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Kampfjets und Luftabwehr
Diese Waffen kamen beim Abschuss russischer Drohnen in Polen zum Einsatz – Bundeswehr beteiligt
Polen hat am Mittwoch erstmals russische Drohnen abgeschossen. An dem Einsatz waren auch NATO-Kampfjets und Waffensysteme der Bundeswehr beteiligt.
Warschau – Russlands Ukraine-Krieg eskaliert immer weiter und hat auch Auswirkungen auf die an die Ukraine grenzenden NATO-Staaten. In der Nacht zum Mittwoch kam es dabei zu einer neuen Stufe der Provokation. Während eines russischen Angriffs auf Ziele in der Ukraine drangen gleich mehrere Drohnen in den Luftraum über Polen ein und mussten durch die polnische Luftwaffe unschädlich gemacht werden. „Mehr als einem Dutzend“ Flugobjekte wurden dabei von den polnischen Streitkräften und den in vor Ort stationierten NATO-Truppen bekämpft. Dabei kamen auch moderne US-Kampfjets und Waffensysteme der Bundeswehr zum Einsatz. Der Überblick:
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Die polnischen Luftstreitkräfte hatten bereits am späten Dienstagabend vor massiven russischen Angriffen auf die Ukraine und mögliche Konsequenzen für die polnisch-ukrainische Grenzregion gewarnt. Um 3.48 Uhr morgens teilten die Streitkräfte dann in einem Beitrag auf X mit, dass ein Einsatz zur „Identifizierung und Neutralisierung“ der „drohnenartigen Objekte“ laufe. Wie in diesen Fällen üblich wurden die Einheiten in Alarmbereitschaft versetzt und Kampfjets stiegen auf.
Eskalation in Polens Luftraum: F-16-Kampfjets schießen russische Drohnen ab
Beteiligt an dem Einsatz waren dabei F-16-Kampfjets der polnischen Luftstreitkräfte. Das Flugzeug aus US-Produktion spielte im bisherigen Verlauf des Ukraine-Kriegs bereits eine zentrale Rolle. So erhielt die Ukraine im vergangenen Jahr nach monatelangen Debatten selbst F-16-Kampfjets, die vor allem zur Abwehr von russischen Luftangriffen eingesetzt werden können.
Die F-16 „Fighting Falcon“ spielt auch in Polen eine zentrale Rolle in der Modernisierung der Luftstreitkräfte und stellt das Rückgrat der polnischen Luftverteidigung dar. Polen war 2003 das erste Land des ehemaligen Warschauer Pakts, das sich für den amerikanischen Kampfjet entschied und zwischen 2006 und 2009 insgesamt 48 Maschinen (36 F-16C und 12 F-16D im Block 52+ Standard) erhielt. Die auf den Basen Poznań und Łask stationierten Fighting Falcons haben sich in den vergangenen 20 Jahren als äußerst zuverlässig erwiesen und kommen regelmäßig bei NATO-Missionen wie dem Baltic Air Policing zum Einsatz.
Bei dem Abschuss der russischen Drohnen über Polen waren neben F-16-Kampfjets (im Bild) auch F-35-Kampfjets und Patriot-Luftabwehrsysteme beteiligt. (Archivbild)
Russische Drohnen über Polen abgeschossen – modernste F-35-Kampfjets der NATO halfen bei Abwehr
Eine NATO-Sprecherin bestätigte am Morgen, dass bei der Abwehr der Drohnen neben polnischen auch NATO-Luftverteidigungskräfte zum Einsatz kamen. Wie die polnischen Luftstreitkräfte auf X mitteilten, handelte es sich bei den eingesetzten Kräften um moderne F-35-Kampfjets der niederländischen Luftstreitkräfte, die für den Schutz der NATO-Ostflanke in Polen stationiert waren.
Die F-35 Lightning II hat sich in den vergangenen Jahren als zentraler Baustein der NATO-Luftverteidigung etabliert und prägt zunehmend die Bündnisstrategie im Osten Europas. Der Tarnkappen-Mehrzweckkampfjet der fünften Generation bietet durch seine fortschrittlichen Stealth-Eigenschaften und vernetzten Systeme eine bisher unerreichte Interoperabilität zwischen den Bündnispartnern. Aktuell verstärken niederländische und norwegische F-35-Verbände erstmals unter NATO-Kommando die Luftraumüberwachung in Polen, um die militärischen Hilfslieferungen für die Ukraine zu schützen und die Ostflanke des Bündnisses zu sichern. Auch die deutsche Luftwaffe soll ab 2027 35 F-35-Kampfjets erhalten.
Das polnische Verteidigungsministerium bestätigte am Mittwoch gegenüber Merkur.de von Ippen.Media, dass an der Operation auch Hubschrauber vom Typ MI-24, MI-17, so wie Black-Hawk-Helikopter aus US-Produktion beteiligt waren.
Russische Drohnen über Polen abgeschossen: Diese Waffensysteme kamen zum Einsatz
Name
Zugehörigkeit
Typ
F-16 Fighting Falcon
Polen
Mehrzweckkampfflugzeug
F-35 Lightning II
Niederlande
Mehrzweckkampfflugzeug
AWACS-Überwachungsflugzeug
Italien
AWACS-Luftaufklärer
Patriot
Deutschland
Flugabwehrsystem
MI-17
Polen
Mehrzweckhubschrauber
MI-24
Polen
Kampfhubschrauber
UH-60 Black Hawk
Polen
Transporthubschrauber
Polen schießt erstmals russischen Drohen ab – auch Waffen der Bundeswehr beteiligt
Während die Kampfjet-Verbände aus F-16- und F-35-Flugzeugen mit dem Luftkampf gegen die russischen Drohnen vertraut waren, wurden sie bei der Überwachung des Lufttraums vom Boden und aus der Luft von weiteren NATO-Systemen unterstützt. Wie der polnischen TV-Sender TVP meldet, war auch ein italienisches AWACS-Überwachungsflugzeug an der Aktion beteiligt, das die Positionen der Flugobjekte während des Einsatzes überwacht hat.
Vom Boden aus waren auch deutsche Waffensysteme im Einsatz. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, waren zwei Patriot-Luftabwehrsysteme an der Identifizierung der Drohnen im polnischen Luftraum beteiligt. Raketen sollen die Waffensysteme mit einer Reichweite von bis zu 160 Kilometern jedoch nicht abgefeuert haben. Im Januar dieses Jahres hatte die Bundeswehr die beiden Patriot-Systeme in den Südosten Polens nahe der Stadt Rzeszów stationiert. Dort sollen sie für zwei Jahre zur Sicherung der NATO-Ostflanke beitragen – so auch in der Nacht zum Mittwoch.
NATO wertet Drohnen-Abschuss nicht als Angriff – Tusk sieht „groß angelegten Provokation“
Die NATO verkündetet noch am Mittwochmorgen, dass man den Drohnen-Vorfall nicht als Angriff, wie Reuters mit Verweis auf einen Insider vermeldet. Bei Angriffen würde zumindest in der Theorie der in Artikel 5 des Nordatlantikvertrags festgehaltene Bündnisfall greifen. Dieser sieht vor, dass ein Angriff gegen ein NATO-Mitglied als ein Angriff auf alle gewertet wird.
Polens Ministerpräsident Donald Tusk sprach dennoch am Morgen von einer „groß angelegten Provokation“ durch Russland und Präsident Wladimir Putin. „Die Lage ist ernst, und wir müssen uns ohne Zweifel auf verschiedene Szenarien vorbereiten“, führte Tusk weiter aus. (Quellen: TVP World, Reuters, X) (fdu)