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Was hinter dem „Schuld-Blick“ steckt

Hund begrüßt Herrchen mit reumütigem Blick: Was hat er ausgeheckt?

In einem TikTok-Clip kommt ein Mann von seinem Job heim und trifft auf einen Hund, der ziemlich traurig dreinschaut. Ihm wird umgehend klar, dass er einen Fehler begangen hat.

Als Mike Corn, aus Newcastle upon Tyne, einer Stadt im Nordosten Englands von der Arbeit nach Hause kommt, begrüßt ihn Border Collie Rollo nicht wie sonst: Stattdessen setzt der Vierbeiner eine schuldbewusste Miene auf. Was hat er nur angestellt? Um das herauszufinden, betritt der junge Mann das Wohnzimmer und ihm wird sofort klar, was er falsch gemacht hat.

Die meisten Hundehalter kennen wohl folgende Situation: Liegt Essen frei zugänglich herum, ist die Gefahr groß, dass es sich der Hund schnappt. Für Rollo waren die Reste einer Pizza einfach zu verführerisch, um sie liegenzulassen.

Hund schnappt sich Essensreste und blickt betrübt aus der Wäsche

„Ich hatte Spätschicht und bestellte am Vorabend eine Pizza“, sagt Mike Corn gegenüber Newsweek. „Ich habe sie auf dem Sofa liegen lassen, weil ich zu müde und zu faul war!“ Am nächsten Tag eilte er zur Arbeit und vergaß sie. Die Chance für den Rüden einen Happen zu erwischen. „War das fein?“, fragt er Rollo in einem TikTok-Video. Daraufhin dreht sich der Hund um und kommt näher. Als er seinen schuldbewussten Gesichtsausdruck sieht, muss sein Herrchen lachen.

@mikeandrollo Oh my bad. Forgot to put papajohns in the bin. Rushed out for work meeting due to snow can’t blame the fella. We all love a papajohns. Now to get the BBQ sauce out the rug 😂😂😂😂#bordercollie #dogsoftiktok #rollo #papajohns @Papa Johns UK ♬ original sound - Mike Corn

Er kann ihm einfach nicht böse sein, schließlich war es seine eigene Schuld den Pizza-Karton liegenzulassen. In der Bildunterschrift schreibt er: „Oh, mein Fehler. Habe vergessen, die Papajohns in den Mülleimer zu tun. Bin wegen des Schnees zur Arbeit geeilt, kann es dem Kerl nicht verübeln. Jetzt muss ich die BBQ-Sauce aus dem Teppich bekommen“.

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Über den Blick des Vierbeiners amüsieren sich neben seinem Herrchen auch viele TikTok-User. Die meisten loben ihn für seine entspannte Reaktion. Ein Nutzer sagt: „Ich finde es toll, dass du dich nicht geärgert hast“, während ein anderer hinzufügt: „Ich bin so froh, dass du ‚meine Schuld‘ gesagt hast.“ Apropos Schuld: Können Hunde überhaupt schuldbewusst dreinblicken?

Was hinter dem „Schuld-Blick“ steckt

Auch bei einem schuldbewussten Blick wissen Hunde nicht, dass sie etwas falsch gemacht haben. (Symbolbild)

Viele Hundehalter kennen diesen Moment: Der Hund hat etwas angestellt – vielleicht den Mülleimer durchwühlt oder das Sofakissen zerstört – und blickt danach scheinbar schuldbewusst mit hängenden Ohren und großen Augen auf. Aber können Hunde tatsächlich Schuld empfinden, oder interpretieren wir dieses Verhalten fälschlicherweise?

Was ist „Schuld“ eigentlich?

Im menschlichen Sinne ist Schuld ein komplexes Gefühl, das mit einem moralischen Bewusstsein verbunden ist. Es entsteht, wenn wir wissen, dass wir gegen eine Regel oder soziale Norm verstoßen haben, und bedingt, dass wir uns der Konsequenzen bewusst sind. Solch eine komplexe Emotion erfordert kognitive Fähigkeiten, die über das hinausgehen, was die Wissenschaft Hunden zuschreibt.

Hunde besitzen kein moralisches Verständnis im menschlichen Sinne, wie Verhaltensforscher betonen. Sie lernen Regeln und reagieren auf Belohnungen oder Bestrafungen, jedoch ohne das moralische Konzept von „richtig“ und „falsch“. Aber warum sieht der „schuldige“ Hund dann so überzeugend aus?

