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Generäle handeln auf eigene Faust

Lebt Ajatollah Chamenei? „Verwundet und entstellt“ – doch Irans Kommandeure kämpfen weiter

Ein Aufruf an das Volk, wenn auch in Form einer schriftlichen Erklärung, hat wenig dazu beigetragen, die Gerüchte zu zerstreuen, er sei tot.

Vier Tage nach seiner Ernennung zum obersten Führer Irans und fast zwei Wochen nach Beginn eines Krieges, der seine engste Familie tötete, veröffentlichte Mojtaba Chamenei seine erste Stellungnahme. Es war keine Rede. Es war keine Videoansprache. Es war eine schriftliche Botschaft, die von einem Nachrichtensprecher des Staatsfernsehens verlesen wurde. Die Worte klangen hart und entschlossen, doch die Art ihrer Übermittlung war auffallend indirekt und distanziert.

Die Botschaft warnte die USA, ihre Stützpunkte am Golf umgehend zu schließen, sonst würden die Gastländer mit weiteren Angriffen aus dem Iran rechnen müssen. Die Straße von Hormus solle blockiert bleiben. Und das Mullah-Regime werde Rache üben für jeden Iraner, der durch US-israelische Bomben getötet werde, einschließlich einer besonderen Vergeltung für die Kinder, die in der Mädchenschule von Minab starben, vermutlich durch einen US-Tomahawk-Marschflugkörper. Natürlich war dies ein Aufruf an das Volk Irans und eine scharfe Drohung an die USA und ihre Verbündeten.

Irakische schiitische Geistliche halten Porträts des ermordeten obersten Führers des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, während einer Protestkundgebung gegen die Angriffe Israels und der USA auf den Iran hoch.

Doch die Erklärung verriet nichts über den Zustand des Mannes, der den iranischen Kriegseinsatz kommandiert und über nahezu 100 Millionen Menschen im Land absolute Autorität besitzt. Nach Angaben eines iranischen Beamten im Land selbst haben die militärischen Befehlshaber, die den Krieg führen, keinerlei Anweisungen von ihrem neuen obersten Führer erhalten. „Niemand weiß irgendetwas über Mojtaba Chamenei, ob er lebt oder tot ist oder wie schwer er verletzt ist“, sagte der Beamte und beschrieb eine Führungslücke im Herzen des Systems.

Zustand von Mojtaba Chamenei

Der amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth hat sich zum Schicksal des neuen religiösen Führers des Iran, Mojtaba Chamenei, geäußert. Er behauptete auf einer Pressekonferenz, Chamenei sei „verwundet und wahrscheinlich entstellt“. Weiter hieß es von Hegseth, er sei „verzweifelt“ und nun „untergetaucht“: „Das ist es, was Ratten tun.“ Er stellte in Frage, warum Chamenei nur eine schriftliche Erklärung veröffentlicht habe und nicht vor die Kameras getreten sei. Dies sorge für Fragezeichen.

Unklarheit über Mojtabas Zustand und die Führung des Krieges

„Wir bekommen alle nur gesagt, dass er verletzt ist. Er hat keine Kontrolle über den Krieg, weil er nicht hier ist. Die Mehrheit der Kommandeure, oder genauer gesagt alle Kommandeure, haben keine Nachrichten von ihm.“ Bekannt ist, dass Mojtaba bei denselben US-Luftangriffen verwundet wurde, die am 28. Februar seinen Vater Ali Chamenei, seine Ehefrau, seinen Säuglingssohn, seine Schwester und seinen Schwager töteten. Es halten sich zudem hartnäckige Gerüchte, er sei bei dem Angriff ums Leben gekommen oder liege seitdem im Koma, und die schriftliche Ansprache hat wenig dazu beigetragen, diese zu entkräften.

Wenn seine Verletzungen so schwer sind, dass er nicht einmal seine Stimme aufzeichnen kann, warum wurde er dann ausgewählt?

Hossein Alizadeh über Mojtaba Chamenei

Hossein Alizadeh, ein ehemaliger iranischer Diplomat, stellte die Frage direkt: „Wenn seine Verletzungen so schwer sind, dass er nicht einmal seine Stimme aufzeichnen kann, warum wurde er dann ausgewählt?“ Die Islamische Republik, deren System um eine zentralisierte Führungsfigur herum aufgebaut ist, sah sich gezwungen, ihre Struktur ohne ihr Zentrum neu zu ordnen. Die Befehlskette existiert zwar weiterhin. Doch ihr oberstes Glied fehlt derzeit und hinterlässt ein Machtvakuum mitten im Krieg.

