gibt“.