Foodguide: Georgien
18 Gerichte und Getränke, die man bei einer Reise durch Georgien unbedingt probieren muss
Georgien, ein Land mit jahrtausendealter Geschichte und Kultur, beeindruckt durch seine vielfältige und unverwechselbare Küche. Hier die Must-Trys für Foodies.
Schon mal über einen Urlaub in Georgien nachgedacht? Wer sich jetzt fragt, wo das Land genau liegt, dem sei gesagt: genau zwischen Europa und Asien. Und nicht nur geografisch ist es ein Land der Kontraste. Die Landschaft reicht von den schneebedeckten Gipfeln des Kaukasus bis zu den subtropischen Wäldern an der Schwarzmeerküste. Die jahrtausendealte Geschichte und Kultur sind geprägt von verschiedenen Einflüssen aus Ost und West. Und auch die Küche ist ein Spiegelbild dieser Vielfalt. Nicht grundlos zählte Georgien laut Stern.de zu den Trendreisezielen des Jahres 2023.
Wer mehr über Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie Georgiens erfahren möchte, für den ist dieser Georgien-Artikel von merkur.de relevant. Alle, die sich für die Kulinarik des Landes interessieren, lesen hier weiter.
Natur, Kultur und Essen – Georgien vereint alles
Ob Naturliebhaber, kulturinteressiert oder Foodie, Georgien ist ein echtes Paradies für diese Interessengruppen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Wahl für den Jahresurlaub von Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra (bekennende Foodie und Aperolikerin) genau auf das eher unbekannte Land im Kaukasus fiel. Drei Wochen ging es mit einem Mietwagen quer durchs ganze Land, immer auf der Suche nach den besten Leckerbissen. Denn die georgische Küche unterscheidet sich regional, ist somit vielfältig, aromatisch und einfach köstlich. Von herzhaften Fleischgerichten über deftige Käsebrote bis hin zu süßen Desserts ist für jeden Geschmack etwas dabei.
In diesem Artikel stellt Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra ihre Must-Trys für Foodies vor und lädt dazu ein, gemeinsam mit ihr in unvergesslichen Urlaubserinnerungen zu schwelgen.
1. Das Wichtigste zuerst: Georgischer Wein und Schnaps
Georgien gilt als die Wiege des Weinbaus. Grund genug für einen Urlaub, dachte sich Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra. Denn was viele – sie eingeschlossen – nicht wissen, ist, dass dort bereits vor 8.000 Jahren Wein angebaut wurde. Somit gilt Georgien als erstes Weinanbaugebiet der Welt. Heute gibt es in Georgien über 500 verschiedene Weinsorten – in Deutschland sind es laut des Deutschen Weininstituts nur etwas mehr als 100. Die georgischen Weine sind meist trocken und fruchtig und werden in Tonamphoren, den sogenannten Qvevris, im Boden eingegraben gereift. Diese spezielle Form der Gärung sorgt nicht nur für den unverwechselbaren Geschmack und den höheren Alkoholgehalt (wenn man den Einheimischen glauben mag), sondern auch für die besondere orange Färbung der georgischen Weißweine, die auch als „Amber-Weine“ bekannt sind.
Kein Traubensaft oder Wein ohne Weinbrand, der in Georgien Chacha heißt. Der Schnaps, der aus Trauben, aber auch Kirschen oder anderen Früchten hergestellt wird, ist meist sehr hochprozentig und wird gerne als Digestif serviert oder so mit Freunden getrunken.
Mir wurde gesagt, dass die Georgier es sehr zu schätzen wissen, wenn man als Tourist versucht ein paar Wörter georgisch zu sprechen. Hier die wichtigsten vier: Gamarjoba (Hallo), Nachvamdis (Tschüss), Madloba (Danke) und das Wichtigste: Gaumarjos (Prost).
Übrigens produziert nahezu jede georgische Familie ihren eigenen Wein und Chacha. Die Erzeugnisse werden in Plastikflaschen abgefüllt und oft an Straßenständen für ein paar Lari (georgische Währung) verkauft.
