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„Wollen den Kopf von Trump“

Rache-Rufe und Trauer: Hunderttausende in Teheran bei Chameneis Beerdigung

Menschenmassen nehmen in Teheran Abschied vom getöteten Obersten Führer Chamenei. Die Prozession wird zur Machtdemonstration des Iran.

Hunderttausende Menschen haben in Teheran Abschied von Ayatollah Ali Chamenei genommen. Der zu Beginn des Kriegs gegen den Iran ermordete Oberste Führer wurde am 6. Juli 2026 in einer rund zehn Stunden dauernden Trauerprozession durch das Zentrum der Hauptstadt geehrt. Schwarz gekleidete Trauernde warfen Blütenblätter auf den Sarg, skandierten Parolen gegen die USA und Israel – und forderten Rache.

Bei der Trauerfeier für den getöteten Obersten Führer Ali Khamenei fordert die Menschenmenge Trumps Tod.

Der Trauerzug führte vom Revolutionsplatz, dem Propagandazentrum der Stadt, zum Freiheitsplatz – dem historischen Ort der Islamischen Revolution von 1979. Auf einem Lastwagen lag Chameneis Sarg, daneben die Särge seiner vier Familienangehörigen, die am 28. Februar gemeinsam mit ihm bei einem US-israelischen Luftangriff getötet worden waren. Basidsch-Milizionäre in Schwarz bildeten eine Menschenkette um den Trauerzug. Sie schützten die Särge vor den Trauernden, die Blumen auf die Fahrzeuge warfen, wie The Times berichtete.

Chamenei-Beerdigung in Teheran: Iraner fordern Rache und Trumps Kopf

Fatima Sardardi, eine etwa 30 Jahre alte Sportabsolventin im schwarzen Tschador, brachte die Stimmung vieler Anwesender auf den Punkt. „Natürlich wollen wir Rache“, sagte sie. „Jemand ist hierhergekommen und hat unseren Anführer, unseren großen Mann, in seinem Haus im Kreise seiner Familie getötet. Es ist unser gutes Recht, Rache zu wollen.“

Auf Transparenten und Plakaten entlud sich der Zorn der Menge. „Tötet Trump“ stand auf einem Schild, daneben eine Karikatur des US-Präsidenten. „Es wird Blut fließen“ war auf einem anderen zu lesen, darunter Bilder von Donald Trump, Benjamin Netanjahu, J.D. Vance und Pete Hegseth, eingerahmt von Gewehrvisieren. „Auge um Auge“ und „Keine Verhandlungen“ lauteten weitere Aufschriften. Andernorts verbrannten Trauernde US-Flaggen und bewarfen eine Werbetafel mit Steinen, die Trumps Bild zeigte. Teilnehmer riefen laut der Nachrichtenagentur AFP: „Wir wollen kein Abkommen, wir wollen den Kopf von Trump.“

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Die iranischen Behörden behaupteten, mehr als 20 Millionen Menschen hätten an der Prozession teilgenommen. Externe Schätzungen gingen von mehreren Hunderttausend aus. Die Bevölkerung war aufgerufen, massenhaft zu erscheinen – um nach 40 Tagen Bombardement ein Bild der Einigkeit und Standhaftigkeit gegenüber den USA und Israel zu vermitteln.

Wut hat Teheran im Griff: „Alle sprechen von Rache. Es muss geschehen“

„Um der ganzen Welt zu zeigen, wie sehr wir das System lieben und ihm verbunden sind“, erklärte eine Studentin (22). Viele Teilnehmer betonten, nicht allein aus Trauer gekommen zu sein. Ein etwa 50 Jahre alter Mann sagte: „Diese Menschen sind nicht hier, um zu trauern und Tränen zu vergießen. Sie sind hierher gekommen, um sich zu vereinen und Kraft zu schöpfen, damit wir der ganzen Welt zeigen können, dass wir zusammenhalten.“

Manche Trauernde sagten, die Ermordung Chameneis habe ihre Erinnerung an ihn verändert. Die 54 Jahre alte Ärztin Maryam Ghiyasi, die mit ihrem Mann iranische Flaggen trug, sagte: „Wir schämen uns, weil wir zu seinen Lebzeiten nicht genug für ihn getan haben. Er war ein Anführer, der Iran stärken wollte.“ Ein 58-jähriger Mann, der ein Bild Trumps in den Händen hielt, auf dem dieser mit einer Waffe bedroht wird, sagte: „Alle sprechen von Rache. Es muss geschehen, sonst wird es später noch schlimmer.“

Iran-Krieg: Chamenei-Sohn Modschtaba fehlt bei Trauerprozession für seinen Vater

Bei Temperaturen von mehr als 35 Grad wurden die Teilnehmer von Tankwagen aus mit Wasser besprüht, Getränke und Essen wurden ausgegeben. Die Organisatoren verteilten iranische Flaggen sowie Bilder des getöteten Ajatollahs und seines Sohnes und Nachfolgers Modschtaba Chamenei (56). Der Leiter der Rettungsdienste, Dschafar Miadfar, sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, 34.000 Teilnehmer seien medizinisch versorgt worden.

Chameneis Sohn Modschtaba, der seit dem Angriff auf das Haus entstellt sein könnte, war weder bei der Prozession noch beim Totengebet anwesend. Iranische Offizielle begründeten seine Abwesenheit mit der Bedrohung durch ein Attentat. US-Präsident Trump, der auf dem NATO-Gipfel in Ankara neue Angriffe auf den Iran ankündigte, erklärte, während der Trauerfeierlichkeiten darauf zu verzichten. Chameneis Beisetzung ist am 9. Juli in seiner Heimatstadt Maschhad geplant. (Quellen: The Times, Irna, Nachrichtenagentur AFP) (mt)

Rubriklistenbild: © Altaf Qadri/AP/dpa

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