Pelzige Gefährten im Schnee: Welche Gefahren Sie für Ihren Hund vermeiden sollten

Hund läuft durch den Schnee.
Liegt draußen Streusalz oder Rollsplit und Ihr Hund bekommt Probleme mit den Pfoten, kann Pfotenbalsam, Melkfett, Vaseline oder auch Olivenöl vor und nach dem Spaziergang schnell Abhilfe schaffen. Zusätzlich rät Sonja Pavic dazu, das Fell zwischen den Ballen vorsichtig zu kürzen, damit sich dort keine Eisklumpen bilden können. © Cavan Images/Imago
Hund leckt Schnee.
Dürfen Hunde eigentlich Schnee fressen? Wie Hunde Schnee vertragen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Während manche Vierbeiner auch mit größeren Mengen an aufgenommenem Schnee umgehen können, bekommen andere schon bei einer kleinen Portion eine sogenannte Schnee-Gastritis, eine durch den gefressenen Schnee bedingte akute Entzündung der Magenschleimhaut. Für Hunde, die sich nicht davon abbringen lassen, unentwegt Schnee zu fressen, hat green-petfood.de einen Profi-Tipp: „Bei längeren Spaziergängen im Winter lohnt es sich, deinem Hund etwas lauwarmes Wasser anzubieten. Manche Hunde haben dadurch weniger Lust auf Schnee.“ © Zoonar/Imago
Hund mit Schnee im Fell.
Doch bei zu viel aufgenommenem Schnee droht aufgrund der enthaltenen Bakterien und Schadstoffen aus der Luft nicht nur eine Schnee-Gastritis. Auch eine Mandel- oder Rachenentzündung kann die Folge sein. Beide Erkrankungen sind behandlungsbedürftig und gehören in die Hand eines Tierarztes. © Panthermedia/Imago
Rhodesian-Ridgeback-Welpe im Winter mit Mantel.
Je nach Alter, Gesundheitszustand und Rasse sollten Sie Ihren Hund, wie diesen Rhodesian-Ridgeback-Welpen im Bild, mit einem Wintermantel vor den eisigen Temperaturen im Winter schützen. © Dreamstime/Imago
Hunde mit reflektierendem Geschirr.
Reflektierende Halsbänder, Warnwesten oder reflektierende Elemente am Mantel oder der Leine machen Ihren Vierbeiner auch dann gut sichtbar, wenn es auf Ihrer Gassirunde schon viel früher dunkel wird. © Imagebroker/Imago
Frierender Hund, der in eine Decke eingewickelt wurde.
Zeigt Ihr Hund nach einem langen Winterspaziergang Anzeichen einer Unterkühlung, sollten Sie laut Sonja Pavic, Ausbilderin und Lehrbeauftragte in Erste Hilfe bei Menschen und Hunden von der Erste Hilfe Bayern – Akademie für Notfallmedizin, folgendermaßen vorgehen: „Erster Schritt: Hund aufwärmen, eine Rettungsdecke oder Jacke eignet sich gut, Wärme nur langsam zuführen, um einen Schock zu vermeiden. Zweiter Schritt: Mit lauwarmen Handtüchern zuerst die Vorder- und die Hinterläufe, danach den ganzen Hund aufwärmen. Aber Vorsicht: Kein aktives Aufwärmen, wie zum Beispiel durch an den Ofen bringen, Heizdecke, warme Dusche etc.“ © Pond5 Images/Imago
Junger Labrador Retriever läuft mit seiner Nase im Schnee.
In einigen Fällen ist das Streusalz mit einem für Hunde giftigen Frostschutzmittel (Ethylenglykol) angereichert. Der besondere Geschmack und Geruch verleitet Hunde dazu, mehr streusalzhaltigen Schnee zu fressen. Dabei reichen schon wenige Tropfen Ethylenglykol aus, um eine Vergiftung hervorzurufen. Schwere Nierenschäden bis hin zum tödlichen Nierenversagen sind die Folge. Auch das Verschütten von Scheibenfrostschutz, beispielsweise auf dem Garagenboden, kann für Hunde zur tödlichen Gefahr werden. © Depositphotos/Imago
Hund legt Pfote auf Menschenhand.
Regelmäßige Pfotenchecks helfen dabei, rissige oder verletzte Pfoten rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Darüber hinaus sollten Sie die Hundepfoten nach jeder Gassirunde mit lauwarmem Wasser abspülen, um zu verhindern, dass sich der Vierbeiner das Salz selbst herausleckt, denn: Streusalz kann bei Hunden zu Magenproblemen führen. Zudem sollten Sie regelmäßig die Augen Ihrer Fellnase kontrollieren: Eisiger Wind kann bei Hunden zu Augenentzündungen führen. © Shotshop/Imago
Corgi wird nach dem Bad mit einem Handtuch abgetrocknet.
Mit einem Handtuch können Sie Ihren Liebling nach Winterspaziergängen schnell abtrocknen und das Fell von Eisklumpen und Schnee befreien. So verhindern Sie, dass Ihr Hund friert und sich im schlimmsten Fall erkältet. Ein warmer Ort zum Ausruhen, beispielsweise auf einem Teppich oder nahe der Heizung, bringt Ihren Doggo schnell wieder auf Wohlfühltemperatur. © Zoonar/Imago
Hund wird gestreichelt.
Bekommen Hunde im Winter eine hellrosa Nase, spricht man auch von einer Schneenase oder einer Winternase: Manche Hundenasen können aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung die dunklen Pigmente verlieren, sodass der Eindruck einer helleren Nase entsteht. Andere Vierbeiner hingegen kommen bereits mit einem rosa Riechorgan zur Welt. In seltenen Fällen kann eine verfärbte Nase auch ein Anzeichen auf eine Krankheit sein. © Pond5 Images/Imago
Älterer Beagle im Schnee.
Mit kälteempfindlichen, alten oder kranken Hunden sollten Sie bei Minusgraden oder eisigem Wind nicht zu lange und schon gar nicht bei Tiefschnee spazieren gehen. Besser ist es, an solchen Tagen öfter, aber kürzer zu gehen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Hund beim Gassigehen immer in Bewegung bleibt, damit er nicht auskühlt. © Depositphotos/Imago
Jack Russell Terrier im Schnee.
Für kleine Hunde wie diesen Jack Russell kann es sehr anstrengend sein, lange durch tiefen Schnee zu laufen. Zudem kühlt der Körper schneller aus. Wird bei Hunden der Bauch nass, droht zudem eine Blasenentzündung, die sich zu einem lebensbedrohlichen Nierenproblem ausweiten kann. Auch ältere und kranke Vierbeiner, vor allem wenn sie Gelenkprobleme haben, sollten nicht zu lange im Tiefschnee laufen. © Zoonar/Imago
Beagle frisst vor dem Weihnachtsbaum aus einem Napf.
Egal, ob jung oder alt: Nach einer Schneeballschlacht oder einem ausgiebigen Spaziergang durch die winterliche Landschaft bekommen die Vierbeiner oftmals ordentlich Kohldampf. Aber auch darüber hinaus sollten Hundebesitzer in der kalten Jahreszeit daran denken, die Ernährung ihrer Lieblinge anzupassen. Während der Hundekörper im Winter ohnehin mehr Energie benötigt, um auf Temperatur zu bleiben, brauchen vor allem bewegungsfreudige Fellnasen und solche, die viel draußen unterwegs sind, eine Extraportion. Zusätzliche Vitamine und Vitalstoffe stärken das Immunsystem Ihres Hundes im Winter. © YAY Images/Imago
Samojede sitzt auf zugefrorenem Gewässer.
Glatteis kann auch für Hunde gefährlich werden. Zerrungen, Kreuzbandrisse und Knochenbrüche können die schmerzhaften Folgen sein. Daher gilt: Ob auf vereisten Wegen oder auf dem zugefrorenen See – verzichten Sie im Winter besser auf Apportier- und Rennspiele, wenn es draußen glatt ist oder Schnee liegt. Beim Gassigehen sollten Sie darauf achten, auf Gras statt auf geteerten Wegen zu laufen. © Pond5 Images/Imago
Hund wartet im Auto.
Wie im Sommer sollten Sie auch im Winter darauf achten, Ihren Hund nicht zu lange im Auto zu lassen. Sobald der Pkw steht und die Heizung ausgeschaltet ist, sinkt die Innentemperatur schnell auf die Außentemperatur ab. Vor allem junge und sehr alte Hunde vertragen Kälte nur schlecht. Genau wie im Auto sollte man seinen Hund auch vor Geschäften bei Eis und Schnee nicht warten lassen. Und auch im Garten sollte man den Vierbeiner bei Kälte nur kurz draußen lassen. © Depositphotos/Imago