Um zu verstehen, wie es zu diesem Moment kam – wie ein Mann ohne öffentliche Rolle, ohne gewähltes Amt und ohne gesicherte Lebenszeichen nominell an die Spitze einer unter Bombardement stehenden Nation aufsteigen konnte –, muss man begreifen, was sein Vater aufgebaut hat. Und was Mojtaba selbst im Stillen zwei Jahrzehnte lang darin konstruierte. Ali Chamenei regierte 37 Jahre lang an der Spitze des Mullah-Regimes, indem er ein System entwarf, das seine Person unverzichtbar machte. Die Revolutionsgarden (IRGC), das reguläre Militär, die Justiz, das Präsidentenamt und die Basij-Miliz erhielten jeweils überlappende Befugnisse, eigene Fähigkeiten und konkurrierende institutionelle Interessen.

Das von Ali Chamenei geschaffene System der Machtbalance

Die Funktion des obersten Führers im Mullah-Regime war darin nicht zeremoniell, sondern operativ. Wenn diese Machtzentren uneins waren, entschied er. Wenn sie widersprüchliche Agenden verfolgten, stellte er die Kohärenz her. Entfernt man diesen Schiedsrichter, verfällt das System in den Überlebensmodus und auf „Feuer nach eigenem Ermessen“ – genau das konnte die Welt in den zehn Tagen nach seinem Tod beobachten. In diesen zehn Tagen war das Chaos sichtbar und gefährlich, während rivalisierende Institutionen scheinbar unkoordiniert handelten.

Das reguläre Militär und der Kommandeur der Luftstreitkräfte der Revolutionsgarden gaben getrennte Drohungen ab. Irans Präsident Masoud Pezeshkian entschuldigte sich bei den Nachbarstaaten für iranische Angriffe, bevor die Revolutionsgarden dieselben Länder bedrohten und Raketen auf Bahrain abfeuerten. Jede Institution sprach, als vertrete sie allein die Position Irans. Der Körper schlug blind um sich, jede seiner Gliedmaßen schlug in eine andere Richtung. Die Ankündigung vom Sonntag beendete diesen Zustand – und schuf zugleich eine neue Unsicherheit, weil der Mann, der das Vakuum füllen sollte, es bislang nicht ausgefüllt hat.

