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Trauerfeier für Obersten Führer

Millionen Trauernde erwartet: Iran verabschiedet sich von Chamenei – Teheran droht seinen Feinden

Der Iran trauert: Über mehrere Tage wird dem getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei gedacht. Die Trauerfeiern ziehen sich über mehrere Tage.

Die Revolutionsgarden im Iran haben kurz vor Beginn der Trauerfeierlichkeiten für den getöteten Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei eine scharfe Warnung an die Feinde des Landes gerichtet. „Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden. Einer Antwort, die für immer in ihrer Geschichte der Schande verzeichnet bleiben wird“, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden, die iranische Medien verbreiteten. Die Botschaft fällt in eine Phase, in der eine brüchige Waffenruhe gilt und Washington und Teheran über ein dauerhaftes Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges verhandeln.

Auf diesem vom Büro des Obersten Führers des Iran veröffentlichten Foto versammeln sich Trauernde um den Sarg des Obersten Führers des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, der vor seiner Beisetzung in einer Trauerhalle neben der Imam Chomeini Hoseiniye auf dem Gelände des Obersten Führers aufgebahrt ist.

Ab diesem Samstag beginnen in Teheran die offiziellen Trauerfeierlichkeiten für Chamenei, der am 28. Februar durch einen Luftangriff auf seinen Amtssitz gezielt getötet worden war – am ersten Tag des von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges. Der Oberste Führer im Iran hatte fast 37 Jahre lang an der Spitze des klerikalen Systems gestanden. Der Tod Chameneis bildete den Auftakt für wochenlange Kämpfe im Iran-Krieg. Durch die Blockaden in der Straße von Hormus waren die Auswirkungen des Konflikts weltweit spürbar. Inzwischen konnten sich Vertreter aus den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe verständigen. Diese gilt als brüchig, weitere Verhandlungen sollen nach der Trauerfeier für Chamenei stattfinden.

Trauerfeier im Iran für Chamenei: Behörden rechnen mit Millionen Trauernden

Die Trauerfeierlichkeiten für Chamenei, die ursprünglich für Anfang März geplant waren, wurden wegen des Iran-Krieges zunächst verschoben. Nun erstrecken sie sich über sechs Tage und finden in fünf Städten statt: von Teheran über die iranischen Städte Ghom und Maschhad bis zu den irakischen Pilgerstätten Nadschaf und Kerbela. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf, der zugleich als Chefunterhändler bei den Gesprächen mit den USA fungiert, sprach von „einem der prägendsten Momente der Geschichte“ des Landes. Er rief das iranische Volk auf, durch seine Anwesenheit „ein ruhmreiches Kapitel in der Geschichte des islamischen Iran zu schreiben“. Auf diese Weise soll der Tod Chameneis gerächt werden.

Der Leichnam Chameneis wurde bereits in der Großmoschee Mosalla in Teheran aufgebahrt, dem wichtigsten Ort für nationale Zeremonien und Massenveranstaltungen der Islamischen Republik. Fotos der staatlichen Nachrichtenagentur Fars zeigten auch den Chef der Revolutionsgarden, Ahmad Wahidi, wie er dem getöteten Führer die letzte Ehre erwies.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Die Behörden rechnen allein in Teheran mit 15 bis 20 Millionen Teilnehmern an der dreitägigen Trauerfeier für Chamenei. Mehr als 65.000 Sicherheitskräfte sind in den Metropolen im Einsatz, weitere 200.000 Kräfte sichern die betroffenen Provinzen. Die Hauptstadt wird für die Dauer der Zeremonien „vollständig geschlossen sein und arbeitsfrei“, wie die Behörden anordneten.

Trauerfeier für Chamenei: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen im Iran

Wegen der Trauerfeiern für Chamenei gelten im Iran verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Der Luftraum über Teheran wird ab Freitag teilweise und am Montag vollständig gesperrt. Hochrangige Staatsgäste aus rund 30 Ländern reisten an, darunter der frühere russische Präsident Dmitri Medwedew, Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif sowie Regierungsvertreter aus China, Belarus, dem Irak und Turkmenistan, wie unter anderem die iranische Nachrichtenagentur IRNA schreibt.

Chameneis Leichnam soll nach den Teheraner Zeremonien in die Pilgerstadt Ghom und anschließend in den Irak gebracht werden. Mit der Aufnahme der irakischen Städte Nadschaf und Kerbela ins Programm wollen die Organisatoren die Verbindungen zwischen der Islamischen Republik und der internationalen schiitischen Gemeinschaft unterstreichen. Beigesetzt wird Ali Chamenei schließlich am 9. Juli in der heiligen Stadt Maschhad im Nordosten des Iran.

Ein Mann fährt mit dem Fahrrad an einem Porträt des getöteten iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei vorbei – kurz vor Beginn seiner mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten.

Laut AFP rückt der Trauerzug in Ghom südlich von Teheran die religiösen Grundlagen von Chameneis Autorität in den Mittelpunkt: Mit mehreren theologischen Hochschulen ist die Stadt neben dem irakischen Nadschaf ein wichtiges Zentrum schiitischer Gelehrsamkeit. Kerbela zählt zu den heiligsten Stätten des schiitischen Islam. Beim dortigen Trauerzug dürften Themen wie „Opferbereitschaft, Ausdauer und Widerstand“ im Zentrum stehen. Die Trauerfeier in Nadschaf soll Chameneis Stellung innerhalb der schiitischen Welt über die Grenzen des Iran hinaus unterstreichen. Mit der Aufnahme von Nadschaf ins Programm der Trauerfeiern wollen die Organisatoren in Teheran die Verbindungen zwischen der Islamischen Republik und der gesamten internationalen schiitischen Gemeinschaft hervorheben.

Nach Tod von Chamenei: Sohn Madschtaba ist neuer Oberster Führer

Inmitten des anhaltenden Iran-Krieges und der laufenden Friedensverhandlungen hat sich in der Islamischen Republik derweil eine neue Führungsriege etabliert. An ihrer Spitze steht formal Modschtaba Chamenei, der Sohn des getöteten Obersten Führers, der zu seinem Nachfolger ernannt wurde. Wie sein Vater gilt er als erzkonservativ und den Revolutionsgarden nahestehend. Seit seiner Ernennung hält er sich bedeckt, hat allerdings zahlreiche schriftliche Erklärungen abgegeben.

Das prominenteste Gesicht der neuen Führung im Iran ist Ghalibaf, der die iranischen Verhandlungsteams in Pakistan und der Schweiz anführte. Der israelische Iran-Experte Beni Sabti warnte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP vor einer Fehleinschätzung seiner Person: „Niemand sollte sich von seinem Auftreten täuschen lassen – er weiß, wie man mit dem Westen redet.“ Es sei aber „derselbe Mann“, der im Jahr 1999 als Kommandeur der Revolutionsgarden „Studenten bei den damaligen Protesten eigenhändig vom Dach geworfen hat“. (Quellen: dpa, AFP, Al Jazeera, IRNA) (fbu)

Rubriklistenbild: © Uncredited/Iranian Supreme Leader Office/AP/dpa

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