Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Milliardenkosten

Trump schießt Milliarden-Arsenal im Iran-Krieg leer: 50 Prozent verbraucht – mit fatalen Folgen

Das US‑Militär hat im Iran-Krieg bereits einen Großteil seiner modernsten Waffen verschossen. Nachbestellen ist schwierig und die Kosten gehen in die Milliarden. Ein Artikel von Tom Sharpe.

Seit dem 28. Februar, als die Vereinigten Staaten Operation Epic Fury gegen den Iran starteten, haben amerikanische Streitkräfte eine intensive 39-tägige Luft- und Raketenoffensive geführt und vor dem derzeitigen Waffenstillstand, so brüchig er auch sein mag, mehr als 13.000 Ziele angegriffen. Nach Angaben des Center for Strategic and International Studies (CSIS) haben die USA einen sehr großen Teil ihrer modernsten Waffen verschossen.

Donald Trump hat im Iran-Krieg bereits einen großen Teil seiner Waffen verschossen

Besonders alarmierend ist der Verbrauch der Defensivsysteme. Die Vereinigten Staaten haben grob 50 Prozent ihres Bestands an Patriot-PAC-3-Abfangraketen eingesetzt – geschätzt 1.060–1.430 Raketen aus den Vorkriegsbeständen. Diese Systeme sind hochleistungsfähig, können ballistische und sogar hypersonische Waffen abschießen, kosten aber rund 4,2 Millionen US-Dollar pro Schuss. THAAD-Abfangraketen mit 12,7 Millionen US-Dollar pro Stück wurden noch stärker dezimiert: Zwischen 53 und 80 Prozent der verfügbaren Bestände, also grob 190–290 Raketen, wurden verschossen.

Die enormen Kosten der Raketenabwehr im Iran-Krieg ist ein Vorteil für China

Insgesamt sind damit allein über diese beiden Systeme Waffen im Wert von 7–10 Milliarden US-Dollar verbraucht. Und sie können nur mit einer bestimmten Geschwindigkeit ersetzt werden. Ich vertrete seit Langem die Theorie, dass jedes Mal, wenn eine dieser Raketen abgefeuert wird, „jemand in Peking eine Glocke läutet“. Sie läuten sie besonders laut, wenn ein Patriot oder ein THAAD gegen eine Drohne im Wert von 20.000 US-Dollar eingesetzt wurde. Inzwischen streicht jemand im US-Pazifikkommando sie auf einem Whiteboard durch und knurrt, dass man sie dort eigentlich dringender brauche.

Zur See hat die US Navy viele Raketensilos geleert, insbesondere im östlichen Mittelmeer in den frühen Phasen. CSIS schätzt, dass 40 Prozent der SM-3-Abfangraketen für die Raketenabwehr und über 45 Prozent der neuesten, extrem vielseitigen SM-6-Raketen von Aegis-ausgerüsteten Kriegsschiffen im Einsatzgebiet abgefeuert wurden. SM-3-Raketen sind mit etwa 20 Millionen US-Dollar pro Schuss schwindelerregend teuer – was nachvollziehbar ist, da es sich um Weltraumwaffen mit einem „exoatmosphärischen Kill Vehicle“ statt eines normalen Sprengkopfs handelt, die eine ballistische Waffe (oder einen Satelliten) außerhalb der Atmosphäre ausschalten können.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Neue Raketen für den Iran-Krieg können nur langsame produziert werden und sind teuer

SM-3-Raketen werden nur mit einer Rate von 12 pro Jahr produziert. Rechnet man die SM-6 hinzu, eine von nur wenigen Waffen, denen man zutraut, hypersonische Bedrohungen zu stoppen, belaufen sich die Gesamtkosten auf 7–9 Milliarden US-Dollar. Die Bestände an Angriffswaffen sind ebenso stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Laut CSIS haben die US-Seestreitkräfte allein mehr als 1.000 Tomahawk-Landangriffsflugkörper (TLAMs) verschossen, was vielleicht ein Drittel oder mehr des gesamten US-Bestands ausmacht.

Die Produktion lag in den jüngsten Haushalten bei weniger als 60 Tomahawks pro Jahr, was bedeutet, dass die Auffüllung selbst bei massiv erhöhter Produktion Jahre dauern wird. Trägergestützte F/A-18 Super Hornets, die unter Bedingungen der Lufthoheit operierten, wechselten im späteren Verlauf der Kampagne zu billigeren präzisionsgelenkten Munitionen wie Joint Direct Attack Munitions (JDAMs) – Smartbomben – und kleineren, günstigeren Stand-off-Waffen. Pentagon-Briefings, über die in der Washington Post berichtet wurde, deuteten jedoch darauf hin, dass die frühe Phase stark auf hochwertige luftgestützte Systeme wie die Joint Air-to-Surface Standoff Missile (JASSM), eine weitere Vorzeigewaffe, setzte – mit erheblichen Auswirkungen auf begrenzte Bestände.

Trumps Waffen gegen Nuklear-Ziele im Iran-Krieg werden knapp

Noch schwindelerregendere Kosten entstanden durch strategische Plattformen. Laut derselben CSIS-Einschätzung setzten B-2-Spirit-Bomber Massive Ordnance Penetrators (GBU-57) und andere Präzisionswaffen gegen tief verbunkerte Nuklear- und Führungsziele ein. Die GBU-57 ist nicht besonders technologisch anspruchsvoll oder teuer wie ein Tomahawk oder eine JASSM. Im Wesentlichen handelt es sich um einen massiven Stahlstift mit dem Sprengkopf und der Steuerung einer Smartbombe. Dennoch ist sie nicht billig, und die USA verfügen nicht über große Stückzahlen.