Verbündete, Feinde und Alternativen zum Mullah-Regime im Iran

Haft-e Tir in Teheran
Am 13. Juni 2025 startete die israelische Armee Luftangriffe auf die Islamische Republik Iran unter dem Codenamen „Operation Rising Lion“. Ziel der Angriffe waren die Atomanreicherungsanlagen des Landes sowie Zentren der Macht des Mullah-Regimes. Doch auch Irans Hauptstadt Teheran geriet unter Beschuss, wie dieses Bild einer Frau auf dem Haft-e Tir Platz in Teheran zeigt. © afp
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu
Befohlen hatte Israels Angriff auf den Iran Premierminister Benjamin Netanjahu. Er begründete den Angriff auf das Mullah-Regime mit der atomaren Gefahr, die von diesem für den jüdischen Staat ausgehen würde. Teheran sei kurz davor, eine Atombombe fertigzustellen. Und solange der Iran die Vernichtung Israels als Teil seiner Staatsdoktrin verstehe, könne man mit Blick auf den Iran in Jerusalem kein Risiko eingehen. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück.
Noch am selben Tag schlug der Iran zurück. Unter dem Codenamen „Operation True Promise III“ flogen Raketen Richtung Israel, die auch die Regionen rund um Tel Aviv trafen. Hier zu sehen ist ein Rettungshelfer mit einem Kind auf dem Arm in der Stadt Ramat Gan, einem Vorort der Millionenmetropole am Mittelmeer. © Ilia Yefimovich/dpa
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm.
Sowohl im Iran als auch wie hier in der israelischen Großstadt Tel Aviv waren die Schäden der gegenseitigen Luftangriffe enorm. Laut unbestätigten Meldungen sollen im Iran bis zum 16. Juni 2025 etwa 800 Menschen getötet worden sein. In Israel sollen nach offiziellen Angaben acht Menschen infolge der Raketenangriffe aus dem Iran gestorben sein. © Oded Balilty/dpa
Nahostkonflikt - Trump über Angriff auf iranische Atomanlagen
Doch wer sind die wichtigsten Akteure im Israel-Iran-Krieg? Und gibt es eine Opposition im Mullah-Regime? Antworten auf diese Frage finden Sie in den folgenden Bildern. Neben dem bereits erwähnten Benjamin Netanjahu steht auf der einen Seite Donald Trump. Der US-Präsident befahl am 22. Juni 2025 einen koordinierten Angriff aus der Luft und von der See auf die Atomanreicherungsanlagen des Iran. Die Operation lief unter dem Codenamen „Operation Midnight Hammer“. Die US-Streitkräfte nahmen die iranischen Atomanlagen in Fordo, Natanz und Isfahan unter Beschuss. Laut Trump, hier bei der Verkündung der Operation und in Begleitung von Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio und Verteidigungsminister Pete Hegseth, wurden alle drei Anlagen vollständig zerstört. © Carlos Barria/dpa
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat nach Donald Trump im Pentagon für die Fernsehkameras. Hegseth nannte die Militäroperation gegen den Iran einen vollen Erfolg. An dem Angriff waren laut dem Verteidigungsministerium insgesamt rund 125 Flugzeuge beteiligt, darunter sieben B-2-Bomber, mehrere Tankflugzeuge sowie Aufklärungs- und Unterstützungsmaschinen Ebenfalls beteiligt an dem Angriff war laut Hegseth ein U-Boot, das im Golf von Oman stationiert war und insgesamt 30 Tomahawk-Raketen auf Ziele im Iran abfeuert. © Alex Brandon/dpa
Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu
Ein weiterer Protagonist im eskalierenden Nahostkonflikt ist Israel Katz, seit November 2024 Verteidigungsminister im Kabinett von Benjamin Netanjahu. Beide gehören der rechtskonservativen Likud-Partei an. Katz gilt parteiintern als Konkurrent Netanjahus. In Sachen israelischer Außenpolitik vertritt er aber ähnliche Position. So lehnt Katz, hier bei einem Truppenbesuch an der israelischen Grenze zum Libanon, eine Zweistaatenlösung im Konflikt mit den Palästinensern ebenso ab wie Netanjahu. © Ariel Hermoni/dpa
Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari
Ein mächtiger Mann im Iran ist Verteidigungsminister und Majorgeneral Amir Hatami, hier mit Admiral Mahmoud Mousavi (rechts) und Admiral Habibollah Sayyari bei einer Sitzung im Hauptquartier in der iranischen Stadt Zolfaghar. Hatami drohte Israel nach deren Raketenangriff mit Vergeltung und warf der „zionistischen Armee“ Versagen im Bodenkampf vor, weshalb sie ihre Angriffe auf die Luft beschränken würden. © imago
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani
Als noch mächtigerer Militärvertreter im Iran galt zeit seines Lebens Qasem Soleimani. Er war seit 1998 Kommandeur der Quds-Einheit, einer Unterabteilung der iranischen Revolutionsgarde, die Spezialeinsätze außerhalb des Irans durchführt. Er galt als Vertrauter von Ajatollah Ali Chamenei und als einer der Hauptverantwortlichen für die Ausweitung des iranischen Einflusses auf weite Teile des Nahen Ostens. Am 3. Januar 2020 wurde Soleimani während eines Besuch im benachbarten Irak auf Befehl von US-Präsident Donald Trump von einer Drohne des US-Militärs getötet. An jedem Jahrestag veranstaltet das Mullah-Regime in Teheran eine große Gedenkdemonstration. © Ameer Al Mohammedaw/dpa
Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden
Nach dem Tod von Qasem Soleimani wurde sein Stellvertreter Esmail Qa‘ani zum Oberbefehlshaber der Quds-Brigaden des Iran ernannt. © imago
Der mächtigste Mann auf der anderen Seite ist Irans „Oberster Führer“ Ajatollah Ali Chamenei.
Der mächtigste Mann im Iran ist der „Oberste Führer“ Ajatollah Ali Chamenei. Der Anführer des Mullah-Regimes, hier bei einer Zeremonie im Rahmen des „Festivals der Engel“ im Jahr 2023, ist seit 1989 das politische und religiöse Oberhaupt des schiitisch geprägten Iran. Diese Position macht Chamenei auch zum „Revolutionsführer“. Er ist außerdem die höchste geistliche Instanz im Range eines Ajatollah und der Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte in der Islamischen Republik Iran. © imago
Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini.
Sein Vorgänger im Amt des Ajatollahs war Ruhollah Khomeini, besser bekannt als Ajatollah Khomeini. Er führte die Islamische Republik Iran seit der Islamischen Revolution 1979 bis zu seinem Tod 1989 an. Hier betet Khomeini im französischen Exil, aus dem heraus er die Revolution in seinem Heimatland organisierte, und das er erst am 1. Februar 1979 in Richtung des Iran wieder verließ. © imago
Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran
Dem obersten Führer des Landes kommt auch die Aufgabe zu, die Präsidentschaftswahlen im Iran zu eröffnen. Ajatollah Ali Chamenei tat dies zuletzt im Jahr 2024 in Teheran. In der Hochsicherheitszone der Hauptstadt der islamischen Republik gab das Staatsoberhaupt seine Stimme ab. © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009
Von einer freien Wahl kann bei der Präsidentschaftswahl im Iran aber keine Rede sein. Der Wächterrat, hier bei einer Sitzung im Jahr 2009, entscheidet unter dem Vorsitz des Ajatollahs, welche Kandidaten überhaupt an der Wahl teilnehmen dürfen. Von insgesamt 80 Bewerbungen blieben gerade einmal sechs Kandidaten übrig, bei denen es sich allesamt um systemtreue Politiker handelte. © imago
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian.
Die Präsidentschaftswahl 2024 im Iran gewann Massud Peseschkian. Bei der vorangegangenen Wahl im Jahr 2021 hatte der Wächterrat der Islamischen Republik Iran seine Kandidatur noch verhindert. Peseschkian gilt innerhalb des Irans als eher moderate Kraft. Er versprach eine Öffnung seines Landes hin zum Westen und betonte, der Iran strebe keine Atomwaffen an. Gleichzeitig forderte auch Peseschkian das „Verschwinden des zionistischen Regimes [Israel] von der Landkarte“ und feierte die iranischen Raketenangriffe auf Israel im Jahr 2024. © imago
Trauerfeier für Irans Präsident und Außenminister Ebrahim Raisi
Eigentlich hätte die Präsidentschaftswahl im Iran erst 2025 stattfinden sollen. Doch weil der amtierende Präsident, der ultrakonservative Ebrahim Raisi, im Mai 2024 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben kam, wurde die Wahl nach vorverlegt. © dpa
Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran
Bei dem Hubschrauberabsturz kam auch Hossein Amir-Abdollahian, Außenminister des Iran und hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, ums Leben. © Hannes P Albert/dpa
Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin
Nachfolger von Massud Peseschkian im Amt des Außenministers wurde Abbas Araghtschi (m.), der hier gemeinsam mit dem iranischen Botschafter in Russland, Kazem Jalali, auf Staatsbesuch bei Präsident Wladimir Putin im Kreml aufschlägt. Russland gilt als strategischer Verbündeter der Islamischen Republik Iran. Die beiden Länder bilden gemeinsam mit Armenien eine diplomatische Achse im Kaukasus und sind militärische Partner bei den Konflikten in Syrien, Irak und Afghanistan. Russland ist aber nicht der einzige internationale Verbündete des Mullah-Regimes. © Alexander Kazakov/dpa
OIC-Sitzung in Istanbul mit Irans Außenminister
Ein weiterer, wenn auch deutlich weniger enger, Verbündeter des Iran ist Pakistan. Hier unterhält sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (r) mit seinem pakistanischen Amtskollegen Ishaq Dar während der Sitzung des Außenministerrats der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC). © Khalil Hamra/dpa
die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon
Einer der engsten internationalen Verbündeten des Mullah-Regimes im Iran ist die islamistische Terrormiliz Hisbollah im Libanon. Der Iran unterstützt die Gruppierung mit bis zu einer Milliarde US-Dollar pro Jahr. Wie die Führer der Islamischen Republik Iran gilt auch die Hisbollah als schiitisch geprägte Organisation und als Teil der „Achse des Widerstands“ gegen den Einfluss der USA und Israels in der Region. © imago
mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren
Dem israelischen Geheimdienst Mossad gelang im September 2024 ein empfindlicher Schlag gegen die Hisbollah-Miliz. Den Mossad-Agenten gelang es, mehrere tausend Pager wie den im Bild und andere elektronische Geräte der Hisbollah im Vorfeld mit dem Sprengstoff Nitropenta zu präparieren und nahezu zeitgleich explodieren zu lassen. Mindestens 37 zum Teil hochrangige Mitglieder der Hisbollah starben, rund 3.000 Menschen wurden teils schwer verletzt. © imago
Huthi-Rebellen im Jemen
Ebenfalls zu der „Achse des Widerstands“ gehören die Huthi-Rebellen im Jemen. Die schiitische Terrororganisation zettelte dort 2004 einen Bürgerkrieg an. 2014 eroberten sie jemenitische Hauptstadt Sanaa, 2015 schließlich die Kontrolle über den Rest des Landes. Der Iran ist bislang das einzige Land, das die Huthis als legitimie Herrscher des Jemen anerkennen. Während die alte Regierung im Jemen von dem sunnitisch geprägten Königshaus in Saudi-Arabien unterstützt wurde, erhalten die Huthi-Rebellen finanzielle, militärische und logistische Hilfe aus dem Iran. Im Gegenzug vertreten die Huthis die Interessen der Mullahs in der Region und führen für sie einen Stellvertreterkrieg gegen Israel und die USA im Roten Meer. © imago
die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas
Das letzte Mitglied der „Achse des Widerstands“ ist die radikal-islamistische Terrororganisation Hamas, die seit 2006 über den Gazastreifen herrscht, und die seit den 1990er Jahren von der Islamischen Republik Iran unterstützt wird. Laut israelischen Geheimdiensten erhält die Hamas bis zu 350 Millionen US-Dollar jährlich aus dem Iran - obwohl die palästinensische Terrororganisation sunnitisch geprägt ist und damit im Gegensatz steht zum schiitisch dominierten Mullah-Regime im Iran. © imago
Hamas-Führer Yahya Sinwar
