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Hunde richtig erziehen

Hundetrainer warnt: Diese 2 Erziehungsfehler machen fast alle Hundehalter

Golden Retriever beim Hundetraining.
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Was Hunde wirklich brauchen, sind klare Strukturen und dass sie sich auf ihren Menschen verlassen können.

Viele Hundehalter meinen es gut – und handeln aber unklar. Hundetrainer Holger Schüler erklärt, welche zwei Fehler besonders häufig passieren und wie Sie es besser machen.

Hundetrainer Holger Schüler sieht es fast täglich: Unklare Regeln und widersprüchliche Signale führen zu Unsicherheiten im Verhalten unserer Vierbeiner. Dabei brauchen Hunde vor allem eines: Verlässlichkeit. Im Gespräch mit Landtiere.de verrät der Hundeerziehungsberater, warum gerade Unzuverlässigkeit und Vermenschlichung zwei der größten Erziehungsfehler sind – und wie man sie ganz leicht vermeiden kann.

Fehler Nummer 1: Unzuverlässigkeit – wenn Regeln nicht gelten

Viele Hundehalter meinen es gut, handeln aber unklar. Einmal wird das Kommando „Nein“ energisch durchgesetzt, beim nächsten Mal wird zugelassen, dass es überhört oder ignoriert wird. Für den Hund bedeutet das vor allem eines: Unsicherheit. Denn er kann nicht einschätzen, wann welche Regeln gelten. Damit spricht der erfahrene Hundetrainer eines der grundlegendsten Prinzipien der Hundeerziehung an: Konsequenz.

„Wenn ich verlässlich sein möchte, dann zählt mein Wort. Wenn ich ‚Nein‘ sage, muss es auch Nein heißen – und wenn ich ‚Ja‘ sage, dann Ja“.

Holger Schüler

Die Folge von inkonsequenter Erziehung: Der Hund lernt nicht, sich auf die Aussagen seines Menschen zu verlassen. Das erschwert nicht nur den Alltag, sondern kann auch zu Verhaltensproblemen führen. Hunde brauchen klare Kommunikation – und sie brauchen Sicherheit, die sich aus wiederkehrenden Mustern ergibt.

Fehler Nummer 2: Vermenschlichung – der Hund ist kein Mensch

Der zweite große Fehler, den Holger Schüler immer wieder beobachtet: Hunde werden zu sehr vermenschlicht. Viele Halter gehen davon aus, dass der Hund „doch wissen müsse“, was richtig oder falsch ist. Dabei vergessen sie: Hunde denken anders als Menschen. Sie handeln instinktiv, reagieren auf direkte Konsequenzen – und benötigen Wiederholungen, um dauerhaft zu lernen.„Ich darf dem Hund nicht vorgaukeln, dass er schon wissen muss, was er zu tun oder zu lassen hat“, warnt Schüler.

Warum Rituale für Hunde so wichtig sind

Nehmen wir als Beispiel die Pfotenpflege. Viele Halter reinigen die Pfoten nur dann, wenn es draußen geregnet hat oder der Boden sichtbar schmutzig ist. Doch für den Hund ergibt sich daraus kein klares Muster. Wenn das nicht konsequent und verlässlich jeden Tag gemacht wird, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn er mit dreckigen Pfoten in die Wohnung rennt. Der Hund weiß nicht, dass wir ihm bereits gestern gesagt haben, dass er stehenbleiben soll, damit wir ihm die Füße putzen können. „Ich putze meinen Hunden immer die Füße ab, egal ob schönes Wetter oder nicht. Wenn wir von draußen nach drinnen kommen, schaue ich sie mir an – das Ritual ist immer das gleiche“, erklärt Schüler.

