Industriegemeinschaft Waldkraiburg und Aschau
Mehr Einsatz und mehr Nutzen für Unternehmen: IGW Waldkraiburg stellt sich neu auf
Die Interessen der Unternehmen stärker vertreten, Arbeitskreise reaktivieren und mehr Präsenz nach außen zeigen – so will die Industriegemeinschaft Waldkraiburg und Aschau mit neuer Spitze agieren. Dazu gibt es auch konkrete Vorschläge.
Waldkraiburg – Raus aus dem Dornröschenschlaf, wieder aktiver werden: Das hatte sich die Industriegemeinschaft Waldkraiburg und Aschau (IGW) vorgenommen. Denn nach der Corona-Pandemie brauchte die IGW neuen Schwung, um ihre Aktivitäten wieder zu intensivieren, neue Impulse zu setzen und die Interessen der Unternehmen stärker zu vertreten.
Dazu hatte die IGW aber nach Meinung von Mitgliedsvertreter Johann Vetter (Netzsch) voriges Jahr eine Chance verstreichen lassen. Im Raum stand nämlich vor einem Jahr die Erhöhung der Gewerbesteuer, wozu die Stadt die IGW im Vorfeld eingebunden hatte. Vetter kritisierte, dass die IGW in diesem Punkt ihre Mitglieder nicht aktiver informiert und sich für die Unternehmen eingesetzt habe. Er hätte sich eine bessere Kommunikation gewünscht.
„Als Mitglied will man mitgenommen werden, die IGW soll die Gemeinschaft im Fokus halten.“ Schließlich seien es die Unternehmen, die von der höheren Gewerbesteuer betroffen sind. Die IGW hätte beispielsweise bei den Unternehmen ein Meinungsbild einholen können.
Beide Kommunen als gemeinsame Region
Kritik, die Markus Kep aufnahm. Als dritter Vorstand hatte er in Vertretung für den Vorsitzenden Joachim Maier die Leitung der Jahreshauptversammlung übernommen. „Das sollte man diskutieren“, sagte er. Weil ein Vertreter des Unternehmens bei den Sitzungen dabei gewesen sei, sei das Thema nicht weiter verfolgt worden. Auch Beisitzer Ulli Maier erklärte, dass die höhere Gewerbesteuer kein Thema auf der Agenda gewesen sei, da sie bereits öffentlich diskutiert wurde.
Vetter sprach zudem an, dass die IGW nach außen hin weniger als „Spendenverein“ wahrgenommen werden sollte. Stattdessen solle das Budget gezielt für die Unterstützung der Arbeitskreise verwendet werden.
Deren Entwicklung ist für die IGW aktuell nicht zufriedenstellend. „Bei den Arbeitskreisen Ausbildung, Personal, Einkauf/IT ist es uns nicht gelungen, sie wieder zu aktiveren“, sagte Kep. Stattdessen hat sich ein neuer zum Thema Umwelt und Arbeitssicherheit gebildet, bei dem bereits ein regelmäßiger Austausch stattfinde.
Mit Veranstaltungen wie der Ausbildungsehrung, dem Azubiausflug, IGW-Fußballturnier oder Betriebsbesichtigungen konnte die IGW an frühere Aktivitäten anknüpfen, dennoch gibt es an anderer Stelle Nachholbedarf. Ein zentraler Punkt ist der Neujahrsempfang, der zuletzt nur noch in Mühldorf stattgefunden hat. „Das soll auch in Waldkraiburg wieder zu einer Pflichtveranstaltung werden. Dort findet ein wertvoller Austausch statt“, sagte Kep. Die IGW setzt auf einen Austausch mit der Stadt. „Die Unternehmen sind auf gute Fachkräfte angewiesen und die IGW tut, was sie tun kann“, fuhr er fort im Hinblick auf einen attraktiven Standort.
Profil weiter schärfen und noch mehr Nutzen bieten
Ihr Profil will die IGW in Zukunft weiter schärfen und für Unternehmen noch mehr Nutzen bieten. Dies soll durch die Lösung gemeinsamer Probleme, Herausforderungen und Chancen und eine stärkere Interessensvertretung geschehen. Konkret bedeutet das ein deutlicheres Auftreten nach außen hin, Arbeitskreise unter definierten Voraussetzungen wiederbeleben, Events und Aktivitäten beibehalten und weiter stärken.
So wie die Unternehmen aus Waldkraiburg und Aschau sich gemeinsam organisieren, betrachtet auch Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich die beiden Kommunen als gemeinsame Wirtschaftsregion. „Es ist eine gelebte Partnerschaft, wir wollen Waldkraiburg nichts wegnehmen.“ Weyrich verwies auf das geplante Gewerbegebiet, das sich auf einer Fläche von bis zu 12 Hektar entwickeln lässt. In direkter Umgebung neben dem Umspannwerk geplant ist ein Batteriespeicher: „Es tut sich einiges.“
Den Austausch mit der Nachbar-Kommune weiß auch Bürgermeister Robert Pötzsch zu schätzen. Vieles treibt die Stadt Waldkraiburg um, aber für die Finanzierung müsse man oft Lösungen suchen. „Wir müssen uns auf unsere Kernaufgaben konzentrieren.“ Bei der Fernwärme sieht er bei der Stadt ein „Riesenpfund“, die damit zu einem attraktiven Partner werde. Bis zu 150 Millionen Euro werde die Stadt in den weiteren Ausbau investieren.
Im Vorstand der IGW gab es einige Veränderungen, allen voran an der Spitze. Vorsitzender Joachim Maier hatte bereits im Vorfeld signalisiert, nicht mehr zu kandidieren. Für ihn übernimmt der bisherige dritte Vorsitzende Markus Kep. Zweiter und dritter Vorstand sind Christian Schäftlmeier und Markus Hufeld. Die Aufgabe als Kassier musste ebenfalls neu vergeben werden, weil Jörg Bornemann zum Jahreswechsel in Rente ging. Sein Nachfolger ist Christian Salzeder, Schriftführerin bleibt Sabine Meier. Als Beisitzer fungieren Alexander Hammer, Daniela Schmidt-Kuttner, Jens Heidkötter, Ulli Maier und Wolfgang Reitsamer.