Geeint sind die palästinensische Hamas und die iranischen Mullahs in ihrem Hass auf Israel. Der äußerte sich in seiner ganzen Grausamkeit am 7. Oktober 2023, als Terror-Einheiten der Hamas den Süden Israels überfielen, 1.200 Menschen töteten und 200 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Geplant wurde der Angriff durch den mittlerweile verstorbenen Hamas-Führer Yahya Sinwar (m.), der dabei umfangreiche Hilfe aus dem Iran erhielt. Unter anderem wurden mehr als 500 Hamas-Kämpfer im Vorfeld der Attacke im Iran ausgebildet.  © imago
Proteste gegen die Regierung des Iran im Jahr 2009
Doch bei weitem nicht alle Menschen im Iran stehen hinter der Herrschaft des autoritären Mullah-Regimes. Das bewiesen zuletzt die Proteste gegen die Regierung im Jahr 2009. In Teheran kam es im Zuge dessen zu gewaltsamen Ausschreitungen. © imago
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi
Das bekannteste Gesicht der iranischen Opposition ist Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten iranischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi. Der Schah-Erbe lebt im Exil in den USA und ruft von dort aus seine Landsleute regelmäßig zum Widerstand gegen das Mullah-Regime auf. © Thomas Padilla/dpa
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA
Reza Pahlavi, hier als sieben Jahre alter Kronprinz des Iran, verließ das Land 1978 und reiste für seine Ausbildung in die USA. Ein Jahr später kam es zur Islamischen Revolution im Iran und dem Ende der dortigen Schah-Herrschaft. © imago
Mohammed Reza Pahlavi, Schah im Iran
Sein Vater, Mohammed Reza Pahlavi, regierte den Iran als letzter Schah seit 1941. Nach der Islamischen Revolution in seinem Heimatland und der Machtübernahme der Mullahs floh Pahlavi mit seiner Frau nach Kairo.  © imago
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland.
Mohammed Reza Pahlavi regierte als autoritärer Herrscher im Iran und besuchte in dieser Funktion 1967 auch Deutschland. Während seines Besuchs in Berlin kam es zu heftigen Protesten gegen die Schah-Monarchie der noch jungen Studentenbewegung. Anhänger des Schah-Regimes und Agenten des iranischen Geheimdienstes prügelten unbehelligt auf Demonstranten und Passanten ein. In die gewalttätigen Auseinandersetzungen schaltete sich die schließlich die Berliner Polizei ein. Im Zuge dessen erschoss der Polizist Karl-Heinz Kurras den Studenten Benno Ohnesorg. Kurras wurde 2009 als Stasi-Agent enttarnt. © imago
Yasmine Pahlavi und Iman Pahlavi in Washington DC
Im Gegensatz zu seinem Vater strebt Reza Pahlavi nach eigener Aussage den Aufbau einer demokratischen Regierung im Iran an. Dafür tritt er immer wieder auf öffentlichen Kundgebungen auf, wie hier in Washington DC im April 2025. Zu der Veranstaltung begleiteten den Schah-Erbe seine Frau Yasmine Pahlavi und die gemeinsame Tochter Iman Pahlavi. © imago
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi.
Ein weiteres prominentes Gesicht der iranischen Opposition ist Maryam Rajavi. Die 71 Jahre alte Politikerin lebt im Exil in Paris und ist Präsidentin des „Nationalen Widerstandsrates im Iran“ (NWRI). Zu Beginn der Islamischen Revolution im Iran im Jahr 1979 stand Rajavi noch auf der Seite der Mullahs. Zum Bruch kam es erst ab 1981. Ein Jahr später verließ Rajavi den Iran. Die Politikerin will einen Regimewechsel im Iran durch das iranische Volk und bietet laut einem Interview mit Fox News eine „demokratische und inklusive Alternative“ zum Mullah-Regime. © imago
Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung von Reza Pahlavi in Washington DC.
Hinter Maryam Rajavi stehen auch prominente Figuren der US-Politik aus dem Umfeld von Donald Trump. Dazu gehört unter anderem Rudy Giuliani. Der ehemalige Bürgermeister von New York sprach auf einer Kundgebung vor Anhängerinnen und Anhängern Rajavis in Washington DC. © imago
Elahe Tavakolian auf einer Demonstration gegen das Mullah Regime im Iran
Ohnehin ist ein Großteil der Führungspersönlichkeiten der iranischen Opposition weiblich. Zum Symbol des weiblichen Widerstands gegen das patriarchale Mullah-Regime wurden seit den 2010ern Augenverletzungen. Zahlreiche Demonstrantinnen erlitten diese infolge der Aufstände gegen die Islamische Republik Iran. Eine solche erlitt auch Elahe Tavakolian, die mittlerweile in Italien lebt und dort regelmäßig an Demonstrationen teilnimmt. © imago
Studentin Kosar Eftekhari aus dem Iran
Auch die Studentin Kosar Eftekhari erlitt eine solche Verletzung und verließ den Iran infolgedessen. Sie lebt mittlerweile in Berlin und engagiert sich dort in der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad
Eine weitere bekannte Persönlichkeit der iranischen Opposition ist die Journalistin, Autorin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad, die hier auf einer Kundgebung in Washington DC spricht. Die heute 48 Jahre alte Frau wurde 1994 im Iran verhaftet, weil sie regierungskritische Flugblätter in Umlauf gebracht haben soll. Heute lebt Alinejad in den USA und gründete dort im Jahr 2010 die Gruppe IranNeda, in der sich Schritstellerinnen und Schriftsteller sowie Intelektuelle aus dem Iran gemeinsam gegen das Mullah-Regime engagieren. © imago
2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan
Der Name IranNeda leitet sich von der 2009 in Teheran verstorbenen Neda Agha-Soltan ab. Die iranische Studentin wurde während einer Demonstration gegen das Mullah-Regime von einem Mitglied der Bürgermiliz Basidsch erschossen. Ihr Vorname, der auf persisch „Stimme“ oder „Ruf“ bedeutet, wurde zum Symbol und Kampfbegriff der iranischen Oppositionsbewegung. © imago
Sara Seyed ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.
Gegen das Mullah-Regime im Iran kämpft auch Sara Seyed. Sie ist Schauspielerin, Autorin, Produzentin und internationale Menschenrechtsanwältin.  © imag

