Spekulationen im Krieg
Trump plant Beschlagnahme von Irans Öl-Insel Charg – US-Beamter gibt Details bekannt
Ein Berater des Weißen Hauses sagt, die USA könnten „alles Öl“ aus dem Iran holen. Das nährt Spekulationen über Trumps mögliche Pläne für Charg.
US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar im Konflikt zwischen seinem Land und Israel mit dem Iran, eine iranische Insel zu beschlagnahmen, um die Öleinnahmen des Regimes massiv zu beschneiden. Dies hat nun ein US-Beamter angedeutet. Jarrod Agen, Berater des Weißen Hauses, erklärte, die USA müssten sich „keine Sorgen“ über Teherans Drohungen machen, die Straße von Hormus zu blockieren. Zugleich kündigte er an, man werde „alles Öl“ den Händen der Iraner entziehen.
Die Aussagen haben Spekulationen ausgelöst, dass Trump – der wiederholt vermieden hat, den Einsatz von Bodentruppen auszuschließen – eine Operation zur Einnahme der Insel Charg in Betracht ziehen könnte. Die Insel gilt als wichtigstes iranisches Ölexportterminal. Ein ehemaliger Pentagon-Beamter bezeichnete einen solchen Schritt als „Selbstläufer“, warnte jedoch zugleich, dass US-Soldaten dort feindlichem Beschuss ausgesetzt sein könnten.
Pläne zur Kontrolle der iranischen Ölvorkommen
„Was wir tun wollen, ist, derart gewaltige Ölreserven im Iran aus den Händen von Terroristen zu bekommen“, sagte Agen, geschäftsführender Direktor des National Energy Dominance Council, im Gespräch mit Fox Business. „Letztlich werden wir uns keine Sorgen mehr um diese Probleme in der Straße von Hormus machen müssen“, behauptete er. Gemeint ist die Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman, über die normalerweise ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte läuft. „Wir werden das ganze Öl aus den Händen der Terroristen bekommen.“
Michael Rubin, ein ehemaliger Pentagon-Beamter und Senior Fellow am American Enterprise Institute, erklärte, die Entsendung von US-Soldaten zur Einnahme der Insel Charg sei ein „Selbstläufer“. Zwar könnten die Truppen iranischen Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt sein, doch würde eine solche Operation Teherans Fähigkeit, sein Militär zu finanzieren, möglicherweise empfindlich schwächen, erläuterte er der Washington Post.
Wirtschaftlicher Druck und innenpolitische Kritik
Trump steht wegen der massiven Störungen in der Straße von Hormus zunehmend unter Druck. Die Krise hat dazu geführt, dass die Ölpreise in den USA und weltweit deutlich gestiegen sind. Am Sonntag räumte Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weißen Hauses, einen „leichten Anstieg“ der Benzinpreise ein – betonte jedoch, dieser sei angesichts der strategischen Ziele akzeptabel.
„Dies ist eine kurzfristige Störung für den langfristigen Gewinn, das schurkische iranische Terrorregime auszuschalten und ihre Beschränkung des freien Energieflusses im Nahen Osten und in der Straße von Hormus endlich zu beenden“, sagte sie gegenüber Fox News. Der US-Präsident greife zudem „auf unseren neu erschlossenen Markt in Venezuela“ zurück, um die Preise zu stabilisieren, fügte Leavitt hinzu.
Venezuela-Öl und mögliche Operation auf der Insel Charg
Nachdem US-Spezialkräfte Nicolás Maduro im Januar festgenommen hatten, versucht Trump, Venezuela stärker für amerikanische Ölkonzerne zu öffnen. Berichten zufolge sicherte sich Washington bereits mehr als 80 Millionen Barrel venezolanisches Öl. Chris Wright, der US-Energieminister, erklärte außerdem, die Straße von Hormus werde „bald“ wieder geöffnet, sobald die USA Irans Fähigkeit eingeschränkt hätten, Schiffe mit Raketen und Drohnen anzugreifen.
Sollte Trump tatsächlich US-Truppen entsenden, um die Insel Charg zu erobern, dürfte er zunächst warten, bis Teheran keine größeren Luftangriffe mehr durchführen kann, die die amerikanische Luftverteidigung überfordern könnten. Seit Beginn des Krieges am 28. Februar sind sechs US-Soldaten getötet worden. Die Infrastruktur der Insel sowie zahlreiche Tanker waren bereits während des Iran-Irak-Krieges in den 1980er-Jahren Ziel schwerer Bombardierungen durch Saddam Hussein. (Dieser Artikel von Benedict Smith entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)
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