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Norwegen-Wahl 2025: „Stoltenberg-Effekt“ verhilft Sozialdemokraten wohl zu Sieg
Nach der Parlamentswahl in Norwegen hat der sozialdemokratische Regierungschef Støre beste Aussichten auf eine zweite Amtszeit. Doch am stärksten legen die Rechtspopulisten zu.
Update, 9. September, 6.31 Uhr: Die Sozialdemokraten von Regierungschef Jonas Gahr Støre haben die Parlamentswahl in Norwegen gewonnen. Der von Støres Arbeiterpartei angeführte Mitte-Links-Block kam nach Auszählung fast aller Stimmen auf 87 Sitze im 169 Sitze großen Osloer Parlament. Das Mitte-Rechts-Bündnis erreichte 82 Sitze. Besonders stark schnitt die rechte Fortschrittspartei ab, die das beste Ergebnis ihrer Geschichte erzielte.
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Update, 21.16 Uhr: Nach der Wahl in Norwegen deuten Prognosen auf einen Sieg der Sozialdemokraten. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Damit würde die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre als Sieger hervorgehen. Wie die Deutsche Presse-Agentur weiter mitteilte, kamen die Sozialdemokraten zunächst auf 28 Prozent der Stimmen. Die rechtspopulistische Fortschrittspartei wurde demnach mit 24,8 Prozent zweitstärkste Kraft, wie die norwegische Wahlbehörde mitteilte.
Die rot-grünen Parteien erhielten laut den Hochrechnungen nur eine knappe Mehrheit im Parlament. Sie hatten geschlossen ihre Unterstützung für Støre im Wahlkampf bekundet.
Erstmeldung: Oslo – Norwegen wählt am heutigen Montag (8. September). Die Wahllokale öffnen um 9.00 Uhr. Die Norwegen-Wahl 2025 hat für ganz Europa Bedeutung – unter anderem, weil Norwegen seit dem Ukraine-Krieg zu den wichtigsten Energielieferanten gehört. Mit ersten Hochrechnungen wird kurz nach Schließung der Wahllokale um 21.00 Uhr (MESZ) gerechnet.
Umfragen zur Norwegen-Wahl 2025: Arbeiterpartei obenauf – Mitte-Links-Bündnis leicht im Vorteil
Das Nato-Land Norwegen ist zwar kein Mitglied der EU, mit ihr aber als Staat des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) eng verbunden. Wie die kommende norwegische Regierung zur Gasförderung steht, könnte also Auswirkungen auf ganz Europa haben.
Aktuellen Umfragen zur Norwegen-Wahl zufolge könnte die sozialdemokratische Arbeiterpartei (Ap) des amtierenden Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre als stärkste Kraft hervorgehen.
Partei
Prozent (Sitze)
Arbeiterpartei
27,1 (52)
Fortschrittspartei
21,0 (42)
Hoyre
14,4 (26)
Umweltpartei Die Grünen
6,2 (9)
Rot
6,0 (9)
Sozialistische Linkspartei
6,0 (9)
Zentrumspartei
5,9 (9)
Christliche Volkspartei
4,7 (7)
Liberale
4,3 (6)
Sonstige
4,4 (0)
(Quelle: Poll of Polls, durchschnittliche Ergebnisse der Umfragen, Stand: September 2025)
Im Fall eines Wahlsieges würde Ministerpräsident Støre möglicherweise – wie auch bislang – eine Minderheitsregierung anführen. Dann wäre er im Parlament jedoch auf die Unterstützung anderer Parteien aus dem rot-grünen Spektrum angewiesen. Die rechtsliberale bis rechtspopulistische Fortschrittspartei (FrP) mit Sylvi Listhaug an der Spitze könnte die zweitstärkste Kraft werden, während den Konservativen (Hoyre) der ehemaligen Ministerpräsidentin Erna Solberg eines ihrer schlechtesten Ergebnisse vorhergesagt wird.
Die guten Umfragewerte der Sozialdemokraten werden aber auch dem sogenannten „Stoltenberg-Effekt“ zugeschrieben. Ministerpräsident Støre hatte seinen berühmten Parteikollegen, den ehemaligen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, im Februar als Finanzminister in sein Kabinett geholt.
Stoltenbergs Comeback in der norwegischen Politik kam, nachdem die Regierungskoalition in Norwegen zerbrochen war. Die EU-skeptische bäuerliche Zentrumspartei (Sp) war im Streit über die Umsetzung von EU-Verordnungen für den Energiemarkt ausgetreten und Støre musste acht Ministerposten neu besetzen.
Norwegen-Wahl 2025: Klima und Energiepolitik wichtige Wahlkampf-Themen
Die Themen Klima und Umwelt spielten eine große Rolle im norwegischen Wahlkampf. Die Erdöl- und Erdgasproduktion sind die wichtigsten Einnahmequellen des wohlhabenden Landes – und gleichzeitig seine größten Klimasünder. Die grüne Partei MDG möchte neue Öl- und Gasbohrungen anders als Støres Ap nicht mehr zulassen.
Auch die Energiepreise waren wichtig. Obwohl es der norwegischen Wirtschaft im Vergleich zu den meisten EU-Ländern relativ gut geht, hatte auch sie mit Inflation und sinkender Kaufkraft zu kämpfen. Vor einigen Monaten beschloss das Parlament eine Strompreis-Deckelung – ähnlich den deutschen Energiepreisbremsen. (dpa/frs)