Die Architektur von Mojtabas Aufstieg zur Macht im Mullah-Regime beginnt nicht wie bei seinem Vater in einem Seminar oder Regierungsamt, sondern in den Schützengräben des Iran-Irak-Krieges. Als Jugendlicher in den letzten Jahren des Konflikts diente er in der Habib-ibn-Mazahir-Brigade an der Seite von Männern, die später die Revolutionsgarden kommandieren sollten: Qassem Soleimani, Hossein Hamedani und Hossein Ta’eb. Mojtaba stieg mit ihnen auf – unsichtbar, inoffiziell und mit wachsendem Einfluss hinter den Kulissen.

Mojtabas unsichtbarer Aufstieg und Wahlmanipulationsvorwürfe

Der erste öffentliche Beleg seiner politischen Operation kam 2005, als Mehdi Karroubi, ein Präsidentschaftskandidat, einen offenen Brief an Ali Chamenei schrieb und dessen Sohn beschuldigte, die Wahl zugunsten von Mahmoud Ahmadinedschad manipuliert zu haben. Ali Chamenei bestritt die Beteiligung seines Sohnes nie. Die Beschwerde wurde ignoriert. Vier Jahre später wurde die verborgene Hand für Millionen sichtbar: Nach einer weiteren umstrittenen Präsidentschaftswahl im Jahr 2009 skandierten Demonstranten in Teheran: „Mojtaba, stirb, bevor du Führung siehst.“

Ein Überläufer erzählte später der Zeitung The Telegraph, dass während dieser Proteste, als Ali Chamenei fürchtete, die Kontrolle zu verlieren, sein Sohn es gewesen sei, der ihn beruhigte und das Niederschlagen der Demonstrationen anordnete. Mostafa Tajzadeh, ein politischer Gefangener und früherer stellvertretender Innenminister, sagte aus seiner Zelle, dass jeder Druck auf ihn und seine Familie „die direkte Forderung von Mojtaba Chamenei“ gewesen sei. Doch Wahlmanipulation war nur die sichtbarste Schicht seines langfristigen politischen Projekts. Er errichtete persönliche Loyalitätsnetzwerke in allen Institutionen, die im Moment der Nachfolge von Bedeutung sein würden.

