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Dobrindt präsentiert Zahlen
Dobrindt stellt Zahlen zu politisch motivierter Kriminalität vor
Der neue Bundesinnenminister präsentiert heute die Zahlen für das Jahr 2024. Der CSU-Politiker fordert einen Politikwechsel.
Update, 10.44 Uhr: Die Zahl der politisch motivierten Straftaten in Deutschland ist innerhalb eines Jahres stark angestiegen. Die Ermittlungsbehörden registrierten 2024 insgesamt 84.172 solche Delikte – das sind rund 24.000 mehr als 2023, als bereits ein Höchstwert seit Datenerfassung gemeldet wurde. Auch 2024 gibt es somit einen neuen Negativ-Rekord. Das Bundeskriminalamt sieht unter anderem Wahlen und den Nahost-Konflikt als Ursachen für die Zunahme politisch motivierter Straftaten.
Am stärksten war der Anstieg 2024 bei den Straftaten, die mutmaßlich rechts motiviert waren. Ihre Zahl stieg im Vergleich zum Vorjahr laut Polizeistatistik von 28.945 Straftaten auf 42.788 Delikte. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Statistik von Bundesinnenministerium und Bundeskriminalamt, die Innenminister Dobrindt in Berlin offiziell vorgestellt hat.
Politisch motivierte Straftaten stark gestiegen – rechter Hintergrund auch bei Gewalttaten besonders hoch
Auch unter den 4.107 Gewalttaten mit politischem Motiv im vergangenen Jahr ist der Anteil jener, die laut Polizei einen rechten Hintergrund haben, mit rund 36 Prozent besonders hoch. 975 Gewalttaten – knapp 24 Prozent – entfielen auf den Bereich „ausländische Ideologie“. 762 Gewalttaten – knapp 19 Prozent – rechnete die Polizei dem linken Spektrum zu.
In 6.236 Fällen wurde in der Eingangsstatistik der Polizei ein mutmaßlich antisemitisches Motiv aktenkundig. Von den insgesamt 7.328 politisch motivierten Straftaten, die die Polizei den Unterthemenfelder „Israel“ und „Palästina“ zugeordnet hat, sah sie in 2.832 Fällen eine antisemitische Tatmotivation.
Dobrindt stellt Zahlen zu politisch motivierter Kriminalität vor
Erstmeldung vom 20. Mai: Berlin – Zum ersten Mal stellt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt am Dienstag (10.30 Uhr) die jährliche Statistik zur politisch motivierten Kriminalität vor. Der CSU-Politiker präsentiert die Zahlen für das Jahr 2024 in Berlin gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch.
Schon im Januar zeigten die Ergebnisse einer parlamentarischen Anfrage, dass im vergangenen Jahr in Deutschland mehr rechtsextreme Straftaten verübt wurden als jemals seit Beginn der Erhebungen 2001. Ganz überwiegend handelte es sich dabei um Propagandadelikte und Volksverhetzung.
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Politisch motivierte Kriminalität erreichte 2023 mit rund 60.000 Fällen einen Höchststand
Die Polizei registrierte demnach bis zum 30. November insgesamt 33.963 rechts motivierte Straftaten. Bei 1136 dieser Delikte handelte es sich um Gewalttaten, zum Großteil Körperverletzungen. 2023 hatte die Zahl der politisch motivierten Straftaten insgesamt mit rund 60.000 Fällen den höchsten Stand seit Beginn der Statistik erreicht.
Migrationspolitik: Dobrindt setzt auf schärfere Grenzkontrollen und Rückweisungen
Alexander Dobrindt will die Migrationspolitik verschärfen. Er verteidigte seine Anordnung zu verstärkten Grenzkontrollen und Zurückweisungen, allerdings ist die rechtliche Grundlage für das verschärfte Vorgehen an den deutschen Grenzen umstritten. Im Bundestag erklärten der CSU-Politiker und mehrere CDU-Innenpolitiker, dass auch die im Koalitionsvertrag mit der SPD vereinbarten Maßnahmen zur Stärkung der Sicherheitsbehörden zügig umgesetzt werden sollen.
„Die Bürger, sie erwarten von uns einen Politikwechsel“, sagte Dobrindt. Dieser habe nun begonnen – an den deutschen Grenzen. Wenige Stunden nach seinem Amtsantritt hatte Dobrindt in der vergangenen Woche eine Intensivierung der Grenzkontrollen verfügt. Gleichzeitig ordnete er an, dass auch Asylsuchende an der Grenze zurückgewiesen werden können.
Im Bundestag sagte er an die Adresse der SPD: „Ich weiß, dass dies für Sie ein weiterer Weg ist als für uns.“ Er sei daher bereit zu einer engen Zusammenarbeit. „Lasst uns gemeinsam diese Aufgabe erledigen“, rief er den maßgeblich für Innenpolitik verantwortlichen Politikerinnen und Politikern von SPD und CDU zu. Denn die irreguläre Migration gefährde „die Stabilität unseres Landes“. (dpa/jal)