2. Ohne dieses Duo geht es nicht: georgische Nationalgerichte
Khinkali
Khinkali sind gefüllte Teigtaschen, die zu den Nationalgerichten Georgiens gehören. Sie sind in ganz Georgien verbreitet und werden in verschiedenen Größen und Geschmacksrichtungen angeboten. Die klassische Füllung besteht aus Hackfleisch, Zwiebeln, Knoblauch, Koriander und Gewürzen. Es gibt sie aber auch mit Pilzen, Käse oder einem Fleisch-Gemüse-Mix. Fast wichtiger als feste Füllung ist jedoch die flüssige. Khinkali werden auch als „Suppen-Dumplings“ bezeichnet, da in ihnen auch eine köstliche, würzige Brühe eingeschlossen ist. Diese entsteht dadurch, dass beispielsweise bei der Fleischfüllung nochmals dieselbe Menge Wasser wie Fleisch untergemischt wird. Alles Betrug? Mitnichten, denn so wurde sichergestellt, dass möglichst viele von der Mahlzeit satt wurden, da Khinkali ursprünglich als Arme-Leute-Essen erfunden wurde. Mit dem schmackhaften Nebeneffekt, der leckeren Brühe. Um diese kostbare Flüssigkeit nicht zu verschwenden, dürfen Khinkali keinesfalls mit Messer und Gabel gegessen werden.
Für diejenigen, die zum ersten Mal georgische Teigtaschen testen, kann das Essen mit den Händen der heißen Nudeln eine Herausforderung sein. Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra erklärt, wie es geht:
Man greift die Khinkali am gedrehten Teigzipfel und beißt vorsichtig ein Loch in die Teigschicht. Nun trinkt man die heiße Brühe in einem Zug aus und genießt danach die restliche Khinkali in einem Happs.
Das ist zwar nicht ganz einfach, aber es macht auch einen Teil des Spaßes aus. Und Übung macht den Meister – ein Glück, dass Khinkali nicht einzeln, sondern immer nur in Fünfer- oder Zehnergruppen verkauft werden.
Und noch ein Tipp von Sandra: Khinkali können nicht nur gekocht, sondern alternativ frittiert im Restaurant bestellt werden – auch wenn es nicht auf der Karte steht. Was für die meisten Georgier eine simple Resteverwertung von gekochten Teigtaschen ist, ist für Touristen ein absolutes Geschmackserlebnis!
Khachapuri
Wer Georgien besucht hat, der merkt schnell, dass hier kaum Speise ohne die Heilige Dreifaltigkeit Käse (meist Sulguni, ein georgischer Salzlakenkäse), Brot und Walnüssen auskommt – diesen Eindruck bekam zumindest Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra. So ist es nicht verwunderlich, dass auch das zweite georgische Nationalgericht auf zwei der drei „Lieblingslebensmittel“ basiert:
Khachapuri sind georgische Käsebrote, die es in verschiedenen Varianten gibt, die sich von Region zu Region unterscheiden. Das sind die bekanntesten drei:
- Imeruli Khachapuri sind Fladen aus Hefeteig, die mit Käse gefüllt und anschließend gebacken werden.
- Megruli Khachapuri wird auch als georgische Pizza bezeichnet. Der runde Hefeteigfladen wird nicht nur mit Käse gefüllt, sondern auch noch mit Käse überbacken.
- Adjaruli Khachapuri werden wie ein Boot geformt, mit Käse gefüllt und nach dem Backen mit einem rohen Eigelb und etwas Butter belegt.
Mein Lieblings-Khachapuri ist definitiv Adjaruli Khachapuri, das ich in Batumi gegessen habe. Dafür reißt man sich ein Stückchen Brotfladen vom Rand ab und vermischt mit diesem dann den Käse, die Butter und das Eigelb. Hat etwas von einem georgischen Käsefondue. Großartig!
Wer eines der leckeren georgischen Brote auch mal zu Hause backen möchte, aber keinen Sulguni-Käse in den örtlichen Supermärkten findet, der kann ihn durch eine Mischung von geriebenen Mozzarella und Feta ersetzen. Ein Verhältnis von 80:20 liefert ein gutes, leckeres Ergebnis.
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3. Die Georgier bitten zu Tisch: köstliche Vorspeisen
Ein kleiner Hinweis, der einen vor allzu großen Überraschungen bei einem Restaurantbesuch in Georgien bewahrt: Auch wenn die Menükarten in georgischen Restaurants oft in die klassische Reihenfolge (Vorspeise, Hauptgerichte, Dessert usw.) unterteilt sind, so bedeutet dies nicht, dass diese Gerichte auch als mehrgängiges Menü serviert werden. Denn in Georgien wird an den Tisch gebracht, was und vor allem wenn es fertig ist. Zudem löffelt hier nicht jeder Gast sein eigenes Süppchen aus, sondern alle Speisen kommen in die Mitte und jeder kann nach Herzenslust zugreifen.
