Mit Bachelor-Arbeit Impulse setzen
Vom Hinterhof zum grünen Herzstück: Vision für Waldkraiburgs Sartrouvilleplatz
Architekturstudent Dennis Uzon hat in seiner Bachelor-Arbeit Ideen für den Sartrouvilleplatz entwickelt: Beete, Wasserflächen und Begegnungsräume sollen den Platz in einen lebendigen Treffpunkt für alle Generationen verwandeln. So stellt er sich den Platz im Jahr 2050 vor.
Waldkraiburg – Viel Grau, wenig Grün und kaum Beachtung: Der Sartrouvilleplatz gilt mehr als Hinterhof denn als lebendiger Mittelpunkt. Wie er wieder ins Zentrum rücken und sein Potenzial ausschöpfen kann, darüber hat sich Architektur-Student Dennis Uzon in seiner Bachelor-Arbeit auseinandergesetzt.
„Die Gestaltung ist heute nicht mehr zeitgemäß“, lautet sein Urteil. Ein großer, multifunktionaler Platz, der aber kaum Aufenthaltsqualität bietet. Zugleich müsse sich die Stadt angesichts des Klimawandels stärker auf Extremwetter vorbereiten – zwei Grundgedanken, die Uzon seiner Arbeit voranstellt. Denn das ist ihm wichtig: „Ich will dazu beitragen, dass die Innenstadt für Jung und Alt, für alle Nationen ein Ort der Begegnung ist“, erklärt Uzon, der an der Technischen Hochschule Rosenheim studiert.
Mit einer Vision erste Impulse setzen
Für seine Arbeit hat sich Dennis Uzon intensiv mit der Geschichte Waldkraiburgs auseinandergesetzt. Waldkraiburg erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg eine rasante Entwicklung, doch manche Pläne für die Stadt wurden nicht wie geplant realisiert. Sein Blick richtet sich aber dennoch nach vorne: Er entwirft eine Vision, wie der Sartrouville-Platz in 25 Jahren – passend zum 100-jährigen Jubiläum Waldkraiburgs – aussehen könnte. Eine Idee, um erste Impulse zu setzen – unter Berücksichtigung von ökologischen, wirtschaftlichen und sozialverträglichen Aspekten.
„Mir geht es nicht darum, etwas wegzunehmen, sondern die Wohnqualität zu erhöhen.“ Deshalb bezieht er auch das direkte Umfeld des Platzes mit ein und befragte Anwohner nach ihren Vorstellungen.
Dort, wo heute noch grauer Beton ist, könnte in 25 Jahren nach seinen Plänen mehr Grün und Wasserflächen sein. Radikal in den Bestand eingreifen will er nicht, Baumaterialien sollen nach Möglichkeiten wiederverwendet werden. Die Diskussionen um den geplanten Rathaus-Neubau will er nicht neu entfachen – auch wenn die Umsetzung auf unbestimmte Zeit verschoben ist. „Eine Verbindung von Sartrouville- und Stadtplatz lassen sich mit dem jetzigen Rathaus nicht vernünftig verbinden.“
Seine Idee ist es, mit den Spuren des alten Gebäudes zu arbeiten: Betonpfeiler und Umrisse könnten in einem Brunnen-Ensemble aufgenommen werden. So könnten Spuren des alten Rathauses einen möglichen Neubau überdauern. Dort, wo heute das Einwohnermeldeamt ist, könnten in 25 Jahren Bürger gemütlich in einem Biergarten zusammensitzen, nebenan könnte das Wasser in einem Brunnen plätschern.
Potenzial des Platzes entfalten
Mit Bäumen und zusätzlichen Pflanzkübeln soll nicht nur mehr Grün, sondern auch eine höhere Aufenthaltsqualität geschaffen werden. Aber mit mehr Grün und einer Wasserfläche auf dem Sartrouville-Platz ist es für Uzon nicht getan. Er bezieht auch das direkte Umfeld mit ein: So könnten zum Beispiel in den angrenzenden Wohnblöcken „attraktivere Wohnmodelle“ geschaffen werden, indem Wohnungen um Wintergärten erweitert werden, Dachbegrünung eine Rückzugsmöglichkeit schafft. „Ich will nicht radikal verändern“, erklärt Uzon seine Idee. Weniger verändern, sondern mehr das Potenzial des Platzes ganz entfalten.
Auch für die Gewerbe-Einheiten, die heute zum Teil leer stehen, hat der Student eigene Überlegungen. „Mühldorf ist ein Uni-Standort, darauf sollte sich Waldkraiburg einstellen und nicht von der Seitenlinie zusehen.“ Studenten brauchen Wohnraum und der ließe sich auch hier schaffen. Potenzial dafür sieht Uzon. So könnten Studenten-Wohnungen am Sartrouville-Platz entstehen, die leerstehenden Gewerbeflächen könnten in eine Kita umgewandelt werden. „Studenten sind soziales Kapital und Waldkraiburg sollte dafür die Weichen stellen“, meint Dennis Uzon.
Gemeinsame Richtung festlegen
Dass seine Vision nicht leicht umzusetzen ist, weiß er. „Viele Häuser sind nicht auf dem modernsten Stand, aber die Stadt hat keinen Einfluss auf die Eigentümer“, bleibt er realistisch. Dennoch will er Impulse setzen: „Man muss gemeinsam an einem Strang ziehen, allein ist es nicht zu schaffen.“
Wie es nun weitergehen soll? „Mein Wunsch ist es, dass nach der Kommunalwahl ein Prozess startet, damit in der Innenstadt etwas passiert.“ Trotz knapper Finanzen sei es wichtig, eine gemeinsame Richtung festzulegen. „Je eher eine Entscheidung fällt, umso besser. Wichtig ist es, die Zeit zu nutzen, Impulse zu setzen – für einen Platz, der allen etwas bietet.“