Hilfe, mein Hund jagt! Häufige Macken von Hunden und was Sie tun können

Hund springt Frau bei Regenwetter an
Ihr Hund springt Sie oder andere Menschen ständig an? Häufig wird dieses Verhalten als Zuneigung missverstanden. Dabei geht es meist darum, dass sich Bello Aufmerksamkeit wünscht. Besonders lästig ist es, wenn der Hund schmutzig ist und überschwänglich an der hellen Kleidung hochspringt.  © IMAGO
Golden Retriever im Haus
Kommandos helfen in diesem Fall nicht viel weiter. Besser ist es, den Hund konsequent zu ignorieren, bis er ruhiger wird. Schenken Sie ihm erst dann Ihre Aufmerksamkeit. Auch andere Personen sollten sich daran halten.  © IMAGO/Laura Webb
Bellender Shiba Inu
Ständiges Bellen bei Hunden kann zum Problem werden. Einige Vierbeiner schlagen bei jedem Geräusch an, was nicht nur die Nachbarn stört. Manche Rassen wie Deutscher Schäferhund, Jack Russel Terrier und Dackel sind besonders bellfreudig.  © IMAGO
Jack Russell Terrier schnappt nach Leckerli
Hinter dem Bellen können viele verschiedene Gründe stecken wie Angst, Frust und Langeweile. Möglicherweise will der Vierbeiner auch Eindringlinge abwehren. Es ist also wichtig, zunächst die Ursache herauszufinden. Bestrafen sollten Sie Ihren Hund nicht, wenn er bellt. Besser: Belohnen Sie Ihren Fellfreund mit Lob oder Leckerlis, wenn er das Bellen einstellt. So gewöhnt er sich das übermäßige Bellen nach und nach ab. © IMAGO
Staffordshire Bullterrier Welpe knabbert an Holzkranz
Hunde knabbern gerne – in manchen Fällen vergreifen sie sich allerdings an Möbeln, Teppichen und Schuhen. Bei erwachsenen Tieren ist ein übermäßiger Hang zum Kauen ein Warnsignal und bedeutet, dass sie einsam, gelangweilt oder gestresst sind.  © IMAGOSofiia Potanina
Junger Dackel knabbert an Kauspielzeug
Umso wichtiger ist es, dass Halter ihrem Vierbeiner genügend Aufmerksamkeit schenken. Hinter seinem Verhalten steckt nämlich keine böse Absicht – er braucht einfach Beschäftigung und spielerische Zuwendung. Kaufen Sie ihm Kauspielzeug, an dem er nach Lust und Laune knabbern kann.  © IMAGO
Hund blickt Halterin während Essen an
Betteln am Tisch ist ein normales Verhalten bei Hunden. Für Halter, die in Ruhe ihre Mahlzeit genießen möchten, kann das aber ganz schön nervig sein. Manche knicken unter dem flehenden Blick ihres Hundes ein und geben ihm etwas von ihrem eigenen Teller.  © IMAGO
Hund blickt Halter unter Tisch beim Essen zu
Genau das sollte man aber nicht machen. Der Hund lernt dann nämlich, dass das Betteln mit Futter belohnt wird, und wird es immer weiter tun. Selbst Zurechtweisungen wie „Du bekommst nichts“ führen dazu, dass sich der Hund positiv bestärkt fühlt – denn er hat Aufmerksamkeit bekommen. Auch wenn es Ihnen vermutlich schwer fällt: Ignorieren Sie Ihren Vierbeiner. Zur Ablenkung können Sie ihn während der Mahlzeit mit einem Kauknochen beschäftigen.  © IMAGO
Akita Inu Welpe zieht T-Shirt aus der Schublade
Manche Hunde schnappen sich Gegenstände wie Socken oder Kissen und wollen sie anschließend nicht mehr hergeben. Die diebischen Elstern genießen die Aufmerksamkeit, die sie dadurch von ihren Menschen bekommen. Besonders viel Spaß macht ihnen eine wilde Verfolgungsjagd mit Tauziehen.  © IMAGO
Malteser Hund wurde beim Stehlen eines Schuhs erwischt
Mit den Grundkommandos „Nein“ oder „Aus“ lernen Hunde, dieses unerwünschte Verhalten zu unterlassen. Auch Vorbeugung ist eine gute Strategie. Räumen Sie die bevorzugten Gegenstände Ihres Vierbeiners außer Reichweite, so dass er keinen Zugriff mehr darauf hat.  © IMAGO
Golden Retriever hat Loch in Garten gebuddelt
Für manche Hunde gibt es nichts Vergnüglicheres, als im Garten herumzulaufen und Löcher zu buddeln. Als Besitzer finden Sie die Buddelstellen vermutlich deutlich weniger lustig – vor allem, wenn Sie gerade erst sorgfältig das neue Beet bepflanzt haben und jetzt alles verwüstet ist. © IMAGO
American Staffordshire Terrier gräbt Loch im Garten
Halter können ihren Hund vom Garten fernhalten, indem Sie viel Zeit draußen mit ihm verbringen. Laufen, spielen, Stöckchen holen: All das hilft Hunden dabei, ihre nervöse Energie abzubauen. Es könnte auch eine Überlegung wert sein, Ihrem Hund eine abgetrennte Ecke im Garten zu geben – möglicherweise mit einem Sandkasten, so dass er nach Belieben buddeln kann. © IMAGO
Verängstigter Hund wird von Halter beruhigt
Hunde haben ein sehr feines Gehör. Manche Vierbeiner leiden an einer Geräuschangst, weshalb sie bei plötzlichem Lärm erschrecken und weglaufen. Oft fangen sie zu zittern an. Besonders Gewitter und Feuerwerk setzten Hunde unter Stress. Aber auch Verkehrslärm oder Flugzeuge können für Hunde belastend sein.  © IMAGO
Verängstigter Hund
Zunächst sollten Sie herausfinden, welche Geräusche Ihrem Hund Angst einjagen. Wenn diese während des Spaziergangs auftreten, dann wählen Sie ruhigere Wege. Bleiben Sie verständnisvoll und zeigen Sie Ihrem Vierbeiner, dass er sich nicht fürchten muss. Schaffen Sie zu Hause eine sichere Umgebung, in der sich Ihr Hund zurückziehen kann.  © IMAGO
Hund zieht an der Leine
Eigentlich sollten die täglichen Gassirunden für Hund und Halter entspannend sein. Aber was, wenn der Vierbeiner ständig an der Leine zieht? Viele Besitzer verlieren in diesem Fall den Spaß am Spazierengehen, was sehr schade ist. © IMAGO
Hund zieht an der Leine
Möglicherweise kann sich der Hund nicht mit der Leine anfreunden oder sein Geh-Tempo weicht zu sehr von dem des Halters ab. Bei großen Hunden kann es helfen, eine längere Leine zu kaufen. Auch das Stop-and-Go-Training ist eine gute Idee: Sobald der Hund zieht, bleiben Sie wortlos stehen. Wenn er nun auf Sie zuläuft, belohnen Sie ihn. Nutzen Sie diese Strategie, bis der Hund nicht mehr zieht.  © IMAGO
Pekingese blickt Ente im Teich an
Viele Hunderassen wurden für die Jagd gezüchtet und haben dementsprechend noch immer einen angeborenen Jagdinstinkt. Dieser wird aktiviert, wenn sie auf Vögel, Enten oder die Nachbarskatze treffen: Plötzlich rennen die Hunde wie wild auf diese Tiere los. Was kann man als Halter tun? © IMAGO
Brauner Hund springt über Hindernis im Park
Die Grundkommandos „Aus“, „Platz“, „Bei Fuß“ und „Bleib“ sind in diesem Fall unverzichtbar. Am besten lernen Hunde sie schon im Welpenalter. Doch auch als erwachsene Tiere können sie gehorsam werden. Wichtig ist, dass Besitzer geduldig bleiben. Manche Hunde jagen als Langeweile. Wer seinen Fellfreund anderweitig beschäftigt – etwa mit Agility oder Suchspielen –, lässt die Gedanken an Enten und Co. schnell verschwinden.  © IMAGO
Hund rennt hinter Junge auf Fahrrad hinterher
Radfahrer oder Jogger sind für manche Hunde ein rotes Tuch: Sie rennen den Sportlern bellend hinterher und wollen mitlaufen. Das kann durchaus gefährlich werden. © IMAGO
Halterin beugt sich draußen zu ihrem Hund herunter
Hundehalter sollten ihren Vierbeiner in dieser Situation mit den gängigen Kommandos abrufen. Hört er nicht auf Sie, dann bitten Sie den Jogger oder Radfahrer zum Anhalten und gehen Sie schnell auf Ihren Hund zu. Bestrafungen sind in diesem Fall nicht angebracht: Der Hund lernt daraus nichts. Legen Sie Ihren Fellfreund künftig an die Leine, so dass es zu keinem weiteren Zwischenfall kommen kann. Auch das Erlernen eines sicheren Rückrufs ist wichtig. © IMAGO