Diese georgischen Vorspeisen sind im ganzen Land zu finden und sollten unbedingt getestet werden:
Badrijani und Pkhali
Badrijani sind gebratene Auberginenscheiben, die mit einer cremigen Walnusssauce bestrichen und anschließend aufgerollt werden. Sie sind eine beliebte kalte „Vorspeise“ oder Beilage und werden meist noch mit Granatapfelkernen getoppt serviert. Eine weitere beliebte Vorspeise sind Pkhali. Das sind Walnuss-Bällchen mit verschiedenen, kleingehackten Gemüsesorten, wie Spinat, Mangold oder Rote Bete und erinnern auf den ersten Blick an grüne Spinat-Falafel.
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Tomaten-Gurken-Salat mit Walnüssen
Wer bis hierher gelesen hat, dem ist wohl aufgefallen, dass in der georgischen Küche quasi kein Gericht ohne diese Zutat auskommt: die Walnuss. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bei einem klassischen Tomatensalat mit Gurken und Zwiebeln die aromatische Nuss selbstverständlich auch eine zentrale Rolle spielt. Als Paste verarbeitet, wird sie in ein Essig-Öl-Dressing eingearbeitet und bereichert so den schlichten Salat.
Während meiner dreiwöchigen Rundreise durch Georgien verging wohl kein Tag, an dem ich nicht diesen Salat gegessen habe. Er ist sooo gut.
Chikhirtma
Was in Deutschland die klassische Hühnersuppe nach Omas Rezept ist, heißt in Georgien Chikhirtma. Dahinter versteckt sich eine würzige Hühnersuppe mit einer cremigen Konsistenz. Sie kommt ohne Gemüseeinlage, dafür gibts geschlagene Eier, etwas Essig oder Zitronensaft und Koriander hinzu. Wie jede andere Hühnersuppe weltweit auch gilt sie als Wundermittel gegen eine Erkältung.
Im Tontopf gebackene Käse-Pilze
Auch dieses Gericht findet sich auf nahezu jeder Speisekarte in Georgien. Hierbei werden Champignons mit Sulguni-Käse gefüllt und anschließend in einem Tongefäß (Ketsi) im Ofen gebacken. Gefüllte Champignons sind so simpel und so gut.
4. Deftiger Genuss zum Satt werden: Hauptgerichte
Ojakhuri
Das „Familienmahl“, was Ojakhuri wörtlich übersetzt bedeutet, wird sowohl in georgischen Familien zu Hause als auch gerne in Restaurants serviert und gegessen. Das beliebte Gericht besteht ursprünglich aus gebratenem Fleisch, Kartoffeln und Zwiebeln, wird aber auch oft mit Gemüse und Pilzen in einer vegetarischen Version angeboten.
Ojakhuri ist ein einfaches Gericht, das mit wenigen Zutaten und Gewürzen auskommt. Was aber nicht fehlen darf, ist das swanetische Gewürzsalz, eine Gewürzmischung aus der nördlichen Bergregion Swanetien. Sie besteht meist aus Salz, Bockshornklee, Dill, Knoblauch, Koriander, Kümmel, Paprikapulver und Tagetes (getrocknete Studentenblume, auch als „imeretischer Safran“ bekannt) und wird für alle deftigen Gerichte oder einfach nur als Tischsalz benutzt.
Swanetisches Salz ist ein echter Geheimtipp und passt zu allen deftigen Gerichten. Vom Geruch erinnert es mich ein wenig an Brathähnchen-Salz.
Satsivi
Satsivi ist ein traditionelles georgisches Gericht, das aus gebratenem Geflügel mit einer dickflüssig, cremigen Walnusssauce besteht. Etwas Knoblauch rundet das Gericht ab. Dazu gibt es Reis oder Fladenbrot. Eine ähnliche Speise, die leicht mit Satsivi verwechselt werden kann, ist Shqmeruli. Hier wird Hähnchenfleisch in einer Knoblauch-Milch-Sauce gegart und mit Reis oder Brot serviert. Den Unterschied bemerkt man aber spätestens an der heftigen Knoblauchfahne, die letztere mit sich zieht.
Tschakapuli
Als Tschakapuli wird ein georgischer Eintopf beziehungsweise geschmortes Lammfleisch in einem leicht säuerlichen Weißwein-Estragon-Sud bezeichnet. Der Name bedeutet wörtlich übersetzt „grün“, was sich auf die vielen Kräuter, die in dem Gericht verwendet werden, bezieht. Das macht es wiederum zu einem perfekten Gericht für den Frühling – schmeckt aber auch das ganze Jahr über gut.