Zwischen 2005 und 2015 beaufsichtigte Mojtaba den systematischen Austausch von mehr als 300 Freitagspredigern im ganzen Land. Freitagsprediger werden direkt vom obersten Führer ernannt, kontrollieren lokale Budgets, die Mobilisierungsnetzwerke der Basij und fungieren als Augen des Führers in ihren Gemeinden. Indem er die Generation der Getreuen seines Vaters durch jüngere Figuren ersetzte, die ihm persönlich loyal waren, baute Mojtaba eine parallele Loyalitätsstruktur auf. Die überspannte das ganze Land – ein Gefüge, das die Maschinerie liefern würde, um seine Führung zu legitimieren, wenn der Moment gekommen wäre.

Loyalitätsnetzwerke und Kontrolle über die Revolutionsgarden

Der Gipfel dieser Pyramide im Mullah-Regime waren stets die Revolutionsgarden selbst. Berichte von Überläufern und Aussagen ehemaliger iranischer Beamter beschreiben Mojtabas Kontrolle über den Zugang zu seinem Vater – er bestimmte, welche Funktionäre Audienzen erhielten, und gestaltete sowie filterte die Informationen, die den obersten Führer erreichten. Die Legitimität seiner Ernennung könnte sich ebenfalls als folgenschwer erweisen. Anders als die meisten ranghohen Geistlichen wurde Mojtaba vor seiner Auswahl in der religiösen Establishment Irans nicht weithin als Ajatollah anerkannt.

Das iranische Staatsfernsehen begann sofort, ihn „Ajatollah Mojtaba Chamenei“ zu nennen – ein Schritt, der an die über Nacht erfolgte Beförderung seines Vaters im Jahr 1989 erinnerte. Ali Chamenei war damals in den Regimemedien ähnlich rasch innerhalb von 24 Stunden vom Rang eines Hojatoleslam zum Ajatollah erhoben worden, ohne die allmähliche Anerkennung unter seinesgleichen, die solche Titel in der schiitischen Geistlichentradition üblicherweise erfordern. Das Verfahren, mit dem die Expertenversammlung ihre Abstimmung durchführte, hat ebenfalls Skepsis hervorgerufen. Das Gebäude der Versammlung war in der vorangegangenen Bombardierungswoche getroffen worden, ihre Mitglieder waren über das Land verstreut.

Alizadeh stellte die Frage, die inzwischen unter Iran-Analysten weithin kursiert: „Haben sie per WhatsApp abgestimmt? Wie genau ist das abgelaufen?“ „Als [Ruhollah] Chomeini starb, befand sich das Land nicht im Krieg“, sagte Alizadeh. „Es gab eine Phase relativer Ruhe – es wurden Treffen abgehalten, der Übergang wurde still organisiert. Diese Ruhe existiert jetzt schlicht nicht. Es ist eine Vakanz entstanden, und es ist nicht nur eine – es sind zwei. Sowohl die religiöse Position als auch die politische Position sind zugleich verwaist.“ Führende Figuren der Revolutionsgarden beeilten sich, diese Fragen zu übertünchen.

Die wachsende Dominanz der Revolutionsgarden im Iran

Die Geschwindigkeit und Einstimmigkeit seiner Auswahl sowie die sofortige Loyalitätserklärung der Revolutionsgarden seien selbst ein Signal gewesen, sagten Analysten: ein Versuch, jedes Zeitfenster zu schließen, in dem rivalisierende Fraktionen die Nachfolge hätten nutzen können, um politischen Wandel zu erzwingen. Was diese Treueschwüre ebenfalls deutlich gemacht haben, ist, dass die Revolutionsgarden nun die dominierende Macht im Iran darstellen. Dies gilt unabhängig davon, wer formell den Titel des obersten Führers trägt – und dass dies wohl auch dann gelten würde, wenn Mojtaba gesund und anwesend oder verwundet und abwesend wäre.

Der oberste Führer ist nicht mehr wirklich oberster Führer.

Ali Vaez, Iran-Experte, über Mojtaba Chamenei

„Der oberste Führer ist nicht mehr wirklich oberster Führer“, sagte Ali Vaez, Iran-Experte beim Thinktank Crisis Group. „Es sind in Wahrheit die Revolutionsgarden, die das Geschehen bestimmen – und ohne die Mojtaba seine Macht nicht bewahren könnte.“ Er fügte hinzu: „Sowohl weil er sie braucht, um seine ausländischen Feinde zurückzudrängen, als auch weil er sie braucht, um die Bevölkerung in Schach zu halten.“ Mohsen Sazegara, ein Gründer der Revolutionsgarden, sagte, der strategische Rahmen, der den Krieg bestimme, sei vor Mojtabas Auswahl festgelegt worden und werde unabhängig von Führungswechseln an der Spitze fortbestehen.

