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Wahl am 4. November
US-Wahlen 2025: Mehr als 180 Entscheidungen im ersten Trump-Jahr
Von Kalifornien bis New York: US-Wahlen stehen auch 2025 auf dem Programm. Sie gelten als Gradmesser für die Trump-Regierung. Ein kleiner Leitfaden.
Washington, DC – Die USA blicken gespannt auf den 4. November. An diesem Dienstag steht dort der nächste große Wahltag auf dem Programm. Ein Jahr nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Wahl 2024 gelten die mehr als 180 unterschiedlichen Abstimmungen im ganzen Land als Gradmesser für Stimmung und die Arbeit der Bundesregierung in Washington DC.
Vor allem für die Demokraten sind die US-Wahlen 2025 eine Art Barometer. Die Partei ist nach der erfolglosen Kandidatur von Kamala Harris bei der Präsidentschaftswahl 2024 angeschlagen und orientierungslos. Noch immer scheint niemand bei den Demokraten einen Plan zu haben, wie Trump am besten beizukommen ist. Als Opposition hat die Partei bisher aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger völlig versagt. Zudem verlaufen tiefe Gräben zwischen Parteispitze und linkem Flügel. Das bedeutet aber auch: Der 4. November könnte die Demokraten in ihren Grundfesten erschüttern und eine Zeitenwende einläuten.
US-Wahlen 2025: Linker Demokrat Mamdani Favorit fürs New Yorker Rathaus
Die größte Aufmerksamkeit aller US-Wahlen 2025 hat im Vorfeld die Bürgermeisterwahl in New York auf sich gezogen. Hier hat Zohran Mamdani allerbeste Chancen, der erste muslimische Bürgermeister der Ostküstenmetropole zu werden. Für viele Menschen in den USA verkörpert der 34-jährige politische Newcomer eine langersehnte Hoffnung im Kampf gegen Trump. Seine Beliebtheit hat Demokarten wie Republikaner gleichermaßen aufgerüttelt. Das hat aber nicht alleine damit mit zu tun, dass er Muslim ist. Noch entscheidender ist, dass sich Mamdani selbst als einen „demokratischer Sozialisten“ bezeichnet. Seinem Erfolg hat das bisher nicht geschadet – eher im Gegenteil. Obwohl er in einem Land zur Wahl antritt, in dem Sozialismus in vielen Kreisen ein Schimpfwort ist.
Bürgermeisterwahl in New York: Mamdani will Geschichte schreiben - Trump droht
Für die am 4. November anstehende Bürgermeisterwahl in New York galt Mamdani zunächst als Außenseiter. Doch seine Kampagne nahm schnell an Fahrt auf: Bei der Vorwahl der Demokraten schlug er New Yorks Ex-Gouverneur Andrew Cuomo. Der tritt nun als unabhängiger Kandidat gegen Mamdani und den exzentrischen Republikaner Curtis Sliwa an. In den Umfragen zur Bürgermeisterwahl in New York liegt Mamdani klar vorne. Cuomo folgt auf dem zweiten Platz. Sliwa hat in der Hochburg der Demokraten keine Chance auf einen Sieg.
Gouverneurswahl in New Jersey: Demokraten bangen um Sieg
Von New York aus geht es in Richtung Westen. Es dauert nicht lange, bis man auf den nächsten Ort trift, in dem 2025 US-Wahlen abgehalten werden. Im benachbarten New Jersey entscheiden die Bürgerinnen und Bürger, wer sie als Gouverneurin oder Gouverneur die nächsten vier Jahre regieren wird. Der Nachbarstaat von New York gilt wie der Big Apple als Demokraten-Territorium. Es gibt dort 850.000 mehr registrierte Demokraten als Republikaner. New Jersey hatte in den vergangenen 23 Jahren nur einen republikanischen Gouverneur – Chris Christie.
Wahltag in den USA: Der erste Dienstag im November
In den USA finden Wahlen traditionell am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November statt. Der Termin ist gesetztlich festgelegt und gilt für alle bundesweiten Wahlen sowie für die meisten staatlichen und lokalen Wahlen. Diese Regelung wurde 1845 durch ein Bundesgesetz eingeführt, das zunächst nur für Präsidentschaftswahlen galt und später auf Kongresswahlen ausgeweitet wurde. Der US-Kongress wählte dieses spezifische Datum, um eine einheitliche nationale Regelung zu schaffen und um zu verhindern, dass Wahlergebnisse aus einem Bundesstaat die Wahlen in anderen Staaten beeinflussen könnten.