Der „Schuld-Blick“: Ein Missverständnis

Der sogenannte Schuld-Blick – mit gesenktem Kopf, hängenden Ohren und schuldbewusstem Blick – ist in Wahrheit keine Reue. Vielmehr handelt es sich um eine Form der Unterwürfigkeit und eine Reaktion auf die Körpersprache und den Tonfall des Menschen.

Eine bekannte Studie von Alexandra Horowitz, einer Hundeverhaltensforscherin der Columbia University, untersuchte den „Schuld-Blick“ näher. Die Ergebnisse zeigten:

  • Hunde zeigen diesen Gesichtsausdruck unabhängig davon, ob sie tatsächlich etwas „verbotenes“ getan haben.
  • Der Ausdruck tritt besonders dann auf, wenn der Besitzer mit strenger Stimme oder negativer Körpersprache auf den Hund reagiert.
  • Hunde, die für ein „Vergehen“ geschimpft wurden, das sie gar nicht begangen hatten, zeigten denselben vermeintlich schuldbewussten Blick wie Hunde, die tatsächlich etwas angestellt hatten.

Der „Schuld-Blick“ ist also kein Zeichen von Einsicht, sondern eine Reaktion auf menschliche Emotionen und Verhalten. Hunde sind Experten darin, unsere Körpersprache zu lesen, und sie nutzen diese Fähigkeit, um Spannungen zu reduzieren und Ärger zu vermeiden.

Rubriklistenbild: © agefotostock/Imago

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