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Kam der Befehl von Hegseth?
„Tötet alle“: Trump-Militär löscht gezielt Überlebende bei Angriff auf Drogen-Boot aus
Die USA liefern sich mit Venezuela einen Drogenkrieg. Bei einer Militär-Attacke auf ein Schmugglerboot wurde Jagd auf Überlebende gemacht – per Befehl.
Washington, D.C. – Erst schlägt die Rakete ein. Dann fängt das Boot der vermeintlichen Drogenschmuggler vor der Küste Venezuelas an zu brennen. Trotzdem gibt es zwei Menschen, die den US-Militärschlag überlebt haben. Sie klammern sich an das sinkende Schiff. Doch die Armee von US-Präsident Donald Trump eröffnet das Feuer – und erschießt die Überlebenden bei einer zweiten Attacke.
Es ist ein Schock-Bericht, der die USA aktuell aufwühlt und der mitunter auch das Pentagon spaltet. Denn laut der Washington Post und dem US-Sender CNN hat das US-Militär in seinem Drogenkrieg in der Karibik auch gezielt auf Überlebende geschossen. Der Vorwurf: Der Befehl kam von Verteidigungsminister Pete Hegseth. Zwar wies der Trump-Minister die Anschuldigungen brüsk von sich, doch demokratische Abgeordnete zeigten sich entsetzt. Was ist dran an dem Eklat?
Drogenkrieg vor Venezuela eskaliert: USA sollen bei Militärschlag auch auf Überlebende geschossen haben
Laut den Medienberichten ereignete sich der Vorfall bereits am 2. September 2025. Es war der erste Einsatz des US-Militärs gegen die vermeintlichen Drogenschmuggler aus Venezuela. Die Trump-Regierung wirft dem venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro vor, aktiv über den Seeweg die Drogen in die USA zu bringen. Mittlerweile bombardiert das US-Militär regelmäßig die Boote der vermeintlichen Kuriere – trotz scharfer internationaler Kritik.
Zu Beginn der Militäraktion vor der Küste Venezuelas sollen die US-Streitkräfte einen klaren Befehl bekommen haben. „Die Anweisung lautete, alle zu töten“, zitiert die Washington Post eine mit der Operation vertraute Person. Diese Order soll direkt von Verteidigungsminister Pete Hegseth gekommen sein, hieß es weiter. Basierend auf dieser Befehlslage soll dann der Kommandeur der Spezialeinheiten den zweiten Angriff auf die Überlebenden angeordnet haben. Laut CNN ist es allerdings unklar, ob der Trump-Minister gewusst hat, dass es bei dem ersten Angriff Überlebende gegeben hatte. Mittlerweile, so heißt es weiter, sei die Anweisung angepasst worden. Demnach müssen Überlebende jetzt gerettet werden.
Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen
Tötungs-Befehl von ganz oben? Trump-Minister Pete Hegseth weist Vorwurf als Fake News zurück
Pentagon-Sprecher Sean Parnell wies die Darstellung jedenfalls bereits scharf zurück: „Diese gesamte Darstellung ist völlig falsch“, erklärte er laut der Nachrichtenagentur AFP. Hegseth selbst sprach in sozialen Netzwerken von „Fake News“ und betonte, die aktuellen Einsätze in der Karibik seien „rechtmäßig sowohl nach US- als auch nach internationalem Recht“. Daran gibt es allerdings erhebliche Zweifel – national wie international.
Vor allem bei der US-Opposition löst das Vorgehen der republikanischen Trump-Regierung große Empörung aus. Der demokratische Abgeordnete und Veteran Seth Moulton erklärte, das Töten von Überlebenden sei „offenkundig illegal“. „Merken Sie sich meine Worte: Es wird einige Zeit dauern, aber Amerikaner werden dafür strafrechtlich verfolgt werden, entweder wegen Kriegsverbrechen oder richtiggehenden Mordes“, fügte er hinzu.