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Diese Wiederholung schafft Sicherheit. So lernt der Hund: „Nach dem Spaziergang wird immer angehalten und die Pfoten werden kontrolliert.“ Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • Die Pfotenpflege wird zur Normalität – und nicht zur unangenehmen Ausnahme.
  • Das Vertrauen in die Führung des Menschen wächst.
  • Unnötiger Stress wird vermieden, weil der Hund weiß, was auf ihn zukommt.

Hunde brauchen Klarheit, keine Ausnahmen

Was Hunde wirklich brauchen, sind keine Extras oder Ausnahmen, sondern verlässliche, klare Strukturen. Holger Schüler bringt es mit einem anschaulichen Vergleich auf den Punkt: „Wenn meine Tochter nur für die Arbeit lernt, hat sie drei Wochen später alles wieder vergessen. Es muss immer und immer wieder gemacht werden – das ist Verlässlichkeit.“

Hundetrainer und Hundeerziehungsberater Holger Schüler

Holger Schüler arbeitet seit 1990 intensiv mit Hunden und anderen Caniden. Seine Erfahrung sammelte er unter anderem in einer Wildtierauffangstation, wo er für die Betreuung von Wölfen und Füchsen zuständig war. In den folgenden Jahren war er zudem in Rettungshundestaffeln, Hundevereinen und Tierheimen aktiv.

Seit 2005 ist der Pfälzer als selbstständiger Hundeerziehungsberater und Hundetrainer tätig. Darüber hinaus ist er Ausbilder für Hundetrainer, Autor mehrerer Bücher über Hundehaltung und Hundeerziehung, gefragter Experte in Fachmagazinen und TV-Sendungen und bringt seine Erfahrungen auch in eigenen Bühnenprogrammen einem breiten Publikum näher.

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