Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Neue Pläne für verkaufsoffene Sonntage

Aus nach 50 Jahren: Hat die Aktionsgemeinschaft Waldkraiburg doch noch eine Zukunft?

Stellvertretend für ihren Mann Willi nahm Susanne Engelmann das Geschenk von Adi Schäftlmaier (links) und Bürgermeister Robert Pötzsch an.
+
Stellvertretend für ihren Mann Willi nahm Susanne Engelmann das Geschenk von Adi Schäftlmaier (links) und Bürgermeister Robert Pötzsch an. Willi Engelmann war zwölf Jahre Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft und hatte sich als Abschiedsgeschenk Katzenfutter für das Tierheim gewünscht.

Die Aktionsgemeinschaft Waldkraiburg löst sich nach rund 50 Jahren auf. Damit stellt sich die Frage: Wie geht es weiter?

Waldkraiburg – „Alles hat seine Zeit.“ Falsche Hoffnungen wollte Susanne Engelmann vor zwei Jahren nicht wecken, als noch einmal Mitglieder der Aktionsgemeinschaft ihr Engagement im Vorstand zugesagt hatten. Ein Engagement auf Zeit. Denn klar war auch: Wenn sich zur nächsten Wahl niemand findet, droht das Aus.

Genau das ist passiert: „Es ist ein trauriger Anlass: Die Aktionsgemeinschaft wird sich auflösen“, sagte zweite Vorsitzende Susanne Engelmann. Es gebe zu wenige Leute, um die Arbeit in der Aktionsgemeinschaft zu schaffen. Aber von großer Traurigkeit war bei der Jahreshauptversammlung nichts zu spüren. „Es gibt Ideen im Hinterkopf, wie es weitergehen kann“, sagte Engelmann.

Es habe sich früh herauskristallisiert, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Vorsitzender Adi Schäftlmaier hatte die Aufgaben von Willi Engelmann übernommen, als dieser krankheitsbedingt vor zwei Jahren aufhören musste. In einem nahezu unveränderten Team habe man zwölf Jahre zusammengearbeitet und verschiedene Ideen umgesetzt.

Neue Pläne für die verkaufsoffenen Sonntage

Über viele Jahrzehnte hatte sich die Aktionsgemeinschaft darum gekümmert, den Einkaufsstandort Waldkraiburg attraktiv zu machen. Sie startete Aktionen und Kampagnen, sorgte sich auch um die Ansiedlung neuer Betriebe.

Jetzt gibt es ein Team, das die Aktionsgemeinschaft „in anderem Rahmen fortführen“ wird – mit neuem Logo, neuem Internet-Auftritt und neuen Ideen. Vier verkaufsoffene Sonntage sind für 2025 geplant, aber: „Wir wollten weg von den ursprünglichen Terminen“, erklärte Petra Esser, die der Aktionsgemeinschaft zuletzt als Beisitzer angehörte, und nun mit Sonja Kühn-Albrecht, Serhad Yazici, David Rieger und Andreas Holzapfel Teil des neuen Teams ist.

An zwei verkaufsoffenen Sonntagen soll alles beim Alten bleiben. „Der Wunsch war da, dass die weitergeführt werden“, sagte Sonja Kühn-Albrecht. Das ist zum einen der Martins-Sonntag, zum anderen die Autoschau. „Die wurde immer mehr aufgepeppt und hat sich zu einer sehr schönen Schau entwickelt. Es werden nicht nur Autos präsentiert, sondern es gibt auch ein schönes Programm.“ Neu ist nur der Termin am 1. Juni.

Für den Martinssonntag vorstellbar sei ein Nachmittagsprogramm, um mehr Besucher schon vor dem Laternenumzug in die Stadt zu locken. „Das ist wegen der Jahreszeit aber nicht ganz einfach und dazu können wir jetzt noch nichts präsentieren“, erklärte Sonja Kühn-Albrecht. Neuerungen wird es bei den anderen beiden Terminen geben: „Wir wollen bei einem verkaufsoffenen Sonntag den Vereinen eine Bühne bieten“, erklärt Kühn-Albrecht. Mit Shows oder Mitmach-Parcours könnten sich die Vereine und deren Sparten den Besuchern präsentieren. Ein Termin ist am 30. März.

Ladies-Fashion-Flohmarkt im September

Eine Überlegung sei, den erfolgreichen „Blaulicht-Tag“ aus dem Vorjahr zu integrieren. „Wir sind noch im Gespräch, aber wahrscheinlich wird das etwas Eigenes.“ Für Susanne Engelmann war es spontan denkbar, den Blaulicht-Tag in Kombination mit dem Martinssonntag stattfinden zu lassen.

Mit neuem Termin und neuer Idee will die Aktionsgemeinschaft die Besucher am 21. September nach Waldkraiburg holen. Ein Ladies-Fashion-Flohmarkt mit Bar und DJ soll eine Gelegenheit für Mode- und Schnäppchenlieberhaber sein. „Auch die Einzelhändler könnten mit Schnäppchen locken“, sagte Sonja Kühn-Albrecht.

Ideen, die bei Susanne Engelmann einen „guten ersten Eindruck“ machen, die den Abschied von der Aktionsgemeinschaft in ihrer bisherigen Form „mit einem weinendem und einem lachendem Auge“ begleiten. „Es waren zwölf sehr interessante Jahre mit tollen Veranstaltungen und einem Haufen Arbeit. Aber jetzt löst sich die Aktionsgemeinschaft auf mit einer Perspektive, wie es weitergehen kann“, sagte die zweite Vorsitzende, deren Mann Willi Engelmann die Aktionsgemeinschaft zwölf Jahre als Vorsitzender geleitet hatte.

Die Aktionsgemeinschaft könnte als eigenständiger Teil im Bund der Selbstständigen weitergeführt werden. Wie dies aussehen kann, erläuterte Christian Klotz. Die bürokratische Vereinsarbeit würde demnach vom Bund der Selbstständigen übernommen werden, womit mehr Zeit bleiben würde, um nach außen hin aktiv zu sein.

Für Susanne Engelmann eine „echte Chance, dass die Gemeinschaft weiter bestehen bleibt“. In einer Form, in der sich die Handwerker besser vertreten sehen. „Die Aktionsgemeinschaft hatte sich auf den Einzelhandel konzentriert.“

„Mehr Energie für Marketing“

In der Auflösung der Gemeinschaft sah auch Petra Esser die einzige Option. „Für den Vorstand hatte sich aber keiner mehr gefunden. Die Idee war es daher, die Aktionsgemeinschaft in den Bund der Selbstständigen zu integrieren und mit eigenem Marketing-Team weiterzumachen.“ Ohne die bürokratischen Vereinsarbeiten bleibt „mehr Energie für Marketing“.

Das Aus der Aktionsgemeinschaft in ihrer bisherigen Form war für die Mitglieder beschlossene Sache – ohne viel Traurigkeit. „Die Stimmung ist absolut positiv, kein negativer Touch. Das tut gut in der heutigen Zeit“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch. Mit Vorsitzendem Adi Schäftlmaier und seinem Vorgänger Willi Engelmann sei er immer im engen Austausch gewesen. Der Handel wie die Stadt hätten sich in den vergangenen Jahren großen Herausforderungen gegenüber gesehen. Er wertete es als positiv, dass die Gemeinschaft in anderer Form weitergehe. „Mit einem starken Verband sind die Aufgaben zu schaffen und lassen sich kreative Lösungen finden. Damit kann man sich auf die Zukunft freuen.“

Kommentare