Die Wahl des Dienstags als Wahltag hatte praktische Gründe. Da die USA 1845 noch überwiegend landwirtschaftlich geprägt waren, war der November ideal, weil die Ernte abgeschlossen, aber das Wetter noch mild genug für Reisen war. Der Dienstag erwies sich als optimaler Wochentag, da der Sonntag als christlicher Ruhetag galt und der Mittwoch in vielen Gebieten Markttag war, an dem Bauern ihre Erzeugnisse verkauften. Da Wähler oft einen Tag für die Anreise zum Wahllokal benötigten, fielen auch Montag und Donnerstag weg. Die Formulierung „nach dem ersten Montag“ sollte verhindern, dass der Wahltag auf den 1. November fällt, da dieser Tag als Allerheiligen gefeiert wurde und Geschäftsleute traditionell ihre Bücher für den Vormonat abschlossen.
Heute wird der Dienstag als Wahltag zunehmend kritisch gesehen, da weniger als zwei Prozent der Amerikaner in der Landwirtschaft tätig sind und viele Menschen dienstags arbeiten müssen. Verschiedene Bundesstaaten haben daher den Wahltag zum Feiertag erklärt oder Regelungen für bezahlte Freistellung eingeführt, um die Wahlbeteiligung zu erhöhen. Verwendete Quellen: Wikipedia - Election Day (United States), Encyclopedia Britannica - Why Are U.S. Elections Held on Tuesdays?
Dennoch ist das Rennen um das Gouverneursamt zwischen der demokratischen Abgeordneten Mikie Sherrill und dem republikanischen Kandidaten Jack Ciattarelli spannend. Sherrill liegt laut Prognosen zur Wahl in Jew Jersey vorn. Drei aktuelle Umfragen zeigen aber, dass der Vorsprung der ehemaligen Hubschrauberpilotin der United States Navy leicht geschrumpft ist. Das nährt die Hoffnung der Republikaner, in diesem traditionell demokratischen Bundesstaat, in dem Trump im vergangenen November deutlich besser abschnitt als erwartet, doch noch einen Sieg erringen zu können.
Gouverneurswahl in Virginia: Demokraten im Vorteil
In Virginia kann der republikanische Amtsinhaber Glenn Youngkin aufgrund der Amtszeitbeschränkung bei den US-Wahlen 2025 nicht erneut kandidieren. Um seine Nachfolge kämpfen die Demokratin Abigail Spanberger und die Republikanerin Winsome Earle-Sears. Derzeit sieht es so aus, als sollten die Demokraten in Virginia Grund zum Feiern haben. In den Umfragen liegt Spanberger deutlich vor Earle-Sears.
Spanberger profitiert von einem doppelt so hohen Spendenaufkommen und der geschlossenen Unterstützung ihrer Partei. Dagegen hat Trump sich mit seiner Unterstützung für die Kandidatin der Republikanerin eher zurückgehalten. Das ist typisch für Trump: wer schwächelt, bekommt nur selten Lob von ihm zu hören.
Wahlkreisreform in Kalifornien: Neuzuschnitt von Wahlkreisen?
Der Kampf um die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen 2026 beginnt schon am 4. November 2025 in Kalifornien. Dort entscheiden die Menschen, ob die Wahlkreise des Bundesstaates so zugeschnitten werden, dass die Demokraten im nächsten Jahr bis zu fünf Sitze zusätzlich gewinnen können.
Die Maßnahme, Proposition 50, ist die Antwort von Gouverneur Gavin Newsom auf den Druck von Trump auf die republikanisch regierten Bundesstaaten, neue Wahlbezirke zu ziehen, die den Republikanern zugutekommen. So hat das republikanisch dominierte Parlament im US-Bundesstaat North Carolina im Oktober ein Gesetz zur Neuaufteilung der dortigen Wahlkreise verabschiedet. Ähnliche Vorstöße gibt es auch in anderen Bundesstaaten – etwa in Texas.
Neuzuschnitt von Wahlkreisen
Beim gezielten Zuschneiden von Wahlkreisen, dem sogenannten „Gerrymandering“, werden die Grenzen so gelegt, dass eine Partei möglichst viele eigene Stimmen bündelt und die der Gegenseite zersplittert. Dadurch kann sie mehr Sitze gewinnen, selbst wenn sie insgesamt nicht mehr Stimmen erhält. Eigentlich werden die Wahlkreise auf Grundlage des Zensus alle zehn Jahre neu festgelegt.
Wahlen 2025: weitere Abstimmungen am 4. November in den USA
Außer den prominenten Exekutivämtern stehen auch zahlreiche Wahlen für Staatsanwälte, Sheriffs und Schulbehörden an. In Philadelphia beispielsweise verteidigt der progressive Bezirksstaatsanwalt Larry Krasner sein Amt gegen den Republikaner Pat Dugan. Solche Wahlen haben oft direkte Auswirkungen auf die Strafverfolgung und das Justizsystem.
Im Bildungsbereich zeichnen sich in mehreren Bundesstaaten, darunter Colorado und Texas, intensive Auseinandersetzungen um die Kontrolle von Schulbehörden ab. In Douglas County, Colorado, könnte die konservative Mehrheit kippen, die in der Vergangenheit kontroverse Entscheidungen zu LGBTQ+-Themen getroffen hat. (Quellen: NY Times, Boltsmag, Ballotpedia) (cs)