Er sagte: „Sie glauben, dass es reicht, wenn sie einen Monat durchhalten, um die Gegenseite zu zermürben – durch Druck auf die Ölpreise, durch die Marschflugkörper, die sie weiter in Richtung Israel abschießen, und durch den Druck, den sie auf die arabischen Staaten ausüben.“ Nach Angaben Sazegaras haben die Revolutionsgarden 700.000 Basij-Mitglieder bewaffnet, sie mit ihren Waffen nach Hause geschickt und Schießbefehle zur Tötung bei inneren Unruhen erteilt. Die Maschinerie der inneren Kontrolle benötigt mit anderen Worten keine Anweisungen eines möglicherweise handlungsunfähigen obersten Führers. Sie wurde ausdrücklich darauf ausgelegt, ohne ihn zu funktionieren.

Krieg als Motor der Militarisierung des Mullah-Regimes

Saeed Barzin, ein erfahrener iranischer Politikexperte, argumentiert, dass die Militarisierung der Islamischen Republik kein Produkt von Mojtabas spezifischer Ideologie oder persönlicher Vorlieben sei. Sie sei vielmehr ein Produkt des Krieges. „Selbst wenn er nicht im Bild wäre – dies ist die natürliche Folge des Krieges“, sagte Barzin. „In einer Lage, in der das Land einer äußeren militärischen Bedrohung ausgesetzt ist, der inneren Gefahr von Chaos und der Gefahr massiver Opfer – in einer solchen Lage ist die Institution, die mehr Macht gewinnt als alle anderen, das Militär. Denn es verfügt über Organisation, Kommandostruktur, Ressourcen und Zwangskapazität.“

Er fügte hinzu: „Die Ernennung war mehr als alles andere eine Botschaft der Trotzreaktion.“ Vaez formulierte das Paradox im Zentrum des aktuellen Moments mit nüchterner Offenheit. „Ich glaube, Ajatollah Ali Chamenei war der letzte oberste Führer des Iran“, sagte er. „Wenn Mojtaba überlebt, wird er nicht in derselben kommandierenden Position sein. Der Führer ist nicht länger oberster Führer. Es sind die Revolutionsgarden, die das Geschehen bestimmen.“

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Der Unterschied zwischen dem Aufbau von Macht und ihrer Ausübung ist tiefgreifend. Im Schatten zu agieren erlaubte es Mojtaba, ohne Rechenschaftspflicht zu operieren, seine Beteiligung an umstrittenen Entscheidungen zu leugnen und sich von Fehlschlägen zu distanzieren. Die Herrschaft als oberster Führer verlangt das Gegenteil: öffentliche Erklärung der Strategie, Übernahme der Verantwortung für die Ergebnisse, sichtbare Führung, der Institutionen und Bürger folgen können. Für die iranische Bevölkerung, die das Bombardement erduldet, ist die Frage, wer regiert, daher weit mehr als eine theoretische Überlegung.

Iran im Krieg: ein bombardiertes Land ohne sichtbaren Führer

Eine Quelle aus dem Umfeld eines früheren iranischen Präsidenten, die aus Teheran sprach, beschrieb neun Jets über der Stadt in nur einer Nacht. Die Quelle berichtet von Freunden, die in einem Café getötet wurden, das er hatte besuchen sollen. Und von von Gebäuden, die von Munition zerstört wurden, die er als qualitativ schwerer beschrieb als alles, was im zwölftägigen Krieg des Vorjahres eingesetzt worden sei. „Das sind keine Spike-Raketen“, sagte die Quelle. „Das sind schwere Bomben. Das Ausmaß ist wirklich intensiv. Es beunruhigt mich ehrlich.“ Das Land, in dem diese Menschen leben, verfügt nun wieder über eine formale Autoritätsstruktur.

Was es nicht hat – und vielleicht für längere Zeit nicht haben wird –, ist jede Bestätigung, dass der Mann, um dessen Namen herum diese Struktur neu zusammengesetzt wurde, in der Lage ist, sie zu führen. Seine Kommandeure führen einen Krieg in seinem Namen. Sie tun es, ohne etwas von ihm zu hören. Ob er hervortreten wird, um die Autorität in Anspruch zu nehmen, oder ob diese Autorität leise auf die Generäle übergeht, die sie faktisch bereits ausüben, ist die Frage, an der sich das nächste Kapitel der Islamischen Republik nun entscheidet. Derzeit hat Iran einen obersten Führer. Seine Kommandeure wissen nur nicht, ob er lebt. Und der Krieg geht ungeachtet dessen weiter. (Dieser Artikel von Akhtar Makoii entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

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