Die Rohstoffe, auf denen diese Systeme beruhen, fügen eine weitere Ebene strategischer Verwundbarkeit hinzu. Moderne Präzisionswaffen hängen von seltenen Erden – vor allem Neodym, Praseodym und Dysprosium – für Magnete in Lenksystemen, Motoren, Sensoren, Chips und so weiter ab. Die Vereinigten Staaten produzieren nur sehr geringe Mengen dieser Stoffe im eigenen Land, könnten dies aber tun, wenn der Preis steigt.

Trump ist im Iran-Krieg von China für Rohstoffe abhängig

Derzeit, man muss es kaum sagen, kontrolliert China grob 70 Prozent der weltweiten Versorgung. Wolfram, das in Penetratoren, Legierungen und Hochtemperaturbauteilen verwendet wird, steht vor einem ähnlichen Engpass. Auf einer jüngsten Konferenz schätzte jemand, der es wissen dürfte, dass bislang 65 Tonnen Wolfram in den Iran-Operationen verschossen wurden. Das entspricht 17 Millionen US-Dollar allein dafür, obwohl hier wiederum die Verfügbarkeit vielleicht wichtiger ist als die Kosten. Die Auffüllung sowohl der Munition als auch der sie ermöglichenden Mineralien ist nicht nur eine industrielle Herausforderung; sie ist eine globale.

Wie seit dem 28. Februar schwebt die Frage im Raum: Was hat all dies bewirkt? Es gab taktische Erfolge, die als operative Ziele ausgegeben wurden, darunter die Zerstörung der weitgehend irrelevanten regulären Marine und Luftwaffe des Iran. Gleichzeitig ist der Fortschritt bei den großen Zielen – Regime, Nuklearprogramm, Stellvertreter und Freiheit der Schifffahrt – ungewiss. Die unablässige Positivität aus Washington hat sich ebenfalls verflüchtigt, vielleicht am besten verkörpert durch das Projekt Freedom vom Montag, das die Lage 48 Stunden lang erheblich verschlimmerte, bevor es „auf Ersuchen Pakistans“ ausgesetzt wurde.

Zweifelhafte Erfolge und politischer Rückschlag

Die US-Reaktion auf Irans Angriffe in verschiedene umliegende Länder während Projekt Freedom war derart geringschätzig, dass die Saudis den USA vorübergehend den Zugang zu ihrem wichtigsten Luftwaffenstützpunkt sowie Stationierung und Überflugrechte (ABO) entzogen. Politische Aspekte einmal beiseitegesetzt, fliegen die teuren Defensivwaffen weiter, und die „fröhlichen Glocken in Peking läuten unablässig“. Jeder Versuch der USA, erneut zu eskalieren, wird eine klarere Definition von Erfolg und irgendeine Art von Haltelinie benötigen, bevor die Arsenale leer sind.

Die amerikanischen Bestände sind noch nicht erschöpft, doch es besteht kein Zweifel daran, dass die Fehlertoleranz für künftige Szenarien im Pazifik geringer geworden ist. Der Wiederaufbau der Vorräte wird bis zu vier Jahre dauern, selbst bei beschleunigter Produktion, und vieles davon erfordert Rohstoffe, über die die USA keine Kontrolle haben. Wenn sich der Staub über all dem gelegt hat, werden einige tektonische Lehren zu ziehen sein. Wie konnten wir ein globales Logistik- und Schifffahrtssystem aufbauen, das so anfällig für Störungen durch ein einziges Schurkenland ist, und welche Alternativen gibt es?

Freiheit der Navigation und schrumpfende Arsenale

Das Prinzip der Freiheit der Schifffahrt wird auf die Probe gestellt. Je nach Ausgang dieses Konflikts könnte es in der Vergangenheit verschwinden. Zugang, Stationierung und Überflugrechte für US-Streitkräfte werden von allen Betroffenen diesmal gründlich überprüft werden. Die andere Lehre aus diesem Konflikt (und zuvor aus Rotem Meer und Schwarzem Meer) lautet, dass man irgendwann keine Raketen mehr hat, wenn man 10-Millionen-US-Dollar-Raketen einsetzt, um 20.000-US-Dollar-Drohnen abzufangen, und 2-Millionen-US-Dollar-Raketen, um Jetskis in irgendeiner Garage zu zerstören – selbst wenn man die USA ist.

Diesen Punkt haben wir noch nicht erreicht. Aber wir können feststellen, dass die Amerikaner einen erschreckend großen Teil ihrer hochentwickelten Systeme verschossen haben, um ein unentschiedenes Ergebnis gegen den Iran zu erzielen, der bei Weitem nicht zu ihren größten Gegnern zählt. Die USA sind dadurch materiell geschwächt, und der Verlauf dieses Konflikts verheißt nichts Gutes für Situationen, in denen sie einem ernstzunehmenderen Gegner gegenüberstehen.

Konsequenzen für Europa und die Notwendigkeit der Aufrüstung

Für uns in Großbritannien und Europa hat sich diese Lehre noch eindringlicher eingeprägt. Wir müssen unbedingt damit beginnen, uns selbst angemessen zu bewaffnen, um in einer zunehmend gefährlichen Welt sicher zu sein. (Dieser Artikel von Tom Sharpe entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

Rubriklistenbild: © MOHAMMED HUWAIS / AFP

Kommentare