Kranke Haustiere
Hunden und Katzen ist es nicht egal, wenn ihr Tierfreund krank ist
Im Tierreich finden wir unterschiedliche Reaktionen auf kranke Artgenossen. Besonders interessant: das Verhalten von Katzen und Hunden. Haben unsere Haustiere Mitgefühl?
Liegt die Freundin schniefend flach, reagieren die meisten Menschen mit viel Mitgefühl, stellen eine Tasse Tee ans Bett und kochen Hühnerbrühe. Anders sieht es aus, wenn ein Fremder in der U-Bahn hustet – da gehen wir lieber auf Abstand. Aber wie sieht das eigentlich bei Tieren aus? Merken Hunde und Katzen, wenn ihre tierischen Kumpel krank sind?
Insekten gehen lieber auf Abstand
Ameisen betreiben Infektionsschutz innerhalb ihrer Kolonie. Das fanden Forscher der Universität von Bristol heraus. Infiziert sich ein sogenannter Häcksler bei der Futtersuche außerhalb des Ameisenhügels, distanziert sich die gesamte Arbeiterschaft von ihrem Zuhause. Die Arbeiterinnen im Bau wiederum bringen Brut und Königin in Sicherheit. Auch Bienen meiden kranke Kolleginnen.
Anders sieht das bei Primaten aus: Ähnlich wie Menschen kümmern diese sich um infizierte Freunde und halten sich nicht extra fern. Sie trauern auch um liebgewonnene Freunde. Hunde und Katzen zeigen ebenfalls ein komplexes Verhalten gegenüber kranken Artgenossen.
Bei Katze und Hund variiert das Sozialverhalten gegenüber kranken Artgenossen
Eine Frage, die viele Bewohner eines Mehrhunde- oder katzenhaushaltes umtreibt: Merken meine Haustiere es, wenn ihre tierischen Freunde krank sind oder gar im Sterben liegen? Klar ist: Viele Hunde riechen Krankheiten. Besonders dann, wenn ein Mensch oder ein Tier schwer krank ist und im Sterben liegt, sondern sie bestimmte Duftstoffe aus. Diese nehmen Hunde und Katzen mit ihren empfindlichen Nasen auf. Es gibt auch immer wieder Berichte, dass Hunde Tumore erschnüffeln. Verhält sich also ein Tier gegenüber einem anderen immer wieder auffällig, könnte das ein Warnsignal für eine Krankheit sein.
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So reagieren einige Hunde, wenn ein Freund erkrankt ist:
- Sie suchen die Nähe zum erkrankten Tier.
- Sie kuscheln auffällig oft mit ihm und legen ihren Kopf auf ihrem Freund ab.
- Sie betrachten erkrankte Stellen intensiv, riechen oder lecken daran.
Auch viele Katzen reagieren auf einen kranken oder sterbenden Artgenossen. Anders als oft behauptet, sind Katzen keine Einzelgänger, sondern soziale Wesen. Verschwindet ihr Freund einfach, zeigen sie sich verstört bis depressiv. Ist ein Tier erkrankt, leisten manche Mitbewohner moralischen Beistand und verhalten sich ungewöhnlich freundlich. Andere wiederum reagieren gar nicht oder sind sogar aggressiv – beispielsweise, wenn der andere beim Tierarzt war und nach Gefahr riecht.
Wenig überraschend: Hunde sind empathisch
Wölfe leben in sozialen Gruppen zusammen. Daher ist es gar nicht verwunderlich, dass Hunde Mitgefühl gegenüber kranken Artgenossen empfinden. Eine Studie beweist, dass Hunde die Nähe von leidenden Kollegen suchen – besonders, wenn sie Vertraute sind. Eine andere Untersuchung konnte zeigen, dass Hunde spontane Gesichtsausdrücke bei Spaziergang-Begegnungen imitieren – ungefähr so, wie wenn Menschen unwillkürlich ein Lächeln erwidern.
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