Tabaka
Tabaka ist die georgische Variante des amerikanischen „Roadkill Chickens“, einer Interpretation eines Brathähnchens. Das Hähnchen wird dabei flach geklopft und in einer Pfanne mit viel Öl gebraten. Die Besonderheit an Tabaka ist, dass das Hähnchen unter einem Gewicht gegart wird, wodurch es nicht nur platt, sondern auch außen knusprig und innen saftig wird. Auch hier kommt wieder das beliebte swanetische Salz als Hauptgewürz zum Einsatz.
Das georgische Tabaka, das ich im Bergdorf Uschguli, genießen durfte, wahr wohl das zarteste und saftigste Hähnchen aller Zeiten!
Dazu passt nicht nur Ketchup, sondern auch eine Tkemali-Sauce. Das ist ein säuerlicher Dip aus grünen Pflaumen, die kurzgebratenem Fleisch oder einem Stückchen Käse eine besondere Note verleiht. Ausprobieren lohnt sich!
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Tashmijabi
Tashmijabi ist ein Kartoffelbrei mit Käse – viel Käse. Der Käse wird dabei in den Kartoffelbrei eingerührt, bis er eine cremige Konsistenz hat und Fäden zieht. Tashmijabi wird in Georgien oft zu Fleischgerichten wie Tabaka oder Schaschlik serviert.
Chaschuschuli
Jedes Land hat sein eigenes Gulasch. Hierzulande gibt es Omas Gulasch mit Zwiebeln, in Ungarn die ungarische Gulasch(suppe) mit Paprika und in Georgien Chaschuschuli. Das herzhafte Fleischgericht besteht meist aus Rind, es gibt aber auch Varianten mit Kalbsfleisch oder Huhn. Das Fleisch wird zuerst angebraten und dann in einer Sauce aus Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch geschmort, bis es butterzart ist. Dazu wird Fladenbrot gereicht.
5. Zum krönenden Abschluss noch etwas Süßes: Desserts
Tschurtschchela
Diese Süßigkeit ist an jeder Straßenecke zu finden und wird auch als georgisches Snickers bezeichnet. Wieso ist Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra aber nach wie vor schleierhaft, denn das Dessert beinhaltet weder Schokolade noch Erdnüsse, sondern auf Schnüren aufgefädelte Walnüsse, die mit eingedicktem Traubensaft überzogen sind. Lecker ist es trotzdem.
Wein-Sorbet
In Georgien wird Wein nicht nur gerne getrunken, sondern auch zu einem Dessert verarbeitet. Das Wein-Sorbet, das an Softeis erinnert, ist vor allem in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens zu finden. Es ist ein erfrischendes Eis aus Wein, Zucker, Wasser und Zitronensaft, das optional auch mit Vanille verfeinert wird.
Das beste Wein-Sorbet gibt es in einem kleinen Stand unweit der „Second Bridge of Love“ bei den Leghvtakhevi-Wasserfällen mitten im Bäderviertel der Hauptstadt Tiflis.
Tarchuna
Tarchuna ist ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk, das nach Estragon schmeckt. Es ist grün gefärbt und wird aus kohlensäurehaltigem Wasser, Estragonsirup und Zucker hergestellt. Der Geschmack ist laut Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra gewöhnungsbedürftig, ebenso wie der des Mineralwassers, das seinem Namen alle Ehre macht. Das ist nämlich drin, was draufsteht: Minerale.
Fazit: Georgien ist eine Reise wert
In diesem Artikel wurden verschiedenste Gerichte und Getränke aus der georgischen Küche vorgestellt, die Foodies unbedingt probieren sollten – zumindest laut Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra. Das ist aber nur ein kleiner Ausschnitt, denn es gibt noch viele weitere Spezialitäten des Landes zu entdecken. Wer auf der Suche nach neuen kulinarischen Erfahrungen ist, sollte einen Urlaub in Georgien in Betracht ziehen. Natürlich kann man dort nicht nur essen, sondern auch in den Bergen wandern oder im Schwarzen Meer baden...
Na, Koffer schon gepackt, da das Reisefieber einfach ansteckend ist? Großartig, denn von Einfach Tasty gibt es nicht nur Reisetipps über Georgien, sondern auch einen Isreal-Food-Guide von Social-Media-Managerin Jil, den man nicht verpassen sollte. Und wer lieber einen kurzen Städtetrip bevorzugt, aber dennoch auf leckeres Essen nicht verzichten möchte, für den hat Einfach-Tasty-Redakteurin Sandra Foodie-Tipps für Mailand im Gepäck.
Rubriklistenbild: © Sandra Keck/Einfach Tasty & Canva.com



















