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Haus der Kultur

„Sodom und Gomorra“ in Waldkraiburg: Was steckt dahinter?

22 Tänzer und sieben Schauspieler sind in den letzten Vorbereitungen für „Sodom und Gomorra“.
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22 Tänzer und sieben Schauspieler sind in den letzten Vorbereitungen für „Sodom und Gomorra“.

Die Showtanzgruppe des Tanzsportclub Weiß-Blau 70 Waldkraiburg bringt mit „Sodom und Gomorra“ ein neues Stück auf die Bühne. Die Premiere findet am 28. September im Haus der Kultur in Waldkraiburg statt. was die Zuschauer zu erwarten haben.

Waldkraiburg – Blütenbach ist ein typisch bayerisches Dorf, in dem die Welt noch in Ordnung zu sein scheint. Es gibt eine Kirche, eine eingeschworene Dorfgemeinschaft und ein Wirtshaus. Doch leider ist das beschauliche Örtchen nicht davor gefeit, Opfer des herrschenden Wirtshaussterbens zu werden. Als ihr Wirtshaus geschlossen wird und die Neueröffnung eines fragwürdigen Etablissements ansteht, schlagen Dorfpfarrer, Bürgermeister und der Kreis der braven Bürger Alarm. Schließlich ist die Neunutzung des alten Wirts alles andere als brav und frei von Sünde. Statt Sonntagmittags nach dem Kirchenbesuch ins Wirtshaus zu sitzen, geht von an erst ab 22 Uhr so richtig die Post ab. Statt Schweinsbraten mit Knödel und Dorfklatsch gibt es jetzt nur noch hochprozentige Getränke und heiße Tänzerinnen.

Regina Zinn erhält Schockdiagnose

Die brave gottesfürchtige Gemeinde muss sich jedoch nicht nur um ihren guten Ruf fürchten, sondern auch vor der Presse, die bereits skandalträchtige Schlagzeilen wittert. „Sodom und Gomorra“ in Blütenbach. Ob es den Nachtclub-Gegnern gelingt, ihren Dorffrieden wieder herzustellen und all das vor der sensationslüsternen Presse geheim zu halten, erfährt man frühestens am 28. September im Haus der Kultur in Waldkraiburg, denn da feiert „Sodom und Gomorra“ seine Premiere.

Die turbulente Geschichte in dem fiktiven Örtchen verspricht Spaß und Unterhaltung. Dabei zeichnen nicht nur die Geschichte und amüsante Charaktere die lustige Komödie aus, sondern vor allem auch eine sagenhafte Tanzshow.

Bereits zum dritten Mal bietet die Showtanzgruppe des Tanzsportclub Weiß-Blau 70 Waldkraiburg großes Kino. Ihre Tanztheater-Premiere feierten sie vor zwei Jahren mit „Fairytale – die magische Flöte“. Schon damals verzauberten sie die Besucher buchstäblich mit ihrer aufwendigen Bühnenshow. Während bei ihrem ersten Stück „nur“ getanzt wurde, gab es bereits bei ihrem darauffolgenden die ersten Dialoge. Vergangenes Jahr standen bei „Und täglich grüßt das Jenseits“ zum ersten Mal auch Schauspieler mit Sprechrollen auf der Bühne. Es war eine Mischung aus Komödie, Drama und Gruselgeschichte.

Auch bei ihrem aktuellen Bühnenstück „Sodom und Gomorra“ steht wieder alles im Zeichen des Tanzes, doch das Theaterschauspiel rückt nun noch mehr in den Vordergrund. Der kreative Kopf der Showtanz-Gruppe ist Trainerin Regina Zinn. Aus ihrer Feder stammen die Leichtigkeit versprühenden Werke, die fesseln und für jede Menge Unterhaltung sorgen.

Außerhalb der Bühne hatte es der Waldkraiburger Tanzsportclub Weiß-Blau 70 in den vergangenen Jahren jedoch alles andere als leicht. Sie mussten die Pandemie durchstehen, verloren nach zehn Jahren ihren Proberaum in der Aussiger Straße und wussten erst einmal nicht, wie und vor allem wo es mit ihrem Verein weitergehen sollte.

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Doch sie hatten Glück und fanden zum 1. Januar dieses Jahres eine neue Heimat für ihren TSC. Hell und freundlich ist ihr neuer „Tanzraum 39“ in der Daimlerstraße 39.

Der wohl schlimmste Schicksalsschlag traf den Verein jedoch mit der Erkrankung ihrer Geschäftsstellenleiterin, Trainerin, Choreografin und Autorin ihrer Bühnenstücke – Regina Zinn. Die engagierte Waldkraiburgerin erhielt im vergangenen Jahr die Diagnose „Krebs“. Sie, die das Tanzen liebt, selbst immer aktiv war und nur so vor Ideen und Elan sprudelt, musste nun den schwersten Kampf ihres Lebens führen.

Der Krebs raubte all ihre Kraft, aber er konnte ihr nicht die Liebe zum Waldkraiburger TSC und zum Tanz nehmen – und so sagte sie dem Krebs den Kampf an und konzentrierte sich auf die Dinge, die sie liebt.

„Ich brauchte in dieser schweren Zeit etwas, das mich aufbaute, etwas Lustiges. Aufgrund meiner Erkrankung durfte ich die letzte Aufführung nur auf Abstand anschauen. Damals kam mir die Idee, dass bei meinem nächsten Stück Wolfi als Hochwürden auf der Bühne stehen sollte. Ich fand das amüsant“, sagt Zinn.

Trotz ihrer schweren Erkrankung schrieb sie innerhalb von zwei Wochen das Drehbuch zu „Sodom und Gomorra“. Eine erfrischende Komödie, geschrieben in einer düsteren Zeit. Für Zinn sind Tanz und Theater Kraftquelle und Therapie. Im November hatte sie ihr Drehbuch fertig und im Januar startete das Training und die Proben.

Wie in den vorherigen Stücken kann sie wieder auf ihr Team aus Familie, Tänzern, Schauspielern, Freunde und Vereinskameraden zählen. Besondere Unterstützung bekam sie von Trainerin Liz Kretschmar. Gemeinsam mit ihr stellte sie die Hauptchoreografie auf die Beine. Aber auch die Ideen der Tänzer und Tänzerinnen flossen mit ein, sodass es auch heuer wieder ein sagenhaftes Bühnenstück zu sehen gibt.

Die Darsteller setzen sich aus 22 Tänzern sowie sieben Schauspielern zusammen. Die meisten von ihnen standen bereits bei den vorherigen Stücken gemeinsam auf der Bühne. Trotz allem ist auch dieses Training hart, denn aktuell proben sie fast täglich bis zu drei Stunden und zusätzlich noch jeder für sich selbst zu Hause.

Jedes Bühnenstück ist auf seine Art etwas ganz Besonderes, doch „Sodom und Gomorra“ ist vielleicht das Herzstück von Regina Zinn. Es zeigt: Mit den richtigen Menschen an seiner Seite und der Leidenschaft zu dem, was man tut, entstehen die tollsten Geschichten – und man wächst über sich selbst hinaus.

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