Bereits vor den neuen Enthüllungen hatten demokratische Kongressmitglieder ein Video veröffentlicht, in dem sie Soldaten aufforderten, illegale Befehle zu verweigern. „Unsere Gesetze sind klar: Ihr könnt illegale Befehle verweigern – ihr müsst illegale Befehle verweigern“, hieß es darin. Doch ob das ausreicht, die durchaus bestehenden Spannungen im Pentagon zu verstärken und die US-Regierung zum Einlenken im Drogenkrieg zu bringen, gilt als zweifelhaft.
Trump versus Maduro: Was steckt wirklich hinter dem Drogenkrieg vor Venezuela?
Mit besonderer Härte führt Trump seinen Drogenkrieg in der Karibik. Seit September haben US-Streitkräfte nach eigenen Angaben 20 Angriffe auf mutmaßliche Drogenboote durchgeführt, bei denen über 80 Menschen getötet wurden. Laut dem Tagesspiegel haben die USA aktuell die größte Militärpräsenz im Pazifik aufgebaut seit der Kuba-Krise. Unter anderem wurde ein großer Flugzeugträger vor die Küste Venezuelas verlegt, von dem die Angriffe auf See gestartet werden – und möglicherweise bald auch darüber hinaus. Vor wenigen Tagen drohte Trump bereits mit Angriffen an Land.
Das Pentagon hatte den US-Kongress darüber informiert, dass sich die USA in einem „bewaffneten Konflikt“ mit lateinamerikanischen Drogenkartellen befänden, die es als terroristische Gruppen bezeichnet. Mutmaßliche Drogenschmuggler werden dementsprechend als „unrechtmäßige Kombattanten“ eingestuft. Jedoch halten es Analysten auch nicht für ausgeschlossen, dass hinter dem Drogenkrieg weit mehr Absichten von Trump stecken könnten.
So könnte Trumps aggressive Militärkampagne in der Karibik weit mehr als ein Anti-Drogen-Einsatz sein – und als Vorwand für einen kalkulierten Versuch dienen, den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro zu stürzen. James Story, Trumps ehemaliger Venezuela-Botschafter, erklärte gegenüber Politico: „Es geht nicht nur um Drogen, sondern darum, die Eliten um Nicolás Maduro so unter Druck zu setzen, dass sie den linksgerichteten Staatschef selbst stürzen.“ Die Hoffnung dahinter: Die USA wollen so an die riesigen Öl- und Rohstoffvorkommen gelangen und den Einfluss von China und Russland in der Region brechen.
Angriffe des US-Militärs auf Drogenschmuggler erzürnt die Vereinten Nationen
Doch das sind aktuell vor allem Spekulationen. Trump selber äußert sich dazu nicht. Klar ist aber: Die US-Einsätze sind heikel, da sie eigentlich nicht vom Völkerrecht gedeckt sind. Es gibt durch den Raketenbeschuss keine Beweise, dass es sich wirklich um Drogenschmuggler-Boote handelt. Und selbst wenn, entzieht die US-Armee dies einer gerichtlichen Überprüfung.
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, kritisierte die USA jedenfalls scharf für ihre tödlichen Angriffe auf die mutmaßlichen Drogenboote in der Karibik und forderte eine Untersuchung. „Diese Angriffe und ihre steigenden menschlichen Kosten sind inakzeptabel“, erklärte Türk laut ABC News bereits zu einem Zeitpunkt, als der Angriff auf die Überlebenden noch gar nicht bekannt war. In einer Stellungnahme forderte der Diplomat die USA auf, „solche Angriffe zu stoppen und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die außergerichtliche Tötung von Menschen an Bord dieser Boote zu verhindern, unabhängig von den ihnen vorgeworfenen kriminellen Handlungen“. (Quelle: AFP, CNN, Washington Post, Tagesspiegel, dpa, Politico, ABC News) (jek)